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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MB eine anerkannte cron. Erkr.?? ?



andrea meyer
18.01.04, 09:34
Hallo Ihr Lieben,
auch wenn ich mich jetzt furchtbar unbeliebt machen sollte möchte ich doch mal ein paar Gedanken von mir zur Diskusion stellen.
Ich lese seit ein paar Tagen die Postings und bin etwas hin und hergerissen.
Natürlich bin ich, aus eigener Erfahrung, überzeugt das Hashi und MB keine "Macht ja nichts Erkrankungen" sind. Dazu habe ich in den letzten 10 Jahren genug gelitten.
Aber sind wir tatsächlich so schlecht dran das wir uns in die Reihe der Leute einreihen müssen, die wirklich hohe Kosten haben und daher eine gesonderte Behandlung brauchen? Ich denke da an eine Freundin die mit MS seit 10 Jahren im Rollstuhl sitzt, jeden 2. Tag zu einem Termin gefahren muss, starke Beeinträchtigungen und große Kosten hat. Oder an viele andere Menschen die durch ihre Krankheit nicht mehr für sich und ihre Familie sorgen können und zwar für immer. Wir alle wissen zum Teil aus eigenen Erfahrungen oder aus dem Freundes oder Bekanntenkreis das es eine Menge großes Leid gibt... darum möchte ich etwas vorsichtig sein mit meinen Forderungen. Welche Kosten habe ich denn tatsächlich durch meinen Mb verursacht. Alle paar Wochen hole ich mir ein Rezept ok , die Kosten sind ärgerlich- ich bin aber auch der Meinung wir alle müssen Eigenverantwortung übernehmen ! Dann die Quartalskosten - klar auch ärgerlich, ich glaube aber auch ohne MB würde ich wenigstens in jedem 2. Quartal meinen Hausarzt brauchen und ob ich damit nicht auch jetzt hinkomme ist noch nicht sicher.
Ich möchte noch einmal klarstellen - ich bin mit vielen Regelungen dieser sogenannten Reform natürlich nicht einverstanden. Das ist ein Sache, für mich eine politische Diskusion. Aber ich denke wir sollten von unserer Krankheit keine Tragödie machen. Es gibt Zeiten in denen geht es uns schlecht, einzelne Ausnahmen (dazu gehöre auch ich ) brauche sehr lange bis sie gut eingestellt sind, aber sind wir wirklich schwer krank?
Ich hoffe, ihr versteht in welche Richtung ich den Denkanstoß geben möchte und ich freue mich auf den einen oder anderen sachlichen Denkanstoß von euch.
Liebe Grüße
andrea

katharina(mb)
18.01.04, 11:10
Hallo Andrea,
die wenigsten Kosten sind bei MB wohl die Thyreostatika oder ggfs.
Thyroxin.
Wenn ich mal von mir sprechen darf...
ich habe wegen MB zumindest vorerst, bisher 2 JAhre lang meinen
Beruf nicht mehr ausüben können und beziehe Erwerbsunfähigkeitsrente.
Da ich 30 Jahre alt bin - und ich somit nicht viel Rente bekomme -kannst du dir vielleicht in etwa ausrechnen was mich der MB monatlich kostet.
Da treffen mich die jetzt anfallenden zusätzlichen Kosten wie Praxisgebühr,
Medikamentenzuzahlungen, Rezeptgebühren (ich muss 2 x die Woche zur Massage /
Lymphdrainage) wirklich ganz ganz hart.
Ich denke, diese Menschen, die es echt schwer trifft mit den Auswirkungen von MB hast du also gerade mal eben vergessen.
Irgendwie ist das schon kränkend, dass man von Mitbetroffenen lesen muss dass ja eigentlich alles gar nicht so wild sei.
Katharina(MB)

Anna E.
18.01.04, 11:33
>Hallo Andrea,
>
>die wenigsten Kosten sind bei MB wohl die Thyreostatika oder ggfs.
>Thyroxin.
>
>Wenn ich mal von mir sprechen darf...
>
>ich habe wegen MB zumindest vorerst, bisher 2 JAhre lang meinen
>Beruf nicht mehr ausüben können und beziehe Erwerbsunfähigkeitsrente.
>Da ich 30 Jahre alt bin - und ich somit nicht viel Rente bekomme -kannst du dir vielleicht in etwa ausrechnen was mich der MB monatlich kostet.
>
>Da treffen mich die jetzt anfallenden zusätzlichen Kosten wie Praxisgebühr,
>Medikamentenzuzahlungen, Rezeptgebühren (ich muss 2 x die Woche zur Massage /
>Lymphdrainage) wirklich ganz ganz hart.
>
>Ich denke, diese Menschen, die es echt schwer trifft mit den Auswirkungen von MB hast du also gerade mal eben vergessen.
>
>
>Irgendwie ist das schon kränkend, dass man von Mitbetroffenen lesen muss dass ja eigentlich alles gar nicht so wild sei.
>
>Katharina(MB)
>
>Hallo!
Was für ein Arzt hat dich mit 30 Jahren in Frühpension
geschickt.
Ich mußte bis 54 Arbeiten, habe Morbus Basedow und Hashimoto.
Mir ist 40 Jahre mit der Krankheit nie gut gegangen, aber man
muß damit Leben.Denke es gibt bestimmt noch was ärgeres.
Liebe Grüße von Anna aus Wien
Die Andrea hat das richtig gemeint.
>

katharina(mb)
18.01.04, 12:27
Hallo Anna,
erstmal lösche bitte immer die vorangegangen geschriebenen Beiträge
in deinem Beitrag.
Es gibt immer etwas "ärgeres", keine Frage. Auch wenn man MS hat gibt
es Menschen denen es wesentlich schlimmer gibt.
Ich denke nicht dass du dir anmassen solltest über mich oder andere
mit MB und / oder Hashi zu urteilen.
Katharina(MB)

Ben
18.01.04, 13:21
Hallo Anna,
ich denke auch bei MB gibt es welche die es hart trifft und andere die nicht so sehr darunter leiden.
Ich kenne auch Leute, die mit MB keinerlei Probleme haben und andere haben massiv damit zu kämpfen, wenn Du dir die postings hier im Foeum so duschliest.
...und die Fragestellung welcher Arzt hat Dich denn in Rente geschickt finde ich gelinde gesagt etwas sehr unpassend formuliert.
Du weiss nicht mal welchen Beruf Katharina hatte und es gibt Berufe da kann man nicht mehr arbeiten mit MB.
Katharina hat eben gössere Probleme als Du damit, bzw auch einen anderen Beruf - und auch Du hast ja nicht bis zum Rentenalter gearbeitet und ich vermute mal, dass MB auch einer der Gründe dafür war.
Gruesse
Ben

Gabi H
18.01.04, 13:40
Hallo Anna,
deine Argumentation gegenüber Katharina, "wer sie wohl in Rente geschickt hat" finde ich absolut unpassend.
Ich musste aufgrund meiner EO meine Arbeitsstunden kürzen, habe viel Computerarbeit, dazu geht es in meinem Job sehr stressig zu, dies habe ich wg. meiner Augen absolut nicht mehr gepackt. Mein Augenarzt schlug ebenfalls vor, dass ich in Rente gehen sollte - dies wollte ich jedoch noch nicht, da ich erst einmal ausprobieren wollte, ob ich es auf diesem Weg "packe".
Ich glaube, niemand kann beurteilen, wie der Krankheitsverlauf der Betroffenen aussieht.
Nun, auf jeden Fall fehlt mir ja nun aufgrund meiner Arbeitszeitverkürzung sowieso Geld im Geldbeutel. Zusätzlich die ganze "Latte" an zusätzlichen Gebühren, wie die der Rezepte, das "Eintrittsgeld" usw. Von meinem Geld, dass ich in Zukunft verdienen werde, wird mir, nachdem alle anfallenden Gebühren bezahlt sind kaum noch etwas übrig bleiben!!! Eigentlich könnte ich also genausogut in Rente gehen, will ich aber nicht, da mir meine Arbeit Spaß macht.
Und ich bin absolut der Meinung, dass ich chronisch erkrankt bin. Die Einstufung, dass nur der chronisch krank ist, der Krankenhausaufenthalte hat, finde ich einfach nicht richtig.
LG Gabi

Pumuckel
18.01.04, 14:30
Hallo Anna!
Das finde ich nicht gut, was Du Katharina schreibst. Bei uns ist es so, dass man bestimmt nicht leichtfertig in Rente geschickt wird, da muss man so einige "Institutionen" mit seiner Krankheit und der Einschränkung überzeugt haben.
Und darum ist es so, dass Du Dich sicher nicht mit Katharina oder uns anderen vergleichen kannst.
Schön dass es Dir mit Deinem Hashi (ich glaube doch, dass Du sonst immer im Hashiforum bist) eben nicht so schlecht geht, aber vergleich Dich bitte nicht mit denen, denen es schlechter geht.
vg

andrea meyer
18.01.04, 18:47
>>Hallo Katharina, Kerstin und alle anderen geplagten
erstmal möchte ich mich entschuldigen das ihr meine Gedanken wohl doch nicht richtig verstanden habt. Sicher kann man das auch nicht wenn man so betroffen ist wie ihr. Ich verstehe durchaus das Menschen die zur Zeit gebeutelt sind von ihrer Erkrankung, kein Ende sehen und verzweifelt sind. Wenn dann noch jemand kommt und ihr Leid als Bagatelle abtut ( was ich übrigens nicht wollte) kann man sicher verzweifeln. Übringens finde ich die Aussage über die Frührente von Katharina auch absolut daneben,
ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen das der Staat nicht allmächtig ist und wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen das unser Sozialsystem funktioniert. Ich finde es völlig in Ordnung wenn Katharina Frührente bezieht weil sie aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr arbeiten kann, ich finde es einen Skandal wenn jemand rechnen muss ob er sich den Quartalsbesuch beim arzt noch erlauben kann... das alles muss einfach finanzierbar sein. Es kann aber eben auch nur funktionieren wenn wir alle unseren Teil dazu beitragen !!
Ich bin auch nicht sicher ob meine Überlegungen zu Ende gedacht sind und wollte gern einen Austausch mit euch, ich wollte niemandem Wehtun !!! Das liegt mir absolut fern...
Ich hoffe, ihr versteht mich ein bißchen - ich möchte dieses Forum gern auch als Gedankenaustausch sehen,
liebe Grüße
andrea

gretel
18.01.04, 20:27
hi andrea
die antwort ist ganz einfach uns steht im lexikon:
chronisch
[′kro|-; griechisch]
anhaltend, von langer Dauer. Gegensatz: akut.
falls der sinn dieser gebühr gewesen sein sollte, dass die leute nicht wegen jedem schnupfen zum arzt rennen sollen ist ganz logisch, dass chroniker davon ausgenommen werden müssen, weil, die können sich`s ja nicht aussuchen.
es geht dabei nicht darum, welche krankheit schwerwiegender ist, denn da findet sich *immer* was. für uns siet`s de facto so aus, dass wir weder unseren medikamentenkomsum noch unsere arztbesuche einschränken können - weil eben chroniker bis an`s lebensende.
zur "reform" an sich will ich mich gar nicht erst auslassen, da gibt`s viele punkte zu bemängeln. ich denke nur, er ist nicht gut, wenn nun die kranken sich gegenseitig bewerten, sparen hätte man anders können und *müssen*. wenn es menschen trifft, die gar nicht die wahl haben (und oft auch finanzielle probleme aufgrund der krankheit) dann hat man wohl das pferd von hinten aufgezäumt.
>Hallo Ihr Lieben,
>
>auch wenn ich mich jetzt furchtbar unbeliebt machen sollte möchte ich doch mal ein paar Gedanken von mir zur Diskusion stellen.
>Ich lese seit ein paar Tagen die Postings und bin etwas hin und hergerissen.
>Natürlich bin ich, aus eigener Erfahrung, überzeugt das Hashi und MB keine "Macht ja nichts Erkrankungen" sind. Dazu habe ich in den letzten 10 Jahren genug gelitten.
>Aber sind wir tatsächlich so schlecht dran das wir uns in die Reihe der Leute einreihen müssen, die wirklich hohe Kosten haben und daher eine gesonderte Behandlung brauchen? Ich denke da an eine Freundin die mit MS seit 10 Jahren im Rollstuhl sitzt, jeden 2. Tag zu einem Termin gefahren muss, starke Beeinträchtigungen und große Kosten hat. Oder an viele andere Menschen die durch ihre Krankheit nicht mehr für sich und ihre Familie sorgen können und zwar für immer. Wir alle wissen zum Teil aus eigenen Erfahrungen oder aus dem Freundes oder Bekanntenkreis das es eine Menge großes Leid gibt... darum möchte ich etwas vorsichtig sein mit meinen Forderungen. Welche Kosten habe ich denn tatsächlich durch meinen Mb verursacht. Alle paar Wochen hole ich mir ein Rezept ok , die Kosten sind ärgerlich- ich bin aber auch der Meinung wir alle müssen Eigenverantwortung übernehmen ! Dann die Quartalskosten - klar auch ärgerlich, ich glaube aber auch ohne MB würde ich wenigstens in jedem 2. Quartal meinen Hausarzt brauchen und ob ich damit nicht auch jetzt hinkomme ist noch nicht sicher.
>Ich möchte noch einmal klarstellen - ich bin mit vielen Regelungen dieser sogenannten Reform natürlich nicht einverstanden. Das ist ein Sache, für mich eine politische Diskusion. Aber ich denke wir sollten von unserer Krankheit keine Tragödie machen. Es gibt Zeiten in denen geht es uns schlecht, einzelne Ausnahmen (dazu gehöre auch ich ) brauche sehr lange bis sie gut eingestellt sind, aber sind wir wirklich schwer krank?
>Ich hoffe, ihr versteht in welche Richtung ich den Denkanstoß geben möchte und ich freue mich auf den einen oder anderen sachlichen Denkanstoß von euch.
>Liebe Grüße
>andrea

Anna E.
19.01.04, 04:07
>Hallo Anna!
>Das finde ich nicht gut, was Du Katharina schreibst. Bei uns ist es so, dass man bestimmt nicht leichtfertig in Rente geschickt wird, da muss man so einige "Institutionen" mit seiner Krankheit und der Einschränkung überzeugt haben.
>Und darum ist es so, dass Du Dich sicher nicht mit Katharina oder uns anderen vergleichen kannst.
>Schön dass es Dir mit Deinem Hashi (ich glaube doch, dass Du sonst immer im Hashiforum bist) eben nicht so schlecht geht, aber vergleich Dich bitte nicht mit denen, denen es schlechter geht.
>vg
>
>Hallo!
Ich leide an der mischform Basedow und Hashi.
Und noch dazu starke Augenprobleme.
Und das schon 40 Jahre,ich versuche mich nicht
von der Krankheit unterkriegen lassen,das wäre
nämlich der fall wenn man an nichts anderes denkt.
Du kannst mir glauben ich weiß von was ich spreche.
Habe herausgefunden,das mir am besten gegangen ist,
wenn ich mich abgelengt habe,oder in der Arbeit.
Das ist aber ein sehr langer Weg,um mit der
Krankheit zu leben.
Ich denke immer nur an was schönes und setze mir Ziele
um damit fertig zu werden.
Liebe Grüße von Anna aus Wien

Anna E.
19.01.04, 04:13
>Hallo Anna,
>
>erstmal lösche bitte immer die vorangegangen geschriebenen Beiträge
>in deinem Beitrag.
>
>Es gibt immer etwas "ärgeres", keine Frage. Auch wenn man MS hat gibt
>es Menschen denen es wesentlich schlimmer gibt.
>
>Ich denke nicht dass du dir anmassen solltest über mich oder andere
>mit MB und / oder Hashi zu urteilen.
>
>Katharina(MB)
Liebe Katharina!
Ich will mich nicht anmassen das liegt mir fern.Ich weiß wie du und
die anderen sich fühlen.
Habe es und erlebe es noch immer und das vierzig Jahre,nur ich will
damit sagen es ändert nichts man muß damit Leben.
Du mußt dich nicht aufregen,du wirst einmal an mich denken.

Christin
19.01.04, 07:08
Ich kann Dir nur zustimmen.
Sicher, es gibt immer Ausnahmen.
Jeder möchte Geld sparen.
Es gibt immer Leute, die können diese Zuzahlungen verkraften und welche die sie nicht verkraften können.
Aber wo macht man den Schnitt? jeder Arbeitslose befreit. jeder Sozi-Empfänger. jeder......

Christin
19.01.04, 07:09
hallo Gretel,
aich einen Schnupfen kann man sich nicht aussuchen...oder?

Charlotte
19.01.04, 07:12
Hallo Katharina,
sicher, Ausnahmen gibt es immer. Aber ich kann keine Kränkung in Andreas Meinung finden
Setzt Euch doch einfach mal konstruktiv mit anderen Meinungen ausseinander und kommt nicht immer mit der "beleidigte Leberwurst" Manie oder mit dem erhobenen Zeigefinger.

Charlotte
19.01.04, 07:19
Liebe Anna,
es wird sie immer geben, die die am Boden liegen und keine Kraft zu aufstehen haben...
wie auch die, die gerne am Boden liegen und liegen bleiben möchten
und die, die aufstehen und sich nicht aufgeben (wie wir :-))
Ich kenn welche, die liegen gerne am Boden. Es gibt ja das Rundum-Sorglos-Paket und all die anderen sollen gefälligst Verständnis haben.
Warum zum Teufel kann jemand mit 30 Jahren in Rente gehen und das bis an sein Lebensende? Ich zahle Monat für Monat ein, zahle meine medikamente, zahle....

Charlotte
19.01.04, 07:21
>Hallo Ben,
man kann auch umschulen auf einen anderen Job.....

Tamara
19.01.04, 08:26
Hallo Charlotte,
schön das Du von konstruktiver Kritik sprichst und darüber, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Im Gegensatz zu Dir vergreift sich Andrea aber nicht im Ton.
Ich gehöre ebenfalls zu den MBlern die arbeiten und Ihre Medikamente zahlen.
Ich würde mir aber nie anmaßen über andere zu urteilen. Wenn du von MB betroffen bist und Dich mit dieser Seite auseinandergesetzt hast, solltest Du eigentlich wissen, wie vielfältig sich diese Krankheit äußern kann.
Schade, daß Du nicht in der Lage bist, Dich auch nur annähernd in die Situation von anderen zu versetzen.
Und sorry, MB ist leider kein Schnupfen. Oder hast Du schon mal jemanden gesehen der sich aufgrund von Schnupfen die Nase entfernen ließ?
Grüße
Tamara

Birgit.H.
19.01.04, 08:28
Hallo Andrea,
eine Krankheit, bei der kaum eine Chance auf Heilung besteht, mit der man bis zum Rest seines Lebens zurechtkommen muss IST CHRONISCH.
Von daher denke ich, dass es dabei um den Gleichbehandlungs-Grundsatz gehen muss - unabhängig ob die Behandlungskosten hoch oder niedrig sind.
Aber ich glaube, letztendlich geht es nicht allein um die "Chroniker-Regelung". Gegerell empfinden alle Versicherten diese "Gesundheitsreform" als unzureichend und ungerecht. Wenn wirksame Naturheilmittel in Zukunft selbst gezahlt werden müssen, werden chemisch/pharmazeutische Keulen verschrieben, die zum einen teurer sind und zum anderen möglicherweise starke Nebenwirkungen haben. Wenn notwendige Voruntersuchungen selbst gezahlt werden müssen (Mammografie erst wenn Brustkrebs aufgetreten ist), werden die Patientn erst in letzter Minute zum Arzt gehen - weil eben ALLES sehr teuer geworden ist. Das ist keine Gesundheitreform das ist "Krankheits-Förderung".
Wenn die Pharmakonzerne - entgegen aller Politiker Behauptungen - außen vor bleiben, ist das keine umfassende Massnahme (in den USA kriegt man für‘n Dollar ‘ne Aldi-Tüte voll Apirin - und hier ?)
Und wenn jetzt in einer EU-Komission darüber diskutiert wird, den gesamten Markt der Nahrungsergänzungsmittel in der Form zu reformieren, dass die Produktion selbiger ganz und alleinig in die Hände der Pharmakonzerne gelegt werden soll- "zum Schutz des Verbrauchers" -ist das für mich die absolute Verarschung und der Gipfel des Lobbyismus.
So wie ich empfinden das viele. Die Aufregung über die Anerkennung/Nicht-Anerkennung unserer Krankheit als chronisch ist letzendlich nur Zeichen unserer Wut und unseres Unverständnisses für die hinrissigen und kurzsichtigen Reformen in ihrer Gesamtheit. Wir empfinden die Ungerechtigkeit und Unzulänglichkeit nur deshalb so stark - weil wir von Anfang an betroffen sind.
- Jeder zukünftige "normal-gesunde" Patient wird spätestens dann dasselbe empfinden, wenn er statt "Umckaloabo" nun "Penicillin" schlucken muss.
Tschüs, Birgit

Birgit.H.
19.01.04, 08:41
.

gretel
19.01.04, 10:19
hi christin
es gibt ja den spruch: ein schnupfen verschwindet unbehandelt nach sieben tagen und wenn er behandelt wird nach einer woche. der hat durchaus was wares, aber das sind ja haarspaltereien.
in deutschland hat sich meines erachtens die erwartungshaltung durchgesetzt, jede krankheit möglichst schnell mit einer pille ausmerzen zu wollen, der medikamentenkonsum und die anzahl der arztbesuche könnte durchaus niedriger sein.
was ich jedoch ansprechen wollte, war der punkt, dass es ein unterschied dazu ist, wenn ich zum arzt gehe weil ich mein lebensnotwendiges thyroxin regelmäßig und ohne beratungsleistung des arztes oder des apothekers (der schon mal nach reform von haus aus für seine nicht stattgefundene beratung 8,10 € kriegt), das lässt sich ja nicht vermeiden, da kann man sich eben nicht erst mal versuchen selbst zu kurieren bevor man zum arzt geht.
diese neuregelung betrifft chronisch kranke natürlich sehr viel mehr als gesunde menschen, da liegt doch auf der hand.

Christin
19.01.04, 10:34
da stimme ich Dir natürlich zu
Ich denke, dass es keine Bestimmung nach Chronisch-Krank geben sollte, sondern nach Einkommensgrenze. Wer wenig hat, zahlt wenig, wer mehr hat, zahlt mehr usw.
So wird eher ein Schuh drauß
Ich bin in der Lage mehr zu zahlen (zwar nicht gerne) und würde das auch tun, wenn man dafür die Schwachen (d.h. die die wenig Geld haben und das auch begründet ist) nicht so viel abnimmt. Für eine generelle Befreiung aller chronisch Kranken bin ich aber nicht.

Danie
19.01.04, 13:03
Ich lese nur, das sich alles hier um die Finanzen dreht. Sicher ist das ein Thema für sich, darüber man auch diskutieren kann. Aber was ist mir den Menschen die damit leben müssen, Ihre Ängste.
Ich bin 30, habe zwei kleine Kinder und meine grösste Angst ist, das bei meinen Kinder diese Krankheit irrgendwann ausbricht. Mich interessiert mehr das Wohlbefinden meiner Kinder, die Kosten (obwohl ich jetzt gerade eine ABM Stelle habe) die muss ich eh tragen, ob ich das möchte oder nicht. Ich habe 14 Jahre mit meinem Mann verbracht, wovon die letzten 2 Jahre, gelinde ausgedrückt, scheisse waren. Ich wurde mies behandelt, dachte immer an die zweite Chance. Ich hab mich befreit aus dieser Beziehung, lebte ein halbes Jahr lang glücklich mit meinen Kindern und dann der Schock. MB! Und warum ich? Es ist nicht nachgewiesen warum MB ausgelöst wird, aber auch mein NUK meinte und ist sich sicher, die 2 Jahre waren es. Mein Freund wurde auf Herz und Niere überprüft, ist er auch der Richtige? Werde ich jemals wieder an ein Baby denken können, wird das alles so reibungslos verlaufen wie mit meinen ersten Kindern? Mir geht es gesundheitlich gut, aber meine Seele....Für mich sind nicht die Kosten wichtig, für mich ist meine Zukunft wichtig. Ich möchte wieder unbeschwert leben und lieben ohne Entäuschung, ohne Ängste um meine Kinder und mich!

Nati
19.01.04, 13:14
Das ist ganz einfach:
Den Schnitt macht man da, wo er bisher war, und zwar indem man die, die unter einem bestimmten Einkommen liegen, von einer Zuzahlung befreit.
So etwas nenne ich sozial, obwohl ich nicht dazu gehören werde.
Aber ich zahle das gern für die anderen mit, man weiß nämlich nie, wie das Leben so spielt und ob es einen nicht mal selbst trifft.

Nati
19.01.04, 13:17
Da fehlen einem glatt die Worte!
Willst Du etwa beurteilen, wer nicht will oder kann?

Elke
19.01.04, 16:02
Finde man sollte Chronische Krankheiten nicht nach Geld beurteilen oder in die Kategorie(wer hat mehr und wer hat weniger)einstufen.
Elke