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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kur abgelehnt - wißt Ihr Rat?



Gudrun
18.05.01, 05:41
Auf Anraten meiner Hausärztin habe ich eine Kur beantragt wegen
Morbus Basedow, psychosomatischer Symptomkomplex, Hypertonus. Die Maßnahme wurde abgelehnt, weil die geeignete Maßnahme eine "ambulante nervenärztliche und psychotherapeutische Mitbehandlung am Wohnort" ist. Mein Widerspruchsrecht gegen diesen Bescheid möchte ich wahrnehmen. Könnt Ihr mir vielleicht bei der Begründung helfen? Nach meiner OP im Februar diesen Jahres geht es mir immer noch nicht optimal, meine Hormonwerte schwanken total und ich muß ca. alle 4 Wochen meine Hormondosierung neu anpassen. Ich bin weiterhin total schlapp, schon das Treppensteigen macht mich fix und fertig und bin fast gar nicht belastbar. Seit zwei Wochen gehe ich wieder arbeiten, das geht aber nur unter Aufbietung aller Kräfte. Hatte mir von dieser Kur eigentlich eine ganze Menge versprochen, vor allen Dingen körperlich. Scheinbar ist MB wohl doch nur eine "eingebildete Krankheit"? Vielleicht bin ich ja doch nur ein Hypochonder? Um Mitteilung Eurer Erfahrungen in dieser Hinsicht wäre ich dankbar.
Viel Gesundheit für Euch alle!
Gudrun

SHG MB Wuppertal
18.05.01, 07:13
Liebe Gudrun,
du solltest auf jeden Fall erst einmal Widerspruch einlegen. Dann wirst du innerhalb der Begründungsfrist Atteste vorlegen müssen von all den Ärzten, die du in den letzten beiden Jahren aufgesucht hast, und wenn du MB hast, immer mit dem Hinweis der Ärzte auf diese Erkrankung. Wenn du beim Orthopäden warst, hol dir auch dort dein "Attest für die Kur". Wenn diese "kleinen Gutachten" vorliegen, schreibst du die Begründung und die Kasse wird weitere Gutachten einholen bzw. einen Termin mit einem begutachtenden Arzt vereinbaren. Das sind die nächsten Schritte. Falls du Fragen hast, maile mich an. Eine meiner Chefs (Rechtsanwälte) ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Familienrecht und Sozialrecht.
Liebe Grüße
Anke

Bettina
18.05.01, 09:03
Liebe Gudrun,
wer ist Träger der Kur? - Die BfA? - Ein anderer Rententräger?
Dann einiges hierzu: ich habe vor etwas über 2 Jahren eine psychosomatische Kur gemacht wegen psychosomatischem Symptomkomplex, permanenter Infektionserkrankungen etc. (Daß ich Basedow hatte, hatte ich ja verdrängt, "na prima"). Die BfA hat auch zunächst abgelehnt.
Man muß sich vor Augen führen, daß es der BfA nicht darum geht, Dich zu therapieren. Es geht darum, ein Kosten-Nutzenverhältnis aufzustellen. Was kostet die Kur? Was hat die BfA davon?
Dein Hauptargument sollte sein (sofern Du berufstätig bist): "Ich sehe meine Arbeitskraft gefährdet. Ich werde immer öfter krankgeschrieben bzw. fühle mich kaum stark genug, meiner Arbeit nachzugehen. Ich habe Angst, wegen nachlassender Leistung und immer häufigeren Erkrankungen meinen Arbeitsplatz zu verlieren". - Die BfA ist daran interessiert, daß Du brav in die Rentenkasse einzahlst. Wenn Du keinen Job hast, tust Du das nicht mehr! In dem Augenblick, in dem Deine Arbeitsfähigkeit und Deine Erwerbstätigkeit dermaßen gefährdet scheinen, daß Sie "nur" durch eine Kur gesichert werden können, ist der Rententräger daran interessiert, Dich zu unterstützen. Dann stimmt das Kosten-Nutzenverhältnis aus ihrer Perspektive.
Lege Einspruch ein. Drück auf die Tränendrüse. Mach ihnen klar, daß Beitragszahlungen auf dem Spiel stehen. Dann sind Deine Chancen nicht so schlecht; bei mir hat‘s auch geklappt - und genutzt!
Grüße
Bettina

Gudrun
19.05.01, 13:03
>Lieben Anke, liebe Bettina und Karin,
danke erst einmal für Eure Mitteilungen. Ich werde zunächst Widerspruch erheben.
Anke, was ich noch sagen wollte, ich bin auch gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfin und habe lange Jahre im Anwaltsbüro gearbeitet, bin jetzt aber seit nunmehr 10 Jahren im öffentlichen Dienst.
Herzliche Grüße und Euch alles Gute!
Gudrun
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