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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Keine Kur bei MB???



Biggi
21.08.03, 20:38
Hallo ihr lieben,
bin ein wenig schockiert da meine Psychotherapeutin mir erklärte das es keine Kur und keine Psychotherapie bei der Diagnose MB gibt.
Die Krankenkassen würden das damit begründen das MB eine organische Ursache hat und nicht von der Psyche ausgeht oder beeinflusst wird.
Habt ihr andere Erfahrungen gemacht oder gibt es hier jemand der mir beantworten kann ob meine Panikattaken, Depressionen,Antriebsarmut und vorallem die Angst weggehen wenn ich optimal eingestellt bin??
Ich denke zwar auch das viele Symptome ihre Ursache im MB haben aber was ist mit den Folgeschäden?? Bildet sich das alles zurück??
Ich wäre sehr froh wenn ein paar von euch mir weiterhelfen könnten.
Ich habe am 26.8 einen Termin beim NEUROLOGEN der BfA der entscheiden soll ob Kur ja oder nein.Wie soll ich mich da verhalten??Den MB garnicht erwähnen??
Danke schon mal im vorraus
Biggi

Sarah
21.08.03, 21:52
Hallo Biggi,
ich versuche momenztan zum zweiten Mal eine Kur zu bekommen.
Den ersten Antrag habe ich im Januar gestellt, nach Widerspruch etc. und Besuch bei nem Gutachter (Internist und totaler Idiot) im April, habe ich letzte Woche die Ablehnung bekommen. Ich soll weiter zum Facharzt gehen und gut.
Den zweiten Antrag musste ich von der Krankenkasse aus stellen, da ich seit Anfang März krankgeschrieben bin (mache inzwischen eine Wiedereingliederungsmaßnahme, da ist man aber trotz dem noch arbeitsunfähig).
Wurde auch erstmal grundweg abgelehnt. Nun war ich gestern nochmal bei einem anderen Gutachter (auch Internist und viel sympathischer).. mal sehn, was dabei herauskommt.. große Hoffnungen mache ich mir nicht. Obwohl er nicht erwähnt hat, dass man mit MB grundsätzlich keine Kur bekommt.
Habe immer die Beschwerden angegeben, die ich auch wirklich hatte.. war vielleicht ein Fehler.
Ich habe gehört, dass man mit der "Psychoschiene" (entschuldige den Ausdruck) mehr Erfolg haben soll!?! Allerdings ist die BfA inzwischen wohl auch mehr als knauserig geworden, was Kuren anbetrifft.
Vielleicht solltest Du neben Deinen körperlichen Beschwerden auch die psychischen angeben.. wenn Du an den richtigen Neurologen gerätst, hat der ja vielleicht Verständnis, außerdem ist ein Tapetenwechsel, neue Kraft schöpfen usw. vielleicht noch Argumente.. achja und Rückenschmerzen sind wohl auch ganz hilfreich.
Leider kann ich Dir nicht den entscheidenden Tipp geben, da es bei mir selber noch nicht geklappt hat, dabei gehe ich echt auf dem Zahnfleisch und bin total ausgepowert.
Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen und hoffe, dass es für uns beide klappt!
LG Sarah

Holger
22.08.03, 21:32
>Hallo ihr lieben,
>
>bin ein wenig schockiert da meine Psychotherapeutin mir erklärte das es keine Kur und keine Psychotherapie bei der Diagnose MB gibt.
>Die Krankenkassen würden das damit begründen das MB eine organische Ursache hat und nicht von der Psyche ausgeht oder beeinflusst wird.
>Habt ihr andere Erfahrungen gemacht oder gibt es hier jemand der mir beantworten kann ob meine Panikattaken, Depressionen,Antriebsarmut und vorallem die Angst weggehen wenn ich optimal eingestellt bin??
>Ich denke zwar auch das viele Symptome ihre Ursache im MB haben aber was ist mit den Folgeschäden?? Bildet sich das alles zurück??
>Ich wäre sehr froh wenn ein paar von euch mir weiterhelfen könnten.
>Ich habe am 26.8 einen Termin beim NEUROLOGEN der BfA der entscheiden soll ob Kur ja oder nein.Wie soll ich mich da verhalten??Den MB garnicht erwähnen??
>
>Danke schon mal im vorraus
>
>Biggi
Hallo Biggi,
Ich habe vor 2 Jahren eine RJT gemacht. Damals dachte ich, damit müsste die Sache eigentlich behoben sein (war im Nachhinein ziemlich naiv). Wenigstens war ich kurze Zeit später wieder mit Herzrhythmusstörungen und anderen Beschwerden, insbesondere Magen, Schwindel und Angstzuständen, 4 Wochen im Krankenhaus.
Als ich da wieder raus war, hatte sich überhaupt nichts gebessert. Die Angst- und Panikzustände waren so stark, dass ich mich nicht mehr allein vor die Tür getraut habe. Irgendwann mal wieder zu arbeiten oder in Urlaub zu fahren, war für mich fern jeder Realität.
Ich habe dann bei einem Psychotherapeuten an einer Gruppentherapie teilgenommen, was mich viel Mühe gekostet hat, da überhaupt hin zu kommen. Das hat die Angstzustände zwar nicht beseitigt, ich habe aber gelernt, damit besser umgehen zu können.
Meine Überfunktion war weiterhin so stark, dass selbst 60mg Favistan pro Tag kaum etwas bewirkt hatten.
Dann, 4-5 Monate später setzte die Wirkung endlich ein und ich bin innerhalb von 8 Wochen von 60mg Favistan auf 150mg L-Thyroxin umgestiegen. Seitdem sind auch die Angstzustände und Panikattacken wie weggeblasen. Ich habe dann nach 6 Monaten Krankheit wieder angefangen zu arbeiten und arbeite jetzt seit 1½ Jahren wieder, ohne Probleme zu haben.
Seitdem geht jeden Morgen, wenn der Wecker klingelt, mein erster Griff nach meiner Tablette. Alle 3 Monate lasse ich meine Werte bei meiner Hausärztin untersuchen und ansonsten habe ich die Krankheit zu den Akten gelegt. Ich hoffe, es bleibt so.
Diese Hausärztin meinte, es wäre für die Befindlichkeit besser, wenn man die L-Thyroxin-Dosis eher etwas zu hoch als zu niedrig ansetzt. Bei mir jedenfalls scheint das richtig gewesen zu sein.
Also, langer Rede kurzer Sinn, es besteht noch Hoffnung, dass auch bei Dir die Beschwerden ganz verschwinden. Bei mir habe ich bisher wenigstens keine Folgeschäden feststellen können. Ich drücke dir die Daumen, dass es Dir auch bald wieder besser geht. Ich glaube insbesondere bei Angst- und Panikattacken weiß nur derjenige, was das bedeutet, der so etwas schon einmal durch gemacht hat.
Alles Gute
Holger