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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Teilzeitanspruch bei MB?



Katrin
14.08.02, 21:07
Hallo Ihr Lieben,
ich habe seit 9 Jahren MB und jetzt wieder eine Überfunktion. Mein Job ist sehr anstrengend, ich arbeite 40 Stunden in einer Alkoholikerklinik und bin noch alleinerziehend. Ich fühle mich permanent erschöpft und nicht leistungsfähig. Deshalb möchte ich meine Arbeitszeit gern auf 35 Stunden reduzieren. Das würde in unserer Klinik prinzipiell gehen, aber der Arbeitgeber sieht es nicht gern? Wie kann ich das durchkriegen? Ohne Schwerbehindertenausweis kriege ich wohl kein äztliches Attest. Hat da jemand Erfahrungen ?
Wäre Euch für eine Antwort sehr dankbar.
grüsse aus dem überschwemmten Dresden
Katrin

Margarete
15.08.02, 08:03
Hallo Katrin,
auch als gesunder Mensch, der alleinerziehend ist und 40 Stunden in dem Bereich arbeitet, hätte allen Grund erschöpft zu sein. Ich kann dir nur raten, die 35 Stunden-Regelung unbedingt zu beantragen, ohne deine Krankheit überhaupt erwähnen zu müssen. Ich perönlich habe eine schriftliche Begründung an meine Arbeitgeber gerichtet vor drei Jahren, die eine verstärkte Betreuung meines Kindes zur Hauptbegründung hatte. Aus arbeitsrechtlicher Sicht gibt es überhaupt keine Einwände gegen solch eine Begründung und dein Arbeitgeber ist gehalten, dir das zu genehmigen (ein vertrauliches Gespräch mit dem Personalrat (Betriebsrat) oder eine Frauenbeauftragten (Beauftragter für behinderte Arbeitnehmer), falls vorhanden, kann dabei sehr hilfreich sein wegen der rechtlichen Aspekte. Ich habe sogar mit meinen Kolleginnen und Chefs zusammen eine einvernehmliche Lösung erreicht, die es mir erlaubt, täglich bis zu zwei Stunden Mittagspause zu machen, die ich mit meinem Kind zuhause verbringe. Seit Beginn dieser Regelung geht es mir erheblich besser, momentan fühle ich mich sogar ganz gesund (MB seit 96), und die finanziellen Einbußen sind erträglich. Nur Mut! Auch dein Arbeitgeber hat nur Vorteile von einer voll leistungsfähigen Teilzeitkraft.
Alles Gute wünscht dir Margarete
>Hallo Ihr Lieben,
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>ich habe seit 9 Jahren MB und jetzt wieder eine Überfunktion. Mein Job ist sehr anstrengend, ich arbeite 40 Stunden in einer Alkoholikerklinik und bin noch alleinerziehend. Ich fühle mich permanent erschöpft und nicht leistungsfähig. Deshalb möchte ich meine Arbeitszeit gern auf 35 Stunden reduzieren. Das würde in unserer Klinik prinzipiell gehen, aber der Arbeitgeber sieht es nicht gern? Wie kann ich das durchkriegen? Ohne Schwerbehindertenausweis kriege ich wohl kein äztliches Attest. Hat da jemand Erfahrungen ?
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>Wäre Euch für eine Antwort sehr dankbar.
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>grüsse aus dem überschwemmten Dresden
>
>Katrin

Andrea
15.08.02, 08:24
Liebe Katrin,
hilfreich dürfte Dir an diesem Punkt das neue Teilzeit- und Befristungsgesetz sein. Soweit ich mich erinnere, mußt´ Du für Deinen Teilzeitwunsch nicht einmal einen Grund benennen. Der Arbeitgeber muß, wenn er sich dagegen wenden will, dringende betriebliche Erfordernisse belegen können.
Du mußt allerdings bedenken, daß eine Rückänderung in eine Vollzeitstelle zumeist ein Problem darstellen wird. Deshalb solltest Du auch schauen, ob eventuell eine zeitlich befristete Senkung Deiner Arbeitszeit erreicht werden kann. Dann hast Du bei absehbarem Ende überlegen, ob das mit Vollzeit nicht doch besser ist.
Im übrigen gehe ich davon aus, daß Du möglicherweise in einem Arbeitsverhältnis des öffentlichen Dienstes oder zumindest angenähert (BAT) stehst. Da könnte es deutlich mehr Möglichkeiten geben. Mit dem Öffentlichen Arbeitsrecht stehe ich auf Kriegsfuß.
Ich würde anraten, diesbezüglich auch mit dem Betriebs- bzw. Personalrat, ggf. Frauenbeauftragter, ggf. Schwerbehindertenvertretung Rücksprache zu halten und Dich beraten zu lassen.
Liebe Grüße
Andrea
>Hallo Ihr Lieben,
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>ich habe seit 9 Jahren MB und jetzt wieder eine Überfunktion. Mein Job ist sehr anstrengend, ich arbeite 40 Stunden in einer Alkoholikerklinik und bin noch alleinerziehend. Ich fühle mich permanent erschöpft und nicht leistungsfähig. Deshalb möchte ich meine Arbeitszeit gern auf 35 Stunden reduzieren. Das würde in unserer Klinik prinzipiell gehen, aber der Arbeitgeber sieht es nicht gern? Wie kann ich das durchkriegen? Ohne Schwerbehindertenausweis kriege ich wohl kein äztliches Attest. Hat da jemand Erfahrungen ?
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>Wäre Euch für eine Antwort sehr dankbar.
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>grüsse aus dem überschwemmten Dresden
>
>Katrin

Andrea
15.08.02, 08:28
Liebe Katrin,
ich wäre gegenüber dem Arbeitgeber nicht allzu offen mit meiner Krankheitsgeschichte.
Dies nur alles kleines P.S.. Wenn Dein Wunsch keiner Begründung bedarf (Stichwort: Teilzeit- und Befristungsgesetz - Posting von eben), dann solltest Du keine krankheitsbedingten Gründe nennen.
Ciao
Andrea