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Alexa
20.02.01, 11:48
Puh... stehe gerade etwas neben mir. Mir ist eben die Kündigung von meinem Arbeitgeber in‘s Haus geflattert... weil ich zu viel krank bin. Bravo!
Darf der das so einfach? Muß ich klagen? Brauche ich nen Anwalt? Hilfe, ich habe keine Ahnung, war noch nie arbeitslos, hatte das auch nicht geplant...
Bin jetzt wegen MB seit Mitte November krankgeschrieben (hauptsächlich wegen der Depressionen...) und war vorher auch imemr mal wieder ein paar Tage krank, weil ich eben jedes Infekt sofort mitgenommen habe, wenn er irgendwo rumgeschwirrt ist.
Begründung der Kündigung ist, daß eine kleine Firma das nicht verkraftet (120 Mitarbeiter - klein?) und ich meiner Arbeit nicht mehr nachkomme (kein Wunder... das Mobbing in den letzten Wochen vor meiner Krankschreibung war auch nciht von schlechten Eltern.)
Also hat jemand von Euch ein paar Tipps für mich, wie ich mich wehren kann (nicht, daß ich da unbedingt wieder arbeiten wollen würde, aber die Art und Weise, wie die mich nach 2 Jahren und durschnittlich 60 Stunden/Woche per Post abservieren tut mir schon weh...)
Hm, der Brief hat mir jetzt einen richtigen Energieschub gegeben.. hatte ich shcon seit Wochen nicht mehr, diese Kampfeslust. Tut vielleicht ganz gut ;o)
Liebe Grüsse
Alexa

SHG MB Wuppertal
20.02.01, 12:52
Hallo Alexa,
was ist das denn für ein Sch...betrieb. Mit 120 Mitarbeitern ist das kein Kleinbetrieb und jeder ist für eine gewisse Zeit vorübergehend ersetzbar.
Ist der Betrieb einer Gewerkschaft angeschlossen, gibt es einen Betriebsrat?
Wenn ja, nichts wie hin zur Gewerkschaft. Bist du dort Mitglied?
Wenn nein, geh hin zu einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht. Nur leider musst du die Kosten für einen Anwalt selbst tragen, wenn du nicht Gewerkschaftsmitglied bist oder eine Rechtsschutzversicherung - auch für arbeitsrechtliche Fälle - abgeschlossen hast.
Es kommt darauf an, ob du für dich durchsetzen willst, weiterhin in dem Betrieb zu bleiben, zumindest eine Abfindung herauszuholen, falls du denn doch nicht bleiben willst. Das Recht hast du allemal auf deiner Seite! Wenn du eine Abfindung herausklagen kannst, ist auch der Anwalt bezahlt! Am besten ist, wenn du erst einmal einen Beratungstermin vereinbarst, Höchstkosten hier DM 350,00 Erstberatungsgebühr plus MWSt.
Wieso ich das so alles schreiben kann? Ich bin Rechtsanwaltssekretärin und bereits seit zwölf Jahren für vier Anwälte tätig.
Wenn du weitere Fragen hast, stelle sie. Ich weiß nicht, ob ich antworten kann; Rechtsauskunft darf ich halt auch nicht geben, aber auf ganz allgemeine Fragen antworten.
Kopf hoch und durch, sei im Übrigen nicht traurig; solches Verhalten ist heutzutage leider schon Gang und Gäbe.
Viele Grüße
Anke Wanka

Renate
20.02.01, 13:31
Hallo Alexa,
das man eine Kündigung, wenn‘s einem eh schon nicht gut geht, nicht so einfach wegsteckt, ist klar.
Jetzt aber erst einmal ein paar Fakten. Grundsätzlich kann Krankheit ein Kündigungsgrund sein. Aber ganz so einfach ist das nicht. Der Arbeitgeber muß eine ganze Reihe von Dingen berücksichtigen.
Erst einmal müssen die Krankheiten bzw. die Krankheit für den Betrieb eine erhebliche Belastung darstellen. Da kommt es insbesondere bei den "Kurzerkrankungen" auf die Häufigkeit an. Wieviel Prozent der Arbeitszeit hast Du vor November wegen der Kurzerkrankungen etwa gefehlt? Mehr als 20-25%? Wieviel Leute arbeiten in Deiner Abteilung? Kann Deine Vertretung leicht organisiert werden? Wird der Betriebsablauf stark gestört? Wie kann der Arbeit die wirtschaftliche Belastung durch die Entgeltfortzahlung verkraften?
Aber der Arbeitgeber muß nicht nur die Vergangenheit betrachten, sondern auch Prognosen für die Zukunft machen (lassen), ggf. mit Deinem Einverständnis ärztliche Gutachten einholen. Wenn abzusehen ist, daß Du noch lange krank sein wirst oder aber immer mal wieder, sieht es für Dich natürlich schlechter aus.
Insgesamt muß eine Interessenabwägung zwischen den Belangen des Arbeitgebers und Deinen Bedürfnissen nach arbeitsrechtlichem Schutz stattfinden.
Gibt es bei Euch einen Betriebsrat? Wie hat der sich zur Kündigung verhalten? Hat er zugestimmt, widersprochen oder geschwiegen? Rede doch ggf. mal mit denen. Wenn der Betriebsrat der Kündigung nicht zugestimmt hat (Widerspruch oder Schweigen) ist die Kündigung zwar deshalb nicht rechtsunwirksam, aber Du hast ggf. mit einer Kündigungsschutzklage sehr gute Karten.
Ich hoffe, daß Dir diese kurze und etwas grobe (es ist halt ein sehr komplexes Thema) Information erst mal weiterhilft.
Die lieben Kollegen sind auch so ein Thema für sich. Ich habe es aufgegeben, hier Verständnis zu finden. Als ich nach 8 Jahren Betriebszugehörigkeit, in denen ich sehr viel gearbeitet habe und insgesamt vielleicht zwei Wochen krank war (incl. einer OP), mitteilte, daß ich MB habe, kürzer treten muß und evtl. auch eher mal ausfalle, bekam ich von Kollegen wörtlich zu hören: "Stell Dich nicht so an, Du hast schließlich keinen Krebs." Dazu brauche ich wohl nichts mehr zu sagen.
Dir wünsche ich jedenfalls alles Gute und viel Glück - gesundheitlich und im Streit um Deinen Arbeitsplatz.
Gruß
Renate
>Puh... stehe gerade etwas neben mir. Mir ist eben die Kündigung von meinem Arbeitgeber in‘s Haus geflattert... weil ich zu viel krank bin. Bravo!
>
>Darf der das so einfach? Muß ich klagen? Brauche ich nen Anwalt? Hilfe, ich habe keine Ahnung, war noch nie arbeitslos, hatte das auch nicht geplant...
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>Bin jetzt wegen MB seit Mitte November krankgeschrieben (hauptsächlich wegen der Depressionen...) und war vorher auch imemr mal wieder ein paar Tage krank, weil ich eben jedes Infekt sofort mitgenommen habe, wenn er irgendwo rumgeschwirrt ist.
>Begründung der Kündigung ist, daß eine kleine Firma das nicht verkraftet (120 Mitarbeiter - klein?) und ich meiner Arbeit nicht mehr nachkomme (kein Wunder... das Mobbing in den letzten Wochen vor meiner Krankschreibung war auch nciht von schlechten Eltern.)
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>Also hat jemand von Euch ein paar Tipps für mich, wie ich mich wehren kann (nicht, daß ich da unbedingt wieder arbeiten wollen würde, aber die Art und Weise, wie die mich nach 2 Jahren und durschnittlich 60 Stunden/Woche per Post abservieren tut mir schon weh...)
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>Hm, der Brief hat mir jetzt einen richtigen Energieschub gegeben.. hatte ich shcon seit Wochen nicht mehr, diese Kampfeslust. Tut vielleicht ganz gut ;o)
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>Liebe Grüsse
>Alexa
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Anke Nussholzel
20.02.01, 14:48
Liebe Alexa!
Deine Zeilen haben mich an meine Wut und Enttäuschung erinnert, als ich meinen Arbeitsplatz verlor: „Damals war es ein schreckliches Gefühl. Denn ich habe mir den „Arsch aufgerissen“ in meinem Job. Und das 10 Jahre lang, um dann als „kranke Anke“ nicht mehr haltbar zu sein und einen kräftigen Arschtritt verpasst zu bekommen........ Weil ich mich auch noch dagegen stellte und um meinen heißgeliebten Job kämpfte, wurde ich mit Mobbing der besonderen Klasse belohnt.........“
Durch die Wut und Enttäuschung musst Du durch.......
Das ist eine ganz normale Reaktion, wenn man seinen Job gerne gemacht hat. Und genau diese Zeit wirst Du nun auch durchleben.
Aber - Du solltest genau für Dich abwägen, ob Du Deine Kraft für den Jobkampf oder Deine Genesung einsetzt?!?! Vielleicht bist Du aber auch der Typ Mensch, der dadurch seine Kraft zurückgewinnt und durch diese Forderung gesundet?!?! Das kann sooooo unterschiedlich sein. Was denkst Du ist richtig für DICH??????
Heute sehe ich das mit der Kündigung für mich ganz ganz anders:
Bin dankbar, dass ich von dieser Last befreit wurde! So konnte ich mich ohne Druck meiner Genesung widmen und musste keine Rechenschaft ablegen.
Ich bin damals mit der Kündigung zum Arbeitsamt. Habe mich arbeitssuchend eintragen lassen und den Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt. Da Du zur Zeit Krankengeld bekommst, wird dieser erst mal zurückgestellt und Du wirst ihn aktualisieren müssen, wenn Du wieder arbeitsfähig geschrieben wirst. Aber er ist wichtig auszufüllen, da das Arbeitsamt ja z. B. Deine Krankenkassenbeiträge zahlt.
Obwohl man schwer krank ist, muss man für den gesamten bürokratischen Kram Sorge tragen. Was mir zu dieser Zeit auch ziemlich schwer fiel. Versuche, Dich damit aber nicht unter Druck zu setzen............
Alles Liebe, Anke Nussholzel

Alexa
20.02.01, 18:09
Ihr seid wirklich klasse! Vielen Dank für die prompten und aufbauenden Reaktionen!
Mein Tag hat sich heute superstressig gestaltet, aber ich bin irgendwie auch SEHR zufrieden.
Gottseidank habe ich Ende letzten Jahres noch eine Mitgliedschaft bei AUB abgeschlossen (www.aub.de) und habe so einen Arbeits- und Sozialrechtschutz und brauche mir nicht um die Anwaltskosten Gedanken machen.
Ja, ich werde klagen. Und es bereitet mir höchstes Vergnügen, muß ich ehrlich sagen. Die Anwältin hat sich totgelacht, als ich ihr das Kündigungsschreiben vorgelesen habe. Kündigung aus Krankheitsgründen ist SO nämlich nicht möglich. Vor allem nciht bei der Betreibsgröße.
Also mir geht‘s im Prinzip gut und ich kann in die Zukunft schauen. Und zwar ohne den Balast, den die alte Firma für mcih dargestellt hat. Nur noch seelischen Müll. Und den werd ich jetzt in hohem Bogen aus dem Fenster werfen. Und wenn ich ein paar Monate Arbeitslosengeld kriege na und?
Ich bin jetzt in Kampfstimmung.
Irgendwie hat die Kündigung für mich was von einer Chance. Die Chance neu anzufangen und mehr auf mich zu hören. Und das ist mir ein paar Opfer wert.
Und ich bin echt froh, daß es Euch gibt, so.. ;o)
Zum anderen Thema: ich war eben bei Dr. Höfling in Ottobrunn b. München (heute war leider auch noch Kindersprechstunde, dementsprechend sieht mein Nervenkostüm jetzt aus... *g*)
Kurz und gut: ich habe einen SEHR guten Eindruck, der Mann ist sehr engagiert, weiss beim Stichwort ‘Basedow‘ sofort was Sache ist und hat nix beschönigt, sondern mich kompetent und freundlich beraten.
Ich kann ihn nur empfehlen!
‘Kleiner‘ Pferdefuss: Wartezeiten von ca 2 Monaten sind normal. ;o(
Ich wünsche Euch eine schöne Restwoche, ich fahre jetzt in‘s Allgäu und schaue mir morgen meine Kur-Klinik an, in der ich jetzt bald 6 Wochen weilen werde!
Liebe Grüsse
Alexa

SHG MB Wuppertal
20.02.01, 18:17
Herzlichen Glückwunsch für dein couragiertes Vorgehen!
Mach weiter so, dann wird dich auch MB nicht so ganz klein kriegen. Ich habe auch gekämpft, was das Zeug hält und glaube, dass es richtig war! Wie heißt dein Kurort im Allgäu? Diese sechs Wochen werden dir gut tun.
Einen schönen Abend und weiterhin gutes Gelingen
Anke

Hanne
20.02.01, 19:05
Hallo Alexa,
es tut mir leid, das Du zu allem Übel nun auch noch Deinen Job verloren hast.
Ich würde an Deiner Stelle klagen, und zwar nicht, um den Job wiederzubekommen, sondern wenigstens einen finanziellen Nutzen daraus zu ziehen. In aller Regel werden beim Arbeitsgericht Vergleiche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt und der Arbeitnehmer erhält eine Abfindung.
Die Höhe richtet sich nach den in der Firma gearbeiteten Jahren (1/2 bis 1 Bruttomonatsgehalt pro Jahr ist üblich).
Ich wünsche Dir alles Gute.
Hanne

Michael D‘Angelo
20.02.01, 22:59
Hallo Alexa!
Verdammte Sch..., was Dir da Dein Arbeitgeber eingebrockt hat! Aber so leicht kann man nicht einen Arbeitnehmer kündigen, wenn man über 120 Mitarbeiter hat.
Hast Du eine Rechtsschutzversicherung oder bist Du Mitglied in der Gewerkschaft, speziell für Kündigungen als Arbeitnehmer? Man sollte die unbedingt nutzen, wenn man sie hat und einen Rechtsanwalt beauftragen, gegen die Kündigung (Ist sie fristgerecht erfolgt? Wurde die im Arbeitsvertrag gemachten Kündigungsbedingungen auch eingehalten bzw. wurde nach altem und neuen Recht gekündigt? Ist die Kündigung überhaupt rechtswirksam? etc) vorzugehen. In der ersten Instanz (Arbeitsgericht in der Kreisstadt oder Großstadt) braucht man zwar keine Rechtsanwalt, aber einen zu haben ist nie schlecht.
UNBEDINGT DAGEGEN VORGEHEN! AUCH EING GUTES UND QUALIFIZIERTES ZEUGNIS VON DEINEM "LIEBEN" ARBEITGEBER VERLANGEN (es darf nichts negatives drinstehen)!
BITTE NICHT UNTERKRIEGEN LASSEN! Wenn Du ordentlich vorher gearbeitet hast, und dies jahrelang) und jetzt aufgrund von MB krank bist, kann er Dich nicht ohne weiteres kündigen!
Liebe Grüße und alles alles Gute (GEH ZUM RECHTSANWALT!)
Michael D‘Angelo

StefanF
21.02.01, 22:43
Hallo Hanne, hallo Alexa,
wenn man gekündigt worden ist, dann kann man nur auf Wiedereinstellung klagen. Wenn man ganz offen nur Geld haben will, hat man bei jedem Arbeitsgericht schon verloren.
Leider ist es heute durchaus möglich, das man wegen zu langer Krankzeit gekündigt werden kann. Das ist dann der Fall, wenn durch den Ausfall wichtige Arbeiten liegen bleiben. Und das ist auch bei 120 MA so.
Also wie folgt vorgehen:
Schnellsten gegen die Kündigung und auf Wiedereinstellung klagen. Wenn dieser Klage recht gegeben wird, was ich bei Deinem Krankheitsbild durchaus für wahrscheinlich halte, bist Du weiterhin gegen Gehalt bei der Firma beschäftigt. Meist einigt man sich dann auf eine Abfindung für eine Vertragsauflösung. Zumindest bekommst Du dann einen kleine finanzielle Grundlage.
Nun bleibt zu überlegen, was die Zukunft bringen soll. Schaut doch mal nach vorne und nicht nach hinten. Wolltest Du, Alexa, immer den gleichen Job machen, oder hast Du schon mal von einer Veränderung geträumt. Vielleicht ist das der erste Schritt, Dir diesen Traum zu verwirklichen. Frag beim Arbeitsamt mal nach der Möglichkeit einer Weiterbildung nach.
Setze Dir selber ein Ziel, und zwar Du Dir ganz allein. Arbeite auf dieses Ziel hin. Rede mit keinem anderen über Deine Pläne. (andere lästern nur, wenn Dein Plan ins stocken gerät). Denke einfach postitiv.
Jetzt kommt natürlich die Überlegung: Woher will der das wissen, reden kann er ja.
Ich bin 3 Wochen vor meiner SD-OP entlassen worden. OP-Diagnose KREBS! Familie, 3 Kinder, keine Arbeit, krank!
Ich habe dann mein Leben komplett neu geplant. Ich habe eine Weiterbildung gemacht, habe ein paar kleiner Job als Zusatzqualifikation angenommen. Heute habe ich einen deutlich besser bezahlten Job in einer Firma mit einem ausgezeichneten Betriebsklima. ICh habe es geschafft.
Und Du, liebe Alexa, wirst das auch schaffen, wenn Du es willst.
Viele Grüße und Kopf hoch.
Stefan

Jutta
22.02.01, 10:19
Liebe Alexa...
keine Panik!!
1) Eine Kündigung wegen Krankheit hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn eine erhebliche Schädigung vorliegt und wenn zu befürchten ist, daß sich dein Gesundheitszustand nicht wieder besser. Heißt:
a) Du mußt über drei Jahre hinweg ca. jeweils 30-60 (je nach Arbeitsgericht) Arbeitstage krank gewesen sein
b) Es muß klar sein, daß deine Krankheit weiter besteht, nicht behandelbar ist und dich auch künftig daran hindern wird, deinem Job nachzukommen.
2) Um für den Arbeitgeber den "Schaden" durch kranke Arbeitnehmer so gering wie möglich zu halten, muß er nach der sechsten Woche nicht mehr zahlen, das muß als Schutz für den Arbeitgeber reichen.
3) Dein Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht und eine soziale Verantwortung gegenüber seinen Arbeitnehmern, es kann nicht angehen, daß er deine Arbeitskraft nutzt, solange es dir gut geht und dich fallen läßt wie eine heiße Kartoffel, wenn es dir schlecht geht.
Fazit: geh zum Anwalt und zum Betriebrat, leg gegen die Kündigung umgehend Widerspruch ein, suche vorerst nicht das Gespräch mit deinem Chef, sondern laß dich über die formaljuristisch richtigen Schritte beraten. Wenn du Probleme hast, meld dich per Netmail, ich suche später mal aus meinen Unterlagen heraus, welche Fristen du beachten mußt. Wichtig ist, daß du jetzt ruhig bleibst und nicht in eine der zahlreichen gesetzlichen Fallen tappst, die dich umgeben :-)
Liebe Grüße
Jule

Hanne
22.02.01, 18:04
>Hallo Hanne, hallo Alexa,
>
>wenn man gekündigt worden ist, dann kann man nur auf Wiedereinstellung klagen. Wenn man ganz offen nur Geld haben will, hat man bei jedem Arbeitsgericht schon verloren.
>Leider ist es heute durchaus möglich, das man wegen zu langer Krankzeit gekündigt werden kann. Das ist dann der Fall, wenn durch den Ausfall wichtige Arbeiten liegen bleiben. Und das ist auch bei 120 MA so.
>
>Also wie folgt vorgehen:
>Schnellsten gegen die Kündigung und auf Wiedereinstellung klagen. Wenn dieser Klage recht gegeben wird, was ich bei Deinem Krankheitsbild durchaus für wahrscheinlich halte, bist Du weiterhin gegen Gehalt bei der Firma beschäftigt. Meist einigt man sich dann auf eine Abfindung für eine Vertragsauflösung. Zumindest bekommst Du dann einen kleine finanzielle Grundlage.
>
>Nun bleibt zu überlegen, was die Zukunft bringen soll. Schaut doch mal nach vorne und nicht nach hinten. Wolltest Du, Alexa, immer den gleichen Job machen, oder hast Du schon mal von einer Veränderung geträumt. Vielleicht ist das der erste Schritt, Dir diesen Traum zu verwirklichen. Frag beim Arbeitsamt mal nach der Möglichkeit einer Weiterbildung nach.
>Setze Dir selber ein Ziel, und zwar Du Dir ganz allein. Arbeite auf dieses Ziel hin. Rede mit keinem anderen über Deine Pläne. (andere lästern nur, wenn Dein Plan ins stocken gerät). Denke einfach postitiv.
>
>Jetzt kommt natürlich die Überlegung: Woher will der das wissen, reden kann er ja.
>
>Ich bin 3 Wochen vor meiner SD-OP entlassen worden. OP-Diagnose KREBS! Familie, 3 Kinder, keine Arbeit, krank!
>
>Ich habe dann mein Leben komplett neu geplant. Ich habe eine Weiterbildung gemacht, habe ein paar kleiner Job als Zusatzqualifikation angenommen. Heute habe ich einen deutlich besser bezahlten Job in einer Firma mit einem ausgezeichneten Betriebsklima. ICh habe es geschafft.
>
>Und Du, liebe Alexa, wirst das auch schaffen, wenn Du es willst.
>
>Viele Grüße und Kopf hoch.
>
>Stefan
Hallo Stefan,
ich weiß, daß man auf Wiedereinstellung klagen muß, aber letztendlich läuft es doch in den meisten Fällen auf eine Abfindung hinaus. Das hatte ich gemeint.
Denn wer möchte schon unter einem Chef arbeiten, der einen loswerden will.
Gruß Hanne

angy
24.02.01, 14:02
.)
>
>Hallo Alexa!
Mir wurde zum 31.01.01 auch gekündigt!
Ich finde das ist eine totale Gemeinheit.
Ich war gerade mal 2 Tage krankgeschrieben ,da habe ich meine Kündigung erhalten
(Friseurin)!Ich würde auch gerne wissen ob wir nicht auf Entschädigung klagen können!!!
Wenn du was in Erfahrung bringst, dann würde ich das gerne wissen wollen.
Viele Grüsse
Angy
>
>

Alexa
25.02.01, 00:25
Hallo Angy,
es kommt darauf an, wann Du die Kündigung bekommen hast. Normalerweise kannst Du innerhalb von 3 Wochen eine sog. Kündigungsschutzklage einreichen.
Wenn Dir wegen Krankheit gekündigt wurde, hast Du auf jeden Fall Aussicht auf Erfolg. Bei mir stand explizit in der Kündigung, daß es wegen meiner vielen Fehltage ist.
Von Vorteil ist übrigens, wenn Du eine Rechtschutzversicherung hast.
Ich kann übrigens nur jedem raten, Mitglied bei der AUB zu werden (nein, ich krieg da kein Geld *g*). Bei einem Monatsbeitrag von DM 12 ist man da nach 2 Monaten automatisch Arbeits- und Sozialrechtschutz versichert. D. h. wenn man mit dem Arbeitgeber, dem Arbeitsamt o.ä. Ärger kriegt, wird einem der Rechtsanwalt bezahlt. Ansonsten kann das nämlich ein teurer Spass werden.
Liebe Grüsse und Dir viel Glück
Alexa