PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankheit und Arbeit



alice
22.03.02, 08:23
Hallo,
ich habe heute mal eine Frage an alle, die trotz MB und EO berufstätig sind: Wie kriegt Ihr das geregelt? Ich bin unterhalb der Woche so zwischen 10 und 11 Stunden zur Arbeit außer Haus (Wege zur und von der Arbeit eingeschlossen). In letzter Zeit bin ich abends und auch am Wochenende derart kaputt, daß ich am liebsten nur noch schlafen würde. Any hints?
Grüße an alle
Alice

Margarete
22.03.02, 08:47
Hallo Alice,
das ist viel zu lange und zu anstrengend! Ich habe in meiner akuten MB-Phase )ohne EO) auf 35 Stunden reduziert. Dadurch war es mir möglich meinen Beruf weiter aufrecht zu erhalten und mich auch noch genug um meinen Sohn zu kümmern. Man muss leider eine Verdiensteinbuße in Kauf nehmen zuliebe der Gesundheit. Um das einzusehen, habe ich allerdings fast vier Jahre gebraucht, in der meine Familie furchtbar gelitten hat, weil ich nur noch fertig und "ausgebucht" war.
Alle Gute für Dich
Margarete
>Hallo,
>
>ich habe heute mal eine Frage an alle, die trotz MB und EO berufstätig sind: Wie kriegt Ihr das geregelt? Ich bin unterhalb der Woche so zwischen 10 und 11 Stunden zur Arbeit außer Haus (Wege zur und von der Arbeit eingeschlossen). In letzter Zeit bin ich abends und auch am Wochenende derart kaputt, daß ich am liebsten nur noch schlafen würde. Any hints?
>
>Grüße an alle
>Alice

karin
22.03.02, 09:07
hallo alice,
ich weiß nicht,was du beruflich machst,denke aber wenn ich lese, 10-11 stunden maloche,das ist bei unserer krankheit einfach zuviel!!!mir haben damals 8 stunden vollzeit voll ausgereicht und ich bin dann auch danach immer nur noch ins bett gefallen.ich kam mir vor wie 100 jahre und bald abrufbereit.( und das ist kein spaß)hätte ich so weiter gemacht,würde ich hier bestimmt nicht so optimistisch sitzen.
ich entschied mich dann erst mal auf weniger stunden zu gehen und merkte eine kurzweilige,deutliche besserung.irgendwann widerholte sich dann der stress und alles war beim alten.um dann meiner krankheit ein schnippchen schlagen zu wollen,versuchte ich es mit krankschreiben.aus den 4 wochen,sind dann fast ein jahr geworden.ich hatte in diesem jahr viel zeit darüber nachzudenken,daß ich etwas an meinem leben ändern musste,wenn ich überleben wollte.mein zustand war nämlich die hölle.mit ganz schwerem herzen trennte ich mich dann von meinem beruf.ich selber pflegte viele kranke menschen und war es plötzlich selber,die nun hilfe brauchte.das war eine sehr schmerzliche erkenntnis.aber ich begriff,daß ich aus dieser tretmühle raus muss,wenn es mir besser gehen soll.und nun nach 1/12 jahren,kann ich das auch bestätigen.
ich will dir nicht damit sagen,daß du deinen job an den nagel hängen sollst.aber mal ein wenig genauer schauen,wo dein streßpotential liegt,und mit dem könnte man sich ja vielleicht arangieren.vielleicht hängst du ja auch in einer unterfunktion,die macht auch nur noch müde und kaputt.dazu wäre der gang zum arzt unumgänglich,die SD werte zu überprüfen!viele von uns kennen diese symtome und du bist hier im forum gut aufgehoben.ich hoffe du machst dir wirklich gedanken,die handbremse ein wenig anzuziehen,du hast nämlich nur dieses eine leben und mit dem sollten wir gerade bei "krankheit" etwas liebevoller umgehen.
gute besserung und ganz liebe grüße
karin

M. Penzelberger-Werra
22.03.02, 09:27
Hallo Ihr zwei...
Also ehrlich gesagt wundert es mich stark, daß Ihr 10 Stunden in der Wochen schon dermaßen zuviel findet. Woran liegt es genau???
Wärd Ihr denn in der Lage, wenn es keinen MB gäbe auf 40 Stunden hochzuschrauben? Oder seit Ihr sowieso durch Kinder schon eingeschränkter? Was heißen soll, daß Ihr dann eh nur halbtags oder ähnlich arbeiten würdet?
Lieber Gruß, Marlies

Betttina
22.03.02, 09:35
Hallo Alice,
leider gibt es keine Patentlösung. Ich habe in meiner schweren Krankheitsphase "normal" gearbeitet. "Normal" heißt bei mir immer Überstunden. Mit Wegezeiten war und bin ich auch heute noch immer so 10 - 12 Stunden (eher 12), manchmal auch mehr, außer Haus. Kurz vor meiner SD-Op schwoll meine Schilddrüse so an, daß ich kaum atmen konnte, da war ich dann gezwungen, kürzer zu treten. Schließlich mußte ich mich sogar die letzten 2 Wochen vor der Op krankschreiben lassen.
Heute, fast 2 Jahre nach der Op, geht es mir sehr gut. Ich fühle mich auch belastbar. Allerdings habe ich den Eindruck, daß ich auf meinen Körper viel mehr achten muß als früher. Nach wie vor bin ich nach meinem Arbeitstag so erschöpft, daß ich kaum etwas anderes geregelt bekomme. Meine Wochenenden verbringe ich in erster Linie mit Haushalt und Erschöpfung, also überlege ich, ob und wie ich mein Leben ändern soll. Ich bin noch zu keinem Schluß gekommen, ich habe wohl meine Schmerzgrenze noch nicht erreicht ;-). (hört sich jetzt tragischer an als es ist; ich bin keinesfalls unglücklich!)
Was ich damit sagen möchte, Alice, ist: Horch in Dich und stelle fest, ob Du in diesem Tempo weitermachen kannst und möchtest. Gönne es Dir, einen oder mehrere Gänge herunterzuschalten. Nutze die Situation und denke darüber nach, ob Du Deine gesamte verfügbare Energie in Deinem Job lassen möchtest, oder ob da noch mehr ist (das ist, was ich gerade tu....). Nur Du selbst kannst entscheiden, was Du Dir zumuten kannst und willst. Und wenn es weniger ist als bisher, heißt das noch lange nicht, daß Du eine "Wertminderung" erfährst ;-). Leider definieren viele Menschen (ich leider eingeschlossen) ihren Wert über das, was sie leisten und bewegen. Aber stimmt das? Bin ich ein schlechter bzw. wertloser Mensch, nur weil ich es genieße, faul auf dem Sofa zu sitzen, meinen Kater zu kraulen, Schokoladeneis zu essen und dabei einen Spielfilm zu schauen?
Falls Du zu einem Schluß kommst, laß es uns wissen. Vielleicht kann ich ja davon lernen ;-).
Liebe Grüße
Bettina

karin
22.03.02, 09:43
hallo marlies,
habe das falsch gelesen,bin von täglich 10-11 stunden ausgegangen.hauahaua.da wäre ich nämlich platt.dann war das von mir ein fehler,sorry.aber die anderen sachen,kann man ja trotzdem überdenken.
liebe grüße
karin

Bea
22.03.02, 11:06
Auch hallo ihr zwei! :-) und hallo Alice
ich habe es erst auch falsch verstanden, denke nun aber, dass Alice von einer täglichen Dosis von 10-11 Stunden spricht, wenn sie
noch sagt, dass die WEGE eingeschlossen sind. Das ist dann doch eine etwas grosse Belastung.
Ich könnte mich jedenfalls mit solchen Pensen abends wegschmeissen!
Mit dem Kind, Haushalt, einem halben Tag (pro Woche) Arbeit auswärts und Arbeit hinter dem Computer, wenn der Kleine schläft, bin ich zwar mindestens so lange beschäftigt, aber da ich doch in meinem geliebten zu Hause meist bin, kommt mir das nicht so schlimm vor. Und Freiräume hat man da ja auch immer einige.
Tipps für Alice? Ja, Arbeitspensum runterschrauben, wenn es die persönliche Situation irgendwie zulässt. Bevor die Krankheit dies diktiert.
Würde mich auch interessieren, in welchem «Therapiestadium» Alice aktuell ist.
Liebe Grüsse,
>Hallo Ihr zwei...
>
>Also ehrlich gesagt wundert es mich stark, daß Ihr 10 Stunden in der Wochen schon dermaßen zuviel findet. Woran liegt es genau???
>
>Wärd Ihr denn in der Lage, wenn es keinen MB gäbe auf 40 Stunden hochzuschrauben? Oder seit Ihr sowieso durch Kinder schon eingeschränkter? Was heißen soll, daß Ihr dann eh nur halbtags oder ähnlich arbeiten würdet?
>
>
>Lieber Gruß, Marlies

Margarete
22.03.02, 11:14
>Hallo Ihr zwei...
>
>Also ehrlich gesagt wundert es mich stark, daß Ihr 10 Stunden in der Wochen schon dermaßen zuviel findet. Woran liegt es genau???
>
>Wärd Ihr denn in der Lage, wenn es keinen MB gäbe auf 40 Stunden hochzuschrauben? Oder seit Ihr sowieso durch Kinder schon eingeschränkter? Was heißen soll, daß Ihr dann eh nur halbtags oder ähnlich arbeiten würdet?
>
>
>Lieber Gruß, Marlies
Hallo Marlies,
natürlich bin ich von 10-11 Stunden pro Tag ausgegangen! Wenn du selbst Kinder hättest, wüsstest du dass Ganztagsarbeit und Kinder sehr schwer miteinander zu vereinbaren sind, auch ohne MB, weil nach 38 - 40 Stunden außerhäusiger Arbeit die Arbeit zuhause bis in die Nacht weitergeht, so dass man/frau in der Woche dann locker auf 60 Stunden Arbeit insgesamt kommt. Von daher ist Teilzeitarbeit bei Kindern sinnvoll, auch wenn man gesund ist. Mit akutem MB ist man aber nicht gesund und mehr oder weniger stark in seiner Leistung eingeschränkt.
Denk mal in Ruhe drüber nach!
Gruß Margarete

M. Penzelberger-Werra
22.03.02, 11:35
Und nochmals Hallo Ihr beiden.
Sorry, habe da wohl irgend etwas FALSCH gelesen.
Und zwar war es die Sache von Alice, welche mich weiter FALSCH denken lies.
Habe dies wohl auch irgend wie auf Euch weiter bezogen, was aber wiederum FALSCH von mir war.
Deshalb hat es mich ja letztendlich auch so sehr gewundert,
woraufhin ich hier auch nachfragte...
Na ja, und die Sache mit den Kindern war ja im Grunde nicht schlecht von mir gemeint, sondern einfach nur eine Feststellung, daß es dadurch für so einige eine größere Berufliche Arbeitseinschrenkung ist und nichts anderes.
Also daher, nochmals Sorry!!!
Liebe Grüße, Marlies

Stef
22.03.02, 11:43
Hallo Alice!
Mir geht‘s genauso, dabei hab ich nur MB ohne EO. Ich bin ca. 11 h pro Tag bei der Arbeit (mit Fahrt), und wenn ich abends heimkomm, fühl ich mich unglaublich schwer und müde, schon auf dem Heimweg im Zug schlaf ich sofort ein. Das ist, seit den 3 Monaten, in denen ich Carbimazol schlucke, auch nicht besser geworden. Ich fühle mich urlaubsreif!
Gruß, Stefanie
>Hallo,
>
>ich habe heute mal eine Frage an alle, die trotz MB und EO berufstätig sind: Wie kriegt Ihr das geregelt? Ich bin unterhalb der Woche so zwischen 10 und 11 Stunden zur Arbeit außer Haus (Wege zur und von der Arbeit eingeschlossen). In letzter Zeit bin ich abends und auch am Wochenende derart kaputt, daß ich am liebsten nur noch schlafen würde. Any hints?
>
>Grüße an alle
>Alice

Lilo
22.03.02, 11:46
>Hallo,
>
>ich habe heute mal eine Frage an alle, die trotz MB und EO berufstätig sind: Wie kriegt Ihr das geregelt? Ich bin unterhalb der Woche so zwischen 10 und 11 Stunden zur Arbeit außer Haus (Wege zur und von der Arbeit eingeschlossen). In letzter Zeit bin ich abends und auch am Wochenende derart kaputt, daß ich am liebsten nur noch schlafen würde. Any hints?
>
>Grüße an alle
>Alice
Liebe Alice,
möchte dir nur sagen, dass das normal ist, wir mbler stehen immer unter druck, weil wir ja sogar von den ärzten gesagt bekommen, das das nicht so schlimm ist was wir haben (unwissenheit). also prägt sich das in unser gedächnis ein und wir sagen uns ständig - komm stell dich nicht an das schaffst du schon und setzen uns dermaßen unter druck, alles genauso zu schaffen wie vor der krankheit, dass wir total ausgepowert sind ,wenn wir dann endlich mal zur ruhe kommen ,und zu nichts mehr in der lage. darauß resultiert dann, das wir zuhause - mit dem partner oder familie - ständig diskussionen haben, weil dies und das liegenbleibt.
ich für meinen teil, habe jetzt entschieden ICH TRETE KÜRZER.
bin auch voll berufstätig, habe familie, habe ein haus und einen großen garten, tiere einen fischteich und alles alles hängt an mir. denn mein partner ist ja soooooo kaputt wenn er von der arbeit kommt. was wir frauen ja nicht sind, weil wir ja eh nicht schwer arbeiten :-)))). da kann ich nur grinsen.
Als ich für mich entschieden habe, das ich kürzer trete und mal 5 gerade sein lasse. wurde ich in der familie angeschaut als wäre ich von einem anderen stern, weil das keiner gewohnt war von mir. aber das ist mir egal - denn der zustand des kürzertretens gefällt mir. lach
wollte dir damit sagen, überdenke deine lage, ändere etwas und genieße das was du dir ausgesucht aus vollem herzen, denn es tut dir und mb gut.
lieben Gruß
lilo

Susen
22.03.02, 12:03
Hallo Alice und alle anderen,
kan das gut nachvollziehen. Genauso habe ich mich auch ein halbes Jahr gefühlt. Habe mich im Feb. operieren lassen. Dies ist jetzt 5 Wochen her und ich fühle mich gut. Ich kann wieder voll arbeiten und gehe nach der Arbeit wieder zum Sport. Daran war im letzten Jahr gar nicht mehr zu denken.
Ich hoffe du fühlst dich auch bald wieder besser!!
Viele Grüße
Susen
>Hallo,
>
>ich habe heute mal eine Frage an alle, die trotz MB und EO berufstätig sind: Wie kriegt Ihr das geregelt? Ich bin unterhalb der Woche so zwischen 10 und 11 Stunden zur Arbeit außer Haus (Wege zur und von der Arbeit eingeschlossen). In letzter Zeit bin ich abends und auch am Wochenende derart kaputt, daß ich am liebsten nur noch schlafen würde. Any hints?
>
>Grüße an alle
>Alice

Manuela
24.03.02, 07:38
>
>hallo alice,
>ich weiß nicht,was du beruflich machst,denke aber wenn ich lese, 10-11 stunden maloche,das ist bei unserer krankheit einfach zuviel!!!mir haben damals 8 stunden vollzeit voll ausgereicht und ich bin dann auch danach immer nur noch ins bett gefallen.ich kam mir vor wie 100 jahre und bald abrufbereit.( und das ist kein spaß)hätte ich so weiter gemacht,würde ich hier bestimmt nicht so optimistisch sitzen.
>ich entschied mich dann erst mal auf weniger stunden zu gehen und merkte eine kurzweilige,deutliche besserung.irgendwann widerholte sich dann der stress und alles war beim alten.um dann meiner krankheit ein schnippchen schlagen zu wollen,versuchte ich es mit krankschreiben.aus den 4 wochen,sind dann fast ein jahr geworden.ich hatte in diesem jahr viel zeit darüber nachzudenken,daß ich etwas an meinem leben ändern musste,wenn ich überleben wollte.mein zustand war nämlich die hölle.mit ganz schwerem herzen trennte ich mich dann von meinem beruf.ich selber pflegte viele kranke menschen und war es plötzlich selber,die nun hilfe brauchte.das war eine sehr schmerzliche erkenntnis.aber ich begriff,daß ich aus dieser tretmühle raus muss,wenn es mir besser gehen soll.und nun nach 1/12 jahren,kann ich das auch bestätigen.
>ich will dir nicht damit sagen,daß du deinen job an den nagel hängen sollst.aber mal ein wenig genauer schauen,wo dein streßpotential liegt,und mit dem könnte man sich ja vielleicht arangieren.vielleicht hängst du ja auch in einer unterfunktion,die macht auch nur noch müde und kaputt.dazu wäre der gang zum arzt unumgänglich,die SD werte zu überprüfen!viele von uns kennen diese symtome und du bist hier im forum gut aufgehoben.ich hoffe du machst dir wirklich gedanken,die handbremse ein wenig anzuziehen,du hast nämlich nur dieses eine leben und mit dem sollten wir gerade bei "krankheit" etwas liebevoller umgehen.
>gute besserung und ganz liebe grüße
>karin
Hallo Karin!
Habe gelesen, das du auch ziemlich lange AU warst und wir wohl auch im gleichen Job tätig waren/sind. Ich bin Anfang Dezember 01 auch davon ausgegangen ca. 2 höchstens 4 Wochen AU zu sein. Daraus sind jetzt mittlerweile 3 1/2 Monate geworden. Habe zwischendurch einen Versuch gestartet, also ein Tag gearbeitet und danach wieder total körperlich am Ende und psychisch dadurch das ich es nicht geschafft habe. Ich muß dabei sagen das ich jetzt in der 8 Woche schwanger bin, womit ich aber so keine zusätzlichen Probleme habe. Ich muß und möchte jetzt aber irgendwie aus dem Trott raus kommen, sprich wieder einen "normalen" Tagesablauf haben und nicht im warsten Sinne des Wortes weiterhin zu Hause "abhängen".
Vieleicht hast du oder jemand andes ja einen Tipp für mich, wie ich das anfangen kann. Muß noch dabei sagen, die Ärzte sagen diese ganze Zeit schon, "keine körperliche und psychische Anstrengung, Sie müßen Geduld haben", toll nur wie lange noch?
Liebe Grüße
Manuela

karin
24.03.02, 09:53
hallo manuela,
ich weiß nicht,ob ich dir tipps geben kann,aber du erlebst ja auch die schiene mit AU und dauerdefekt von" müdigkeit".unser job ist einfach der knüppeljob hoch drei und dann dazu noch die emense psychische belastung.ich war damals an einem punkt angelangt,wo mir klar wurde,dass ich nicht mehr in der lage war,anderen menschen zu helfen,weil es mir ja selber so schlecht ging.man nennt es ja auch burnoutsyndrom.wenn man erst mal an so einen punkt kommt,dann ist es vorbei mit lustig.da bin ich dann in ein tiefes loch gefallen und bekam auch noch eine fette depression als dankeschön.ich war dann bereit eine kur auf psychosomatischer ebene zu machen.du weißt schon,körper und seele gehören ja zusammen. war dann auch 6 wochen in bad-kissingen.das hat mir dann so manche augen geöffnet,das ich mein leben verändern muss um weiterhin über die runden zu kommen und zu gesunden.aber glaub mir,es geht vielen so in unserem beruf und ich habe mir auch nicht träumen lassen,das es gerade mich erwischt.ich versuche mich jedenfalls gerade neu zu orientieren und eine berufliche rehabilitation über die BfA zu bekommen.als schwester werde ich nicht mehr arbeiten.
das du gerade schwanger bist,freut mich für dich.eigentlich hast du ja dadurch narrenfreiheit.du unterstehst dem mutterschutzgesetz und es stehen dir doch viel türen offen.ich denke,du solltest vielleicht mal mit deinen kollegen sprechen,ob du nicht vielleicht nur schreibdienst machen kannst.erklär ihnen doch mal deine lage und wie du dich fühlst.(ich kann mich erinnern,das bei uns immer nur ein ganz bestimmter am schreibtisch gesessen ist.es war immer der gleiche.er hatte ja soviel zutun und einzutragen,befunde abzuheften u.s.w.der wußte, wie man sich die arbeit angenehm macht)und wir durften für ihn mitknüppeln.(ich war auf einer internen station und gerontopatienten,waren bei uns im übermaß,weißt du was das heißt???)
aber in deinem fall,denke ich,das es dir zusteht,auch mal ein stück torte abzubekommen und weniger zu arbeiten.gerade jetzt,da du schwanger bist.
wenn da alle stricke reißen,würde ich vielleicht ein gespräch mit der pflegedienstleitung suchen.vielleicht wirst du im haus versetzt,wo es angenehm ist.mir fällt da gerade die entbindungsstation ein.hätte sogar noch einen zusätzlichen positiven nebenefekt,du freust dich noch mehr auf dein baby.und es ist keine knüppelarbeit oder psychische belastung dabei.wichtig ist es,denke ich,das man sagt,wie man sich fühlt.woher sollen die anderen wissen,welche krankheit man hat?diesen fehler habe ich übrigens gemacht.habe meinen arbeitskollegen nicht erzählt,das ich MB habe.und gerade das hätte ich machen sollen.wer hätte ein besseres verständnis für diese krankheit gehabt,als meine arbeitskollegen und unsere ärzte???aber mir war das damals sehr peinlich und ich versuchte mit allem selber klar zu kommen.das war mit sicherheit ein fehler.
es gibt bestimmt eine lösung für dich davon bin ich überzeugt,aber den ersten schritt dazu musst du selber in angriff nehmen.alles wird gut wirst sehen.
drücke dir ganz doll die daumen und meld dich mal,was bei rausgekommen ist.
liebe grüße
karin