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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : An Gabi - neu hier - wegen Arbeitgeber



Andrea
20.01.02, 15:43
Liebe Gabi,
sei bitte vorsichtig mit der Weitergabe Deiner gesundheitlichen Situation an den Arbeitgeber. Du lieferst sonst ggf. ungewollt Stoff für eine eventuelle krankheitsbedingte Kündigung. Diese ist für den Arbeitgeber zwar immer ein Risiko, da er die Entwicklung Deines Gesundheitszustandes für die Zukunft abschätzen muß. Je mehr er weiß, desto mehr erleichterst Du ihm dies.
Der Kündigungsschutz während eines Schwerbehindertenantrages ist gegeben. Denk´ aber bitte daran, daß im Fall einer dennoch ausgesprochenen Kündigung Fristen bestehen, nicht nur für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage, sondern auch für die Mitteilung an den Arbeitgeber, daß ein Antrag auf Schwerbehinderung gestellt ist. Sonst nützt der Antrag nichts.
Der verschiedentlich gekommene Tip, den Betriebsrat zu konsultieren, ist sehr sinnvoll.
Liebe Grüße
Andrea

Gabi
21.01.02, 22:51
Hallo Andrea,
danke für den Tip. Werde mich in Zukunft zurückhalten und nur sagen, daß ich weiterhin krankgeschrieben bin. Wenn die aber nachfragen, wie reagiert man darauf?
So nach dem Motto: darüber gebe ich keine Auskunft? oder Weiß ich selber nicht?
Ich finde das äußerst schwierig, zumal ich (wenn ich wieder arbeiten kann), gerne dort arbeite (mit meinem Lebenslauf wird es eh schwierig, was anderes zu finden).
Kannst Du mir sagen, wie lange die Frist ist, in der ich den Arbeitgeber über den Antrag auf Schwerbehindertausweis informieren muß? Und muß ich die schriftliche Form einhalten? Kann ich die Bestätigung des Landesamtes, daß der Antrag eingegangen ist, dem Arbeitgeber übermitteln oder muß ich da selber was aufsetzen?
Wieder viele Fragen ....
trotzdem schon mal Danke im voraus und
liebe Grüße - Gabi
>Liebe Gabi,
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>sei bitte vorsichtig mit der Weitergabe Deiner gesundheitlichen Situation an den Arbeitgeber. Du lieferst sonst ggf. ungewollt Stoff für eine eventuelle krankheitsbedingte Kündigung. Diese ist für den Arbeitgeber zwar immer ein Risiko, da er die Entwicklung Deines Gesundheitszustandes für die Zukunft abschätzen muß. Je mehr er weiß, desto mehr erleichterst Du ihm dies.
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>Der Kündigungsschutz während eines Schwerbehindertenantrages ist gegeben. Denk´ aber bitte daran, daß im Fall einer dennoch ausgesprochenen Kündigung Fristen bestehen, nicht nur für die Erhebung einer Kündigungsschutzklage, sondern auch für die Mitteilung an den Arbeitgeber, daß ein Antrag auf Schwerbehinderung gestellt ist. Sonst nützt der Antrag nichts.
>
>Der verschiedentlich gekommene Tip, den Betriebsrat zu konsultieren, ist sehr sinnvoll.
>
>Liebe Grüße
>Andrea

Andrea
22.01.02, 15:44
Liebe Gabi,
>Wenn die aber nachfragen, wie reagiert man darauf?<
ehrlich gesagt, ist das Deinem Geschick überlassen. Ich persönlich würde mich immer sehr vage ausdrücken und erklären, daß noch nichts sicher diagnostiziert bzw. der Verlauf noch nicht absehbar, die Prognose aber gut ist.
Ich weiß auch nicht, was Du bisher gesagt hast. In jedem Fall solltest Du positiv rüber bringen, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann Du wieder zum Arbeiten kommst.
Also positiv verhalten, positiven Eindruck machen (wirkt eh´ immer gut !)
>Kannst Du mir sagen, wie lange die Frist ist, in der ich den Arbeitgeber über den Antrag auf Schwerbehindertausweis informieren muß? Und muß ich die schriftliche Form einhalten? <
Solange keine Kündigung da ist, gibts auch keine Frist. Eine Frist hast Du erst zu beachten, wenn Dir die Kündigung zugeht. Ab diesem Zeitpunkt soll der Arbeitgeber innerhalb angemessener Frist darüber informiert werden, wenn die Schwerbehinderteneigenschaft geltend gemacht wird in der Kündigungsfolge.
Die angemessene Frist ist natürlich unbestimmt. Ich habe gelesen, daß ein Monat angemessen ist und diese Frist voll ausgenutzt werden kann, neige aber eher dazu, die Kündigungsschutzklagenfrist von drei Wochen ab Erhalt der Kündigung für angemessen anzusehen.
Wichtig: Kenntnis muß dem Arbeitgeber über Antrag oder bereits festgestellte Schwerbehinderung erst mit Zugang der Kündigung gegeben werden, nicht vorher.
Natürlich darfst Du es früher bekanntgeben, z.B. damit Dein Arbeitgeber in den Genuß kommt, keine Schwerbehindertenabgabe wegen zu weniger beschäftigter Schwerbehinderter zu zahlen. Anspruch darauf hat er jedoch nicht.
In jedem Fall solltest Du, wenn Du es mitteilen willst, dies schriftlich tun zum späteren Nachweis.
>Kann ich die Bestätigung des Landesamtes, daß der Antrag eingegangen ist, dem Arbeitgeber übermitteln oder muß ich da selber was aufsetzen?<
Du kannst dann ganz formlos schreiben, daß Du beim Landesamt den Antrag gestellt hast oder daß bei Dir die Schwerbehinderung festgestellt wurde. Wichtig ist nur, daß Du ggf. nachweisen kannst, daß und wann Du die Mitteilung gemacht hast.
So, zurück an die Arbeit,
liebe Grüße
Andrea