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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reha: kann ich "stationär" ablehnen und "ambulant" durchsetzen?



helleborus63
09.10.16, 14:46
Hallo,

ich mußte Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragen und bekam gestern die Bewilligung für 6 Wochen einschließlich Belastungserprobung/Arbeitstherapie. Die Maßnahme soll stationär stattfinden.

Allerdings habe ich zwei Kinder mit autistischer Spektrumsstörung, der Ältere hat Pflegestufe 1 mit erheblich verminderter Alltagskompetenz, in meinem Haushalt. Die Pflege teile ich mit meinem Mann (65, schwere Skoliose).

Vor drei Jahren war ich nach einem Unfall 5 Wochen teilstationär in Reha, die Folgen für die Kinder waren verheehrend und erst nach Monaten lief es wieder annäherend normal bei uns.
Deshalb habe ich bei allen Anträgen immer die ambulante Durchführung beantragt, die familiäre Situation ist dem Rententräger bekannt.

Kann ich die stationäre Reha ablehnen und auf einer ambulanten, heimatnahen Maßnahme bestehen? Bevor mir die Kinder wieder durchdrehen würde ich eher ablehnen als 6 Wochen "weg" sein; allerdings dürfte das Folgen für meinen Bezug von ALGI haben?

Wer weiß was dazu?

Gruß von Andrea

ottilie55
09.10.16, 16:47
Hallo Andrea,
ich würde mal sagen Du brauchst da wirklich einen ,,Fachmann,, der das
für dich durchboxt -dass Du nicht gehn musst- Weil a die Kids u ja auch b dein Mann
krank und Dich ALLE brauchen.
Viel Erfolg und lass Dich nicht unterkriegen.. gruss otti

helleborus63
09.10.16, 18:02
Danke otti!

Ich versuch morgen mal beim VdK Auskunft zu kriegen; es wäre schön gewesen wenn hier schon jemand Erfahrung gehabt hätte, das Thema macht mir gerade schlaflose Nächte :rolleyes:

Gruß von Andrea

kapsc
09.10.16, 18:34
Du hast doch die Nachweise der Erkrankungen in deiner Familie.....dürfte, zumindest mit Unterstützung eures VdK, eigentlich kein Problem sein eine Alternative zu finden.

Es muss aber sicher eine Alternative geben, sonst stehst du ja wg. deiner Familie eigentlich nicht zur Teilhabe zur Verfügung, das könnte der Knackpunkt sein ....

Bei uns in A ist es jedenfalls so, dass Leistungen daran festgemacht werden, ob man tatsächlich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht - kann aber in D auch anders sein.

LG
Kapsc

helleborus63
09.10.16, 19:32
Hallo Kapsc,

klar stehe ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung! In vollem Umfang - was in meinen Augen so um die zehn Stunden +/- pro Tag umfaßt, im Schnitt fünf Tage pro Woche; eine vollstationäre Reha sind aber 24 Stunden, 7 Tage am Stück, über mehrere Wochen.

Eine geeignete Klinik findet sich in 20km Entfernung, gut mit Öffis zu errichen - da ich aufgrund einer Augengeschichte nicht im Dunkeln fahren kann, und wegen der Einschränkunkungen der Hände auch nicht länger als 20 Minuten am Stück selbst fahren möchte ist das wichtig.

Ob und in wie weit meine Hände funktionieren kann jeder Ortho feststellen (oder meinswegen der MdK); da muß ich nicht vor "Spezialisten" Kartoffeln schälen als Arbeitsprobe, das sieht man bei jeder anderen händischen Tätigkeit.

Gruß von Andrea

kapsc
09.10.16, 19:53
Na dann sehe ich aber wirklich gute Chancen für dich!

Ich war ja letztes Jahr nur 3 Wochen auf Kur und hatte eine Einrichtung in unserem Bundesland ausgesucht (musste auch dafür kämpfen, sie wollten mich ans andere Ende, ins Burgenland schicken) --> es hat auch nur deswegen funtkioniert, weil da Feiertage dazwischen waren und mich mein Sohn 2 mal für lange Wochenenden besuchen konnte.

Alles Gute,

Kapsc

helleborus63
09.10.16, 19:56
Danke :)

Braunbär
09.10.16, 21:01
helle,

hast du Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe von Eltern autistischer Kinder oder zu einem ATZ ? (Autismus-Therapie-Zentrum?)

Die dürften dich kompetent beraten.


Ich kann mir die Situation gut vorstellen, hab ja auch zwei solche...und konnte nie in "Kur".

Viel Erfolg!

helleborus63
10.10.16, 09:29
Hallo liebste Bärin :),

nee, ich habe keinen Kontakt zu denen - die sind extrem abgehoben und wollen erstmal tausend Mitgliedschaften und Zuwendungen :bad:

Wenn der VdK nicht helfen kann setze ich mich mit dem Psychiater der Jungs zusammen, der würde sicher was schreiben.

Gruß von Andrea


edit
ich hab´ für morgen früh einen "Not"-Termin beim VdK, die machen mir den Widerspruch fertig da sie Vertretungsvollmacht haben.

helleborus63
25.04.17, 21:55
Hallo,

nur um das Thema zu vervollständigen: seit diesem März habe ich die ambulante Reha durch - und alles selbst geschrieben bzw. selbst argumentiert!

1. Wermutstropfen: Beginn ist am Ersten August (bin ich selbst schuld, ich wollte ja in die Nähe)
2. Wermutstropfen: es ist eine psychiatrische Reha, obwohl meine meisten Probleme im orthopädischen Bereich liegen...

... aber man kann ja nicht alles haben. Und wenn´s die Stimmung hebt ... ;)

Braunbär
04.05.17, 08:48
Das ist trotzdem Klasse, weil:
die orthopädischen Probleme sich nicht komplett lösen lassen, die psychischen Nervereien aber den Muskeltonus derart erhöhen, dass sich keine Schmerzzentren an deinem Luxuskörper sinnvoll behandeln lassen, wenn du nicht deinen "Schokopudding" (dunkle Schoki) auf Abruf selbst herstellen kannst;)
Und dabei sollte die Reha helfen können!

Erfol macht süchtig nach mehr Erfolg...viel Glück beim Tango mit dem JA!