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Anke Nussholzel
21.11.00, 14:32
Hallo an alle Forum-Besucher!
Gerne möchte ich erfahren, wer von Euch aufgrund von MB die Rente beantragt hat und ob sie bewilligt oder abgelehnt wurde.
Und - ob jemand aufgrund des MB einen Antrag auf Feststellung des Behinderungsgrades erfolgreich abgeschlossen hat?
Danke an alle, liebe Grüße Anke Nussholzel

Sylvia J.
22.11.00, 05:50
>Hallo Anke,
ich habe beim Versorgungsamt Prozente beantragt, nicht nur wegen MB, sondern auch aufgrund Wirbelsäulenveränderung, Tinnitus bds. und Allergien. Nicht einen kleinen Prozent habe ich bekommen - trotz Widerspruch. Anscheinend ist das Wort "chronisch krank" in unserer Gesellschaft ein Tabu.
Gruß
Sylvia

Anke Nussholzel
22.11.00, 08:37
Hallo Sylvia!
Da geht mir der Hut hoch!!!!!! Ehrlich!!!!!
Wie schafft man es nur gegen diese Windmühlen anzukämpfen?
Gruß, Anke Nussholzel

Michael D‘Angelo
22.11.00, 09:36
Hallo Anke!
Ich habe ja die Sachlage mal von der steuerlichen Seite erklärt, was fast identisch ist mit der Eintragung einer Behinderung bei chronisch Kranken.
Solange wie Hashimoto oder Morbus Basedow als "Sie machen ja nichts" in den Lehrbüchern drinsteht, solange wird sich an der Beamtenfront nichts ändern. Alle Beamten haben sich nach Listen und Verordnungen zu richten, wo drinsteht, welche Krankheit mit den entsprechenden Behinderungsgraden für welche prozentuale Eintragung im Behindertenausweis vorgesehen ist.
§1: Eine fehlende Hand: 30% Behinderung
§2: Ein fehlender Arm: 40 % Behinderung
§3: Ein fehlendes Bein: 60%
§4: Ein fehlender Kopf: 100 % Körperlich und geistig behindert = wird gleich als Beamter eingestellt.
Und selbst wenn die Medizinlehrbücher bei Hashimoto und Morbus Basedow geändert werden, dann braucht es immer noch eine Zeit, bis dies in die Gesetzeswerke des Staates (Behindertenrecht und Steuerrecht) einfließt.
Es ist auch eine finanzelle Frage, wenn man sieht, wie stark die Schilddrüsenerkrankung fortschreitet in unserer Gesellschaft. Außerdem wird ein Staat sich hüten, wenn diese Autokraftwerke und schlechte Endlage für Atommüll betreibt, Schilddrüsenerkrankungen schnell zu akzeptieren.
Klingt eiskalt, aber so wird im Finanz- und Gesundheitsministerium gerechnet.
Liebe herzliche Grüße
Michael D‘Angelo

Anke Nussholzel
22.11.00, 15:01
Lieber Michael,
danke für Deine Erklärung mit ironischem Unterton. Genau meine Wellenlänge. Aber trotzdem kann es doch so nicht weitergehen?!!? Wenn ich schon die Sprüche der anderen höre: Wir leben in Deutschland, da bist Du vom Staat abgesichert, wenn Du schwer krank wirst........ Ich kann darüber noch nicht mal mehr müde lächeln. Irgendwann bleibt einem nur noch das Existenzminimum. Und wird man nicht für erwerbs- oder berufsunfähig erklärt, zahlt auch keine private Versicherung. Eins zieht das andere nach....
So ist das, so bleibt es??? Frust ........
Lieber Gruß an einen tollen Michael, Anke Nussholzel

Sylvia J.
23.11.00, 06:01
Hallo Anke,
zu dem Thema habe ich auch noch etwas loszuwerden: Mein Zukünftiger hatte einen Arbeitsunfall (dabei erlitt er einen doppelten BAndscheibenvorfall), die Berufsgenossenschaft hat aber nicht gezahlt - da angeblich Verschleiß. Die private Versicherung hat aber auch nicht gezahlt - da Arbeitsunfall. Als das Krankengeld nach fast 2 Jahren ausgelaufen war und der Rentenantrag noch nicht genehmigt, hätten wir von keiner Einrichtung geldliche Unterstützung bekommen. Nach nunmehr 2 Rückenoperationen ist er mit 34 Jahren erwerbsunfähig und was man da vom Staat bekommt, können sich wohl alle vorstellen. Und zum Thema Versorgungsamt: Er hat nach seiner Rückenoperation gerade mal 20 % bekommen, obwohl er mehr an Krücken gelaufen ist, als alles andere.
Unser System ist was fürn A......., sorry.
Sylvia

Erich
23.11.00, 19:39
Hallo Sylvia,
die einen sagen es gibt zuviel Staat, die anderen wollen mehr davon. Insbesondere wenn es um die Wohlfahrt geht. In Deutschland ist fast alles geregelt. Das ist für die einen gut die nichts brauchen, für die anderen schlecht die sich in den Regelungen nicht wiederfinden.
Für den Fall, daß der "Staat/die Beamten" möglicherweise mal aus irgendwelchen Gründen ev. nicht richtig entscheiden, hat der Staat dafür Sorge getragen, daß solche Entscheidungen in einem Widerspruchsverfahren u. U. auch Klageverfahren vor den Sozialgerichten überprüft werden können. Dies ist nicht in vielen Ländern so.
Also wer glaubt, daß falsch entschieden wurde, sollte den Mut haben den genannten Weg zu gehen. Er kostet zunächst nichts und Anwaltszwang besteht erstinstanzlich auch nicht. Gewerkschaften erteilen Mitgliedern Rechtsauskünfte.
Ebenso vertritt auch der VdK seine Mitglieder in solchen Verfahren. Nicht zu vergessen, die Rechtsschutzversicherer.
Eines sollte man allerdings bei Gericht immer wissen:
"Man bekommt immer ein Urteil, aber nicht immer das Recht das man sich subjektiv vorstellt".
Grüße an alle und nur Mut zur Tat
Erich

Anke Nussholzel
23.11.00, 21:34
Lieber Erich,
ich habe bei der BfA den ersten Widerspruch eingelegt. Es folgten weitere zermürbende Gutachteruntersuchungen. Ergebnis: Rente widerum abgelehnt. Jetzt stand die Entscheidung des Gerichtswegs an.
Ich war auch immer der Meinung, man sollte um sein Recht kämpfen. Doch ist mir meine Genesung wichtiger geworden. Ich habe kein Interesse mehr, gegen Windmühlen zu kämpfen. Auch Erfahrungswerte von anderen MBlern haben mich so entscheiden lassen.
Liebe Grüße, Anke Nussholzel