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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MB/EO Was sollte der Arbeitgeber wissen?



Nina
09.11.04, 12:09
Hallo,
bin auch wieder mal da. Habe seit ca. 2 Jahren MB mit EO (mittlerweile nach einem Rückfall wieder mit Thyreostatika in Behandlung). Es geht mir "soweit gut". Die größten Probleme bereiten mir momentan meine Augen (Lichtempfindlichkeit, Brennen usw). Dies führt manchmal zu Problemen am Arbeitsplatz.
Wie viel bzw. was sollte, wenn überhaupt mein Vorgesetzter über meine Krankheit wissen? Ich will es nicht "an die große Glocke hängen", habe aber manchmal das Gefühl, dass es vielleicht besser wäre, wenn mein Chef Bescheid wüsste.
Wie ist denn Eure Erfahrung diesbezüglich??
Danke für Eure Antworten.

Karin J.
09.11.04, 12:20
Hallo,
ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Ich habe in der Firma gesagt, dass ich an MB erkrankt bin und massive Augenprobleme habe.
Mir wurde von meinem Chef und sogar vom Geschäftsführer der Firma grosses Verständnis entgegengebracht. Der Geschäftsführer hatte damals sogar gesagt, wenn es Ihnen nicht gut ist, gehen sie einfach für eine Stunde nach draussen zum spazierenlaufen. Ich musste es nie in Anspruch nehmen, tat aber gut zu wissen, dass ich es könnte wenn ich wollte.
Also ich würde es jederzeit wieder tun. Auch die meine Kollegen reagierten verständisvoll.
LG Karin

Margarete
09.11.04, 13:15
Hallo,
ich habe keine EO, also äußerlich ist nichts sichtbar, und deshalb habe ich auch meinem Arbeitgeber und meinen Kollegen bisher nichts vom MB erzählt, auch wenn es mir zeitweise furchtbar schlecht ging, schon gar nicht dem Betriebsarzt. Da ich mich nie habe krank schreiben lassen müssen, hatte ich mit familiärer Begründung vorübergehend meine Arbeitszeit mal reduziert auf 35 Std die Woche und bin 2003 einmal zu einer Mütterkur gefahren. Obwohl es betriebsrechtlich bei uns schwer ist, jemanden aus Krankheitsgründen zu entlassen (öffentlicher Dienst), habe ich mal mitbekommen, wie einige Abteilungsleiter sich ungeniert darüber unterhielten, wie sie die Stelle einer krebskranken Kollegin am besten ganz einsparen könnten, und erst recht beschlossen, nichts über den MB zu erzählen. Es geht in jedem Betrieb primär um Leistung und wer u.U. bei einem Ausfall deine Arbeit mit übernehmen muss, auch wenn die Kollegen noch so nett sind.
Wenn ich eine sichtbare EO hätte, wäre das natürlich etwas anderes, da dann ja auch Bildschirmarbeit nicht mehr uneingeschränkt möglich wäre. Wie wär‘s, wenn du nur einen Teil der Wahrheit preisgibst und erst einmal nur von deinen "Augenproblemen" sprichst, und nur bei Nachfrage nach der Ursache, eine "Schilddrüsenstörung" angibst?
Alles Gute
M.

gogi
09.11.04, 19:07
hallo!
also, ich habe es meinem chef erzählt, auch den kollegen. ich finde es so gut, weil, wenn es mir mal nicht so gut geht, wissen sie was los ist und denken nichts falsches.
ich dachte damals, wenn sie mich wegen der krankheit entlassen sollten, dann ist es sowieso die falsche firma für mich - dort würde ich dann auch freiwillig nicht arbeiten wollen.
ich wurde aber sehr über den positiven rückhalt überrascht.
lg, gogi

barbara
09.11.04, 21:42
>Hallo,
>
>bin auch wieder mal da. Habe seit ca. 2 Jahren MB mit EO (mittlerweile nach einem Rückfall wieder mit Thyreostatika in Behandlung). Es geht mir "soweit gut". Die größten Probleme bereiten mir momentan meine Augen (Lichtempfindlichkeit, Brennen usw). Dies führt manchmal zu Problemen am Arbeitsplatz.
>
>Wie viel bzw. was sollte, wenn überhaupt mein Vorgesetzter über meine Krankheit wissen? Ich will es nicht "an die große Glocke hängen", habe aber manchmal das Gefühl, dass es vielleicht besser wäre, wenn mein Chef Bescheid wüsste.
Ich habe die Karten auch auf den Tisch gelegt und bin froh darüber........Lügen haben kurze Beine.
Lieber GRuss und alles Gute für dich barbara
>Wie ist denn Eure Erfahrung diesbezüglich??
>
>Danke für Eure Antworten.
>
>

xxx
10.11.04, 13:37
Hallo, ich dachte damals (Ende 2002), dass es gut und "fair" wäre, den Arbeitgeber zu informieren. Schien auch anfangs so.
Dann hatte ich aber lange Fehlzeiten und da habe ich gemerkt, dass es nicht gut war. Es hiess dann immer, dass ich ganz in Ruhe gesund werden soll, die OP erstmal überstehen soll, mich erstmal erholen soll usw.
Und nach der OP wurde ich nach wenigen Wochen einfach versetzt. Offiziell hiess es, dass es an mangelnden Verkaufszahlen läge, aber intern musste ich anderes erfahren. Jedenfalls habe ich jetzt einen neuen Arbeitsplatz der mir im Endeffekt viel mehr Spaß macht.
Trotzdem würde ich hier nicht so viel über meinen MB erzählen...
Das Verständnis hält sich meistens doch eher in Grenzen, finde ich.
Aber entscheiden muß das natürlich jeder selber.
Ich wünsche Dir, dass Du die richtige Entscheidung triffst.
LG
xxx
P.S.: Ich poste sonst mit Nickname, möchte diesen Beitrag aber aus gutem Grund anonym lassen...