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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?



sally71
27.10.13, 01:55
Hallo!

Mich beschäftigt die Frage, inwieweit man von seinem Arbeitgeber Verständnis erwarten darf/ sollte für gesundheitliche Einschränkungen.

Dies betrifft jetzt nicht in 1. Linie die Gesamtleistung, denn da gehe ich davon aus, dass diese erbracht werden muss.
Aber es geht z.B. um mögliche Flexibilität, wenn das Befinden schwankend ist oder auch ein Arbeitsplatz, der den persönlichen Bedürfnissen entgegen kommt, wie kein Grossraumbüro oder der Umgang miteinander am Arbeitsplatz. Da gibt es ja ganz verschiedene Stresslevel, und ich merke bei mir einfach, dass meine Arbeitsleistung durchaus ausreichend ist, aber dass ich auf zusätzliche Belastungen sehr sensibel reagiere und meine Arbeitsleistung dadurch relativ schnell gestört ist.
Z.B. wurde ich dazu "verknurrt" in einem relativ kleinen Büro mit zwei Mitarbeitern zu arbeiten, obschon ich sagte, dass das für mich eine Mehrbelastung ist, die sich dann in unzureichender Arbeitsleistung zeigen wird. Bzw. am Anfang meiner Anstellung waren wir nur zu zweit im Büro, und unter diesen Bedingungen hatte ich ja zugesagt.

Meine Belastbarkeit war bei meiner Stelle von Beginn weg eingeschränkt, aber das hatte ich auch so kommuniziert und man hatte mich so eingestellt. Die Stelle war auch nur 50%.
Mein Arbeitgeber fragte mich einmal, ob ich denn schon 50% krank geschrieben war, als ich mich vorgestellt habe - aber was macht das für einen Unterschied, wenn die Stelle nur zu 50% ist?

So habe ich immer wieder einmal den Eindruck gehabt, dass - obschon ich die Stelle bekommen habe - doch immer verglichen wird mit anderen, die mehr leisten können, mehr Möglichkeiten haben usw. Dabei arbeite ich ja wie gesagt nur 50%, momentan sogar nur 40%. Und wenn ich für etwas mehr Zeit brauchen sollte oder einmal ausfalle, dann hole ich die Zeit nach.
Für den Arbeitgeber entsteht also kein Verlust in dem Sinne und die Flexibilität ist von der Art der Arbeit her absolut möglich und für meinen Vorgesetzten auch kein Problem, wie er sagt.

Ich machte jetzt eine Anmeldung für eine Unterstützung durch die IV (50%), irgendwie fällt mir das schwer und mein Arbeitgeber sagt schon, dass er das voll und ganz unterstützt, aber trotzdem überlege ich mir immer wieder, ob ich mit meiner Leistung längerfristig nicht immer am Anschlag sein werde und doch nie ganz genüge, wenn nicht mehr Verständnis dafür da ist. Und ob das nicht dazu beiträgt, dass es mir gesundheitlich nicht einmal besser geht.

Aber gibt es die Stelle, bei der man sich nicht fordern muss, quasi keinen Stress hat usw. ?
Das ist wohl eine Illusion.. so mache ich weiter, aber ich denke durchaus, dass diese ganze Situation dazu beiträgt, dass ich nicht schneller gesund werde und jetzt auch noch neue Symptome dazu gekommen sind. :(

Wie geht Ihr mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit um? Müsst Ihr das verschweigen? Zeigt auch jemand Verständnis? (bei mir ist das nach meinem Empfinden nicht ausreichend der Fall, einmal abgesehen davon, dass ich noch dort arbeiten darf trotz Sparmassnahmen - mein Mitarbeiter wurde zB entlassen - , obschon ich manchmal fehle und dann Zeit nachholen muss)

Wäre froh um allfällige Erfahrungen und Gedanken in Zusammenhang mit diesen Fragen!
LG, Sally

Gummibaum
27.10.13, 02:56
Hallo,

die Frage ist, wie stark Deine Position ist, dass Du Forderungen stellen kannst. Mein Arbeitgeber zum Beispiel hat etwa alle 2 J eine Abbauwelle oder sourct aus. Und dann wird ausgesiebt - das kann jeden treffen. Insofern versucht jeder, nicht "aufzufallen". Entsprechend nimmt sich jeder - auch Gesunde- mit seinen Ansprüchen zurück, denn natürlich wird jeder mit jedem verglichen. Ob Arbeitszeitplanung, Lichtverhältnisse, Luftdurchzug oder Arbeitsmenge - jeder bekommt irgendwas zugeteilt und muss dann zusehen, wie er seinen Vertrag erfüllt, sofern alles legal bleibt. Rücksicht auf Befindlichkeiten nimmt da keiner. "Schon-Arbeitsplatz" ist ein ganz böses Schimpfwort :_o:

Von vornherein sagen " Wenn Du, Arbeitgeber, xyz machst, dann werde ich krank" oder "erbringe eine schlechtere Arbeitsleistung" ginge GAR nicht:eek: Das würde mein Arbeitgeber als Erpressung/ Arbeitsverweigerung auslegen und entsprechend quittieren. So arbeite ich seit Jahren in einem Großraumbüro, Vollzeit mit moderaten Überstunden - mein Arbeitgeber hat sich nun ausgedacht, dass wir im Rotationsprinzip nur alle drei Stunden die Fenster aufmachen dürfen, weil sonst Durchzug ist. Da haben wir übrigens richtig Spaß, wenn ein Kollege verbotenerweise mit seinem warmen Mittagessen durchs Büro läuft, weil er meint, die Vorschriften gelten nur für die anderen :mad:

Ums zusammenzufassen: An meinem Arbeitsplatz würde niemand irgendwelche Forderungen stellen; von jedem wird dasselbe erwartet, egal welche privaten Probleme - Krankheit zähle ich dazu - gerade gewälzt werden. Ich persönlich halte das für fair: gleiche Bezahlung - gleiche Arbeit.
Wer aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht in der Lage ist, lässt sich arbeitsunfähig schreiben.

sally71
27.10.13, 12:17
Danke für Deine Beschreibung von Deinem Arbeitsplatz. :rolleyes:

Wenn ich mich richtig erinnere, weiss ich auch, in was für einer Branche Du arbeitest :_o:- das wollte ich ehrlich gesagt nur schon nie, bevor ich krank wurde. Wegen eben solchen Arbeitsbedingungen, die Du beschreibst..

Was ich mich einfach frage:
Gibt es denn keine sozialen Unternehmen mehr, bei denen nicht nur die Gewinnmaximierung im Handbuch steht??

Denn wie jeder weiss, kann das Wachstum nicht ewig gesteigert werden, irgendwann muss dieses System in sich zusammen fallen. Oder wird erst dann etwas geändert, wenn 50% der Bevölkerung wegen stressbedingten "Zivlisationskrankheiten" ausfällt?

:ooom:
:cool:
LG, Sally

PS: ich hätte noch eine Frage zum Thema Überzeit, Du schreibst von "moderater" Überzeit. Was meinst Du damit?

Bei mir war es in diesem Jahr so, dass ich bei 40% etwa 5% Überzeit machte, also 2h/ Woche. Nun steht zur Diskussion, dass ich nächstens krankheitsbedingt etwa 4 Wochen ausfallen werde. Ich dachte nun daran, dies offiziell von meiner Überzeit zu nehmen (ich habe genug). So kann mir eigentlich niemand etwas vorwerfen, ausser dass gerade die strengste Zeit des Jahres ist und ich nicht fehlen sollte, aber das lässt sich dann ja auch nicht ändern, wenn der Ausfall krankheitshalber ist.... Trotdzem hoffe ich, dass ich damit dieses "Manko" zumindest etwas abfedern kann.

Seidenglanz
27.10.13, 12:23
:ooom: Genau DAS ist DAS IT-Zeichen - wirklich!

Ich erlebe es tagtäglich und habe manchmal das Gefühl, ich bin dem Stress nicht mehr gewachsen.

Aber iwie schaffe ich es immer.

Ich bekamt z.B. zuletzt gesagt (nicht direkt vom Chef, sondern von meinen Kollegen, zu denen der Chef das gesagt hat), ich würde wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt gehen:biggrin:

Darüber kann ich nur lachen. Komisch ist es dann immer, wenn ich wieder zur Arbeit sind, kein Wort drüber, alle freundlich.

Ansonsten wird zurzeit an anstrengendes Pensum erwartet. Man bekommt von Kollegen, die sich beschweren, noch mehr auf ' s Auge gedrückt. Aber ich kann nicht mehr als arbeiten. Was ich nicht schaffe, muss liegen bleiben. Anders geht es nicht.

Leute werden keine eingestellt, zaubern kann ich nicht - von daher:ooom::ooom:

Gummibaum
27.10.13, 12:24
Sally:

Ooohhh :) Heißes Eisen :cool:

Also- Bank ist keine Sozialveranstaltung, da hast Du recht :biggrin:

Im Bekanntenkreis hatte jemand in einem kirchlichen Betrieb gearbeitet, in dem es um Hausverwaltung ging... War genau dasselbe wie bei uns in der Bank. Jeder war des anderen Feind, Mobbing etc.

Wäre Selbständigkeit was für Dich? Dann bist Du immerhin Dein eigener Herr. Andererseits schwierig, wenn Du krankheitsbedingt ausfällst:(

sally71
27.10.13, 12:39
Im Bekanntenkreis hatte jemand in einem kirchlichen Betrieb gearbeitet, in dem es um Hausverwaltung ging... War genau dasselbe wie bei uns in der Bank. Jeder war des anderen Feind, Mobbing etc.

Wäre Selbständigkeit was für Dich? Dann bist Du immerhin Dein eigener Herr. Andererseits schwierig, wenn Du krankheitsbedingt ausfällst:(

Mein Mitarbeiter wurde nach 11 Jahren auch entlassen, ohne Vorankündigung - er hatte keine besonders guten Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt und zu dem Zeitpunkt erwarteten sie gerade ihr 3. Kind.....
Aber er hat wohl viel gebetet - fand innert der gesetzten Frist von 6 Monaten wieder eine gute Stelle.

Nein, für Selbständigkeit wäre ich nicht fit genug und auch nicht der Typ.. eigentlich bin ich gerne Angestellte, aber ich bin einfach froh um eine gewisse Rücksichtnahme. Ich bin in vielerlei Hinsicht auch sehr rücksichtsvoll, erwarte also nichts, was ich nicht auch zurückgeben kann.

Seidenglanz
27.10.13, 12:41
Sally,wie wäre es denn mit einen Halbtags-Job? Würde das eventuell funktionieren?

Davon träume ich zurzeit, aber leider wegen zuviel Arbeit nicht machbar, jedenfalls nicht da, wo ich jetzt arbeite.

sally71
27.10.13, 12:44
Komisch ist es dann immer, wenn ich wieder zur Arbeit sind, kein Wort drüber, alle freundlich.

So habe ich es eben auch schon erlebt - das finde ich dann sehr schwierig. Offiziell sagt mein Vorgesetzter immer, dass er mich voll unterstützt, jetzt auch mit der gemachten IV-Anmeldung. Aber ich frage mich manchmal, was er wirklich denkt. Und er ist ja auch unter Druck vom Leitungsgremium her. Und da sitzen Leute drin, die von ihrem Arbeitsansatz her Gummibaums Beschreibung vom Arbeitsplatz in nichts nachstehen.... :rolleyes:

Die momentan durchgezogenen Sparmassnahmen (und v.a. das wie) lassen sich meiner Meinung nach (und auch gemäss der Meinung vieler Mitglieder) mit einer sozialen Institution, die sich für benachteilitgte Menschen einsetzt, wirklich nicht vereinbaren. :bad:

sally71
27.10.13, 12:46
@ Seidenglanz: ich bin ja nur Teilzeit....

Seidenglanz
27.10.13, 12:50
@ Seidenglanz: ich bin ja nur Teilzeit....

ah so - hatte ich übersehen.

Ich kann nur immer wieder sagen, wer heute arbeiten geht - da wird was abverlangt. Wirklich wahr.

kapsc
27.10.13, 12:55
Hallo Sally,

erwarten kannst du leider gar nichts .......

Vom Arbeitgeber schon eher, wenn Du nach dem Behinderteneinstellungsgesetz (in Österreich ab festgestellter 50%-iger Behinderung, ich weiß nicht, ob es sowas bei Euch gibt) eingestellt wurdest (der AG bekommt dann eine Förderung für Dich, die u.a. auch die ev. Ausfälle oder verminderte Leistungsfähigkeit ausgleichen soll, plus "spart" er auch die Strafgebühr, wenn er im Verhältnis zu der Gesamtmitarbeiterzahl zu wenige Behindertenarbeitsplätze zur Verfügung stellt).

Wie die Kollegen damit umgehen, ist schon schwieriger .... die sind natürlich vielfach einfach genervt, wenn Du öfter ausfällst, langsamer arbeitest, ev. mehr Urlaubsanspruch hast + das alles zu ihren Lasten geht. Das ist einfach so und kaum zu ändern. Wenn Du Deinen Krankenstand als Überzeit abdeckst, wird das den AG sehr freuen, den Kollegen wird das eher egal sein, wenn es in der strengsten Zeit des Jahres ist. Da würde ich schon schauen, wenn es nicht akut, also planbar ist, das auf eine andere Zeit zu verlegen, wenn möglich. Meine Kollegen sind ja schon genervt (und ich arbeite im Sozilabereich), weil ich (nicht gesundheits- sondern betriebsbedingt) etwas flexiblere Arbeitszeiten habe als sie. Da wird schon mal übersehen, dass ich in manchen Wochen auf mehr als 40 Stunden komme (wenn Termine einzuhalten sind), die ich dann aber danach auch rasch abbaue (es wird nur gesehen, dass ich dann zu manchen Zeiten nur wenig da bin).

Ich glaube auch oft, dem Stress nicht gewachsen zu sein. Mein Ausweg ist, mir mein Privatleben so zu gestalten, dass ich möglichst viel Erholungswert habe (geht auch nicht immer). Mehr als ein fixer Termine am Wochenende (auch an sich so erfreuliche Dinge wie Veranstaltungen oder Feiern) stressen mich z.B. sehr. Ein Abendtermin wie Elternabend unter der Woche und ich schlepp mich schon am Zahnfleisch zum Wochenende hin ......

Also einen wirklichen Rat kann ich Dir nicht geben. Aber Verständnis kann man sich leider einfach nicht erwarten, zumal ja auch andere ihr Päckchen zu tragen haben, wenn auch nicht unbedingt aus gesundheitlichen Gründen.

LG
Kapsc

sally71
27.10.13, 13:14
Hallo Kapsc

Danke für Deinen Beitrag!

Ich war eben während der Zeit, als bei mir die Stelle (im Zuge der erwähnten Sparmassnahmen) von 50 auf 40% ging in Behandlung bei einem Psychiater/Psychotherapeuten, und er meinte, dass mein Arbeitgeber nicht der Richtige für mich wäre, wenn er nicht einmal Rücksicht nimmt auf meine finanzielle Situation - wegen dieser 10%.

Diese Ansicht vertrat er dann auch der IV (Sozialversicherung) gegenüber....

Aber er sah nicht, dass es nur schon super war, dass mich der Arbetigeber nach 3-jähriger (!) Arbeitsunfähigkeit zu regulären Bedingungen zu 50% eingestellt hatte und mir somit eine Chance gab, die mir sonst vielleicht niemand gegeben hätte.

Und dass mein Mitarbeiter auch entlassen wurde, obschon er gesund ist und besserer Qualifikationen hatte als ich (habe ich zufällig einmal gesehen:():).
Das verunsicherte mich seither und ich war wohl nicht mehr dankbar genug, was bei meinem Arbeitgeber auch nicht gut ankommt.

Wahrscheinlich sollte ich wirklich v.a. dankbar sein für alles und momentan habe ich ja sogar mein eigenes Büro und er findet das auch gut, obschon zwei andere Mitarbeiter um einen Arbeitsplatz bei mir beworben haben, sie sind in einem kleineren Büro Teilzeit beschäftigt.

Was Du schreibst mit der Freizeitplanung kenne ich von früher, als ich auch noch 80-100% arbeitete. Das WE war quasi dafür da, mich zu erholen, am Montag gings dann gerade wieder. Unter der Woche hatte ich auch nicht mehr die Kraft für andere Termine am Abend. Ich denke, das ist bereits ein Anzeichen, dass etwas nicht mehr gut ist. :bad: Ich denke, man braucht ja auch andere Beschäftigungen neben der Arbeit. :confused:

Danke nochmals für Deine Antwort, sie hilft mir weiter.

LG, Sally

Seidenglanz
27.10.13, 13:19
Was Du schreibst mit der Freizeitplanung kenne ich von früher, als ich auch noch 80-100% arbeitete. Das WE war quasi dafür da, mich zu erholen, am Montag gings dann gerade wieder. Unter der Woche hatte ich auch nicht mehr die Kraft für andere Termine am Abend. Ich denke, das ist bereits ein Anzeichen, dass etwas nicht mehr gut ist. :bad: Ich denke, man braucht ja auch andere Beschäftigungen neben der Arbeit. :confused:


LG, Sally

Ja, genau SO kenne ich das auch.

Ich gehe wirklich gerne arbeiten. Aber wenn alles zuviel wird, ist es zuviel.

Ich habe einen Kollegen (32 J. alt), der arbeitet von morgens 7.00 h - bis abends. 20.00 h oder 20.30 h.

Ich dachte immer, ich wäre ein Nervenbündel, aber ER - er sitzt den ganzen Tag da "wackelt" mit den Beinen, ich finde es schlimm.

Soweit darf man es nicht kommen lassen - aber wenn man nicht spurt, bekommt man gesagt, man kann sich was anderes suchen.

Das Einzige beruhigende für mich ist, dass es den meisten Anderen genau so geht wie mir.

Aber das Leben besteht halt nicht nur aus Arbeit ....

sally71
27.10.13, 13:32
Das Einzige beruhigende für mich ist, dass es den meisten Anderen genau so geht wie mir.

Ja, schwierig einen Ausweg zu finden, ich habe auch das Gefühl, es ist überall das selbe oder ähnlich. :rolleyes: Und Selbständigkeit ist auch nicht besser, ich denke, das sind die mit den meisten Burnouts...

Seidenglanz
27.10.13, 13:38
... ja das könnte sein.

Ich habe auch das Gefühl, dass es nicht mehr besser wird.

Und ist mal bißchen "Luft" mit der Arbeit - dann bekommt man schon die nächste Sache aufgebrummt, damit man ja nicht drüber nachdenken könnte .....

Summer1988
02.11.13, 12:44
Ich kann mich da sally nur anschließen. Mir geht es zur Zeit ähnlich. Habe im Herbst letzten Jahres ein Studium angefangen, nicht wissend, dass mit EBV, das ich im Sommer hatte, der Stein ins Rollen gebracht wurde und Hashi und Histaminintoleranz folgen. Habe mich ein Jahr durchs Studium gequält und dieses dann, auf Grund finanzieller Probleme, da ich nebenher nicht wie geplant arbeiten konnte, abgebrochen. Jetzt bin ich wieder im Büro, allerdings habe ich zwei Stunden Fahrtzeit am Tag und sehr seltsame Arbeitszeiten. Die ersten drei Monate gab es außer Arbeit gar nichts mehr in meinem Leben, die Wochenenden nutzte ich um etwas auszuruhen und am Montag gings wieder los. Dementsprechend oft fiel ich in den ersten drei Monaten schon aus und durfte mir so einiges von meinen Kolleginnen anhören. Oft wurde aber auch gar nichts ausgesprochen, aber ich merkte, wie sich das Verhalten mir gegenüber sehr schnell änderte.

Nun habe ich auf 85% reduziert. Immer noch genug, momentan wäre es mir am liebsten ich würde nur 50% arbeiten. Da stellt sich aber das nächste Problem in den Weg: Bin 25, habe noch Schulden wegen dem Studium, wir wollten uns nächstes Jahr eine neue Wohnung suchen, ich brauche bald ein neues Auto und natürlich ist Familienplanung in den nächsten Jahren auch ein Thema. Weniger als 85% arbeiten geht schon wegen dem Geld nicht, das ich so dringend brauche.

Da ich mich sowieso nach einem Job umsehen wollte auf Grund der schlechten Bezahlung und der langen Fahrtzeit bin ich nun nonstopp am überlegen zwischen Vollzeit und Teilzeit. Bei Vollzeit habe ich absolut keine Ahnung wie ich meine zig Arzttermine unterbringen sollte, bei Teilzeit komm ich nicht über die Runden. Bin momentan echt auch am verzweifeln.

Tina065
02.11.13, 18:04
.....also ich arbeite 30 Stunden die Woche.....manchmal kommen abends noch Notartermine o.ä. dazu...zählen aber eher zur Ausnahme.

Ich arbeite nur mit meinem Chef zusammen, allerdings ist er oft unterwegs. Dann bin ich alleine........und das empfinde ich als absoluten Luxus. Keine Vorgesetzten oder Kollegen, die mich nerven. Das geniesse ich total..... mit viel Arbeit kann ich gut umgehen....aber wie gesagt, ICH bestimme, wie und wann es gemacht wird....ich bestimme ob und wann ein Fenster geöffnet wird...... und wenn alles zuviel ist, und ich mich konzentrieren muß, wird einfach der AB angemacht.

Das ist für mich entspanntes Arbeiten...

LG Tina

Summer1988
02.11.13, 18:44
.....also ich arbeite 30 Stunden die Woche.....manchmal kommen abends noch Notartermine o.ä. dazu...zählen aber eher zur Ausnahme.

Ich arbeite nur mit meinem Chef zusammen, allerdings ist er oft unterwegs. Dann bin ich alleine........und das empfinde ich als absoluten Luxus. Keine Vorgesetzten oder Kollegen, die mich nerven. Das geniesse ich total..... mit viel Arbeit kann ich gut umgehen....aber wie gesagt, ICH bestimme, wie und wann es gemacht wird....ich bestimme ob und wann ein Fenster geöffnet wird...... und wenn alles zuviel ist, und ich mich konzentrieren muß, wird einfach der AB angemacht.

Das ist für mich entspanntes Arbeiten...

LG Tina

Wow. Das klingt echt sehr gut. Ich finde auch, dass das mit den Kollegen stressiger ist, als die Arbeit an sich oder auch der Chef, der bei mir auch recht verständnisvoll ist. Da sind meine Kolleginnen schlimmer...

sally71
02.11.13, 19:08
Wow. Das klingt echt sehr gut. Ich finde auch, dass das mit den Kollegen stressiger ist, als die Arbeit an sich oder auch der Chef, der bei mir auch recht verständnisvoll ist. Da sind meine Kolleginnen schlimmer...

Ich finde auch, Tina hat den idealen Arbeitsplatz. Auch mir macht viel Arbeit nichts aus, wenn ich sie selber einteilen kann und mir niemand im Büro noch Stress macht... :_o:

PS: Freut mich für Dich, Tina. :)

Ich bin übrigens auch häufig allein mit meinem Vorgesetzten, er ist manchmal auch nicht da, ich finde beides gut.

Seidenglanz
02.11.13, 19:22
.....also ich arbeite 30 Stunden die Woche.....manchmal kommen abends noch Notartermine o.ä. dazu...zählen aber eher zur Ausnahme.

Ich arbeite nur mit meinem Chef zusammen, allerdings ist er oft unterwegs. Dann bin ich alleine........und das empfinde ich als absoluten Luxus. Keine Vorgesetzten oder Kollegen, die mich nerven. Das geniesse ich total..... mit viel Arbeit kann ich gut umgehen....aber wie gesagt, ICH bestimme, wie und wann es gemacht wird....ich bestimme ob und wann ein Fenster geöffnet wird...... und wenn alles zuviel ist, und ich mich konzentrieren muß, wird einfach der AB angemacht.

Das ist für mich entspanntes Arbeiten...

LG Tina

:good:Der Traum eines Jeden;)

Die Arbeit "nervt" mich auch nicht. Das "Drumrum". Diese Panik- und Hektikmache und diese Unruhe.

Man wird auch nicht schneller, wenn es schnell fertig sein soll. Ich persönlich mache nur so schnell, dass ich es noch verantworten kann. Es muss so sein, dass man noch weiß was macht. Sonst können Fehler passieren und was ist das Ende vom Lied? Da bekommt man auch wieder Einen verbraten ....

sally71
02.11.13, 19:25
:good:Der Traum eines Jeden;)

Meinst Du?
Ich wurde in letzter Zeit etwas schräg angeschaut, weil ich mich dafür einsetzte, allein im Büro zu bleiben :_o: (es gibt noch TZ-Mitarbeiter, die in einem anderen Büro sind zur Zeit, mit denen ich aber sonst nichts zu tun habe, weil sie einen anderen Vorgesetzten haben).

Seidenglanz
02.11.13, 19:32
Sally, ich war zuvor (bevor die Firma umgezogen ist) auch mit einer Halbtagskraft im Büro. Ich habe persönlich nichts gegen die Dame.

Aber sie hat mir jeden Tag das Gleiche erzählt und immer wieder Sachen von früher. Hat man irgendein Datum gesagt, wusste sie wieder eine Story dazu:rolleyes: manche Tage zu ertragen, aber nicht täglich.

Am Schlimmsten war es montags - ausgerechnet. Das komplette Wochenende wurde mir erzählt.

In dem neuen Gebäude habe ich mich für die Zentrale gemeldet:good: Meine Arbeit mache ich nach wie vor und habe noch Kontakt zu Leuten, die ein und aus gehen. Was mir sehr gefällt.

Das Einzige was mir nicht gefällt, sind diese negativen Gedanken dort. Man kann machen was man will, es reicht immer noch nicht.

So geht es aber allen dort. Das ist dann mein Trost;)

sally71
02.11.13, 19:43
An meinem Arbeitsort sind persönliche Gespräche eigentlich normal, kommt aber sicher auf das Umfeld an. Ich bin auch eher gewohnt von früher, dass ich zuarbeiten muss, gerade, wenn ich weiss, ich schaffe die Arbeit nicht in der gesetzten Zeit (ich hatte immer 5% Überzeit die letzten Monate).
Aber da sind dann noch Ehrenamtliche, die möchten natürlich auch mal etwas erzählen. ;) Eben, manchmal bin ich dann wohl auch eher kurz und habe nachher ein schlechtes Gewissen.:ooom: Ich arbeite übrigens auch nur TZ, das ist nicht mein Problem mit den anderen MA. Eher, dass sie gerne auch noch in mein Büro einziehen möchten (beide), weil es grösser und schöner ist als das andere. :():
Mal sehn, ich hoffe, sie nehmen es mir nicht ernstlich übel. Früher war immer ich die, die sich angepasst hat - auf Kosten meiner Gesundheit und der Qualität meiner Arbeit. Nun finde ich, bin ich einmal an der Reihe. Und ich arbeite wirklich besser so.

Es kommt ja auch immer auf die Art der Arbeit an. Zentrale ist etwas völlig anderes. Ich muss manchmal noch kreativ sein, möchte persönliche Gespräche führen usw. Mit der Arbeit langweile mich wirklich eigentlich nicht allein - mein Vorgesetzter ist wie gesagt auch häuig da, also bin ich sowieso nicht allein.

Seidenglanz
02.11.13, 19:48
Mal sehn, ich hoffe, sie nehmen es mir nicht ernstlich übel. Früher war immer ich die, die sich angepasst hat - auf Kosten meiner Gesundheit und der Qualität meiner Arbeit. Nun finde ich, bin ich einmal an der Reihe. Und ich arbeite wirklich besser so.



:good: Genau SO Sally. Anders schafft man es nicht. Ich jedenfalls nicht.

Ich habe seit 1981 ohne Unterbrechungen, außer mal krank oder Urlaub.

Mein Mann und ich haben uns heute noch unterhalten, wie sich alles geändert hat. Der Leistungsdruck wird immer stärker.

Vielleicht liegt es auch daran, dass man älter wird und auch nicht mehr so belastbar ist.

Ich glaube schon, dass es bei mir so ist und ich schäme mich deshalb auch nicht.

Ich habe jedenfalls für mich beschlossen, in 2 oder 3 Jahren aufzuhören. Wenn nichts dazwischen kommt.

Ich hoffe, dass alles so laufen wird, wie geplant.

sally71
03.11.13, 06:51
Ich habe jedenfalls für mich beschlossen, in 2 oder 3 Jahren aufzuhören. Wenn nichts dazwischen kommt.

Schön, freut mich für Dich, wenn das so möglich ist. :)
Ich habe noch das halbe Arbeitsleben vor mir. ;) Daher muss ich auch nochmals schauen, ob meine Belastbarkeit nicht verbessert werden kann...

c.schnuffelblau
04.11.13, 15:30
Hi Sally,


Mich beschäftigt die Frage, inwieweit man von seinem Arbeitgeber Verständnis erwarten darf/ sollte für gesundheitliche Einschränkungen.

Ich denke mal, das kann man frühestens erwarten, wenn man eine Schwerbehinderung hat!
Es gibt zwar eine "Fürsorgepflicht des Arbeitgebers" indem er dafür Sorge zu tragen hat, daß man durch seine Arbeit nicht krank wird, aber das ist ja sehr dehnungsfähig.

Vielleicht kannst Du einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen (am besten mit einem Sozialaverband im Hintergrund).

Heutzutage hat jeder Angst er fliegt raus, wenn er aufmuckt. Das habe ich kürzlichw ider festgestellt. Bin definitiv ducrh Streß bei der Arbeit wiedre 4 Wochen krank gewesen. Habe mit dem Betriebsrat darüber gesprochen, daß es mich aufreibt, daß es in fast jedem Frei so geht:

-ich wedre angerufen ob ich einspringen kann. Wenn ich absage habe ich ein schlechtes Gewissen und kann mein Frei nicht mehr genießen.

-Sage ich zu habe ich auch kein Frei mehr, welches ich genießen kann.

Und vor und bei jedem Frei habe ich Angst, daß ich angerufen werde. Das vergällt mir dann auch die freien Tage wo echt mal keiner anruft.

Ich bin dann zum Betriebsrat gegangen. Der sagte mir: "Ja, das höre ich ständig. Aber jeder sagt: Sag nicht, daß ich das gesagt habe...nenne bloß nicht meinen Namen"

Aber ich bin dann zum Direktor gegangen, weil es eben auch so ist, daß sich nichts ändert, wenn niemand was sagt. Er war freundlich, meinte aber , er wäre doch nicht mein Psychotherapeut und dann müsste ich eben lernen "nein" zu sagen.
Ich hae aber darauf betsnaden, daß das nicht die Lösung ist, denn der Laden läuft ja nur, weil keiner "nein" sagen mag.

Er meinte dann, er werde darüber nachdenken was man ändern könne....aber es hat sich nichts getan.(Bis jetzt)

Ich zumindest versuche umzudenken und alles ruhiger anzugehen, weniger Dinge zu machen über die ich mich dann ärgere usw.
Ich versuche mehr an mich zu denken und nicht daran, was die anderen wohl sagen,wenn ich XXXXXX mache.
Kollegen werden einen nie mehr lieb haben, weil man mehr arbeitet oder sich besonders bemüht alles richtig zu machen.
Also ich versuche weniger Streß zu haben weil ein Teil auch aus mir kommt. Und zumindest den kann ich abstellen.
z.B habe ich früher immer Akkord gearbeitet, wenn es hektisch wurde und mal wieder zu wenig Personal da war. Dafür werde ich aber nicht bezahlt. Jetzt arbeite ich ruhig durch ohne in Hektik zu fallen die mich total stresst und schnell wieder krank macht. Wenn ich etwas nicht schaffe, dann ist es so. Aber ich versuche nicht mehr aufzuarbeiten, was andere haben liegen lassen oder was nun mal nicht geht.

ally_mommy
04.11.13, 16:52
Kollegen werden einen nie mehr lieb haben, weil man mehr arbeitet oder sich besonders bemüht alles richtig zu machen.


Äh, doch! Ich liebe meine Kollegen, die sich bemühen, gute Arbeit abzuliefern. Schon allein, weil die Qualität meiner eigenen Arbeit schließlich davon abhängt. Wenn mal wieder einer ankommt, in allerletzter Minute einen Text braucht und mir dann noch nicht einmal sagen kann, was genau er braucht und wofür, dann ist derjenige bei mir unten durch. Denn das kostet mich erheblich mehr Zeit und Kraft ;) Und dann gibt's die Kollegen, die ihren eigenen Kram im Griff haben. Die kommen dann auch mal vorbei, erzählen von ihrem Projekt und kündigen schon mal an, dass sie mich dafür später auch brauchen. Dann kann ich mich schon einlesen und bin informiert, wenn es losgeht. Solche Kollegen liebe ich :) Das hat ja auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Ich mache meine Arbeit auch bestmöglich, damit mein Team und letztlich das Unternehmen davon profitiert und erwarte das selbstverständlich von allen anderen Kollegen auch. Nur so kann man doch ein gutes Betriebsklima haben.

Ich arbeite eng mit der Geschäftsführung zusammen und da ist es evtl. auch etwas anders, als wenn man den "Boss" nie zu Gesicht bekommt und quasi anonym arbeitet. Allgemein legt sich hier aber jeder für jeden ins Zeug - bis auf so ein paar faule Schlümpfe, die schon mit einem sprichwörtlichen Null-Bock-Tatoo auf der Stirn herumlaufen - und da ist dann auch egal, ob die Anfrage von ganz oben kommt, oder vom Pförtner. Erwartet wird hier auch sehr viel. Überstunden gehören ganz selbstverständlich dazu und die werden auch nicht in Freizeit oder Mehrverdienst abgegolten. Andererseits schaut einen hier niemand schräg an, wenn mal wenig los ist und man zwei Stunden früher geht. Letztlich gleicht das die Überstunden niemals aus, aber es ist einfach gut, dass man hier grundsätzlich den Mitarbeitern vertraut, dass sie es damit nicht übertreiben.

stuppsi
04.11.13, 19:28
allymommy, darf ich fragen wie lange du schon Berufstätig bist?

sally71
04.11.13, 19:58
Aber ich bin dann zum Direktor gegangen, weil es eben auch so ist, daß sich nichts ändert, wenn niemand was sagt. Er war freundlich, meinte aber , er wäre doch nicht mein Psychotherapeut und dann müsste ich eben lernen "nein" zu sagen.
Ich hae aber darauf betsnaden, daß das nicht die Lösung ist, denn der Laden läuft ja nur, weil keiner "nein" sagen mag.

Danke für Deinen Beitrag, wir sind uns nicht einmal so unähnlich, denke ich. :) Ich kann leider auch schlecht nein sagen, versuche irgendwelchen Standards zu entsprechen, selbst dann noch, wenn es niemanden kümmert geschweige denn irgendwann eine Wertschätzung oder beruflicher Vorteil dafür rumkommt.

Ich denke, die Sache mit dem Psychotherapeuten ist an sich gar nicht so eine schlechte Idee. Du kannst den Wind nicht ändern, aber Du kannst die Segel danach richten. Oder eine andere Stelle suchen... Das muss ich mir auch immer wieder sagen, und weil zweiteres nicht in Frage kommt, muss ich mir eine etwas dickere Haut zulegen, mich besser abgrenzen. Das ist Schwerarbeit (wirklich!), aber man kann es einüben. Und man wird sich selber später dafür danken. Dh nicht, dass ich jetzt ein ganz anderer Mensch werde, aber ich kann mir Sachen nicht mehr so zu Herzen nehmen.

Der wichtigste Vers in der Bibel geht ja so, dass man Gott lieben soll, von ganzem Herzen, ebenso seinen Mitmenschen UND sich selbst. Die beste Psychotherapie die ich hatte, drehte sich nur um diese eine Wahrheit, so einfach es tönt - er hat mir in dem Jahr am meisten geholfen von allen! Er sagte, dass ich zwar Gott und die Mitmenschen natürlicherweise wertschätzen und lieben würde, aber mich selber dabei vergesse.

Und es ist wirklich so, wenn ich mich achte, dann habe ich ein schlechtes Gewissen, sobald es mir anfängt irgendwie gut zu gehen, sogar wenn niemand dabei einen Nachteil hat usw. Als mir dies klar wurde, begann ich daran zu arbeiten. Und wenn andere nachher für Dich aufkommen müssen (Schwerbehinderungsrente oder Harz IV oder wie das bei Euch heisst), dann hat auch niemand mehr etwas von Deinem enangierten, übermässig pflichtbewussten Verhalten. Im Gegenteil, Du liegst den anderen auf der Tasche... diese Logik half mir auch.

Aber ich bin noch längst nicht am Ziel...... :ooom: Und langer Rede, kurzer Sinn - ich denke, Dein Problem liesse sich kurz vielleicht ähnlich zusammenfassen wie bei mir, auch wenn man im ersten Moment gar nicht darauf kommen würde.

Bei mir war es damals so, dass jener Psychotherapeut vor mir etwa 4 Mal meine Eltern in der Sprechstunde hatten, wegen mir.. weil ich krank war. Als ich dann zu ihm kam, konnte er mich viel besser einschätzen als vielleicht andere Therapeuten. Und er sagte mir genau das, was ich hören musste.

Und zwar immer wieder, daher schreibe ich es jetzt auch hier auf, obschon ich davon ausgehe, dass Dir das Problem auch irgendwie bewusst sein muss.... :)

LG, Sally

sally71
04.11.13, 20:10
allymommy, darf ich fragen wie lange du schon Berufstätig bist?

Das Alter steht im Profil. :)

Ich denke, allymommy hat eine sehr anspruchsvolle Arbeit, was sie ja auch schreibt, und wenn man so etwas nicht gewachsen ist, sollte man halt einfach wo arbeiten, wo die Anforderungen nicht so hoch sind. Ich könnte auch nicht überall arbeiten, aber das finde ich nicht schlimm. Schlimm finde ich es erst dann, wenn man nirgends mehr arbeiten kann, wenn man nicht mehr 100% fit ist.

Dies versuche ich hier auch etwas herauszuspüren, was für Unterschiede es gibt in Bezug auf die Arbeitsorte und Arbeitsumfelder.

sally71
04.11.13, 20:22
Vielleicht kannst Du einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen (am besten mit einem Sozialaverband im Hintergrund).

Das habe ich jetzt übrigens versucht, aber ich glaube, dabei kommt nicht so viel raus, bzw. man muss es hier in der CH so oder so machen, man bekommt dann Unterstützung, Job Coach etc. Falls man später tatsächlich mal irgend eine Rente bekommen sollte, ist das auch eine Voraussetzung, dass man sich bei gesundheitlichen Problemen sofort angemeldet hat. Ich habe eigentlich viel zu lange gewartet. Momentan warte ich noch auf die Rückmeldung. Aber eben, Geld werden sie mir kaum zahlen, und ich weiss auch gar nicht, ob ich das wollen würde, ich möchte, wieder fiter werden!

Ich hoffe, Du nimmst mir meine Zeilen im obigen Beitrag nicht übel, ist wirklich gut gemeint. :good:
Ich habe mir eine CD gekauft, sie heisst "lieb dich gesund", ist etwas peinlich eigentlich - aber ich höre sie total gern und ich merke, wie dies mein Problem besser löst als viele Psychotherapiestunden zu Detailfragen.

Das andere ist wie gesagt, auch das wehren und abgrenzen. Das lernte ich jetzt auch auf die harte Tour mit einer Mitbewohnerin, die mich total fertig machte, egal wie nett oder entgegenkommend ich war. Das habe ich bisher noch nicht erlebt, aber es gibt offenbar wirklich solche Leute, sie hatte 0 Verständnis für meine gesundheiltichen Einschränkungen, vermutete hinter allem, dass ich einfach faul und böswillig sei. Und dabei hielt sie sich noch für intelligenter als der Rest der Menschheit... :_o: Ihretwegen habe ich jetzt auch diese neuen Gelenksymptome bekommen. Aber war es wirklich sie? Es ist an mir, für mich einzustehen. Das habe ich mir versprochen, dass mir so etwas nie wieder passiert..... man muss sich auch wehren im Leben.
Wobei ich auch sofort reagierte - ich zog nach 4 Monaten - was dann halt auch ein grosser Stress war - wieder aus. Da hätte ich mich jetzt nicht genug abgrenzen können.
Ende meiner Erkenntniswiedergabe. ;)

c.schnuffelblau
04.11.13, 21:06
.
Du kannst den Wind nicht ändern, aber Du kannst die Segel danach richten.

Ja, genau!


Oder eine andere Stelle suchen... Das muss ich mir auch immer wieder sagen, und weil zweiteres nicht in Frage kommt, muss ich mir eine etwas dickere Haut zulegen, mich besser abgrenzen. Das ist Schwerarbeit (wirklich!), aber man kann es einüben. Und man wird sich selber später dafür danken. Dh nicht, dass ich jetzt ein ganz anderer Mensch werde, aber ich kann mir Sachen nicht mehr so zu Herzen nehmen.

*nick*


Der wichtigste Vers in der Bibel geht ja so, dass man Gott lieben soll, von ganzem Herzen, ebenso seinen Mitmenschen UND sich selbst. Die beste Psychotherapie die ich hatte, drehte sich nur um diese eine Wahrheit, so einfach es tönt - er hat mir in dem Jahr am meisten geholfen von allen! Er sagte, dass ich zwar Gott und die Mitmenschen natürlicherweise wertschätzen und lieben würde, aber mich selber dabei vergesse.

Ja, das habe ich auch schon gehört, daß es nicht heißt: "Liebe Deinen Nächsten MEHR als Dich selbst, sondern WIE Dich selbst."
Das ist auch wirklich nur so sinnvoll.


Und es ist wirklich so, wenn ich mich achte, dann habe ich ein schlechtes Gewissen, sobald es mir anfängt irgendwie gut zu gehen, sogar wenn niemand dabei einen Nachteil hat usw. Als mir dies klar wurde, begann ich daran zu arbeiten. Und wenn andere nachher für Dich aufkommen müssen (Schwerbehinderungsrente oder Harz IV oder wie das bei Euch heisst), dann hat auch niemand mehr etwas von Deinem enangierten, übermässig pflichtbewussten Verhalten. Im Gegenteil, Du liegst den anderen auf der Tasche... diese Logik half mir auch.

Richtig! Wenn ich mich wieder stresse, weil ich für 3 arbeiten will, dann mache ich nicht einmal die Arbeit von einer Person gut! Denn ich bin unkonzentriert und fahrigm vergesse dieses und jenes. Und keiner sagt: "Super, daß Du Dir solche Mühe gegeben hast"
Im Gegenteil: ich mache dann was falsch und kriege noch was aufs Dach.
Ich bin auch nicht dafür da die Arbeit wegzuarbeiten die andere nicht geschafft haben, wenn ich meine selbst nicht schaffe.

Von daher ist es für alle besser wenn ich einen Gang runterfahre. Daß man in der Krankenpflege die Arbeit nicht optimal schaffen kann, ist bekannt. Das ist nicht meine Schuld, sondern die des Arbeitgebers der Unmögliches vom Personal verlangt. Und ich bin nicht diejenige die dafür da ist, die Gewinnorientierung aufzufangen. Das ist unmöglich.
Früher hatte man doppelt soviel Personal und wneiger Arbeit, weil die Ansprüche/Forderungen wesentlich höher sind als früher. Alleine die Dokumentation hat sich mindestens vervierfacht.

Alles noch so wie früher machen zu wollen, das geht einfach nicht mehr. Ich denke also um!


Bei mir war es damals so, dass jener Psychotherapeut vor mir etwa 4 Mal meine Eltern in der Sprechstunde hatten, wegen mir.. weil ich krank war. Als ich dann zu ihm kam, konnte er mich viel besser einschätzen als vielleicht andere Therapeuten. Und er sagte mir genau das, was ich hören musste.

Da hast Du wirklich Glück gehabt!
Ich habe aber endlich auch gute Psychotherapeuten die mir wirklich weiterhelfen. Und ganz wichtig ist: nicht perfekt sein zu wollen. ;-)

sally71
04.11.13, 21:45
Daß man in der Krankenpflege die Arbeit nicht optimal schaffen kann, ist bekannt. Das ist nicht meine Schuld, sondern die des Arbeitgebers der Unmögliches vom Personal verlangt. Und ich bin nicht diejenige die dafür da ist, die Gewinnorientierung aufzufangen. Das ist unmöglich.
Früher hatte man doppelt soviel Personal und wneiger Arbeit, weil die Ansprüche/Forderungen wesentlich höher sind als früher. Alleine die Dokumentation hat sich mindestens vervierfacht.

Alles noch so wie früher machen zu wollen, das geht einfach nicht mehr. Ich denke also um!

Meine Tante war auch in der Krankenpflege, sie hat es auch nicht mehr geschafft aus eben diesem Grund. Sie machte dann etwas anderes, zuerst eine Stelle in einer Buchhandlung und später dann in einem Wohnheim in der Caféteria, wo sie u.a. als Krankenpflegerin aushalf, falls nötig. Ich stelle mir das in der Pflege auch ganz schwierig vor, wenn man diesen Wandel mitmachen muss(te). Es wird wie ein neues Berufsbild daraus, das man vielleicht nie gewählt hätte :confused:



Und ganz wichtig ist: nicht perfekt sein zu wollen. ;-)

Genau. :) Ich habe auch irgendwo gelesen (vielleicht sogar in diesem Thread ;)), dass man bei Mulitasking einfach akzeptieren muss, dass man mehr Fehler macht. Und das gilt auch für Rationalisierungen usw. Das kann ich auch nur schwer, ich möchte auch alles perfekt machen.
Letzte Woche musste ich z.B. einen Flyer erstellen, hatte aber nicht viel Zeit. Normalerweise nehme ich mir mehr Zeit als ich vielleicht brauchen dürfte und schreibe diese dann nicht auf, nur dass mir das Resultat am Schluss wirklich gefällt....
Schön war, dass an dem Flyer trotz Zeitknappheit am Schluss für einmal nichts auszusetzen war. Aber da sagte ich mir auch: dass ich mich an dieses Gefühl gar nicht erst gewöhnen darf, ich arbeite in einem Sekretariat und da passieren halt immer Fehler - und manchmal sind Beziehungen und Gespräche wichtiger als der perfekte Flyer...

Manchmal birgt dieser Zielkonflikt für mich durchaus ein krank machendes Potenzial, das ich noch verringern muss. Und da gebe ich den Ärzten dann eben schon recht, wenn sie sagen, dass meine Symptome z.T. auch somatisch sind (also nicht alles nur körperlich, ohne Einfluss der Lebensumstände).

stuppsi
04.11.13, 22:21
Das Alter steht im Profil. :)

Ich denke, allymommy hat eine sehr anspruchsvolle Arbeit, was sie ja auch schreibt, und wenn man so etwas nicht gewachsen ist, sollte man halt einfach wo arbeiten, wo die Anforderungen nicht so hoch sind. Ich könnte auch nicht überall arbeiten, aber das finde ich nicht schlimm. Schlimm finde ich es erst dann, wenn man nirgends mehr arbeiten kann, wenn man nicht mehr 100% fit ist.

Dies versuche ich hier auch etwas herauszuspüren, was für Unterschiede es gibt in Bezug auf die Arbeitsorte und Arbeitsumfelder.

Es geht nicht um das Alter sondern um die Berufsjahre!

sally71
04.11.13, 22:35
Die kannst Du in etwa selber ausrechnen, natürlich, sonst hätte ich ja nicht das Alter erwähnt. ;)

stuppsi
04.11.13, 23:22
Wie soll man die Berufsjahre ausrechnen? So ein Quatsch. Ich bin 46 , weißt du wie lange ich arbeite? Hab ich studiert? Einmal, mehrmals, gar nicht?War ich arbeitslos? Lange krank? In Mutterschutz; Elternzeit usw. und genauso wird es bei ihr sein...

sally71
04.11.13, 23:42
Liebe stuppsi, ich sagte ja nicht, ich wüsste, wie lange Du arbeitsest, sondern, dass ich dachte, dass man es bei ihr in etwa ausrechnen kann.
Aber am besten, Du wartest einfach auf ihre Antwort, wenn Du es genau wissen möchtest - meine Hilfsbereitschaft geht hin und wieder noch mit mir durch. :ooom:

stuppsi
05.11.13, 00:29
Ja danke... das solltest du dir abgewöhnen... und ich bin gerade schlecht eingestellt und kriege meine Tage... von daher.. vorsicht bissig. ;-) Gute NAcht dann...

sally71
05.11.13, 13:16
So bissig siehst Du eigentlich gar nicht aus im Foto. ;)
Aber dann ist ja alles gut, ich arbeite an meiner "Hilsfbereitschaft", ausser dass ich noch dafür bezahlt werde, hilfsbereit zu sein, was natürlich ein Zielkonflikt ist, der nicht so leicht gelöst werden kann... :ooom:

stuppsi
05.11.13, 16:02
Der Stuppsi auf dem Bild ist leider schon verstorben. Ganz alte user hier haben das damals mitbekommen.:-(
Siehst und ich helfe den ganzen Tag und soll in meinem Privatleben mehr an mich denken! :-)

sally71
05.11.13, 22:34
Der Stuppsi auf dem Bild ist leider schon verstorben. Ganz alte user hier haben das damals mitbekommen.:-(
Ja, ich weiss (wenn es auch "vor" meiner Zeit war vielleicht).

Ich träumte gerade letzte Nacht von einem Hund einer Bekannten, im Traum war er am Verdursten und ich gab ihm zu trinken. Mein Hase ist daran gestorben letztendlich.. (er war bei meinen Eltern, als sie es mir sagten, war es schon zu spät, er hätte sich nicht mehr erholt) das hat mir gezeigt, solche Dinge gehen einem länger nach als man manchmal meint... ich träume auch nicht so oft.

ally_mommy
06.11.13, 15:10
Huhu, sorry war ein paar Tage nicht im Forum. Das Rätsel kann ich gerne lüften. Mein Alter passt nämlich wirklich gar nicht zu den Berufsjahren, insofern ist die Frage schon berechtigt. Während des Studiums habe ich auch gearbeitet, allerdings in einem akademischen Umfeld. Das kann man also nicht wirklich mitzählen. So richtig voll und für die freie Wirtschaft arbeite ich erst seit 2008, also gut fünf Jahre.

stuppsi
06.11.13, 16:10
Huhu, sorry war ein paar Tage nicht im Forum. Das Rätsel kann ich gerne lüften. Mein Alter passt nämlich wirklich gar nicht zu den Berufsjahren, insofern ist die Frage schon berechtigt. Während des Studiums habe ich auch gearbeitet, allerdings in einem akademischen Umfeld. Das kann man also nicht wirklich mitzählen. So richtig voll und für die freie Wirtschaft arbeite ich erst seit 2008, also gut fünf Jahre.

Danke, ally-mommy. Das bringt mir ein Lächeln ins Gesicht und ein Aufseufzen vor Erleichterung. Mal sehen ob du das Gleiche wieder in 20 Jahren schreibst.;-)
Als ich es gelesen habe , musste ich an meine Ansprüche, Ambitionen , Karriereplanung usw. denken.
Frage mich immer ob alle Menschen in allen Berufen mit den Jahren so leicht resignieren und vieles einfach hinnehmen, bzw. aufhören gegen alles anzukämpfen was nicht optimal läuft.

Melopomene
06.11.13, 17:21
Ja, tun sie ... zum einen, weil dann doch die Familie wichtiger wird und die Sicherheit vor der Karriere geht. Oder aber weil man einfach zu alt wird und sich den Stress nicht mehr antun will.

Ich habe mein Studium auf dem zweiten Bildungsweg beendet, damals war ich 31 Jahre alt. Mein Ziel war es, Projektleiterin zu werden. In der ersten Firma keine Chance, also wechselte ich 2008. In der zweiten Firma wurden mir zwar alle möglichen Versprechungen gemacht, aber passiert ist nichts. Ich war nur noch gefrustet und wurde teilweise auch richtig von meinem Vorgesetzten diesbzgl. verarscht, weil der gar nicht den Plan hatte, mich anderweitig einzusetzen. Innerlich hatte ich dann letztes Jahr bereits gekündigt, nahm meine ARbeit nicht mehr ernst, hatte auch keine Lust mehr zu arbeiten. Ich hatte große Schlafprobleme, Mobbing war auch ein Thema, fühlte mich schlecht und antriebslos und müde ... war auch sehr oft krank, aber selbst das war mir egal.

Ich hatte mir damals gesagt, wenn ich mit 40 keine berufliche Karriere vorweisen kann, dann werde ich meine Prioritäten anders setzen. Das habe ich nun getan, habe die Firma gewechselt und arbeite meine 40 Stunden Woche und gut ist. Projektleitung? Nein, brauch ich nicht mehr. Überstunden? Nein, mache ich nicht mehr. Wenn ich krank bin, bin ich krank. Wenn ich Urlaub habe, habe ich Urlaub und bin nicht für die Firma erreichbar. Und - wenn sich die Möglichkeit in den nächsten zwei Jahren doch noch ergeben sollte - würde ich auch eine Familienplanung anstreben.

sally71
06.11.13, 17:40
Ich hatte gestern ein Gespräch bei einer STelle, die für Kriseninterventionen zuständig sind (also Psychiatrisch-/Psychologische Hilfe, v.a. auch für Firmen, Mitarbeiter, bei Katastrophen usw.)

Er meinte auch, als ich sagte, dass mein Psychiater wohl unrealistische Vorstellungen habe von einem Vorgesetzten/ Arbeitsplatz in der heutigen Zeit, dass er sich das durchaus vorstellen könne. Er höre immer mehr haarsträubende Geschichten von Berufstätigen an ihrem Arbeitsplatz, quasi eine Zunahme solcher, und dass er sich nicht vorstellen könne, dass diese alle erfunden seien. :rolleyes:

Jener Psychiater gab ja in seiner Empfehlung an die Krankenversicherung weiter, dass ich "nur" meinen Arbeitgeber wechseln müsste, und dass eine Verbesserung meiner gesundheitlichen Situation zu erwarten wäre. Er wollte meine Vorgesetzten sogar anrufen, was ich jedoch nicht wollte. Heute bin ich froh, habe ich gewechselt, obschon ich ihn sonst nett fand und er allg. als kompetent gilt, wie ich aus Rückmeldungen einiger seiner Berufskollegen heraushörte.:_o:

Wobei ich schon auch sagen muss, dass es mir diese Woche, in der ich krank geschrieben bin, eigentlich sehr gut geht - aber sicher auch nur desahlb, weil ich weiss, ich darf nächste Woche wieder zurück zu meiner Arbeit.

c.schnuffelblau
06.11.13, 19:09
Danke, ally-mommy. Das bringt mir ein Lächeln ins Gesicht und ein Aufseufzen vor Erleichterung. Mal sehen ob du das Gleiche wieder in 20 Jahren schreibst.;-)
Als ich es gelesen habe , musste ich an meine Ansprüche, Ambitionen , Karriereplanung usw. denken.
Frage mich immer ob alle Menschen in allen Berufen mit den Jahren so leicht resignieren und vieles einfach hinnehmen, bzw. aufhören gegen alles anzukämpfen was nicht optimal läuft.

Ja, das frage ich mich auch. In den ersten 10-15 Jahren hätte ich am liebsten meinen Urlaub verkauft und wäre weiter zu Arbeit gegangen. Heute frage ich mich wie das sein kann. Ich kann mich da, selbst mit größter Mühe, nicht mehr reinversetzen.
Ich habe alles irgendwie leistungsmäßig für möglich gehalten. Mir fiel nie etwas schwer. Weder von der Arbeit, der Konzentration, vom Gedächnis her usw.

Und wenn ich mich heute ansehe, dann bin ich oberpingelig und will alles wiederhaben was ich länger arbeite. Es ist eben alles superanstrengend für mich und ich bin nicht sicher, ob ich nicht doch so einknicken werde, daß ich gar nicht mehr arbeitsfähig bin :-(((
(Ich versuche ja dem durch Umdenken entgegenzusteuern, weiß aber noch nciht was es bringt/bringen kann)
Im Grunde habe ich bei Melopomene immer nur nicken können, als ich ihren Text las ;-)

Na ja, andererseits geht es ja auch um viel: nämlich um meine Exdistenz, die ich absolut gefährdet sehe, wenn ich unter Druck/ in Streß gerate. Mein Körper hat diesbezüglich ein Eigenleben entwickelt das ich nicht verstehe und auch nicht akzeptiere, daß ich aber so hinnehmen muß, weil ich (noch) nicht weiß, wie ich es ändern kann.

Wenn ich dann so lese und Reportagen sehe, daß in Amerika sich viele Leute alles mögliche reinpfeifen um noch mehr zu leisten, dann bin ich echt am Überlegen ob ich nicht auc h an solche Medikamente kommen könnte.....bzw hätte ich dann gerne jemaden der mir auch sowas verschreibt. Ich hätte keine Probleme Ritalin und Co einzunehmen, wenn mich das fit machen würde. Aber in D. ist Müdigkeit als Indikation leider nicht zugelassen. Vielleicht ändert sich das ja noch!
Kommt den Staat vielleicht günstiger sowas über die KK zu finanzieren, als die ganzen Erwerbsminderungsrenten der Depression und Erschöpften zu finanzieren, vermute ich mal.

sally71
06.11.13, 20:07
In der Schule wurde ich mehrmals ohnmächtig. Mein HA verschrieb mir dann so Ampullen, die meine Leistungsfähigkeit steigern sollten - ich glaube, mir ging es noch nie so gut. :_o:
Aber er sagte mir auch, man könne das nicht langfristig geben. Keine Ahnung, was es war...
Aber ich denke, die Wirkung war gegenteilig zu Ritalin oder allen Psychopharmaka, nämlich aufputschend, nicht müde machend. Das ist das einzige, was bei mir in Frage käme, ich war nie hyperaktiv, nervös oder ängstlich. Oder habe ich da eine falsche Vorstellung von Ritalin?

Dann ziehe ich mir jetzt mal einen DVD rein, zum Thema passend (?): Side Effects. ;)

c.schnuffelblau
06.11.13, 21:31
In der Schule wurde ich mehrmals ohnmächtig. Mein HA verschrieb mir dann so Ampullen, die meine Leistungsfähigkeit steigern sollten - ich glaube, mir ging es noch nie so gut. :_o:
Aber er sagte mir auch, man könne das nicht langfristig geben. Keine Ahnung, was es war...

Da würde ich doch nochmal nachfragen!!!!

Aber ich denke, die Wirkung war gegenteilig zu Ritalin oder allen Psychopharmaka, nämlich aufputschend, nicht müde machend.

Ritalin macht nicht müde. Im Gegenteil: es zählt zu dem Amphetaminen.
Es putscht den Normalmenschen auf. Und hyperaktiven Kindern kann es helfen einfach normal zu leben. Deshalb ist es ja auch so doof zu sagen: "Ich dröhne mein Kind nicht zu". Obwohl es wohl auch nicht bei allen Kindern hilft.


Das ist das einzige, was bei mir in Frage käme, ich war nie hyperaktiv, nervös oder ängstlich. Oder habe ich da eine falsche Vorstellung von Ritalin?

Ich glaube, das sind so die gängigen Vorurteile.


Dann ziehe ich mir jetzt mal einen DVD rein, zum Thema passend (?): Side Effects. ;)

Klingt nicht romantisch.

sally71
06.11.13, 22:36
Da würde ich doch nochmal nachfragen!!!!

Der Arzt ist längst im Ruhestand..

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Selbstversuch-mit-Ritalin-10-Milligramm-Arbeitswut/story/13976846
Nachdem ich das gelesen habe, denke ich nicht, dass ich Ritalin wollen würde.
Ich kenne solche Persönlichkeitsveränderungen von meiner Schwester, der es auch "besser" geht, seit sie Medikamente nimmt, aber sie ist einfach nicht mehr sich selbst... das käme für mich nicht im Frage, egal welche Leistung ich dann erbringe. Ich bin doch keine Maschine. :bad:


Klingt nicht romantisch.

Bis auf Jude Law.. aber nein, ich schaue natürlich auch gerne anderes, ausser romantischen Filmen meine ich. ;)

c.schnuffelblau
06.11.13, 23:35
Nachdem ich das gelesen habe, denke ich nicht, dass ich Ritalin wollen würde.

Mich bestärkt es ;-)
Ich habe es zwar nur halb gelesen, aber mir gefällt es!
Ich habe doch so, wie ich jetzt bin, auch nicht das Gefühl "Ich" zu sein!


Ich kenne solche Persönlichkeitsveränderungen von meiner Schwester, der es auch "besser" geht, seit sie Medikamente nimmt, aber sie ist einfach nicht mehr sich selbst..

Was ist denn anders? Und was (Name des Medikamentes) nimmt sie wogegen?


das käme für mich nicht im Frage, egal welche Leistung ich dann erbringe. Ich bin doch keine Maschine.

Und was bin ich jetzt???? Jemand der eigentlich nicht mehr kann und ständig versucht doch noch was zu reißen, damit er nicht von Hartz4 leben muß.
Da wäre ich aber garantiert lieber mit Medis gedopt!

sally71
07.11.13, 01:02
Meine Schwester hat Psychopharmaka, ich weiss nicht, was sie hat.

Aber denkst Du nicht, dass das selbe geschehen würde, wie wenn Du Kaffee trinkst, um Dich fiter zu fühlen? Bei mir ist es zumindest so, dass es vorerst einmal etwas hilft - daher ist es auch schwierig aufzuhören, aber ich bin eben auch mehr gestresst im Laufe des Tages, habe Abends Mühe abzuschalten, einzuschlafen, was zu einem Teufelskreis wird, und am Ende geht es mir nicht besser.
Das schreibt sie auch in dem Text, dass sie sich ausgebrannt fühlte, das habe ich auch von Kaffee.

Auch körperliche Symptome verringern sich ohne Kaffee. Und Ritalin wird ja verglichen mit Kaffee, irgendwo habe ich das zumindest gelesen.

Ich denke zB auch an Jod bei einer Hashi-kranken Schilddrüse.. zuerst geht es einem etwas besser, aber im Endeffekt schafft die Schilddrüse diesen zusätzlichen Antrieb erst recht nicht mehr.

c.schnuffelblau
07.11.13, 23:07
Meine Schwester hat Psychopharmaka, ich weiss nicht, was sie hat.

Schade.
Aber was ist denn anders an ihr?
Ich fühle mich nämlich keinswegs anders oder verändert. Im Gegenteil: ich bin dadurch mehr wieder "ich".
Als ich in meiner Depression kaum noch was konnte (nicht mehr arbeitsfähig war, ständig geheult habe, die Dinge alle total negativ sah usw) da habe ich mich keinswegs gefühlt als würde ich ich sein.
Ich habe mich total falsch gefühlt!
Mit den ADs ist es zwar deitlich besser geworden, ich bin wieder viel mehr "ich". Aber eben noch nicht so ganz.
Diese Dünnhäutigkeit, diese Konzentrationsprobleme, das schlechte Gedächnis...das bin nicht "ich". Und wenn ein medikament das wieder "wegmacht" dann finde ich das nur gut! Wieso auch nicht?

Kann es sein, daß es Dir gut geht? So im Großen und Ganzen?
Dann fehlt Dir nämlich die Erfahrung wie es ist nicht man selbst zu sein OHNE Medis.


Aber denkst Du nicht, dass das selbe geschehen würde, wie wenn Du Kaffee trinkst, um Dich fiter zu fühlen? Bei mir ist es zumindest so, dass es vorerst einmal etwas hilft - daher ist es auch schwierig aufzuhören, aber ich bin eben auch mehr gestresst im Laufe des Tages, habe Abends Mühe abzuschalten, einzuschlafen, was zu einem Teufelskreis wird, und am Ende geht es mir nicht besser.

Schwer zu sagen ob es dasselbe für mich wäre. Ich vertrage keinen Kaffee und habe deshalb nicht den Vergleich.
Das schreibt sie auch in dem Text, dass sie sich ausgebrannt fühlte, das habe ich auch von Kaffee.


Auch körperliche Symptome verringern sich ohne Kaffee. Und Ritalin wird ja verglichen mit Kaffee, irgendwo habe ich das zumindest gelesen.


Ich denke zB auch an Jod bei einer Hashi-kranken Schilddrüse.. zuerst geht es einem etwas besser, aber im Endeffekt schafft die Schilddrüse diesen zusätzlichen Antrieb erst recht nicht mehr.

Sie schafft den zusätzlichen Antrieb nicht? Hm, ich weiß nicht. Mit Jod habe ich keine Probleme. Meiner täte zusätzlicher Antrieb gut.

sally71
09.11.13, 20:26
Aber was ist denn anders an ihr?
Ich fühle mich nämlich keinswegs anders oder verändert. Im Gegenteil: ich bin dadurch mehr wieder "ich".

Ich finde, sie ist unsensibel geworden. Merkt gewisse Dinge nicht mehr selbst und es kümmert sie nicht mehr wirklich, wie es anderen geht. Ihr Mann ist dabei, meine Stelle zu reduzieren (er ist im Leitungsgremium), sie findet das völlig normal.. Das ist nicht mehr normal. Aber vielleicht fühlt sie sich ja auch wie "sich selbst" jetzt, und ich kannte sie nie wirklich. :sad:


Kann es sein, daß es Dir gut geht? So im Großen und Ganzen?
Dann fehlt Dir nämlich die Erfahrung wie es ist nicht man selbst zu sein OHNE Medis.

Nein, mir geht es kaum besser als Dir. Aber mir konnte noch kein Medi wirklich helfen:rolleyes:, es ging mir damit immer noch schlechter wegen den NW. Aber ich finde schon noch das Richtige. Und vielleicht verstehe ich Dich dann. :)

c.schnuffelblau
10.11.13, 14:28
Ich finde, sie ist unsensibel geworden. Merkt gewisse Dinge nicht mehr selbst und es kümmert sie nicht mehr wirklich, wie es anderen geht. Ihr Mann ist dabei, meine Stelle zu reduzieren (er ist im Leitungsgremium), sie findet das völlig normal.. Das ist nicht mehr normal. Aber vielleicht fühlt sie sich ja auch wie "sich selbst" jetzt, und ich kannte sie nie wirklich. :sad:


Hm, ob das wirklich vond en Medis kommt? Oder der Erkrankung selbst? Oder dem versuch sich selbst zu schützen durch mehr Egoismus?
Eine erhöhte Gleichgültigkeit würde ich ja Benzodiazepinen zuschreiben, keineswegs einem AD.
Versucht doch bitte mal den Namen herauszubekommen, würde mich nun wirklich interessieren.



Nein, mir geht es kaum besser als Dir. Aber mir konnte noch kein Medi wirklich helfen:rolleyes:, es ging mir damit immer noch schlechter wegen den NW. Aber ich finde schon noch das Richtige. Und vielleicht verstehe ich Dich dann.
Bestimmt! Hoffe Du findest mal eines. :-)

sally71
25.11.13, 15:33
Leider weiss ich keinen Namen, wir reden nicht über solche Dinge....

Meine Ärztin hat mir nun aber selber Medis aufgeschrieben, vielleicht kennst Du diese ja auch (nehme ich an):
Seroquel
Zyprexa
Abilify

(in kleinster Dosierung)

sie meinte, ich würde den Gedanken daran nicht mögen... Wahrscheinlich machen sie müde, sie sollen beruhigend wirken. :rolleyes: Und natürlich werde ich sie nicht einnehmen. Vielelicht sollte ich - wenn schon den Therapeuten wechseln.

benny75
10.12.13, 01:04
Ich arbeite bei meinem Mann halbtags...mit meine vielen arztbesuchen wäre ich woanders schon rausgeflogen...