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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prothyrid oder Thybon? T3 gefährlich für Herz u. Knochen?



jmay
08.05.13, 21:47
Was haltet ihr davon? Vor einiger Zeit bin ich umgestellt worden von 125 L-Th. auf Prothyrid 100. Nachdem ich anfangs dachte, das überlebt mein Herz nicht, hat sich das irgendwann gut eingependelt. Insgesamt geht es mir viel besser. Ich bin wacher, sehe gesünder aus. Dies hier sind die neuen Werte:

TSH: 0,38 (Norm: 0,27-2,5)
FT3: 2,90 (Norm: 2-4,4)
FT4: 11,20 (Norm: 9,3-17)
TPO 386 (zum ersten mal seit Diagnose unter 1000! Waren immer im über-2000er-Wert!)

Also, es geht mir besser, wenn auch noch nicht tausendprozent. Seit ca. 4 Wochen habe ich wieder trockene Haare und Haarausfall (das war zwischendrin weg!) und ich leide wieder unter schlimmer PMS, auch das war verschwunden.

Diese Kontrollwerte habe ich bei einem anderen Arzt machen lassen, einem Endokr. aus "Bens Liste". Und der sagte zu mir, er würde überhaupt nichts von Prothyrid halten, das sei viel zu statisch. Das zusätzliche T3 wäre mit 10 mg(?) recht hoch und würde ans Herz und an die Knochen gehen. Er macht mir insgesamt einen sehr netten, gründlichen EIndruck, hat alle möglichen potentiellen Nebenbaustellen gecheckt usw.

Seiner Meinung nach soll ich auf L-Thyroxin 100 umsteigen (vor dem Prothyrid hab ich 125 genommen und das war zu wenig!) und zusätzlich Thybon nehmen, das soll ich vierteln (käme damit auf 5 mg) und nur bei Bedarf einschmeißen. Auch mahnte er an, dass T3 so etwas wie ein lifestyle-Medikament sei. Ich hab nun große Angst, meine nach 1,5 Jahren endlich halbwegs vorhandene Stabilität wieder aufs Spiel zu setzen, andererseits nehm ich ihn ernst, dass Prothyrid das Herz anstrengt merke ich durchaus.

Was denkt ihr dazu? Freu mich über jede Antwort!

Siroba
08.05.13, 22:51
Grundsätzlich hat er recht - Kombis sind unflexibel.
Wenn du auf lt & thybon wechselst, kannst du viel leichter deinem individuellen Bedarf entsprechend dosieren.

Sabinchen
08.05.13, 23:01
Grundsätzlich hat er recht - Kombis sind unflexibel.
Wenn du auf lt & thybon wechselst, kannst du viel leichter deinem individuellen Bedarf entsprechend dosieren.
Ja, aber...
Wenn es dir jetzt weitgehend gut geht, würde ich noch ein Weilchen mit der Umstellung warten - es könnte sich auch verschlechtern.
Wobei deine freien Werte noch so niedrig sind, dass ich eher erhöhen als senken würde. Am besten ein wenig LT dazu.

Siroba
08.05.13, 23:13
Eine andere Idee wäre, das Prothyrid wirklich mit LT zu ergänzen, aber es zu splitten und dadurch "abzudämpfen"...

Also z.B. die Gesamtdosis auf 10 T3 und 112,5 T4 zu ändern, als

Abends Bettkante:
5 T3 und 62,5 T4 -> 1/2 Prothyrid plus 1/2 25er LT

Morgens:
5 T3 und 50 T4 -> 1/2 Prothyrid

Sabinchen
08.05.13, 23:23
Eine andere Idee wäre, das Prothyrid wirklich mit LT zu ergänzen, aber es zu splitten und dadurch "abzudämpfen"...

Also z.B. die Gesamtdosis auf 10 T3 und 112,5 T4 zu ändern, als

Abends Bettkante:
5 T3 und 62,5 T4 -> 1/2 Prothyrid plus 1/2 25er LT

Morgens:
5 T3 und 50 T4 -> 1/2 Prothyrid:good:

Janne1
08.05.13, 23:39
Er meint sicherlich, dass du weniger Beschwerden hast, wenn du nicht die komplette T3-Dosis mit dem LT in einer Dosis einnimmst. Würde mich auf den Versuch einlassen.

Arsaneus
08.05.13, 23:53
Prothyrid hat ein statisches T3:T4-Verhältnis von 1:10 (bezogen aufs Massenverhältnis) bzw. 1:8,4 (bezogen aufs Stoffmengenverhältnis). Ja, das ist ein Nachteil, wie bereits erwähnt wurde.

Prothyrid hat aber auch einen ganz erheblichen Vorteil: Es ist das einzige in Deutschland erhältliche Präparat, das eine Dosis von 2,5µg T3 ermöglicht; nämlich durch Vierteln der Tablette. Das ist zwar offiziell nicht zugelassen, in der Praxis aber durchaus möglich.
Während man Thybon für eine Dosis von 2,5µg also achteln müsste, genügt beim Prothyrid vierteln. Das erhöht die Genauigkeit erheblich, da eine Vierteltablette noch bröselfrei herstellbar ist, bei einer Achteltablette aber nur noch Krümel herauskommen.

Die Auswirkungen eines erhöhten fT3 auf Osteoporose sind übrigens kontrovers diskutiert. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass zu hohe freie Werte tatsächlich mit Knochenabbau in Verbindung stehen. Die alte Meinung, supprimierter TSH würde zu Osteoporose führen, wurde jedoch widerlegt. Es sind tatsächlich die freien Werte relevant.
Ein T3-Präparat an sich macht aber noch keine zu hohen freien Werte - das macht erst die Dosierung! In so fern ist das kein Argument gegen T3-haltige Präparate, sondern nur ein Argument gegen falschen Umgang damit.

Siroba
08.05.13, 23:56
Das ist ein ziemlich gutes Argument, Arsaneus.

Jmay, könntest du mir netterweise eine PN schicken, wer dir das Prothyrid verschrieben hat?
Bin nämlich auch in Berlin...

jmay
09.05.13, 12:10
Danke für eure aufschlussreichen Antworten! Es stimmt, es ist bestimmt besser das T3 flexibel nach dem eigenen Befinden einzunehmen. Ich frag mich nur, woher ich weiß, ob meine Probleme wie Haarausfall usw. von zu viel/zu wenig T4/T3 kommen...naja, hilft wahrschienlich nur: rumprobieren, rumprobieren, rumprobieren...

Siroba, ich schick dir den Namen gerne, muss nur erst rausfinden wie das geht, hab ich noch nie gemacht. Liebe Grüße, J-May

Lara95
09.05.13, 12:10
Wer Angst vor Osteoporose hat, kann ja Dekristol nehmen.