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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neuer Job in der Einstellungsphase - ist das sinnvoll?



LilaFlieder
14.01.13, 00:18
Hallo ihr Lieben,

nun hab ich hier schon ein paar Tage mitgelesen und fand das teilweise sehr hilfreich, bin aber selbst noch sehr unerfahren. Nun hab ich, neben Hashimoto, ein berufliches Problem und wollte mal nach eurer Meinung zu meiner derzeitigen Situation bzw. ähnlichen Erfahrungen fragen:

Ich bin letztes Jahr mit meiner ausbildung (Ergotherapeutin) fertig geworden und habe nun vier Monate in einem Seniorenzentrum gearbeitet. Schon in der ausbildungszeit ging es mir teilweise überhaupt nicht gut, ich hab nur knapp die Fehlzeitenregelung einhalten können und oft wusste ich nicht, wie ich den vor mir liegenden Tag schaffen sollte. Hinzu kamen häufige Infekte, die ich leider auch oft verschleppt hab. Dabei hat mir die arbeit selbst immer unglaublich viel Spass gemacht. Früher war ich für meine Power bekannt, auf einmal hatte ich das Gefühl, bei weitem nicht das "nötige Pensum" auf die Reihe zu bekommen. Das hab ich aber immer auf den Stress bzw. die hohen Belastungen in der Zeit (nebenbei noch zwei Nebenjobs, um die privat zu finanzierende Schule + Lebensunterhalt "wuppen" zu können) geschoben und gedacht, es würde danach besser werden. Nun ja, danach wurde es eher schlimmer. Ich war in den ersten zwei Monaten schon zwei Mal krankgeschrieben, nach drei Monaten dann wurde ich wieder krankgeschrieben, diesmal für gut einen Monaten. Zunächst meinte meine Ärztin, meine Beschwerden seien psychosomatisch und ich solle mich ein bisschen ausruhen. Ich hab echt an mir gezweifelt. Nachdem die Beschwerden nicht nachliessen, nahm sie aber doch Blut ab, schickte mich zum Ultraschall und Szintigrafie und ich bekam Ende November nun die Diagnose Hashimoto (mit einem TSH von 9,04). Natürlich war das erstmal ein Schock, aber ich bekam ja Hormone (L-Thyroxin 50) und die Ärztin meinte, die Behandlung sei recht einfach.

Ende Dezember bekam ich nun die Kündigung (da ich noch in der Probezeit war, konnten sie mich ja "grundlos" kündigen) und bin offiziell seit gestern arbeitslos. Nun wurde am 03. Januar mein TSH-Wert überprüft und lag mit einem Mal bei 10,00 :eek: Dabei hab ich die Hormone sehr gewissenhaft genommen und der Wert hätte doch etwas sinken müssen... Zudem geht es mir körperlich, "geistig" und psychisch leider wieder ähnlich schlecht, wie vor der Behandlung. Seit dem 08. Januar nehme ich nun L-Thyroxin 75, werde mich morgen auch um einen Termin bei einem hier empfohlenen Endokrinologen bemühen, da ich mich bei meiner Hausärztin grad nicht so gut behandelt fühle. Sie erklärt mir (auch auf Nachfragen hin) nichts, testete bei der zweiten BE kein ft3 + 4 und ich hab das Gefühl, dass sie mich nicht so richtig ernst nimmt. Die Einstellung "läuft" also und ich hoffe, dann irgendwann auch wieder weitestgehend beschwerdefrei leben zu können. Nur im Moment sieht es leider noch nicht so aus und ich fühl mich garnicht gut.

Und nun stehe ich vor dem Dilemma, was ich mit meiner beruflichen Situation anstelle. Suche ich mir schnellstmöglich einen neuen Job und laufe Gefahr, dass es durch Krankschreibung (da ich Verantwortung für Klienten habe, kann ich mich nicht in jedem Zustand irgendwie hinschleppen) und/oder schlechtere Leistungen wieder auf eine Kündigung hinausläuft? Die eine Kündigung sieht schon blöd aus, eine zweite würde sich "im Lebenslauf" bzw. bei einer weiteren Jobsuche noch schlimmer machen... Und welcher Chef würde das schon mitmachen? Ich kann echt nicht einschätzen, wann und wie schnell es mir besser geht und will mir auch nicht meine beruflichen Chancen erschweren :sad: Die alternative ist für mich nun eben, die neue Jobsuche etwas "aufzuschieben", bis es mir mit der Einstellung etwas besser geht, mich erstmal auf meine Gesundheit zu konzentrieren und mir etwas Zeit zu geben und dann neu durchzustarten... Da weiss ich aber auch nicht, ob das arbeitsamt das mitmachen würde bzw. ob der Endokrinologe mir das eventuell bescheinigen kann oder so... Und erklären muss man bei späteren Bewerbungen ja beides irgendwie... :sad:

Vielleicht seh ich das auch grad arg pessimistisch, aber ich komm mir so hilflos und unsicher vor. Morgen hab ich ein Vorstellungsgespräch und irgendwie echt Bedenken, wie es es weitergeht. Wenn ich das meiner Familie oder meinem Freund gegenüber erwähne, heisst es nur "Da musst Du eben durch!" oder ähnliches und oft schwingt ein unausgesprochenes "Stell Dich mal nicht so an!" mit... So richtig hilfreich ist so ein Kommentar dann aber auch nicht :sad:

Was meint ihr denn? Habt ihr etwas ähnliches erlebt oder was würdet ihr tun?

Vielen, vielen Dank schonmal und viele Grüsse,

LilaFlieder

RanchRider
14.01.13, 00:54
Huhu Flieder,

Willkommen hier im Forum.

Ich kann dich sehr gut verstehen...ich bin gerade durch den "Laborarzt" wieder in eine massive Unterfunktion getrieben worden....dabei hatte ich gerade eine neue Stelle angetreten. Ich hatte die gleichen Bedenken wie du....schaffe ich das?

Bei mir schwankt das Befinden sehr und ich habe mich durchgebissen. Jetzt bin ich seit einem Jahr unbefristet angestellt und erst jetzt werde ich mir die Zeit nehmen, um mich um meine Einstellung zu kümmern und noch die OP durchführen zu lassen, die noch ansteht (dabei geht es um eine andere AI). Es war oft schwer, aber es gab auch gute Tage.

Bei dir liegt die Situation noch ein bisschen anders....du bist ja ohnehin im Moment ohne Arbeit...dann nutze doch die Zeit und finde deine richtige Einstellung....zu deinem Lebenslauf und dem AA schicke ich dir gleich noch eine PN.

Liebe Grüsse,
Toni

Bananenboot
14.01.13, 15:54
Hallo Flieder,

ich kann deine Unsicherheit sehr gut verstehen! Habe meine letzte Arbeitsstelle im Februar letzten Jahres durch einen heftigen Schub verloren. Musste das LT dann komplett absetzen und ein paar Tage bevor ich meine neue Arbeit antreten sollte hiess es ich soll nun wieder substituieren. Ganz ehrlich? Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich erst weiter zu Hause geblieben und hätte mich darauf konzentriert. In den ersten 2 Monaten war ich 2 mal krank- ging gar nichts mehr. Muss dazu schreiben das ich das LT, bzw. die Erhöhungen sehr schlecht vertrage. Ich schleppe mich quasi täglich zur Arbeit, obwohl ich zwischendurch immer mal wieder umkippe. Möchte meine Stelle eben nicht auch noch verlieren, schon garnicht nochmals wegen der SD, und hoffe es so irgendwie durchzuhalten. OK, arbeite nur 6 Std. tägl. Müssen aber die ganze Zeit stehen, viel Laufen und schleppen. Sitzen ist also nicht.

Deine Entscheidung kann dir niemand abnehmen, das musst du für dich selbst wissen. Hoffe nur du entscheidest dich richtig und bist dann damit auch zufrieden.
LG

büchi
14.01.13, 16:34
Hallo Flieder,

gäbe es denn Möglichkeit zwischen entweder - oder? D.h. keine feste neue Stelle, stattdessen erstmal kleinere / kürzere Projekte o.ä., wo du (in unterschiedlichem Umfang) mitarbeiten könntest?

lg, büchi

Maraya
17.01.13, 19:01
Ich hab vor zwei Jahren mit einem TSH von 37 (hatte einen heftigen Schub zwei Monate vorher, da lag der TSH bei 48, FT4 unter der Norm) eine neue Stelle angetreten. Ein Spaß war es nicht, aber ich hab mich durchgebissen, obwohl es mir oft nicht gut ging. Zwei Jahre habe ich dort dann gearbeitet, leider wurde dann mein Vertrag nicht mehr verlängert. Und nein, bereuen tue ich es nicht, die Entscheidung (würde ja eh nichts ändern), denn ich habe in den zwei Jahren sehr viel lernen können. Sowohl über den Beruf, als auch über mich selbst; vor allem, besser auf mich zu achten.

Jetzt habe ich wieder eine neue Stelle angefangen, mit an sich guten Werten. Ist auch super anstrengend...

Meine Motivation war, dass ich unbedingt in dem Bereich arbeiten wollte, wo sich mir die Stellen geboten haben, so viele Chancen gibt es da nicht. Und das hat mich durchhalten lassen.

Shirleen
17.01.13, 19:42
Die entscheidende Frage ist ja, wie lange Du Alg I bekommst und ob das ausreicht um davon leben zu können...und wie lange Du es schaffst, dass die Agentur für Arbeit Dich in Ruhe lässt....
Wenn Du z.B. nen vollen Anspruch von einem Jahr hast und mit dem Alg I auskommst (ist ja schon deutlich weniger..) ...dann spricht doch nix dagegen dass Du erstmal ein paar nicht so dolle Bewerbungen schreibst, die dann nicht ganz so erfolgversprechend sind :biggrin:
Wenn es Dir dann besser geht schreibste halt die richtigen Bewerbungen.....
Nur sollte es Dir dann recht schnell besser gehen, damit Du nicht nach Ende des Alg I noch in Alg II fällst....
So ists jedenfalls besser als wenn Du Deinen Traumjob findest und den gleich wieder verlierst....