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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bitte um Eure Erfahrungsberichte bei Hashimoto



May K. aus F.
10.05.12, 16:51
Hallo ihr Lieben,
ich hoffe, dass ihr mir weiter helfen könnt.
Hier also meine Situation:
Nachdem ich im letzten Jahr knapp 20 kg zunahm und große Schwierigkeiten bei der Abnahme hatte, rat mir der Arzt des Diätkreises meine Schilddrüsenwerte untersuchen zu lassen. Bei der Untersuchung wurde im November letzten Jahres wie vermutet eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Nach einer Untersuchung beim Internisten wurden keine Befunde bei meiner Schilddrüse festgestellt. So wurde ich also durch meine Hausärztin mit Schilddrüsentabletten langsam eingestellt.
Es ging mir jedoch nach kurzer Zeit sehr schlecht. Im Dezember schleppte ich mich durch mein Leben. War müde, hatte Kribbeln in den Beinen, bekam manchmal schwer Luft, war nicht ganz da, hatte Gelenkschmerzen, war wirr, sah doppelt, wirkte betrunken und schleppte mich einfach nur so durch. Sehr oft war ich bei meiner Hausärztin und bat um ihre Hilfe, die mir aber sagte, dass ich Geduld haben solle.
Als ich dann aber im Januar nicht mehr arbeiten konnte und meine Zeit nur noch auf dem Sofa verbrachte, ging meine Mutter mit mir zum Arzt, da sie mich stützen musste. Meine Hausärztin nahm mich nun endlich ernst und überwies mich zu sämtlichen Ärzten. Lungenspezialisten, Internist, Kardiologe…. . Der Internist gab sich sehr viel Mühe, untersuchte alles gründlich, machte Hormonuntersuchungen… Knapp 20 x wurde mir Blut abgenommen. Beim Kardiologen, der letzten Überweisung, sagte man mir „ich solle lieber mal einen Psychologen aufsuchen“, nachdem ich heulend zusammen brach, als mir der Arzt sagte, dass mit meinem Herzen alles in Ordnung sei. Das war ganz schön bitter!
Im März ging es mir eigentlich relativ gut. Die Symptome waren nur noch in geringer Form vorhanden und ich hoffte, dass der „Spuck“ nun endlich bald vorbei sei.
Als ich im April jedoch wieder schlimmere Beschwerden hatte und zu meiner Hausärztin zur normalen Blutkontrolluntersuchung sollte, bekam ich nun also endlich das Ergebnis.
„Ich habe nun den Grund Ihrer Beschwerden und Symptome, sie haben Hashimoto-Thyreoiditis. (1300) Die Krankheit scheint durch den Jodgehalt, der sich in den Schilddrüsentabletten befindet, ausgebrochen zu sein. Machen Sie sich mal keine Sorgen und kommen sie in 3 Monaten wieder. Wir haben Ihre Werte im Griff und werden ihre Tabletten dann ggfs. etwas erhöhen.“ Leider habe ich nicht gerade viel verstanden, weil ich wieder total neben mir stand.
Zuhause angekommen informierte ich mich in Ruhe im Internet. Da ich eine Firma führe, die ab Mai Hauptsaison hat und nun schon April war, bekam ich Panik und suchte einen zweiten Hausarzt auf, der mir Hashimoto T. auch bestätigte.
Nach Blutuntersuchungen wurden meine Schilddrüsentabletten erhöht, Vitamin-D-Tabletten aufgrund eines imensen Vitamin-D-Mangels und Selen und Eisentabletten verschrieben.
Als ich die Blutergebnisse mit ihm durchsprach sagte er mir, er habe noch nie so einen schlechten Vitamin-D- und Eisenhaushalt gesehen und er wundere sich, dass ich im Zusammenhang mit der Unterfunktion und dem Hashimoto T. überhaupt noch laufen könne. Am liebsten würde er mich zur Kur oder in den Urlaub schicken.
Nun haben wir Mai und meine Symptome sind wieder verstärkt da. An vielen Tagen ist mir das Arbeiten gar nicht mehr möglich. Meine Eltern sind so lieb und nehmen mir in der Firma so viel Arbeit wie möglich ab. Wenn ich jedoch an die lange Saison denke, die bereits begonnen hat, bekomme ich Panik.
Aber nun zu meinen Fragen:
Ist es normal, dass zuerst eine Verschlechterung auftritt? Fehlt mir einfach nur die Geduld? Kennt sich jemand mit Krankschreibungen bei Selbstständigen aus? (ich war glücklicherweise in den 7 Jahren nie krank, bin daher sehr uninformiert), sollte ich lieber einen Spezialisten oder eine Klinik aufsuchen? Ich habe schon das Gefühl bei meinem Arzt gut aufgehoben zu sein, aber die Verschlechterung macht mir Angst.
Für Eure Erfahrungsberichte wäre ich Euch sehr dankbar!
Liebe Grüße
May

roxanne
10.05.12, 16:56
Ja, eine anfängliche Verschlechterung kann durchaus vorkommen, auch bei einer Steigerung.

Ich empfehle Dir, vom arzt alle Werte und Befunde in Kopie zu holen und hier einzustellen.
Ebenso die genaue Medikamentenbezeichnung und Dosis.

Da die Ärztin von
den Jodgehalt, der sich in den Schilddrüsentabletten befindet spricht, nehme ich an, Du nimmst ein Jodkombie?
Das wäre komplett falsch, damit bekommst Du nichts in den Griff.

Und Hashi wird deshalb nicht ausgebraochen sein, Du hattest es schon vorher, daher die UF. Es hat sich nur verschlimmert durch falsche Medis.

Ingma
10.05.12, 17:05
Hallo May,

unsere Erfahrungsbericht findest du, wenn du ein bisschen durchs Forum browst.

Darum geht es aber nur am Rande. Denn es geht in erster Linie um Dich und darum, dass Du eine gute Behandlung bekommst.

Ein paar Anmerkungen:

Bitte sei so lieb und sammle mal alle Werte zusammen (einschließlich Referenzwerten) und stell sie ins Forum. Dann kann man sich ein genaueres Bild machen und vielleicht auch den ein oder andern Rat geben.


Ist es normal, dass zuerst eine Verschlechterung auftritt?
Ja, das kommt häufig vor und hat sogar einen Namen: Erstverschlechterung.


Fehlt mir einfach nur die Geduld?
Geduld ist unabdingbar, aber v.a. ein gutes Vorgehen bei der Hormoneinstellung und bei dert Beseitigung der Nebenbaustellen. Wenn letztere nicht "passen" , dann hilft auch viel Geduld nichts.



Kennt sich jemand mit Krankschreibungen bei Selbstständigen aus
Das kommt auf deine Versicherung an. Hast Du eine Krankentagegeldversicherung? Wenn ja, ab dem wievielten Tag springt sie ein?


sollte ich lieber einen Spezialisten oder eine Klinik aufsuchen
Es spricht nichts dagegen, wenn Du das Gefühl hast, nicht ordentlich behandelt zu werden.

Du schreibst, dass Du "nur" Eisentabletten bekommst, obwohl ein Eisenwert sehr niedrig ist. Mit Tabeletten kann das Füllen des Speichers Monate dauern. Bitte prüfe, ob Infusionen eine möglicherweise sinnvollere Lösung wären

lg Ingma

PS: Bitte Absätze machen, dann liest sich der Text leichter

Schildi65
10.05.12, 19:00
Seit ich in Behandlung bin geht es mir immer schlechter. Ich kenn mich nicht wieder. Ich habe über Jahre ziemlich zugenommen. 30 kg. Im Mai letzten Jahres stand fest Schilddrüsenunterfunktion. Statt dass es mir besser ging, ging es bergab. Nach Arztwechsel und dessen Ultraschall hatte ich diagnostiziert eine akute Schilddrüsenentzündung. Momentan fühle ich immer einen Kloß im Hals. Die Luft wird manchmal eng, zumindest fühle ich so. Mein Puls ist untypischerweise manchmal bei 133. Das Sofa ist mein liebster Freund. Antrieb gleich null.
Allerdings bin ich noch in der Einstellungsphase! Auch bei mir müssen Eisenspeicher aufgefüllt werden. Normalerweise hätte der Arzt mir ruhig eine Eiseninfusion spendieren können. Mein Ferritin lag/bei 4.

Oft wünsche ich mir ich hätte dem Arzt nix gesagt. Ich habe die Hoffnung vielleicht nach Einstellung abnehmen zu können und all das blöde Geschwätz der anderen vergessen zu können.

Bin momentan ziemlich down, allerdings glaub ich dran, dass es besser werden kann.

Voller Hoffnung und Alles Gute!