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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie sieht euer Arbeitsalltag aus????



Patscho
28.05.10, 14:23
Hallo!
Ich habe auch Hashi und eine Unterfunktion die aber gerade in eine starke Überfunktion gekippt ist.Nun meine Frage an euch.

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus? Habt ihr probleme wegen der Krankheit? Könnt ihr manche Berufe nicht ausüben?
Vielen Dank für eure Antworten.Gruss Nadja

Aurorasutra
28.05.10, 14:31
also erstmal:

glaube ich erst, dass du eine ÜF hast, wenn ich deine Werte sehe ;)

Ich vermute stark, lediglich dein TSH ist unter der Norm, während die Freien Werte noch in der Norm sind, richtig?

Ich übe einen normalen 40-Std./Woche-Job aus und gehe nebenbei an den Wochenenden noch arbeiten.
(unter der Woche Sekretärin, am WE Tankwart ;))

Momentan fühle ich mich also so leistungsfähig, dass es möglich ist.

meine Dosierung jedoch ist auch recht hoch und mit dem FT4 bin ich über der Norm, aber solange es mir damit gutgeht, belasse ich es dabei.

Oft hatte ich Probleme mit dem Nachmittags-Hänger - die sind fast verschwunden - ob es am LT liegt, kann ich nicht sagen, denn ich mache wieder regelmäßig Sport und denke, dass es auch damit zusammenhängt.

Was hast du für Einschränkungen?

Patscho
28.05.10, 14:46
Hallo!
Ich habe eine Unterfunktion und war vor über 2 Jahren bei dem Arzt.Dann setzte ich die L-Thyrox ab.Ich bekam Kopfschmerzen,Mirgäne,dicke Augenlider,Atemnot,was ich über 8 monate hatte.Dann ging ich endlich mal zum Arzt,ich wechselte den Arzt da ich mit dem alten nicht zufrieden war.

Das ich eine Unterfunktion habe,wusste ich ja schon,nur leider kam dann noch Hashi dazu.Ich bekam L-Tyrox 75,die ich über 6 Wochen nahm.Als die Tabl.angeschlagen habe,ging es mir super gut,keine schmerzen mehr.Dann aber nach kurzer Zeit kamen alles schmerzen zurück,begleitet mit Lustlosigkeit und Aggresionen ausserdem,habe ich etwas Haarausfall,sowie stumpfe und Struppiges Haar.

Meine Ärztin nahm mir Blut ab und stellte nun eine Überfunktion fest.Nun soll ich erstmal 1 Woche keine Tabl.nehmen und dann erst wieder mit der hälfte von 75 anfangen und das 4 Wochen lang.Danach muss ich wieder zum Arzt wegen den werten.

Das mit dem Hashi weiss ich erst seit 1 Monat,bin also noch ganz neu auf dem gebiet.Aber man macht sich ja schlau durch das Internet und Büchern.

Ich muss jetzt erstmal sehen wie es weitergeht und dann werde ich auch meine Werte vom Arzt verlangen.

Patscho
28.05.10, 14:48
Und Panikattacken habe ich auch.Die letzte war sogar erst gestern.

Aurorasutra
28.05.10, 14:48
BItte mach das - und stelle die Werte dann hier ein, wenn du magst...

Dein Verlauf hört sich sehr seltsam an und ich könnte mir vorstellen, dass du nicht richtig behandelt worden bist/wirst...

Ärzte wissen nicht immer über Hashi + SD Bescheid, und schicken ihre Patienten dann auf eine Hormone-absetzen- doch-wieder-nehmen-jetzt-Überfunktion-Odyssee....

Ingma
28.05.10, 14:52
Hallo patscho


Das ich eine Unterfunktion habe,wusste ich ja schon,nur leider kam dann noch Hashi dazu.
Andersrum wird ein schuh darus: Hashi ist die Ursache, eine Unterfunktion die Folge , auch wenn das möglicherweise erst "andersrum" erkannt wurde.

lg Ingma

Patscho
28.05.10, 14:55
Ja sobald ich die werte habe tue ich sie natürlich hier rein.Ausserdem habe ich noch Schlafstörungen und bin aggresiv,ich gehe schnell an die Decke was mir dann auch Pychisch sehr zu schaffen macht,dazu kommt dann noch das ich probleme mit meiner Luft habe.

Ich muss ja jetzt erstmal abwarten wie es so weiter geht.

Teelicht0611
28.05.10, 14:57
Also ich denke eher, dass du UF hast und hoffe sehr, dass du die Werte bald hast und sie in dein Profil stellen kannst.

Ich arbeite 35 Stunden die Woche -- > offiziell. Meistens sind es aber 40 oder mehr.

Da ich gut eingestellt bin, schaffe ich es auch ganz gut. Klar, es gibt Tage, da geht es mir nicht so gut, aber mal ehrlich? Wer hat das nicht? Und es liegt auch nicht immer an der Schildi.

Aber wie gesagt, bei dir scheint noch einiges im Argen zu liegen.

GLG:)

Lejonet
28.05.10, 15:06
ich arbeite 39,5 Stunden pro Woche, und das klappt auch soweit ganz gut normalerweise. Bin momentan zwar häufig müde und ich könnte hier und da einschlafen, aber Büroschlaf ist ja angeblich eh der gesündeste :-)

In letzter Zeit merke ich wieder, dass ich stark gereizt und schnell genervt bin, ich vermute ich bin wieder in ne UF gerutscht. BIn momentan auch wieder total empfindsam und fange dauernd erst Streit mit meinem Freund und dann zu heulen an :rolleyes: . Zum Glück geht er damit inzwischen echt locker um.... Am 08.06. hab ich eh nen Labortermin und dann weiß ich mehr.

sola
31.05.10, 12:36
hashimoto ist ein arschloch!:mad:
:biggrin::biggrin:

tamashii
31.05.10, 15:39
Ich gehe noch zur Schule. Habe 5 Tage die Woche 8-9 Schulstunden Schule + 2 und mehr Stunden Hausaufgaben, lernen.
Dann arbeite ich zweimal die Woche noch als Übungsleiterin mit Kindern je Mittwochs und Freitags eine Stunde. Mittwoch trainiere ich nach den Kindern noch eine Stunde eine Erwachsenengruppe.
Außerdem arbeite ich ehrenamtlich beim ASB, wo ich am Tag teilweise 8-12 Stunden Dienste habe (Bsp. letzten Freitag Schloßgrabenfest von 15:30h bis 3:30h) - ohne reguläre Pausen. Wenn einer umkippt, müssen wir hin ;) .
In den ferien gebe ich kurse an der VHS.

Meiner Meinung nach bin ich seeeehr gut ausgelastet - meine Mann wollte mir heute noch eine zusätzliche Arbeit aufschwatzen... :confused:

Sebastian
06.06.10, 13:54
ich arbeite bei der örtlichen volksbank, bin aber jetzt seit 3 wochen nicht arbeiten gewesen. hatte 2 wochen urlaub und bin jetzt bis zum 11.06. krank geschrieben. mir gehts so schlecht wie noch nie in meinem leben. klar war ich mal krank - grippe oder so was, aber nie länger als ne woche... kann mir momentan noch gar nicht vorstellen, wann ich wieder arbeiten kann. habe starke uf-symptome was aber am schlimmsten (für einen kundenberater) ist, dass ich keine lust auf mein umfeld habe, also auf small-talk/beratungen mit kunden oder gespräche mit freunden und kollegen...

hashimoto haben ist ziemlich unkomfortabel...

Angiccata
06.06.10, 16:58
Schwierig.

Ich arbeite 30 Std./Woche als Mediengestalterin fest angestellt - zur Zeit haben wir allerdings Kurzarbeit und damit nur noch 25 Std.
Je nachdem mach ich im Grafik-Bereich auch noch was nebenher - das hält sich aber zur Zeit in Grenzen.
Dann hatte ich bis März 2010 noch 3 mal pro Woche 2 Stunden Reitschulbetrieb in meinem Verein, zusätzlich paar Privatstunden und Ehrenamt, außerdem eigentlich noch ein eigenes Pferd.

Da ich alle möglichen Burn-Out-Symptome habe und Ende Februar eine SD-Voll-OP, hab ich den Schulbetrieb nun schweren Herzens hingeworfen, bin aber jetzt mit meinen Privatreitstunden auch gut ausgelastet bei trotzdem mehr Zeit für mich. Insofern tat mir das gut.

Da die Beschwerden aber nicht nachlassen, geh ich noch die NN-Rinde an und hoffe, dass ich mit besserer Einstellung auch wieder besser "funktioniere". Zur Zeit tu ich mich recht schwer, muss mich zu allem aufraffen, obwohl mir sowohl Beruf als auch Nebentätigkeiten und Hobby eigentlich Spaß machen.

Ölwelle
13.06.10, 13:33
Hallo,

bin lange nicht im Forum gewesen, aber er ist recht nett und daher möchte ich meine Erfahrungen einmal einbringen.

Bei mir wurde HT vor 3 Jahren diagnostiziert. Zu dem Zeitpunkt hatte ich Schwierigkeiten, Gedanken zu formulieren und zwei Sätze vorauszuschauen. Ich kann mich noch daran erinnern, einen Vortrag gehalten zu haben, der ständig durch innerbetriebliche Vorgänge gestört wurde. Das kam mir damals sehr zur Hilfe, weil ich Ruhe hatte, trotz Vorbereitung über die nächsten 5 Minuten nachzudenken. Neben Müdigkeit gab es wohl noch andere Symptome, aber daran kann ich mich hauptsächlich erinnern. An die Schilddrüse dachte zu diesem Zeitpunkt keiner. Ich hatte einfach Glück, daß meine Frau darauf hinwies und mein Arzt zu dem Spielchen "Bluttest" bereit war, obwohl er nicht daran glaubte und auch das Ultraschallbild nicht unbedingt darauf hinwies. Einige Monaten mehr ohne Behandlung und ich wäre wohl arbeitsunfähig geworden oder hätte vielleicht den Arbeitspaltz verloren.

Heute ist eigentlich alles wieder normal, zumindest im Arbeitsleben, der Arbeitgeber merkt nichts. Körperlich hat sich dennoch einiges geändert. Ich versuche nach wie vor, die richtige Dosis zu finden, da Hüftgelenkschmerzen, Müdigkeit, Beinschwere (was auch an etwas anderem liegen kann) und Blähungen (was auch andere Ursache haben kann) auftreten und verschwinden, je nach Dosierung.

Derzeit schwanke ich zwischen 150 µgr und 162 µgr Thyroxin und mein TSH liegt bei 0,9 bis 1,5 ng/dl. ft4 liegt bei 50 bis 80% und ft3 bei 30 bis 40%.

Bei der Überfunktion muß man meines Erachtens eine schwere und eine leichte Version trennen:

Schwere Überfunktion bei mir (bei 175µgr Thyroxin): Blutdruck 150:100, Ruhepuls 80, Schwindel, Hüftgelenkschmerzen, Herzschmerzen, Gewichtsverlust, Sehstörungen, Hautschuppen und Jucken an den Schienbeinen, eingerissene Hacken wegen der trockenen Haut an den Füssen, nächtliches Schwitzen, frühes Aufwachen (3 Uhr), Unruhe und sehr weicher Stuhl.

Daß ich hier schnell wieder runtergefahren bin, ist klar:

Leichte Unterfunktion (bei 162 µgr Thyroxin): Puls wieder bei 50 bis 60, Blutdruck unter 135:80, Gelenkschmerzen, noch trockene Haut und Jucken an den Schienbeinen und Stuhl nach wie vor zu weich aber nicht flüssig. Die anderen Symptome sind verschwunden.

Bei 150µgr Thyroxin gibt es manchmal Probleme mit der Müdigkeit am Abend oder auch bei langen Autofahrten. Das ist dann der Grund, warum ich wieder erhöhe. Wenn ich auf 156 µgr gehe (1/8 Tablette 25 µgr), läuft es mit der Müdigkeit deutlich besser, aber die trockene Haut an den Schienbeinen kommt zurück, teils auch das Jucken. Bei 150µgr ist die Härte des Stuhlganges normal und vermutlich habe ich damit jetzt einen Weg gefunden, meinen aktuellen TSH-Wert schätzen zu können (auch wenn mein Arzt es nicht glauben mag).

Vor einiger Zeit war ich kurzzeitig mal wieder über 162µgr und hatte die Hoffnung, ein wenig abzunehmen (wiege 80 kg bei 1,80 m), weil ich mich bei 76 kg am Wohlsten fühle. Es klappte aber nicht, obwohl es in der Verangenheit auch bei 150µgr Thyroxin, Sport und gleichen Essgewohnheiten immer geklappt hatte. Die Ursache ist unklar, aber ich vermute folgendes:

Ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen kann die Wirkung des von der Bauchspeicheldrüse ausgestoßenen Insulins herabsetzten, es kommt zu mehr Fettaufbau im Gewebe. Ich habe kein Diabetes und hoffentlich bin ich nicht gerade mit dem Anfang dieser Geschichte konfrontiert.

Generell glaube ich, man sollte sich so einstellen, wie man sich am Wohlsten fühlt. Der Arzt kann einen dabei unterstützen, aber die Einstellung muß man selbst finden. Auch vor einer leichten Überfunktion sollte man sich wohl hüten, zumal mit einem mehr an Thyroxin auch die Stoffwechselvorgänge beschleunigt sind und dann möglicherweise auf die Lebenserwartung drücken (zumindest bei starker Überdosierung). Was man auf jeden Fall an den obigen Beschreibungen sehen kann ist, daß 6µg Thyroxin eine Menge bewegen können. Man kommt meines Erachtens nie darum herum, Tabletten teilen zu müssen, auch das müssen viele Ärzte lernen müssen. Sie gehen immer nur von dem Referenzbereich aus, aber für jeden gibt es innerhalb dieses allgemeinen Referenzbereiches (TSH-Wert, ft4, ft3) einen optimalen Wohlfühlwert. Laut Arzt liegt man in dem Bereich und dann ist alles in Ordnung - nein, ist es nicht!

Ein weiterer Grund, Tabletten teilen zu müssen, liegt wohl auch an der Tatsache, daß der Bedarf an Thyroxin je nach Außentemperatur unterschiedlich ist. Zwischen 0 und 25°C liegen wohl 6 bis 12 µgr Thyroxin (wenn man um 150µgr nehmen muß). Geht man also mit der Winterdosierung in den Sommer, kann man in eine leichte Überfunktion geraten, das habe ich an mir beobachtet.

Im Zusammenhang mit der Überdosierung wäre es interessant zu wissen, ob die Diskussion über die Auslösung von Diabetes durch ein Zuviel an Selen nicht vielleicht dadurch beeinflußt sein kann, daß fT3 bei den Probanten unverhältnismäßig hoch war. Selbst wenn fT3 noch im Normbereich lag, kann es ja möglicherweise für die individuelle Person zu hoch gewesen sein - naja, nur so ein Gedanke, weil Selen für die Umwandlung von fT4 in fT3 gebraucht wird.

Was mir noch aufgefallen ist, liegt unter einer Dosierung von 150µgr Thyroxin. Es gibt Gefühlsschwankungen, die man beruflich zwar im Griff hat, aber im Privatleben doch plötzlich auftreten können. Man ist gereizt oder übermäßig gefühlsbetont, je nach Situation. Im Nachhinein sind das manchmal peinliche Situationen, die mir beruflich nie passiert sind, weil ich mich dann evt. zurückgezogen habe. Einhergehend mit dieser möglichen Unterfunktion sind wieder Hüftgelenkschmerzen und Konzentrationsmangel, mal abgesehen von der Müdigkeit.

Wichtig ist auch, ein Tagebuch zu führen. Diesen Text schreibe ich jetzt aus dem Gedächtnis, aber ich verfüge auch über Aufzeichnungen. Diese Aufzeichnungen helfen mir, aktuelle Befindlichkeitsstörungen mit der Vergangenheit vergleichen zu können, um richtigere Entscheidung für sich treffen zu können. Es ist wie bei einen Arztbesuch: gerade ist man draußen, da fällt einem ein, daß man etwas zu fragen vergaß. So ist es auch mit den Symptomen, sie werden vergessen und sind doch so wichtig.

Mein Arzt hat Gott sei Dank dazugelernt und dann auf einmal sehr viel mehr Hashimoto Patienten gefunden. So verschreibt er mir jetzt auch immer das selbe Medikament, da er weiß, daß die Wirkung der verschiedenen Hersteller unterschiedlich ist, was man dann auch merkt, wenn man so wie ich auf kleine Dosierungsänderungen reagiert. Schienbar gibt es auch einen Unterschied zwischen 2 x 75 und 1 x 150 µgr Thyroxin des gleichen Herstellers. An anderer Stelle stand einmal, daß selbst die Chargen der Hersteller schwanken und man sich daher lieber eine größere Menge der gleichen Charge verschreiben lassen sollte, was aber sicher unrealistisch ist.

Alles in allem ist aber der Alltag nicht beeinträchtigt, wenn die richtige Dosierung gefunden wurde.


Liebe Grüße

PS.: wie schafft man es, eine Tablette zu achteln? Das Vierteln geht noch recht gut, die Achtel-Teile sind aber ungleichmäßig, was meines Erachtens aber nicht so schlimm ist, weil nach zwei Tagen die Dosierung wieder stimmt. Bei einigen Herstellern dürfte aufgrund der Form der Tablette und deren Härte das Achteln schon fast unmöglich sein.