PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwischenzeugnis



Maus 22
17.03.10, 16:38
Hallo ihr Lieben,

ich bin nun schon etwas länger krank geschrieben.
Im Sep. wurde meine Sd fast komplett entfernt. Da kam mir die Idee (oder auch meiner Sozialarbeiterin), ein Zwischenzeugnis anzufordern. Schließlich weiß ich ja gar nicht, ob ich dass weiter leisten kann, was ich vor meiner Erkrankung geleistet habe.
Das Zeugnis habe ich am 30.09.09 schriftlich bei meinem Chef und bei meiner Pers. Abt. angefordert.

Nun habe ich 2 Fragen:
1. Ich habe immer noch kein Zwischenzeugnis bekommen. Gibt es da irgendwelche Fristen, auf die ich hinweisen kann ? Oder habe ich erst ein anrecht auf das Zeugnis, wenn ich wieder "gesundgeschrieben" bin?

2. Wie findet ihr diese Idee ? Sonst passiert es einem so wie L. (Name ist dem Autor bekannt), dass ihr Chef so sauer auf sie wird, dass ihr der Urlaub gestrichen wird.

roxanne
17.03.10, 16:49
Ein Recht auf ein Zwischenzeugnis hast Du immer.
Ich würde da einfach nochmal nachhaken.

lilie33
17.03.10, 17:03
2. Wie findet ihr diese Idee ? Sonst passiert es einem so wie L. (Name ist dem Autor bekannt), dass ihr Chef so sauer auf sie wird, dass ihr der Urlaub gestrichen wird.

Das muss ich korrigieren:biggrin:

Mein Chef wurde erst sauer als ich den Urlaub einfordern wollte.;)

Er hat ihn mir nicht gestrichen weil er sauer war, das hat er einfach so gemacht. Weil er meinte das wäre so richtig.

LG
Lilie.

PS.
Ich finde die Idee gut mit dem Zwischen Zeugniss, aber das traue ich mich nach der Aktion von gestern nicht auch noch danach zu Fragen:biggrin:
Muss erst mal Gras drüber wachsen lassen.

c.schnuffelblau
17.03.10, 17:03
Hallo Maus,
eine Frist die eingehaltenw erden muß, gibt es nicht.
Meine Freundinw artet auf ihres seit August 09 und der Betriebsrat kann auch nichts machen, weile s kein Gesetz gibt.


2. Wie findet ihr diese Idee ? Sonst passiert es einem so wie L. (Name ist dem Autor bekannt), dass ihr Chef so sauer auf sie wird, dass ihr der Urlaub gestrichen wird.

Bei meinem Freund ist es so, daß man sowas gar nicht verlangen darf. Das wird als Vertrauensbruch angesehen, weil man sich ja vermutlich woanders bewerben will. Ich konnte das kaum glauben, aber er sagt, daß ist nicht selten in Betrieben.
Keine Ahnung wie es bei Dir ist.
LG, Christiane

Maus 22
17.03.10, 17:42
daß man sowas gar nicht verlangen darf
Hört, hört, da ist wieder ein Arbeitgeber, der die Gesetze mit Füßen tritt.

Laut Gesetz darf ich so oft ich will (solle nicht jeden Tag sein), ohne Angabe von Gründen, ein Zwischenzeugnis anfordern.

Dante
17.03.10, 17:50
Hallo Maus,

selbstverständlich hast du grundsätzlich ein Anrecht auf ein Zwischenzeugnis, solange ein trifftiger Grund vorliegt. Das kann z.B. ein Vorgesetztenwechsel sein oder ein anderes Aufgabengebiet. Ein ebenso trifftiger Grund könnte ein "Abwanderungsgedanke" sein. Natürlich sehen AG das letztere nicht so gern. Sollte ein "harmloser" Grund dahinter stecken, sollte dieser auch in dem Zeugnis benannt werden.

Dennoch ist mir nicht klar, warum du jetzt unbedingt ein Zwischenzeugnis haben möchtest. Ok - du bist vielleicht schon länger krank; dennoch bist du nach wie vor fest angestellt. Solltest du wieder voll arbeitsfähig sein, war die Aktion umsonst. Solltest du nur noch teilweise arbeitsfähig sein und würdest beispielsweise im selben Betrieb andere Arbeiten ausführen, so hast du ein berechtigtes Interesse am Zwischenzeugnis.
Sollte deine Erkrankung dazu führen, dass du gar nicht mehr dort arbeiten kannst, so erhältst du sowieso ein Abschlusszeugnis, welches auch einklagbar wäre, wenn es verweigert würde.

LG
Dante

Maus 22
17.03.10, 18:23
Ein triftiger Grund ist bei mir eine mehrjährige Dauer des Arbeitsverhältnisses, da zwischenzeitlich kein Zwischenzeugnis erstellt wurde. Nur so kann später ein Endzeugnis erstellt werden, das wirklich eine Würdigung der Leistung und des Verhaltens im gesamten Arbeitsverhältnis darstellt.

Ein 2. sehr wichtiger Grund für mein Zwischenzeugnis ist auch der Übergang meines Betriebsteiles nach § 613a BGB auf einen anderen Inhaber (sprich, wir werden zur Zeit verkauft).

Jetzt ganz wichtig: Ein Zwischenzeugnis mit guter Leistungs- und Verhaltensbeurteilung stellt in gewissem Maße auch einen Schutz gegen personen- oder verhaltensbedingte Kündigungen dar.

Robin
17.03.10, 18:36
Hallo Maus,

wie Dante bereits erwähnt hat, ist vom Arbeitgeber ein Zwischenzeugnis zu erteilen, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt - wie beispielweise der Wechsel des Vorgesetzten bzw. der Abteilung oder wenn man sich eben außerhalb des Unternehmen neu "orientieren" möchte...

Eine Frist für ein Zwischenzeugnis scheint unter dem juristischen Schlagwort "ohne schuldhaftes Verzögern" grob definiert zu sein. Wenn also der Arbeitgeber nicht reagiert, so kann man auf jeden Fall nach einem gewissen Zeitraum schriftlich "anmahnen". Wenn man sich arbeitgeberseitig immer noch weigern sollte, dann hilft ggf. eine Klage beim Arbeitsgericht.

Grüsse

R:)bin