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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Des Kämpfens müde...



Lunagirl
01.10.09, 11:03
Ich glaube, ich habe jetzt nach jahrelanger Quälerei den Punkt erreicht, an dem nichts mehr geht. Letzte Woche musste ich mich schon wegen akuter Erschöpfung krankschreiben lassen; Montag bin ich wieder hingegangen und war danach völlig neben der Spur, fühlte mich sogar depressiv, und gab am Dienstag Morgen auf. Das Gespräch, dass ich zuvor mit der Juniorchefin führte (in dem ich versuchte, ihr zu schildern, was mit mir los ist, dass ich einfach nicht mehr kann), hat bestimmt noch schlimme Folgen. Aber ich bin jetzt diese Woche noch mal krankgeschrieben und soll mich morgen melden, ob es Montag wieder geht.

Aber es geht mir immer noch sehr sehr schlecht. Den ganzen Sommer über baute sich das Gefühl schon auf, dass die Akkus fast leer sind, und ich denke, jetzt ist es soweit. War ja auch schon wieder genug dieses Jahr: Neben den Dauerdiagnosen Hashi, Hypophysenadenom, Endometriose und Zustand nach Ovar ex (nach Borderline-Tumor) kam im März eine schwere Gastritis, im Mai eine Divertikulitis mit Sigmoiditis auf 25 cm, und jetzt eine Borrelieninfektion (nehme z. Z. Doxy). Ich fühle mich einfach unwahrscheinlich geschwächt! Dazu die schlimmen Magen-Darm-Beschwerden, die mich täglich quälen und die jeden Arbeitstag zu einem harten Kampf werden lassen. Ich kann einfach nicht mehr!!! Es ist mir unmöglich, mein Unwohlsein am Arbeitsplatz zu verbergen, und meine Kollegen geben offen zu, dass ihnen das auf den Geist geht und dass sie kein Verständnis haben. Sie sagen, ich sei ja schließlich nicht todkrank, und schieben mich mehr oder weniger in die Hypochonderecke. Schließlich, so sagen sie, hätte ich als Single ja neben meinem Job keinerlei Verpflichtungen, so dass es ja wohl nicht sein könnte, dass ich überlastet sei. Selbst die Tatsache, dass ich dieses Jahr erst eine Woche Urlaub hatte und in dieser Woche auch noch ins Büro bestellt wurde, um etwas zu erledigen, was die anderen nicht konnten, zählt da nicht viel. Klar wird mir eine gewisse Urlaubsreife zugestanden, aber dass es soweit geht, dass ich jetzt krankgeschrieben bin, dafür fehlt eben doch das Verständnis.

Und ich selber quäle mich so sehr mit Schuldgefühlen!!! Warum nur kann ich nicht dasselbe leisten wie andere? Wenn ich wenigstens irgendwelche sichtbaren Symptome hätte, dass einem die anderen glauben!! Meine Ärztin meint zwar, dass wohl im Moment auch durchaus noch ein Infekt zugrunde liegen könnte (möglicherweise auch verursacht durch die Borrelien), aber ich habe außer einem leichten Schnupfen keine sichtbaren Symptome. Ich fühle mich einfach nur entsetzlich krank, erschöpft, müde, ausgepowert, bin wackelig auf den Beinen, mir ist übel, mein Darm macht Probleme, ich schlafe schlecht, kann mich kaum konzentrieren, vergesse auf einmal Dinge, was mir sonst nie passiert ist - und seit Montag ist da auf einmal noch eine depressive Verstimmung und das Gefühl, alles nur wie durch einen Schleier wahrzunehmen.

Ich weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll!!! Ich fühle mich dem Berufsleben einfach nicht mehr gewachsen. Andererseits bin ich als Alleinstehende auf einen Vollzeitjob angewiesen. Im Moment - so muss ich zugeben - ist mein größter Wunsch ein Lottogewinn, so dass ich in Rente gehen und mich endlich mal wieder erholen kann. :redface: Ich kann an fast nichts anderes mehr denken als an Erholung!

Meine Ärztin meint übrigens, dass die Depressionen Folgen des Erschöpfungszustandes sind, und sie sieht keine Veranlassung, mir ADs zu verschreiben. Und ich merke ja auch selber, dass es mir in den Momenten, in denen ich mich körperlich besser fühle, auch psychisch besser geht.

Erschöpfte Grüße,
Lunagirl

Lisa56
01.10.09, 11:25
Hallo, (((((Lunagirl)))))!
.
Ich umärmele dich mal gaaaaanz fest und schick dir ein Trösterle!
OH, wie gut kann ich dich verstehen- ich kämpf auch schon so lange und bin kurz vorm Zusammenklappen.

Leider kann das die Umwelt nicht nachvollziehen, im Job glaubts niemand, weil man ja nicht aussieht wie das Leiden Christi- genau dasselbe wie bei dir!

Mit dem Lottogewinn, na ja ist das so eine Sache. Weisst du doch: Der Teufel sch... immer auf den grössten Haufen:redface:.
Vielleicht klappt es ja doch mal, ich finanziere auch jede Woche den Anderen den Gewinn in der stillen Hoffnung.

LG Lisa:)

Gänseblümchen
01.10.09, 11:52
Hallo Lunagirl. (fühldichganzfestgedrückt!!!):)
IOch kann dich so gut verstehen. So gings mir vor fast 3 Jahren. Und ich haben zwar Familie, aber außer Hashi und jede Menge Allergien keine weiteren schweren Krankheiten. Ich war damals nur wenig älter, als du jetzt.
Bei mir lags neben dem vielen Stress (wir sind Selbständig, Kinder, Haushalt, viele Menschen die mir die Enrgie geraubt haben, mein allerliebster Papa todkrank...:sad:) allerdings auch daran, dass ich von Hashi nix wusste, und meine SD Medis eigenmächtig abgesetzt hatte und einen "naturheilkundlichen" Weg gehen wollte.
Das war natürlich die totale Katastrophe. Ich kenn mich leider wertem. nicht aus, ob du in UF bist. Aber vielleicht zehrt alles zu sehr an dir (wenn man viel Sport macht braucht man ja auch mehr Medis)
Ich habe damals Stress abgebaut, soweit es ging und Laif 900 (Johanniskraut) genommen. Und natürlich meine Medis wieder. Inzwischen hatte ich auch rausbekommen, dass ich Hashi habe. Auch ich konnte bei der Arbeit keinen Funken reduzieren und nicht zur Kur/krank geschrieben werden. Es hat fast ein Jahr gedauert, aber ich bin aus dem Tal wieder heraus, muss aber immer sehr aufmerksam mir gegenüber sein- sonst geht es wieder los. Bin längst nicht mehr so stressresistent, wie ich mal war.
Was ich dir sagen möchte ist: nimm dir wenn es eben geht die Freiheit dich krank schreiben zu lassen, oder zur Kur zu fahren! Niemand hat etwas davon, wenn du noch lange Monate weiter so in den Seilen hängst. Ich würde gar nicht groß mit den Kollegen sprechen- es geht sie schlicht nichts an. Sprich mit deinem Arzt, was er tun kann und klär deine Chefin auf. Ihr dürfte auch daran gelegen sein, dass du bald wieder einsatzfähig bist, und nicht immer alle paar Tage ausfällst.
Als Chefin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man niemals erfreut ist, wenn die Angestellten krank feiern. Bei uns ist es in dem kleinen Betrieb auch so, dass deren Arbeit dann voll an mir hängen bleibt.
Wenn es gar nicht anders geht, kannst du dir ja längerfristig einen anderen Job suchen, aber denk zu allererst an deine Gesundheit. Die können dich ja nicht sofort `rausschmeißen. Hinterher machst du dich kaputt, und die geben dir einen Tritt in den Hintern, wenn gar nix mehr geht und suchen sich spätestens dann einen Ersatz.
Wenn du dir vorher Zeit zum gesund werden nimmst, kannst du dann jedenfalls in einem guten Zustand eine neue Stelle suchen.
LG
Berns

Cambergia
01.10.09, 12:01
Hallo Lunagirl,

auch von mir eine Umarmung!
Auch ich kann dich gut verstehen. Mir geht es seit Tagen auch so, ich sitze meine Zeit im Büro quasi ab - quälenderweise. Ich muss mich zu allem zwingen, bin nur müde und überhaupt.
Hab auch schon geschaut, ob ich nicht mal Urlaub einbauen kann - geht aber leider nicht.
Aber ich hab auch das GEfühl, die Akkus sind einfach leer!
Lass dich im Moment nicht so verrückt machen von den Kollegen. Konzentriere dich auf dich selbst und versuche, zu Kräften zu kommen.

Ich wünsche dir viel Kraft - liebe Grüße
Bärbel

Lunagirl
01.10.09, 12:28
Vielen lieben Dank für euren Zuspruch - und auch Euch ganz viel Kraft, diese schwierigen Situationen zu meistern! Irgendwie tut es auch immer ganz gut, wenn man hört, dass man nicht alleine dasteht!


Mit dem Lottogewinn, na ja ist das so eine Sache. Weisst du doch: Der Teufel sch... immer auf den grössten Haufen.
Vielleicht klappt es ja doch mal, ich finanziere auch jede Woche den Anderen den Gewinn in der stillen Hoffnung.

Das mit dem Misthaufen ist wohl leider wahr... :rolleyes: Aber auch ich brauche irgendwie Woche für Woche die Hoffnung, dass es doch mal klappen könnte. Baut einen irgendwie immer etwas auf, diese Vorstellung!


Ich kenn mich leider wertem. nicht aus, ob du in UF bist.

Nee, meine Werte sind eigentlich ganz okay. Vom TSH her sogar eher in Richtung ÜF, aber das liegt am Thybon. Und erstaunlicherweise sind, seit ich Thybon nehme, auch Vit. B12 und Ferritin in der Norm, was sonst immer katastrophal niedrig war. Von den Werten her sieht's bei mir gar nicht so schlecht aus. Abgesehen vom positiven Borrelientest natürlich.


Als Chefin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man niemals erfreut ist, wenn die Angestellten krank feiern. Bei uns ist es in dem kleinen Betrieb auch so, dass deren Arbeit dann voll an mir hängen bleibt.

Das kann ich gut nachvollziehen. Bei uns ist es so, dass ich vieles mache, was die anderen nicht können, deswegen werde ich ja sogar im Urlaub behelligt. Meine Versuche, auch andere mehr in meinen Aufgabenbereich einzubinden, haben bisher nur begrenzten Erfolg gehabt... Dadurch entsteht natürlich ein Leistungsdruck, gegen den ich mich nur schwer abgrenzen kann.

Zur Kur bin ich letztes Jahr erst gewesen, und ich war 2008 fast ein halbes Jahr krank. Danach Wiedereingliederung, und anfangs ging's auch. Dann wieder die ganzen oben beschriebenen Erkrankungen in diesem Jahr... Ich habe irgendwie das Gefühl, dass meine Kraft immer nur für einen begrenzten Zeitraum reicht, und dann kommt immer wieder der Zusammenbruch. Es ist so frustrierend!!

LG, Lunagirl

Emmelinchen
01.10.09, 14:36
Hallo, ich kann mich hier allen nur anschließen. Auch ich hab das Gefühl, dass meine Akkus leer sind und mir geht es einfach mies. Deswegen bin ich schon die 4. Woche krankgeschrieben. Zum Ende der Woche fieber ich dann immer dem Montag entgegen und denke, dann packe ich das wieder, arbeiten zu gehen. Am Montag stehe ich dann zur gewohnten Zeit auf und muss nach relativ kurzer Zeit feststellen, dass ich immer noch nicht in der Lage bin, wieder arbeiten zu gehen. MIch macht das auch ziemlich fertig, so dass ich gestern abend auch schon fast depressiv war. Aber letztlich muss ich einsehen, dass ich in meinem momentanen Zustand der Arbeit nicht gewachsen bin. Mein Gewissen plagt mich natürlich auch, da meine Arbeit von meinen Kollegen mitübernommen werden muss und die kriechen mittlerweile auch auf dem Zahnfleisch. Aber habe ich eine andere Wahl? Allerdings habe ich mich auch lange zur Arbeit geschleppt, weil ich dachte, das muss ja irgendwie gehen. Jetzt, 3 Monate nach der Diagnose Hashi und der Einnahme von L-T geht's mir irgendwie noch schlechter und nichts geht mehr.

Du hast mein vollstes Verständnis und solltest Dir eine Auszeit gönnen.

LG

Lunagirl
01.10.09, 15:06
Danke für den Zuspruch, Emmelinchen! Ich hoffe, dass es Dir nach entsprechender Anpassungszeit an das L-T bald wieder besser geht! Du stehst ja noch am Anfang Deiner "Hashi-Karriere", und da kann sich ja noch vieles zum besseren wenden!

Das was Du beschreibst; es montags immer wieder versuchen und dann festzustellen, dass die Kraft über die Woche nicht reicht, das kenne ich auch. Blöd ist auch, dass von mir erwartet wird, dass ich morgen (also Freitag) in der Firma anrufe und mitteile, ob ich Montag wiederkomme oder nicht. So läuft das bei uns. Dabei ist es mir unmöglich zu sagen, wie es mir Montag geht! Erschwerend kommt noch hinzu, dass meine Ärztin ab nächster Woche im Urlaub ist. Sie hat mir angeboten, mich morgen noch mal für eine weitere Woche krankzuschreiben und ich würde so gerne, aber ich habe echt Angst vor den Konsequenzen. Man hat schon mal angedroht, mir die Stunden zu kürzen, weil ich Vollzeit ja offenbar nicht mehr schaffe, aber das wäre wirtschaftlich eine Katastrophe! Ich bräuchte dann einen Zweitjob, und das bedeutet noch mehr Stress und noch weniger Zeit für mich. :(

LG, Lunagirl

Emmelinchen
01.10.09, 17:33
Hallo Lunagirl,
vielen Dank auch für Deinen Zuspruch. Ich habe mir überlegt. dass es stressfreier ist, sich am Freitag schon für Montag krankzumelden und werde das morgen auch machen, sofern es mir morgen auch noch so geht wie heute. Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass sich der Zustand sowieso nicht innerhalb von 2 - 3 Tagen ändert. Sollte es mir Montag doch prima gehen, kann ich immer noch zur Arbeit gehen und alle sind überrascht. Ist doch viel besser. :)
Das wäre ja ziemlich übel, wenn man Dir Stunden streichen würde. Ich glaube, im Augenblick will das bei mir noch keiner. Ich bin aber Montags auch erst gar nicht hingegangen, um zu probieren, ob meine Kraft ausreicht, weil mir meine Freunde und Familie davon abgeraten haben und das war auch gut so. Meld Dich lieber morgen gleich krank und bleib von vornherein zu Hause, dann gibt's (glaube ich) weniger blöde Sprüche auf der Arbeit.
Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass es auch Dir bald wieder besser geht.

LG

invisibly
01.10.09, 17:42
Hallo,

da deine Ärztin um deine vielen Probleme weiß, kann sie dich nicht mal länger krank schreiben? Noch besser wäre vielleicht eine Reha, genug Diagnosen hast du ja. Vielleicht würdest du sogar eine bekommen. Es ist möglich eine zu beantragen und bewilligt zu bekommen als Arbeitnehmer. Es dient zum Erhalt der Berufsfähigkeit.

VG

Lunagirl
03.10.09, 18:59
Naja, zur Reha war ich ja letztes Jahr erst, so schnell bekomme ich sicherlich keine weitere. Außerdem hielt der Erholungseffekt ja auch nicht allzu lange an. :(

Meine Ärztin hätte mich wohl auch noch weiterhin krank geschrieben, aber sie ist ab Montag erst mal im Urlaub. Außerdem sind meine Angst und mein schlechtes Gewissen einfach zu groß, so dass ich Montag doch lieber wieder arbeiten gehen will. Ich habe allerdings ziemliche Angst davor, mit Sicherheit wird es irgendein unangenehmes Gespräch geben und sich wer weiß was für Konsequenzen ergeben! :sad:

LG, Lunagirl

lilie33
03.10.09, 20:27
Hallo:)

Ich kann dich sehr gut verstehen. Aber es ist nicht das richtige wenn du dich jetzt wieder voll in die Arbeit stürzt und dann nach 2 wochen wieder flach liegst. Glaub mir damit wäre dir nicht geholfen und auch nicht deinem arbeitgeber.

Mir geht es genauso, vor lauter erschöpfung habe ich mich nun 6 wochen krank schreiben lassen. Ich werde aber voraussichtlich auch erst wieder in 1 oder 2 wochen arbeiten gehen. Aber nicht voll, sondern ich werde wieder eingegliedert. Das heisst du bist zwar offiziell noch krank geschrieben aber du kannst es versuchen wieder langsam stück für stück deine arbeit aufzunehmen.

Das ist dann so ein Stufenplan, und wenn es klappt dann macht man immer eine stufe mehr bis man wieder voll arbeiten kann. Wenn es nicht so klappt kann man auch immer wieder eine stufe zurück. Dieses Programm kann man innerhalb 3 Jahre max. aber 78 wochen machen. Natürlich ist es jetzt nicht mein Ziel so lange das rauszuziehen. Aber so 3 monate wird das dauern bei mir denke ich. Ich hoffe es zumindest.

In der Zeit bekommst du von der Krankenkasse kranken geld. Und wirst auch rund um betreut.

Der vorteil an der Geschichte ist, das du selber aus testen kannst wie weit dein Körper wieder bereit ist und vor allem auch deine Psyche.

Dein Arzt muss damit einverstanden sein und dein Arbeitgeber. Dann steht dem nichts mehr im wege.

Viel Glück und alles Gute für dich.;)

GLG Lilie.:)

Lunagirl
03.10.09, 20:44
Hallo Lilie!

Ja, das ist dieses Hamburger Modell, was du meinst, oder? Das wurde bei mir letztes Jahr gemacht, nachdem ich zuvor schon monatelang krank war. Aber zur Zeit bin ich doch erst seit nicht einmal zwei Wochen krank - und das auch noch mit Unterbrechung. Ich denke nicht, dass nach so kurzer Zeit eine Wiedereingliederung möglich ist, und mein AG würde das mit Sicherheit nicht noch mal mitmachen - zumal eine andere Kollegin demnächst wohl dassselbe in Anspruch nehmen wird.

Im November kann ich ja endlich mal zwei Wochen Urlaub nehmen - und ich hoffe, diesmal ohne währenddessen in die Firma beordert zu werden. Wenn ich nur so lange durchhalten könnte!!

LG, Lunagirl

Moritz
04.10.09, 00:11
Die Borreliose alleine kann einen völlig umhauen. Bist Du da gut informiert? Ich hatte auch schon Borreliose und war monatelang nicht arbeitsfähig.
Wie wurde die Borreliose diagnostiziert und wieviel Doxy sollst Du nehmen?

Einige Mediziner sagen, Borreliose kann Hashimoto auslösen. Ich vermute das bei mir. Ist die Borreliose frisch?

Wenn Deine Schwäche erst durch das Doxy kommt ist es eventuell
Herxheimer (http://de.wikipedia.org/wiki/Jarisch-Herxheimer-Reaktion)
das wäre dann ein indirektes Indiz für eine bakterielle Infektion.

gute Besserung
Moritz

irlandfan
04.10.09, 11:50
Hallo Moritz,

wie wurde deine Borreliose behandelt und wie bist du wieder auf die Beine gekommen?

LG
Martina

Tinari
04.10.09, 15:05
Lunagirl, ich kann Dich gut verstehen. Ich habe Glück, ich bin seit 25 Jahren Angestellte im Öffentlichen Dienst und muss daher nicht (jedenfalls noch nicht) gleich um meinen Job fürchten, wenn ich mich krank schreiben lasse.
Ich komme trotzdem nicht damit klar.
So wie es Dir z.Z. geht, glaube ich aus eigener Erfahrung nicht, dass zwei Wochen Urlaub im November reichen werden, dass es Dir besser geht. Die Regenerationszeit wird mit dem Alter (bin so alt wie Du) irgendwie immer länger.
Auch habe ich die ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit früher etwas besser weggesteckt.
Ich fühle mich mit meinem Vollzeitjob inzwischen völlig überfordert, brauche aber das Geld. Eine Reduzierung der Arbeitsstunden geht nicht, weil: was mache ich dann, wenn ich länger krank bin und Krankengeld beziehe.

Ich finde es schlimm, mit einer Krankheit zu leben, für die kaum jemand Verständnis hat, die mir das Leben aber fast immer zur Qual macht :(

Das einzig tröstende: wir sind nicht allein damit.
Und: Gott sei Dank gibt es heute das Internet !

Lieben Gruß
Tina

Lunagirl
04.10.09, 15:52
@Moritz: Ja, die Infektion ist offenbar noch recht frisch; ich wurde im Sommer zweimal gebissen, und ein früherer Borreliose-Test war damals negativ, daher denke ich, dass es diesen Sommer passiert ist.

Doxy nehme ich 1 x 200 mg drei Wochen lang, dann erneuter Test, danach ggf. nochmal drei Wochen.

Tina, du sprichst mir wirklich aus der Seele!! Genau so, wie du es beschreibst, geht es mir auch!! Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass mir die zwei Wochen im November reichen. Manchmal werden wir allerdings über den Winter entlassen (weiß nicht, wie es dieses Jahr kommt), das bedeutet ja auch noch mal eine etwas längere Auszeit... Wäre vielleicht im Moment gar nicht mal das schlechteste.

Inzwischen bin ich super-nervös wegen morgen und irgendwie ganz gelähmt vor Angst. Ich habe solche Angst, dass sie mir die Stunden kürzen! Wenn das passiert, und ich werde dann mal arbeitslos, liege ich vom ALG unter der Bemessungsgrenze, und das bedeutet dann gleich Hartz IV, meine größte Angst.

Ja, dass man damit nicht alleine ist, ist ein großer Trost. Zumindest im Internet findet man Mitbetroffene, denen es ähnlich geht. Im wirklichen Leben sieht es da schon anders aus. Stellt euch vor, ich habe sogar eine Kollegin, die auch Hashi hat, aber der geht es damit recht gut. Die denkt dann natürlich erst recht, ich stelle mich nur an...

LG, Lunagirl

Moritz
04.10.09, 19:54
Hallo lunagirl,

ich hatte mehrere Zyklen mit Antibiotika. Doxycylin hatte ich auch am Anfang - allerdings 300mg am Tag und kombiniert mit Clindamycin (ich glaube 4 oder 6 Wochen lang). Es hat mich damals wieder arbeitsfähig gemacht.
Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob die Borrelien weg sind oder nur schlummern. Aber meine letzte Antibiotikabehandlung im letzten Jahr brachte keinerlei weitere Besserung - deswegen habe ich es nicht erneut versucht.


Wenn das passiert, und ich werde dann mal arbeitslos, liege ich vom ALG unter der Bemessungsgrenze, und das bedeutet dann gleich Hartz IV, meine größte Angst.

Warum hast Du davor so große Angst? Genau dafür ist doch das Hartz IV gedacht - damit man eine Grundsicherung hat. Und wenn Dir das zusteht - ist das kein Grund sich zu schämen. Mir wäre das völlig egal was die anderen Leute darüber denken.
Angst hätte ich vor der Arbeitslosigkeit selbst - also dass man keinen Job mehr findet - aber Hartz IV ist doch das mindeste was man von einem Staat erwarten kann, wenn man lange gearbeitet hat und unverschuldet in die Arbeitslosigkeit gerät!
Wichtig ist, daß Du gesund wirst - der Rest wird sich finden.
gute Besserung wünscht Moritz

Lunagirl
07.10.09, 16:26
Warum hast Du davor so große Angst? Genau dafür ist doch das Hartz IV gedacht - damit man eine Grundsicherung hat. Und wenn Dir das zusteht - ist das kein Grund sich zu schämen. Mir wäre das völlig egal was die anderen Leute darüber denken.


Angst habe ich davor, dann völlig in der Hand der Behörden zu sein. Das geht schon los, dass ich dann meine Wohnung aufgeben muss, weil sie zu groß ist. Dann die Angst, dass man jederzeit in irgendeinen ätzenden Ein-Euro-Job gesteckt werden kann; irgendwas, was ich gesundheitlich nicht packe und meine Gesundheit noch mehr verheize... Ich würde ich mich einfach völlig ausgeliefert fühlen, weil man in so vielen Bereichen seine Selbstbestimmung aufgeben muss.


Ich hätte übrigens auf Euch hier hören sollen! :redface: Mein Versuch, wieder zu arbeiten, ist kläglich gescheitert! :( Dabei ging es am Montag eigentlich relativ gut, ich hatte mich schon richtig gefreut! Aber gestern war schon wieder alles vorbei; konnte mich kaum noch auf den Beinen halten... Nach drei Stunden habe ich aufgegeben, bin zum Arzt... diesmal bin ich gleich für zwei Wochen krankgeschrieben. Ist mir sehr unangenehm, aber ich kann einfach nicht mehr! Allein der Gang zur Poststelle eben, um die Krankmeldung abzuschicken, kostete enorm viel Kraft und Überwindung. Ob es wirklich die Borrelien sind, die mich dermaßen umhauen?

Ich bin in letzter Zeit auch wieder zunehmend geräuschempfindlich geworden; das Gekreische der Nachbarskinder draußen geht mir tierisch auf den Keks und macht mich richtig aggressiv! Ich will einfach nur noch meine Ruhe haben!

LG, Lunagirl

Moritz
07.10.09, 16:57
Angst habe ich davor, dann völlig in der Hand der Behörden zu sein. Das geht schon los, dass ich dann meine Wohnung aufgeben muss, weil sie zu groß ist. Dann die Angst, dass man jederzeit in irgendeinen ätzenden Ein-Euro-Job gesteckt werden kann; irgendwas, was ich gesundheitlich nicht packe und meine Gesundheit noch mehr verheize... Ich würde ich mich einfach völlig ausgeliefert fühlen, weil man in so vielen Bereichen seine Selbstbestimmung aufgeben muss.

Ok - das kann ich gut verstehen! Ich dachte Du schämst Dich deswegen - weil das auch oft zu hören ist.


Ob es wirklich die Borrelien sind, die mich dermaßen umhauen?


Das wird niemand 100%ig beantworten können. Die Möglichkeit besteht sicher - aber es kann natürlich auch ganz andere Ursachen haben. Wozu rät Dir denn Dein Arzt? Gute Besserung wünscht Moritz

Uschi K.
11.10.09, 20:15
Hallo Luna,

lass Dich mal ganz feste drücken:)
Ich kann gut nachfühlen wie es Dir geht. Aber glaube mir es lohnt sich nicht sich über die verständnislosen Kollegen zu ärgern. Die meisten wissen ja gar nicht was die verschiedenen Krankheiten überhaupt bedeuten, geschweige denn welche Symptome daraus resultieren können.

Und bei der Vielzahl der Baustellen, wundert mich bei Dir gar nichts.
Bei vielen Leuten ist man erst richtig krank wenn man Krebs oder so was hat. Das es aber ´ne Menge Krankheiten gibt die einen auch ziemlich einschränken können ist Ihnen nicht bewusst.

Vielen wollen auch gar nichts darüber wissen. In unserer heutigen Gesellschaft zählt ja nur "jung, gesund, dynamisch und fit". Aus lauter Angst beschäftigen sich die meisten nicht mit Krankheiten.

Schäm Dich nicht für Deine Krankheit. Hol Dir Hilfe, lass Dich beraten wie es für Dich weitergeht. Vielleicht kann der Sozialverband SoVD Dir weiter helfen. http://www.sovd.de/

LG
Uschi

Lunagirl
15.10.09, 18:42
Danke für den Link und für den Zuspruch, Uschi!!


Bei vielen Leuten ist man erst richtig krank wenn man Krebs oder so was hat. Das es aber ´ne Menge Krankheiten gibt die einen auch ziemlich einschränken können ist Ihnen nicht bewusst.

Ja, genauso ist es!!! Ich bekomme von denen zu hören, ich sei ja schließlich nicht todkrank! (was mit anderen Worten heißen soll: stell dich gefälligst nicht so an!). Ihr könnt's mir glauben, ich bin mit meinen Kräften (inzwischen auch psychisch) echt am Ende und würde inzwischen am liebsten in Rente gehen!! :(

LG, Lunagirl

Uschi K.
15.10.09, 18:48
Hey Luna,

mal ganz ehrlich, wer gibt Dir was dafür wenn Du Dich am Ende der Kräfte zur Arbeit schleppst.:confused:Danken tut es Dir keiner und diejenigen die meckern, die meckern so oder so ob Du krank zur Arbeit kommst oder zuhause mit AU sitzt.

Ich musste auch erst lernen mich selbst wichtiger zu nehmen und nicht immer zu grübeln was andere von mir denken.
Es hilft Dir schliesslich keiner von den "Oberschlauen" wenn Du nicht mehr kannst.
Wünsche Dir, dass Du den richtigen Weg für Dich findest.:)

Alles Liebe
Uschi

Lunagirl
15.10.09, 18:58
Naja, ich bekomme schon ziemlich viel Druck von Seiten des Arbeitgebers. Und ich habe eben Angst vor Stundenkürzungen oder sowas in der Art.

Aber jetzt stehe ich in der Tat vor der schweren Entscheidung, ob ich Montag wieder arbeiten gehen soll oder nicht. Ehrlich gesagt, ich traue es mir noch nicht zu, und ich habe auch wahnsinnige Angst davor, meinen Kolleginnen und Chef wieder unter die Augen zu treten. Das blöde ist, dass ich morgen (also Freitag) schon anrufen muss um Bescheid zu sagen, ob ich Monatg wiederkomme oder nicht. Ich würde aber gerne erst mal mit meiner Ärztin reden, die erst am Montag aus dem Urlaub zurück kommt. (Die letzte Krankmeldung hat ihr Vertretungsarzt ausgestellt).

So oder so, ich habe wahnsinnige Angst davor, morgen in der Firma anzurufen und dabei irgendwelche blöden Kommentare zu hören zu bekommen. Es ist schon fast wieder soweit wie letztes Jahr, als ich mit einer akuten Angststörung (hauptsächlich Angst vorm Arbeitgeber und existenzielle Ängste) sechs Wochen in einer psychosomatischen Klinik war, und insgesamt 8 Monate (inkl. Wiedereingliederung) krankgeschrieben war.

Inzwischen geht es mir auch psychisch sehr schlecht, so dass ich mich den Anforderungen am Arbeitsplatz nicht gewachsen fühle, und dann noch die ständigen Magen-Darm-Beschwerden, die mir vor allem im Büro das Leben Tag für Tag zur Hölle machen. Ich kann einfach nicht mehr, und das würde ich eben alles gerne erst mal mit meiner Ärztin besprechen. Andererseits ist da dieses wahnsinnig schlechte Gewissen. Jemand, der eine solche Situation nicht kennt, denkt doch, ich sei nur faul oder bequem...

Lunagirl

Uschi K.
15.10.09, 19:01
Hey Luna,

nee, ich glaube nach Deiner Schilderung nicht, dass Du "bequem oder gar faul" bist.
Wenn Du noch immer Doxy (ich nehme an Du meinst Doxycyclin) nimmst dann können viele deiner Symptome auch daher kommen. Antibiotika können u.a. Magen-Darm Störungen auslösen und die LT Aufnahme verringern oder verhindern. Mir geht es immer schlecht wenn ich Antibiotika nehmen muss. Am schlimmsten sind dann die Ängste und Deprizustände

Uschi

Lunagirl
15.10.09, 19:08
Ja, ich nehme immer noch Doxy, muss ich noch 8 Tage. Aber die Magen-Darm-Beschwerden hatte ich schon vorher. Eigentlich schon seit Jahren. Mir ist sehr häufig übel, habe oft Magenschleimhautreizungen und -entzündungen (und das allein ist für einen Emetophobiker schon eine sehr kräftezehrende Situation), und seit meiner akuten Colitis im Mai leide ich an abwechselnd Verstopfung oder Durchfall, und einer wirklich unnatürlich heftigen Magen-Darm-Peristalik. All das hat mir schon den ganzen Sommer über jeden Arbeitstag zur Qual gemacht, hinzu kam dann die zunehmende Erschöpfung (wohl durch die Borrelieninfektion), die eben Ende September so schlimm wurde, dass dann gar nichts mehr ging.

Lunagirl

Uschi K.
15.10.09, 19:12
Hey Lunagirl

hast PN von mir:)

Tinari
16.10.09, 14:15
Hallo Lunagirl!

Heute ist der "böse" Freitag und ich hoffe sehr, dass Du Dich bei Deinem Arbeitgeber weiter krank gemeldet hast.
Ich kann Deine Ängste sehr gut verstehen und auch Dein schlechtes Gewissen. Aber ich denke, Du wirst Dich auch etwas erleichteter fühlen, wenn Du den Anruf hinter Dir hast.
Ich weiß zwar aus eigener Erfahrung sehr gut, wie Du Dich fühlst, aber ich weiß trotzdem nicht, wie ich Dir helfen könnte.

Und wenn zu dem gesundheitlichen Scheiss dann auch noch Existenzängste hinzukommen, dann ist das zur Genesung natürlich auch nicht hilfreich.

Zu wollen und nicht zu können und dem auch noch hilflos ausgesetzt zu sein, das ist einfach furchtbar.

Vielleich kannst Du einen GdB von 30 anstreben, um dann eine Gleichstellung zu beantragen. Das schützt dann wenigsten vor einer Kündigung und entlastet Dich psychisch etwas.
Auf Hashi bekommt man nur leider nix (ich hab einen GdB von 20 auf die Schilddrüse bekommen). Aber vielleicht kannst Du ja noch mit etwas anderem aufwarten? Auf Depressionen z.B., die Hashi bei mir verursacht, habe ich einen GdB von 30 erhalten.
Das ist dann auch schon mal eine kleine Anerkennung. Und Du mußt Deine 30 GDB auch nicht unbedingt Deinem Arbeitgeber mitteilen ... bei einer Geichstellung dann, weiß ich es jedoch nicht so genau. Sollte man aber denke ich schon.

Sei lieb umarmt.
Tina

Gänseblümchen
16.10.09, 15:03
Ich würde mich an den VDK wenden. Die helfen wirklich, wenn man Probleme mit dem AG oder den Behörden bekommt, weil man wegen Krankheit(en) nicht mehr kann.

Lunagirl
16.10.09, 20:05
Vielen Dank Euch allen für Euer Mitgefühl! Ja, den Anruf habe ich hinter mir und ich habe gesagt, dass ich Montag erst noch mal zu meiner Ärztin gehen werde, die ja dann aus dem Urlaub zurück ist (meine AU vom Vertretungsarzt ging ja nur bis heute). Ich denke, dass die mich dann erst mal weiterhin krank schreiben wird, denn es geht noch immer überhaupt nicht gut. Heute sogar noch schlechter als sonst, weil ich letzte Nacht vor Aufregung kaum geschlafen habe.

Wegen GdB: Ich habe bereits 20% seit meiner Bandscheiben-OP, aber seitdem ist noch einiges hinzugekommen, sodass meine Ärztin schon vorgeschlagen hat, einen Antrag auf Erhöhung zu stellen. Dies sollte ich wohl wirklich demnächst mal in Angriff nehmen!

Danke für den Link, Berns! Es ist immer gut zu wissen, dass es Stellen gibt, die einen im Ernstfall unterstützen!

LG, Lunagirl

Tinari
16.10.09, 20:17
Wegen GdB: Ich habe bereits 20% seit meiner Bandscheiben-OP, aber seitdem ist noch einiges hinzugekommen, sodass meine Ärztin schon vorgeschlagen hat, einen Antrag auf Erhöhung zu stellen. Dies sollte ich wohl wirklich demnächst mal in Angriff nehmen!

... am besten gleich am Montag. Mußt ja sowieso hin!
:)

Uschi K.
18.10.09, 18:46
Hey Luna,

ich drücke Dir die Daumen dass Du Erfolg hast wg. der Erhöhung der Prozente.
So was kann übrigens auch der VDK bzw. der SoVD für Dich einreichen. Die beiden Vereine sind wirklich eine gute Adresse bei solchen Angelegenheiten.

LG
Uschi:)

Lunagirl
11.02.10, 15:09
So, Ihr Lieben; ich dachte, nach längerer Zeit gebe ich Euch mal wieder ein Update.

Um es kurz zu machen, es sieht nicht gut aus!

Ende Oktober habe ich meine Kündigung erhalten; war dann auch bis zum Eintritt der Kündigung krankgeschrieben. Ab Dezember bin ich arbeitslos; beim Arbeitsamt maulten sie, dass ich nicht weiter krankgeschrieben würde, weil ich dort wahrheitsgemäß angegeben hatte, dass es mir gesundheitlich noch nicht gut geht.

Seit Oktober sind die Depressionen immer schlimmer geworden, ich verfalle in einen zunehmenden Zustand der Hoffnungslosigkeit. Zwinge mich zwar zu den alltäglichen Anforderungen, aber es fällt mir alles sehr schwer. Habe es lange mit hochdosiertem Johanniskraut versucht, aber es bringt nichts. Ein Versuch mit dem Antidepressivum Cymbalta ging schief, weil ich es nicht vertrug.

Von Anfang Januar bis Anfang Februar war ich noch mal krankgeschrieben, jetzt jedoch sagt meine Ärztin, sie würde befürworten, dass ich mich dem Arbeitsmarkt stelle. Hierzu fühle ich mich jedoch überhaupt nicht in der Lage, denn es sind nicht nur die Depressionen, sondern auch die Dauerübelkeit und alle möglichen anderen Magen-Darm-Beschwerden und -schmerzen, die mich quälen und mir das Leben zur Hölle machen. Als Emetophobiker ist es mir unmöglich, mit diesen Beschwerden unter Menschen zu gehen. Ich lebe inzwischen nahezu völlig zurückgezogen.

Jetzt will mich das Arbeitsamt zum Amtsarzt und Amtspsychiater schicken, ich komme mir schrecklich vor dabei. Hashimoto ist für die sicher kein Grund, dass man sich immer krank fühlt, und dann schieben die einen in die Simulantenecke. Ich habe so eine Wahnsinnsangst vor der Zukunft, habe überhaupt keine Hoffnung mehr! Noch nie ist es mir so schlecht gegangen, und ich glaube einfach nicht mehr, dass sich nochmal was zum Guten wendet.

Wer will, kann sich die gesamte Geschichte, wie es soweit kommen konnte, hier (http://www.catmom.de/ht/buch.html) nochmal durchlesen, ich bin einfach zu müde, um noch mehr zu schreiben...

Hoffnungslose Grüße, Lunagirl

carbimazol
11.02.10, 16:53
Bist Du denn in Psychologischer/-therapeutischer Behandlung ?
Allein schon wegen Deiner Phobie .:( Aus psychatrischen Gründen kann man auch krankgeschrieben werden ,was bei Dir so scheint es überwiegt .
So ,wie Du schreibst brauchst Du dringend Hilfe ,und nicht immer ist HT Schuld .:eek:

chaos-claudi
11.02.10, 17:01
Liebes Lunagirl,

bitte gib die Hoffnung auch weiterhin nicht auf.
Du hast einen harten Lebensweg und du hast ihn wunderbar bestritten. Du wirst auch weiterhin auf diesem Weg bleiben müssen und ich wünsche dir die Kraft dazu, um eines Tages stolz behaupten zu können dass du nun das Leben auch mal genießen kannst.
Es ist nicht leicht, ganz und gar nicht leicht, sich immer behaupten zu müssen. Angeschlagen zu sein, der "Dumme" zu sein, der diese ganzen Krankheiten auf sich nehmen muss - nicht wissend, was denn da noch so alles auf einen wartet, und dann permanent dumm angemacht zu werden.
Die Kollegen verstehen einen nicht, Freunde haben sich abgewandt, die, die Verständnis zeigten können es auch irgendwann nicht mehr hören - wollen es auch nicht, klar, macht ja auch drauf aufmerksam wie gut es ihnen geht und es lässt sich nicht so gut feiern wenn da jemand ist, der leidet und dem man nicht helfen kann.
Da wendet man sich doch lieber mal ab...nicht für immer, nein, nur bis es Demjenigen irgendwann mal wieder was besser geht...
Die Familie...auch unterschiedliche zu betrachten...
Dieser permanente Kampf und dann noch mit all den Krankheiten, Schmerzen und Schuldgefühlen....die schlimmste Strafe überhaupt. Und verdient hat man sie nie und nimmer!
Und immer warten zu müssen, bis die Auflösung kommt, warum man das durchleben muss...
Du leidest unter einer Krankheit und es hat nichts Psychosomatisches!!! Es ist traurig, dass man das den Ärzten, den Verwandte, Freunden, Kollegen immer wieder sagen muss...und dann diese Blicke, dieses Unverständnis.

Es liegt nicht an dir und du hast schon genug gelitten. Versuche immer wieder an dich zu glauben und vergiss nie, das da draußen noch ein paar Mitleidende sind, die einen nicht in den Arm nehmen können, dich nicht gesund zaubern können,...aber sie verstehen dich, würden zu gerne helfen, vertuschen es indem sie dir Kraft schicken!
Wir wissen nur zu gut, dass wir nicht verrückt sind, das es an der Krankheit liegt, an den Hormonen und ein großer Teil auch durch die Verspannungen. Durch das "Verstecken" und "Schämen" nehmen wir eine gekrümmte Körperhaltung ein, die uns nicht positiv und optimistisch den Tag bestreiten lässt!
Vielleicht ist da um dich herum jemand der deine Hilfe braucht, der auch unter einer Krankheit leidet, der täglich Jod zu sich nicht, dessen Schilddrüse verrückt spielt und der das gar nicht besser weiß...verzweifelt ist...vielleicht
wird es irgendwann so sein, dass du endlich deinen Weg aus diesem quälenden Tief findest und deine Erfahrung anderen Menschen zu Gute kommt...
Und eines sei gewiss - die Kollegen und Chefs sind auch nicht immer gesund und können von heute auf morgen irgendeinen Zeckenbiss, eine Röntgenuntersuchung, einen Unfall haben...und dann, dann stehen sie da...wenn man gesund ist vergisst man es und leider ist der Mensch allzu oft recht garstig und gemein...vielleicht ist es Dummheit, manchmal womöglich auch Unsicherheit...man weiß es nicht.

Du bist stark, du hast es bis jetzt bewiesen. Ich glaube an dich!!!

Lass dir von den Ärzten und Menschen die dich nun "beurteilen" sollen nicht einschüchtern! Ich wünschte ich könnte dir irgendwie helfen :o(

Pass weiterhin gut auf dich auf. Schicke dir einen lieben Gedanken! Claudia

Lunagirl
11.02.10, 19:28
Bist Du denn in Psychologischer/-therapeutischer Behandlung ?
Allein schon wegen Deiner Phobie .:( Aus psychatrischen Gründen kann man auch krankgeschrieben werden ,was bei Dir so scheint es überwiegt .
So ,wie Du schreibst brauchst Du dringend Hilfe ,und nicht immer ist HT Schuld .:eek:

Ja, ich bin in therapeutischer Behandlung, schon seit einem Jahr (kogn. Verhaltenstherapie). Dachte auch eigentlich, ich hätte schon einiges erreicht, aber die Depression hat mich total zurückgeworfen.

Kann sein, dass im Moment die psychischen Sachen überwiegen, aber letztendlich ist es ein Teufelskreis, wo eins mit dem anderen zusammen hängt.

@Claudia: Danke für's Mutmachen! Ich hoffe, ich lasse mich nicht total niedermachen von diesen Amtsärzten. Und ich habe riesige Angst vor der Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt, die schaut mich immer so an und redet so, als wäre ihr sowas wie ich überhaupt noch nicht untergekommen, und danach fühle ich mich immer noch viel schlechter und minderwertiger!

Genauso, wie Du es beschrieben hast, ist es auch; da hast Du meine ganze Lebensgeschichte der letzten 10 Jahre auf den Punkt gebracht! Danke für's Verständnis!

LG, Lunagirl

carbimazol
11.02.10, 19:32
...wenn Du schon in Behandlung bist frage ich mich , warum Du kein anderes AD bekommst ,sondern in diesem Zustand bleiben mußt ??:mad:

Lunagirl
11.02.10, 19:43
...wenn Du schon in Behandlung bist frage ich mich , warum Du kein anderes AD bekommst ,sondern in diesem Zustand bleiben mußt ??:mad:

Weil alle, die ich bis jetzt probiert habe, mich so müde und benommen gemacht haben, dass ich so meinen Alltag nicht mehr bewältigen könnte. Ich lebe alleine und bin auch ganz alleine, muss mich also um all meine Belange selber kümmern. Das einzige, was jetzt noch zur Auswahl steht, ist Elontril, an das ich mich noch nicht rangetraut habe, weil da als Nebenwirkung "häufiges Erbrechen" steht... Und weil ich Angst habe, dass es mich genauso umhaut wie das Cymbalta.

Außerdem meinten sowohl meine Ärztin als auch meine Therapeutin, ich hätte noch genügend "gesunde Anteile", um ohne AD auszukommen, aber allmählich ändern sie wohl doch ihre Meinung. Umso paradoxer, dass ich gerade jetzt wieder auf den Arbeitsmarkt geprügelt werde! :confused:

chaos-claudi
11.02.10, 21:22
...gibt es ggf einen Arzt, der sich mit der Vergabe der Hormone besser auskennt, bzw. den derzeitigen Tabletten die du einnimmst?
Ich verstehe deine Angst sehr gut und vor allem dieses hilflose Gefühl Anderen hilflos ausgesetzt zu sein. Man versucht ihnen seine Probleme zu erklären doch sie verstehen diese nicht. Sie schauen einen entweder ungläubig an oder auch als würde man das alles vortäuschen, sich anstellen, sich einfach nicht zusammen reißen....
Und man selber wäre doch am liebsten einfach nur irgendwie gesund und würde liebend gerne ohne Schmerzen und Probleme arbeiten gehen...
Ich persönlich weiß nicht, ob die anderen ADs helfen, aber das ist meine Meinung. Es gibt viele Symptome die von anderen Bereichen des Körpers kommen und wenn diese in Ordnung gebracht wurden, dann gehen auch die Angstzustände zurück. Depressionen und Panikattacken kommen auch von der Schilddrüse und werden oft unterbewertet...
Du weißt aber selber besser, ob du da Handlungsbedarf hast, ob irgendetwas aufzuarbeiten ist...ich will dir da auch keine falschen Hoffnungen machen.

Dieses Unverständnis, das "Alleine sein", das laufen von Arzt zu Arzt, das Verteidigen und das alles im angeschlagenen Zustand und auch mit einem dann automatisch sensibleren Gemüt...das ist einfach nur Kräfte zehrend...neben den permanenten Schmerzen!

Vielleicht kannst du noch einmal in Ruhe mit deiner Ärztin sprechen. Ihr erklären, dass du weißt das ihr schon viel untersucht habt und du dich dafür bei ihr bedanken möchtest, es aber ggf sein kann, dass ihr etwas vergessen habt, was die Symptome nicht besser werden lässt, oder ob du ggf irgendetwas nicht verträgst...oder auch, ob sie vielleicht doch noch eine Idee hätte, einen Arzt den sie dir empfehlen könnte...das du weißt, dass das alles schon so lange geht, viel Zeit, Geld und Kraft gekostet hat, du dich aber eindeutig nicht besser fühlst, was dich ja eh sehr belastet, was du ja nicht mit Absicht tust. Du einfach am Ende deiner Kräfte bist. Und die Belastung keine Kraft für den Job und das Unverständnis der Kollegen jetzt noch zu früh ist.
Eigentlich ist das eh das Hauptproblem. Nicht zu wissen wo man dran ist in Sachen Krankheit. Nicht einfach endlich den Auslöser zu finden, eine Tablette einzuschmeißen oder zu wissen, gut, das und das ist es jetzt, es dauert so und so lange und das halte ich nun auch noch durch...nein, man ist krank und steht alleine da, hilflos, ängstlich, nicht mehr wissend wie es weiter gehen soll,....
Du wirst den Weg finden - und dann wirst du stolz sein...und glücklich...und genießen!
Ich wünsche es dir!
Du musst da nun eh durch, versuche so ruhig wie möglich zu bleiben, diese ganze Belastung macht es nicht besser. Auch wenn es unmöglich erscheint...:-(

Sadema
24.02.10, 23:15
Hallo Lunagirl,
Ich möchte dir nur schreiben das du mir sehr leid tust.
Mir geht es auch immet gleich psychisch total schlecht wenn es mir körperlich schlecht geht.
Konnte meine Arbeit auch nicht mehr ausüben, bin aber Berenet wurden.
Verliere nie den Glauben an eine bessere Zukunft auch wenn es noch so Ausweglos scheint.
Vor allem laß dich nicht nieder machen von den Ärzten, das kann einen nämlich zusätzlich total depressiv machen.
Vielleicht solltest du dir eine andere Therapieform als Verhaltenstherapie suchen. Ich könnte mir vorstellen das deine Depressionen weniger psychisch, sondern mehr körperlich verursacht sind, da hilft schon Gesprächstherapie wo du einfach mal alles was dir zu schaffen macht los wirst. Auch diesen Ärzte Stress.
lg Petra

White_Sheep
25.02.10, 11:02
Hallo Lunagirl,

natürlich habe ich auch keinen heißen Tip für dich, aber möchte dir sagen, dass es mir momentan ähnlich wie dir ergeht.

bei mir fiel quasi der Hashiausbruch - die volle Palette der Beschwerden - und das Ende meiner Partnerschaft zusammen.
Davor lebte ich fast 1.5 Jahre in einer kaputten Beziehung und wollte kämpfen (um etwas, was eh schon verloren war).
Ich vermute, dass dieser Streß über 1.5 Jahre dann auch Hashi richtig wach gerüttelt hat.
als ich dann wieder in einer eigenen WOhnung lebte, konnte ich - bis heute - aber keine Ruhe finden oder alles verarbeiten, weil ich jeden Tag irgendwelche Beschwerden habe/mich einfach nur ständig krank fühle.
Es dauerte ja noch etliche Zeit, ehe überhaupt Hashi gefunden wurde und ich mit LT starten konnte. viele Monate ohne Therapie, die mir immer mehr Kraft raubten.
nun bin ich in der Einstellungszeit und fühle mich weiterhin nicht gut.
Habe allerdings auch keine Geduld mehr, weil ich eigentlich seit meiner Trennung nur noch den Wunsch habe, ENDLICH mal zur Ruhe kommen zu können, keine Muskelschmerzen mehr zu haben etc.

Es gibt auch kein Input, wo ich mir momentan irgendwie Kraft holen könnte.
Selbst mein geliebtes Hobby- die Fotografie- vernachlässige ich.
Manchmal fühle ich mich so leer und müde, dass ich am liebsten im Bett bleiben würde.
Den Stress mit der ARbeit und dem Arbeitsamt hatte ich vor über 10 Jahren, als ich meinen Job wegen Krankheit (nicht Hashi) verloren habe.
sowas ist auch ohne Ende kraftzehrend. (wenn du da spezielle Fragen hast, kannst du eine PN schreiben).
Ich bin seit 2006 dann offziziell als erwerbsunfähig befunden worden und zu 60 %schwerbehindert (alles wegen meiner Gleichgewichtserkrankung).
Ich habe immer gedacht, dass diese Sache mir eigentlich reicht und mich eh schon ziemlich ausbremst. Nun kam die Trennung und noch Hashi dazu und jetzt ist auch bei mir so ein Punkt, wo ich nicht mehr kann und keine Kraft mehr habe.
Generell war ich nämlich auch immer eine Kämpfernatur.

Mein Doc hat mir nun nahe gelegt in eine Rehaklinik zum "Aufpäppeln" zu gehen - ich schwanke noch, weil ich so viele negative Erfahrungen mit Ärzten gemacht habe in den letzten 2 Jahren und einfach nur noch Angst habe, dass ich wieder nicht ernst genommen werde...

Bei dir wäre aber - aus deiner AU heraus- eine Reha vielleicht auch eine kleine Hilfe ?!
vielleicht hat deine Ärztin ja auch Druck von der KV bekommen, dass sie dich nicht länger AU schreiben soll... bei meinem Doc wurden die nämlich seinerzeit echt massiv im Hintergrund.

melde ich bitte weiter, wie es aussieht bei dir...
Alles Liebe !:)

Sheepy

Lunagirl
25.02.10, 12:56
Ihr Lieben, danke für eure Beiträge; ich werde in Kürze noch genauer darauf eingehen und auch schreiben, wie inzwischen der Stand der Dinge ist, aber im Moment hat mich obendrein noch eine Magen-Darm-Grippe erwischt (was für einen Emetophobiker so ziemlich der absolute Supergau ist, auch wenn es bisher nicht bis zum "äußersten" gekommen ist). Jedenfalls geht's mir noch nicht allzu gut; ich schreibe dann später ausführlicher, wenn es mir wieder besser geht!

LG, Lunagirl

Elfe11
25.02.10, 15:44
hallo lunagirl,

habe mal deine Seite genau durchgelesen--und da sind mir doch einige Dinge sehr ins Auge gefallen--bezgl. Symptome und Blutwerte,

Und was mir an deinem schreiben auffällt--du erwähnst sehr häufig , dass du ein Emetophobiker bist--musste erstmal googlen damit ich weiß was das ist--.Ich denke schon auch, dass dies ja eine Ursache haben muss--wurde das denn wenigstens anständig abgeklärt??

Sodele nun mal zu deinen Symptomen --du schreibst , dass du sehr viel trinken musst--auch viel pieseln--das wundert mich insofern nicht--da deine Aldosteron und Renin Werte ja mies aussehen.Vorausgesetzt sie wurden unter optimalen Bedingungen abgenommen?? Oder hats due vtl. da sehr viel NSAR--also Ibuprofen oder sonstiges zu dir genommen??

Dein 17 OHP war ja auch anscheinend im Test ziemlich hoch--das würde in Richtung AGS gehen--und ich denke, da all deine Werte --genau übrigens wie bei mir--nicht recht zusammen passen--ließ man dich im Regen stehen...:sad:

Ein Diabetes insipidus wurde auch ausgeschlossen??? Hat nix mit dem Diabetes zu tun.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_insipidus

Und was bitte soll da für ein Tumor in der Hypopyhse sitzen--den angeblich viele Menschen haben???? Wenn er hormoninaktiv ist--kann er trotzdem da oben stören!!!

Und diese Tumore--oder besser Adenome bedeuten mitnichten ein Todesurteil!!!!!!!!! Sind ja fast nie bösartig.

Zu deinen weibl. Hormonen--da scheinen ja recht früh die WJ angefangen zu haben--na und das trägt sicher auch nicht zum Wohlfühlen bei.Daher wohl auch die Empfindlichkeit gegen die Wärme--heißt im Volksmund--Hitzewellen....

Allerdings kannst du anhand der FSH und LH Werte sehen--dass deine Hypophyse anständig funktioniert--bezgl. der Hormonachsen.

Schön wären mal mehr Werte bezgl. Cortison und ACTH.

Ich denke , da sit einiges völlig durcheinander--aber keiner mag recht helfen--und du hast keinen Nerv mehr dazu...obschon ich dir helfen würde--:)damit du weißt--was gemacht werden müsste.

Kopf hoch--mit all solchen Symmis bin auch ich geplagt--bekomme auch keine anständige Einstellung hin--aber aufgeben??? NIEMALS!!!!!!!!!

LG Elfe

Lunagirl
02.03.10, 15:58
So, nachdem ich nun letzte Woche mit Magen-Darm-Grippe flachgelegen habe und danach gleich ziemlich starke Ischiasschmerzen im linken Bein bekam, will ich Euch nun endlich antworten. Bitte entschuldigt die späte Antwort!

Zunächst mal ein kurzes Update meiner Situation: Vor zwei Wochen hatte ich ja einen Termin bei meiner Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt. Die schickt mich jetzt zum medizinischen Dienst, um festzustellen, inwieweit ich überhaupt noch arbeitsfähig bin. Da hat sie schon angekündigt, dass ich wahrscheinlich noch mal in eine psychosomatische Reha-Klinik soll, und meine HÄ hat heute das gleiche gesagt. Aber in solch einer Klinik war ich ja 2008 schon, und es hat überhaupt nichts gebracht. Es war damals auch sehr sehr schwer für mich, diese 6 Wochen überhaupt durchzuhalten, und jetzt das ganze nochmal...? Ich könnte echt durchdrehen!!

Was jetzt noch hinzugekommen ist ist die Rücken- bzw. Ischiasproblematik. Erinnert alles sehr stark an meinen Bandscheibenvorfall 2004. Als der diagnostiziert wurde, war er schon so ausgeprägt, dass gleich operiert werden musste. Und jetzt geht das ganze anscheinend wieder von vorne los! Habe im Moment wirklich das Gefühl, dass mir nichts erspart bleibt. Bin jetzt auch schon wieder seit mehr als zwei Wochen krankgeschrieben. Zum Glück habe ich schon morgen einen Termin bei einem Orthopäden bekommen, der mir hoffentlich schnell einen MRT-Termin besorgt, damit das abgeklärt wird.

So, nun zu Euren Beiträgen:


...gibt es ggf einen Arzt, der sich mit der Vergabe der Hormone besser auskennt, bzw. den derzeitigen Tabletten die du einnimmst?
Ich verstehe deine Angst sehr gut und vor allem dieses hilflose Gefühl Anderen hilflos ausgesetzt zu sein. Man versucht ihnen seine Probleme zu erklären doch sie verstehen diese nicht. Sie schauen einen entweder ungläubig an oder auch als würde man das alles vortäuschen, sich anstellen, sich einfach nicht zusammen reißen....

Ich weiß einfach nicht mehr, wo ich noch hingehen soll! War ja schon bei verschiedenen Endokrinologen; der erste war nix, und die zweite ist dagegen, dass ich Thybon nehme wegen des supprimierten TSH. Sie sagt, die freien Werte seien nicht entscheidend, sonders das TSH. Konnte mich aber mit der These nicht so recht anfreunden...


Vielleicht kannst du noch einmal in Ruhe mit deiner Ärztin sprechen. Ihr erklären, dass du weißt das ihr schon viel untersucht habt und du dich dafür bei ihr bedanken möchtest, es aber ggf sein kann, dass ihr etwas vergessen habt, was die Symptome nicht besser werden lässt, oder ob du ggf irgendetwas nicht verträgst...oder auch, ob sie vielleicht doch noch eine Idee hätte, einen Arzt den sie dir empfehlen könnte...das du weißt, dass das alles schon so lange geht, viel Zeit, Geld und Kraft gekostet hat, du dich aber eindeutig nicht besser fühlst, was dich ja eh sehr belastet, was du ja nicht mit Absicht tust. Du einfach am Ende deiner Kräfte bist. Und die Belastung keine Kraft für den Job und das Unverständnis der Kollegen jetzt noch zu früh ist.

Hab ich versucht, aber die schiebt jetzt alles bei mir voll auf die psychosomatische Schiene, auch meine ständigen Magen-Darm-Beschwerden, und das generelle Krankheitsgefühl. Früher hat sie immer eingeräumt, dass das vom Hashi kommen könnte, darüber war ich so froh. Aber offenbar sieht sie es inzwischen anders. Sie meint, wenn ich wieder ein Job finde, der mir Spaß macht (als wenn solche Jobs heutzutage leicht zu bekommen wären) ginge es mir besser. Ich bewzweifele das; denn ich kriege es ja nicht mal mehr auf die Reihe, mich privat mit jemandem zu verabreden, wegen der Übelkeit. :(


Vielleicht solltest du dir eine andere Therapieform als Verhaltenstherapie suchen. Ich könnte mir vorstellen das deine Depressionen weniger psychisch, sondern mehr körperlich verursacht sind, da hilft schon Gesprächstherapie wo du einfach mal alles was dir zu schaffen macht los wirst.

Ja, den Eindruck habe ich allerdings auch!! Und mit der Verhaltenstherapie komme ich in der Angelegenheit auch nicht weiter, da ist einfach nichts zu machen. :( Ich glaube auch einfach nicht, dass die Übelkeit psychosomatisch ist! Aber noch eine andere Therapie bekomme ich wohl erst mal nicht genehmigt, es war letztens schon ein Akt, die Verlängerung der Verhaltenstherapie durchzukriegen.

@White_Sheep: Oh Mann, da hast Du ja auch schon einen ganz schönen Streifen durch!! Davon kommt mir echt einiges bekannt vor, und ich kann auch verstehen, dass Du wegen der Reha skeptisch bist.
Und ich weiß auch, wie das ist, wenn einem plötzlich nicht mal mehr die Hobbys Spaß machen bzw. einem dafür die Kraft fehlt. Ich selbst fotografiere auch gerne, aber zuletzt hat mir das auch keinen richtigen Spaß mehr gemacht. Wenigstens hast Du den Druck vom Arbeitsamt nicht mehr, obwohl sich Gleichgewichtsstörungen ja nun auch nicht so toll anhören!
Ich wünsch' Dir weiterhin ganz viel Kraft, dass alles weiterhin durchzustehen!!

@Elfe11: Danke, dass Du Die die Mühe gemacht hast, meine ganzen Werte usw. durchzulesen. Nun will ich mal Deine Fragen beantworten:


du erwähnst sehr häufig , dass du ein Emetophobiker bist--musste erstmal googlen damit ich weiß was das ist--.Ich denke schon auch, dass dies ja eine Ursache haben muss--wurde das denn wenigstens anständig abgeklärt??

Nee, das ist nicht abgeklärt worden, die meisten Ärzte und Therapeuten kennen ja nicht einmal den Begriff! :rolleyes: Ich hatte das auch seit meiner frühesten Kindheit, und ich merke immer mehr, wie sehr diese Phobie in mein Leben eingreift. Gerade in Bezug auf die Übelkeitsproblematik kommt die Emetophobie natürlich noch als verstärkender Faktor dazu. Leider sind Therapien gegen Emetophobie nicht sonderlich wirkungsvoll, wie man allgemein lesen kann. In der Klinik, in der ich 2008 war, haben sie gar keine Unterschiede gemacht zwischen Emetophobie und anderen spezifischen Phobien, dabei ist sie viel weitreichender.


da deine Aldosteron und Renin Werte ja mies aussehen.Vorausgesetzt sie wurden unter optimalen Bedingungen abgenommen?? Oder hats due vtl. da sehr viel NSAR--also Ibuprofen oder sonstiges zu dir genommen??

Nee, also soweit ich mich erinnern kann, habe ich kein Ibuprofen genommen.


Dein 17 OHP war ja auch anscheinend im Test ziemlich hoch--das würde in Richtung AGS gehen--und ich denke, da all deine Werte --genau übrigens wie bei mir--nicht recht zusammen passen--ließ man dich im Regen stehen...

Jetzt muss ich mal ganz dumm fragen... Was ist denn AGS? Habe auch beim Googeln nichts passendes für die Abkürzung gefunden.


Ein Diabetes insipidus wurde auch ausgeschlossen???

Im Endokrinologikum halten sie es für unwahrscheinlich, obgleich ich zu einer endgültigen Abklärung erst diesen Durstversuch in der Klinik machen müßte. Allerdings hat dieser übermäßige Durst bei mir auch etwas nachgelassen, nachdem ich in den letzten eineinhalb Jahren rd. 40 kg abgenommen habe. Auch das Schwitzen ist seitdem etwas besser geworden.


Und was bitte soll da für ein Tumor in der Hypopyhse sitzen--den angeblich viele Menschen haben???? Wenn er hormoninaktiv ist--kann er trotzdem da oben stören!!!

Und diese Tumore--oder besser Adenome bedeuten mitnichten ein Todesurteil!!!!!!!!! Sind ja fast nie bösartig.

Nee, bösartig ist das Hypophysenadenom wohl nicht, und es wächst auch offenbar nicht. Deswegen soll es ja auch nicht operiert werden. Inwieweit es trotzdem stört, ist schwer zu sagen. Und der Endokrinologe, zu dem ich damals geschickt wurde, nachdem der Tumor entdeckt wurde, hat mir damals gesagt, sowas hätten 25% Prozent aller Menschen, bei den meisten würde er halt nur nicht entdeckt. Er hat das ganze ziemlich bagatellisiert.


Zu deinen weibl. Hormonen--da scheinen ja recht früh die WJ angefangen zu haben--na und das trägt sicher auch nicht zum Wohlfühlen bei.Daher wohl auch die Empfindlichkeit gegen die Wärme--heißt im Volksmund--Hitzewellen....

2007 habe ich den linken Eierstock entfernt bekommen wegen eines Tumors. Von daher kann es gut sein, dass es allmählich losgeht. Meine Gyn ist sich allerdings noch nicht sicher, sie meinte, diese Schwankungen regulieren sich manchmal auch wieder. Ich hatte jetzt z. B. im Winter meine Regel zwei Monate lang überhaupt nicht, jetzt aber sogar wieder alle drei Wochen. Mal sehen, wie das weitergeht... Zumindest ist hormonell mit Sicherheit einiges durcheinander bei mir. Und ich schätze, das war schon immer so, denn bei mir wurde schon mit 17 ein polyzystisches Ovarsyndrom diagnostiziert. Und die Pille löst bei mir Depressionen aus, das spricht doch m. E. auch für eine Hormongeschichte!

Aber das ist ja das Problem: Weil das alles so diffus und vielschichtig wird, werde ich jetzt doch auf die Hypochonderschiene geschoben!! :(

LG, Lunagirl