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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitszeit reduzieren oder Kur? Tipps?



Broslofski
21.04.09, 13:23
Hallo zusammen,

mir geht es jetzt schon seit 1,5 Jahren sehr schlecht und es will einfach nicht aufwärts gehen. Ausser HT wurde bei mir auch noch eine NNS festgestellt. Derzeit nehme ich LT125, 25 DHEA und 25 Hydrocortison (10-10-5). Allerdings hat sich dadurch keine Besserung eingestellt.

Mir fällt es auch sehr schwer meinen Job einigermaßen zu bewältigen. Ich quäle mich nur noch durch den Tag. Wenn ich nicht ab und zu einen Homeoffice-Tag einlegen könnte, würde es garnicht mehr gehen. So kann es auf jeden Fall nicht mehr weitergehen! :-(

Deswegen hatte ich mir überlegt meine Arbeitszeit temporär zu reduzieren z.B. auf 50% falls mein Chef sich darauf einlässt. Weiss zwar nicht, ob das etwas bringt, aber zumindest wäre ich nicht komplett raus aus dem Job.

Oder ist es evtl. besser eine komplette Auszeit zu nehmen und z.B. eine Kur zu machen? Wobei ich natürlich nicht weiss, ob die mir überhaupt genehmigt und überhaupt was bringen würde.

Habt ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht, bzw. gibt es etwas zu beachten, bevor ich das Thema mit meinem Chef bespreche?

Würde mich über Tipps sehr freuen, weiss nämlich nicht mehr, wie es weitergehen soll. Mein Privatleben bzw. Freizeitaktivitäten sind sowieso schon auf ein Minimum reduziert...

Danke & viele Grüße

Broslofski

Versatile
23.04.09, 19:56
Hallo,

das Problem kenne ich nur allzu gut. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, daß mir vor ca. vier Jahren eine Reduzierung der Arbeitszeit schon sehr geholfen hat.
Damals ging es mir nach einer größeren OP schon sehr mies. Ich ging von 40 auf 30 Stunden runter, verteilt auf vier Tage, so daß ich jeden Freitag frei und somit langes WE hatte. Das war eine super Zeit, und finanziell war der Verlust auch nicht soo dolle.
Hatte mich vorher schon in der Personalabteilung erkundigt, wie hoch mein Verdienst mit den 30 Std. sein würde, und konnte mich darauf einstellen.
Im übrigen hat man als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Der Chef darf es nur aus wichtigen betrieblichen Gründen ablehnen, die er aber darlegen und beweisen muß, so viel ich weiß.
Leider verlor ich diese Stelle ein paar Monate nach der Reduzierung, da im ganzen Betrieb insgesamt über 30 Stellen gestrichen wurden. Pech gehabt.

Danach war ich ca. 1,5 Jahre ohne Job und hatte das Gefühl, mich wieder etwas regeneriert zu haben. Zu der Zeit hatte ich aber noch keine Hashi- oder UF-Diagnose und wurde somit nicht behandelt, hatte halt nur die Möglichkeit mich durch ausschlafen und ausruhen zu erholen.

Als ich dann eine neue Stelle fand mußte ich dort direkt wieder Vollgas geben. Von null auf 48 Stunden - ganz schöner Streß und mega-anstrengend. Ich hielt das aber die ersten Monate ganz gut durch, weil ich happy über diese Stelle und hochmotiviert war.
Leider ließ die Energie dann nach ca. 10 Monaten extrem nach, und das folgende halbe Jahr ging es mir wie Dir heute - ich schleppte mich nur noch ins Büro und verzweifelte jeden Morgen beim Gedanken, wie ich das bloß bis abends durchhalten sollte.
Mein Zustand verschlechterte sich von Monat zu Monat, was natürlich auch im Betrieb nicht unbemerkt blieb. Dazu kam noch Mobbing bzw. Bossing, Intrigen usw., was mir echt den Rest gegeben hat.

Fazit: nach insgesamt 1,5 Jahren erhielt ich die Kündigung, als ich mich mal krank meldete, und bin seitdem krank geschrieben und total am Ende. Nicht mental, aber körperlich/energetisch. Und ich hab keine Ahnung, wie es weitergehen soll.

Ich kann Dir schlecht raten, was für dich besser ist.
Ich hab mir jedenfalls geschworen, nie mehr für einen Job meine Gesundheit so dermaßen zu ruinieren, falls ich jemals wieder arbeitsfähig sein werde.
Mein erklärtes und oberstes Ziel für dieses Jahr ist meine gesundheitliche Rehabilitation, das steht vor allem anderen wie Job, Hausrenovierung, Urlaub usw....
Und wenn ich wieder einigermaßen hergestellt sein sollte, dann werde ich ganz sicher keinen Vollzeitjob mehr ausüben. Meine Angst, dann wieder schnell jegliche Energiereserven aufzehren und meinen Körper und Geist überstrapzieren zü müssen, ist wahnsinnig hoch.

Letzten Endes kriegt man doch nur einen Tritt in den Allerwertesten, wer dankt es einem eigentlich wenn man sich zur Arbeit schleppt?!
Und Gesundheit und Wohlbefinden ist ein unbezahlbares Gut, das man sich nicht kaufen kann und auch nicht so ohne weiteres wiederhergestellt bekommt.

Ich richte mich darauf ein, zukünftig halt weniger zu verdienen. Es wird schon irgendwie gehen. Aber lieber verzichte ich auf materiellen Firlefanz, als auf Lebensqualität.

Hör auf Deinen Körper und auf Dein Bauchgefühl, ich denke dann wirst Du wissen, was zu tun ist. :)

Alles Gute,
Versatile

yaledia
23.04.09, 21:02
Hallo

wollte auch grad einen Thread zu dem Thema eröffnen, als ich deinen gesehen habe.
Oh man, ich kann das sooooooo gut nachvollziehen. Ich hab seit 3,5 Jahren Hashi. Ob da noch mehr als Hashi ist, weiß ich nicht. Jedenfalls bin ich körperlich sowas von am Ende, obwohl meine Werte eigentlich ganz ok eingestellt sind. Aber man weiß ja, "Optimalwerte" sind nicht immer gleich "wohlfühlwerte".:(

Bei mir ist es so, dass ich ja noch immer im Diplom bin (hatte ich schon mehrfach im Forum geschrieben). Ausserdem hab ich ja auch ein 3jähriges Kind zu Hause und arbeiten tu ich in einer Softwarefirma (16 std in der Woche). Da ich körperlich wohl nicht mehr in der Lage bin, das Studium zu beenden in dem Bereich jemals zu arbeiten, habe ich mir eine Praktikumsstelle (15 std in der Woche) in meinem erlernten Beruf gesucht. Da bekomme ich zwar kein Geld, aber Erfahrung und vielleicht springt hinterher ne Halbtagsstelle raus. Das wäre für mich das optimale.

Ich musste feststellen, dass ich mit der nun insgesamt 30 stündigen Arbeitswoche und dem Kind und Haushalt körperlich gnadenlos überfordert bin, und das, obwohl mir sowohl mein Kind, als auch die Jobs Spaß machen.

Ich bin unendlich depremiert über meine körperliche Verfassung und weiß einfach nicht mehr weiter. Mein Mann ist voll Berufstätig und muss schon ständig meinetwegen auf Freizeit verzichten. ABer was soll ich machen, ich hab schließlich auch keine Freizeit, sondern brauche Regeneration.

Es ist schon verrückt, denn ich dachte, ich hätte Energiereserven. Die sind aber oft schon nach 1 - 2 Tagen verbraucht und dann kommen die fiesen Halsschmerzen und dieses elende "ich fühl mich so krank"- Gefühl.:sad::sad:

Ich möchte nur noch heulen. Und dann muss ich mir auch noch von Kollegen und Verwandschaft sagen lassen, dass auch andere so ein Arbeitspensum schaffen und ich mich nicht so haben soll.

Mental gehts mir ok, Körperlich bin ich ein Wrack......HELP

yale
ps: eigentlich woll(t)en wir noch ein 2. Kind und damit Ende diesen Jahres anfangen. Aber wie soll ich das körperlich bloß schaffen. Dann könnte ich jedenfalls gar nicht mehr arbeiten.