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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Widerspruch gegen Versorgungsamt war sinnlos



Heike2906
09.01.09, 18:34
Hallöchen,

Man, bin ich geladen!
Habe heute zum Freitag einen Widerspruchsbescheid im Briefkasten gehabt.
Natürlich wieder umsonst.
Meine Befindlichkeit hat sich der Behörde zufolge nicht verändert.
Ich habe mich genau an die Anhaltspunkte gehalten, meine Diagnosen waren ausreichend beschrieben, sämtliche Behinderungen wurden ins Detail genau beschrieben, z.B. ausgeprägte Knorpelschäden in den Kniegelenken mit anhaltenden Reizerscheinungen: da muß mindestens 30 GdB angesetzt werden, wenn der Knorpelschaden II. Grades besteht, Resultat: 0.
Habe ausgeprägte Fußdeformitäten, die die Statik stark beeinflussen, kann ohne Einlagen nicht laufen, beide Füße haben Arthrose und starke Osteoporose, das wäre ebenfalls mit 20 GdB zu bewerten.
Habe noch viel Kleinkram (Tinnitus, Hautprobleme, Depressionen...) mit angegeben, die sind sofort jeweils mit 10 GdB anerkannt worden, nützen absolut nichts, da sie den Grad der Behinderung nicht erhöhen.
Auch meine fehlenden Eierstöcke, die einen Kinderwunsch nicht mehr zulassen, sind außer Acht geblieben, der Arzt ist nicht angeschrieben wurden. Dies wäre ebenfalls mit 20-30 GdB anzurechnen gewesen.
Jetzt bleibt mir nur die Klage, das dauert mindestens 2 Jahre.
Ich kann schon jetzt meinen Arbeitsweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr bewältigen, kann nicht lange stehen (Einfache Fahrt dauert über 1,5 H). Mit einem Behindertenausweis hätte ich zumindest Anspruch auf Sitzplatz. Mit dem eigenen Auto kann ich nur kurze Strecken fahren, Lendenwirbelsäule und Füße (kein Gefühl durch die Orthopädischen Einlagen) machen das nicht mit.
Ich bin verzweifelt, arbeite doch gerne.
Und ich muß dazu sagen, bisher hatte ich ja 30 GdB allein auf meine überstandene SD-Krebs-Geschichte, die habe ich dauerhaft. Es ging also nur um 20 GdB, die man mir zuerkennen müßte. Wieso halten die sich nicht annähernd an die Vorschriften? Selbst mein Arzt meinte ja schon bei der Ablehnung des 1. Antrags, daß ich mindestens 60GdB und ein Merkzeichen "G" bekommen müßte.
Nun muß ich wohl klagen.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Gibts denn nicht vor der Klage noch irgendeine Möglichkeit der Beschwerde wegen Nichtbeachtung des Sachverhalts oder so?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

LG, Heike

PS. Es sind wieder nur 2 Ärzte angeschrieben wurden wegen einer Stellungnahme, obwohl Behinderungen aus 4 verschiedenen Fachrichtungen angegen wurden!

Sun (MB)
09.01.09, 22:34
Hallo Heike,

das ist bitter, aber glaubst Du nicht, dass es vorher noch eine aussergerichtliche Lösung gibt. Im Bescheid müssen ja Begründungen angeführt sein.

Ich weiss jetzt nicht, wann die SD wegen SD-Karzinom entfernt wurde.
Ist es in Deutschland nicht so, dass man nach einem papillären oder follikulären Tumor ohne Lymphknotenbefall von Haus aus eine GdB von 50 % bekommt, bei allen anderen SD-Tumorarten von 80 %? Allerdings angeblich nur für 5 Jahre nach der OP fix. Nach den 5 Jahren wird der GdB neu festgesetzt. Wobei ich auch nicht weiss, nach welchen Kriterien nach der SD-OP bei keiner Neubildung von malignen Gewebes der GdB festgesetzt wird. Da bei Dir wegen des SD-Tumors nur ein GdB von 30 % festgesetzt wurde, tippe ich darauf, dass die OP bereits mehr als 5 Jahre zurückliegt. Wenn die SD-OP weniger als 5 Jahre zurückliegt, dann ist wie gesagt ein GdB von 50 % nur für das SD-Karzinom die Richtlinie. Wenn es schon länger zurückliegt, würde mich interessieren, wie die Sachverständigen nun ein dauerhaften GdB von 30 % annehmen. Darf ich fragen, welche Beschwerden bezüglich SD vorhanden sind, die Grundlage für den GdB von 30 % sind?

Eines habe ich leider nicht verstanden. Du schreibst:


Habe noch viel Kleinkram (Tinnitus, Hautprobleme, Depressionen...) mit angegeben, die sind sofort jeweils mit 10 GdB anerkannt worden, nützen absolut nichts, da sie den Grad der Behinderung nicht erhöhen.

Wenn Tinnitus, Hautprobleme, Depressionen mit jeweils 10 GdB anerkannt wurden, warum erhöhen sie den Grad der Behinderung nicht? 30 % hast Du ja wegen SD-Karzinom + 10 wegen Tinnitus + 10 wegen Hautprobleme wären ja alleine schon 50 %.
Ich glaube, diesbezüglich habe ich etwas missverstanden. Vielleicht kannst Du das noch konkretisieren.

Bist Du Dir sicher, dass eine Klage 2 Jahre dauert? Kommt mir schon sehr lange vor.

Liebe Grüße
Sun

Sun (MB)
09.01.09, 23:05
Hallo Heike,

ich habs gerade gelesen, die einzelnen Richtsätze können nicht zusammenaddiert werden, sondern es wird geprüft, ob und inwieweit die übrigen Leiden in ihrem Zusammenwirken einen höheren Grad der Behinderung rechtfertigen.
Dann ist alles klar. Es ist dann Auslegungssache des Sachverständigen.:rolleyes:

Liebe Grüße
Sun

ottilie55
09.01.09, 23:47
Hallole,

bist du nicht Mitglied im VDK ? das ist ratsam dort Mitglied zu werden
ich habe zumindest schon einiges erreicht mit deren Hilfe.

gruss otti

Heike2906
10.01.09, 14:39
Hallo Sun und Otti,

Vielen Dank für Eure Antworten.
Ja, der SD-Krebs ist viele Jahre her und ich hatte bis 1990 auch 100 GdB, da der Krebs Metastasen gebildet hatte und noch mehrere OP und RJT nach sich zog.
Aus Unwissenheit/Dummheit reagierte ich nicht auf die Anhörung vom Versorgungsamt und wurde innerhalb kurzer Zeit auf dauerhaft 30 GdB abgestuft. Den habe ich jetzt seit 1991. Inzwischen sind viele weitere Operationen( Knie, Bakerzysten, Krampfadern, Unterleib dazugekommen. Durch die Eierstock-OP fehlten Hormone, wurde sofort in die Postmenopause (also gleich hinter die Wechseljahre katapultiert). Der Kinderwunsch mußte aufgrund der damals überdosierten RJT lange aufgeschoben werden. Sollte mindestens 20 Jahre warten. Nun wollte ich meine Familie "vervollständigen", da kam diese Unterleibs-Notop dazwischen. Bei dieser Konstellation steht mir lt. den Anhaltspunkten für die Versorgungsämter mindestens 20-30 GdB zu, für die Knorpelschäden II. Grades ebenfalls 30 GdB, die Meniskopathie und die Abnormstellung der Kniescheiben waren auch nicht berücksichtigt wurden. Arthrose und starke Osteoporose in den Knochen sorgt bereits für Verformung der Fußgelenke, besonders starke Einlagen behindern mich beim Laufen, Stehen und Autofahren, man hat kein Feingefühl.
Tinnitus verursacht schlaflose Nächte, ich bin ein Wrack. Nicht mehr belastbar, Tagesmüde, mache viele Fehler, gehe bei Rot auf die Straße, remple Leute an und kriege Panikattacken.
Da schreiben die beim Versorgungsamt: Klimakterium. Na, alles kann man darauf nicht schieben.
Ich behalte es mir vor jetzt zu einem Psychologen zu gehen, psychosomatische Störungen stehen ja bereits im Bescheid, keine Ahnung, woher die das holen.
Werde nun komplette Akteneinsicht nehmen, beim VDK vorsprechen.
Es dauert leider 2 Jahre beim Sozialgericht in Brandenburg/Potsdam, durch die vielen Hartz IV- Sachen.
Habt Ihr eine Ahnung, kann man trotz laufender Klage einen weiteren verschlimmerungsantrag stellen, wenn man eine neue Diagnose dazubekommt?
In 2 Wochen muß ich zur RJD, der Verdacht auf Rückkehr des Krebses ist da.
Dann hätte ich natürlich auf Dauer Anspruch auf 100 GdB, da es das 2. Rezidiv wäre. Galgenhumor!!

LG, Heike

ottilie55
10.01.09, 15:21
hallole,
du musst widerspruch einlegen mit dem VDK...ich kann dir nur den VDK ans Herz legen !! geh dort hin und werde Mitglied
die helfen dir sicher.. ich kann nur gutes berichten.

gruss otti

Heike2906
10.01.09, 15:25
Hallo Otti,

Das war ja schon der Widerspruch.
Habe jetzt 3 x hintereinander einen Verschlimmerungsantrag gestellt. Jedesmal ohne Erhöhung.
Beim letzten Antrag vom Juli 08 bin ich dann in Widerspruch gegangen. Und das, was ich geschrieben habe, ist das Ergebnis des Widerspruchs. Total oberflächlich und falsch bearbeitet.
Es muß doch noch eine Art Beschwerde möglich sein, bevor man diese 2 Jahre klagt.

LG, Heike

Heike2906
10.01.09, 15:28
PS. Mitglied beim VDK bin ich seit April 2008, da wollte ich mit deren Hilfe den 1. Antrag stellen, die waren hoffnungslos überarbeitet.
Den Widerspruch habe ich auch allein gemacht, aber mit Hilfe von juristischen Begründungskommentaren zu diesem Thema.
Aber man ist überhaupt nicht annähernd auf mein geshriebenes eingegangen. Habe das Gefühl, die haben nochmals meinen vorhergehenden Antrag bearbeitet, ohne die Widerspruchsbegründung zu lesen.

LG, Heike

Heike2906
10.01.09, 17:10
Schubs.

Heike2906
11.01.09, 14:32
Hallöchen,
Habe nun auch in anderen Foren so einiges an Informationen erhalten.
Gegen den Widerspruchsbescheid hilft rechtmäßig nur die Klage.
Also werde ich diesen Weg nun gehen, denn immer wieder mit einem Verschlechterungsantrag bei Null anzufangen, bringt garnichts.
Den VDK werde ich nicht dazu nehmen, man hört jetzt immer öfter, daß die aufgrund zu vieler Kunden die Arbeit nur noch "oberflächlich" erledigen.
Ich selbst hatte ja beim Versuch, den Widerspruch von dort aus zu bearbeiten, schon gemerkt, welcher Zeitdruck dort herrscht. Der Mensch schaute immer wieder auf die Uhr und meinte, wir müssen uns beeilen, draußen warten noch viele. Obwohl mein Termin für 30 Minuten geplant war, stand ich nach 10min schon draußen. Und man wollte auch da wasserfeste Diagnosen, die Beschwerden sind zweitrangig. Obwohl ja in den Anhaltspunkten ausdrücklich geschrieben steht, daß allein eine Diagnose nichts aussagt.
Glücklicherweise habe ich seit Jahren eine Rundum-Rechtsschutzversicherung (incl. Sozialgerichtsbarkeit). Eine Anwältin, die direkt auf Schwerbehindertenrecht spezialisiert ist, habe ich auch schon ausfindig gemacht.

Schönen Sonntag noch,
Heike

Conny2
18.01.09, 02:49
Hallo liebe Heike,

das tut mir alles sehr leid.

Du hast ne Mail von mir.

Wenn dir der VDK nicht helfen kann, wegen Überlastung oder so, warum gibst du dann noch das Geld dafür aus? Ich würde dann kündigen.

Gut dass du eine Rechtsschutzversicherung hast, die dir weiter helfen kann. Viel Erfolg auch mit der Anwältin und Daumendrück.

Liebe Grüße Conny:)