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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mieterhöhung und Sonderkündigungsrecht - brauche Hilfe



Kaos
07.11.08, 20:44
Hallo,

hoffe ich bin mit dem Thema hier richtig. Sonst bitte verschieben.

Also wir haben von der Vermierterin ein Schreiben bekommen, dass sie die Miete erhöhen will.
Es sind keine Modernisierungsarbeiten gemacht worden. Sie sagt, dass die Miete nicht mehr der ortsüblichen Vergleichsmiete entspricht.
Außerdem schreibt Sie, dass die Grundmiete innerhalb von drei Jahren um 20 % erhöht werden kann. Wir hätten nun auch laut §561 BGB ein Sonderkündigungsrecht.

Anermerkung: wohnen nun schon 10 Jahre hier, wenn das Sonderkündigungsrecht nicht wäre, würde sich die Kündigungsfrist auf 9 Monate belaufen ?(Stafflung nach Länger der Wohnzeit)

- Ist es richtig, dass sie die Miete um 20 % erhöhen darf ? Ich hatte immer von 2-5 % gehört ?

- Wenn wir kündige, würden also die 3 Monate (Sonder)kündigungsfrist ab dem Zeitpunkt laufen, an dem wir das Schreiben bekommen haben ? Verstehe ich das richtig ?

--> § 561 Sonderkündigungsrecht des Mieters nach Mieterhöhung
(1) 1Macht der Vermieter eine Mieterhöhung nach § 558 oder § 559 geltend, so kann der Mieter bis zum Ablauf des zweiten Monats nach dem Zugang der Erklärung des Vermieters das Mietverhältnis außerordentlich zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen. 2Kündigt der Mieter, so tritt die Mieterhöhung nicht ein.
(2) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Ich blicke da nicht mehr durch, kann mir jemand helfen ?

karuschka
08.11.08, 10:01
Hallo Kaos,

vielleicht solltest Du Dich beim Mieterbund schlau machen. Kostet nur eine kleine Gebühr. Eine Erhöhung um gleich 20 % finde ich schon sehr merkwürdig.

Allerdings habe ich wenig Ahnung von diesen Sachen, bin keine Mieterin.

lg karuschka

Amselt
08.11.08, 11:06
Hallo,
hier findest du evtl. etwas zum Nachlesen:
http://www.mieterverein-hamburg.de/mieterverein-merkblaetter/merk01_merkblatt-mieterhoehung.htm
Ansonsten kann ich nur hoffen, dass du beim Mieterverein eine fähige Person triffst. Der Mietspiegel für deinen Ort wäre schon von Bedeutung. Vielleicht kennst du in deinem Bekanntenkreis auch jemand, der evtl beim Mieterverein Mitglied ist und der für dich nachfragt.
Gruß Amselt

Frank aus HM
09.11.08, 11:39
Hallo Kaos,

ein bisschen weiss ich über das Mietrecht auch Bescheid und den Rest an Infos besorge ich mir über meine Frau...

Also, seit der letzten Mietrechtsnovelle 2005(?) haben Mieter eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, unabhängig vom bestehenden Vertrag und unabhängig von der Dauer des bestehenden Vertrages! Diese Kündigung kann jeweils zum Monatsletzten mit einer vorausgehenden Frist von min. 3 Monaten (3 volle Monate) erfolgen. Der Vermieter hat jede fristgemässe Kündigung zu akzeptieren.

Der Grund für eine Kündigung des Mietvertrages seitens des Mieters ist unerhebelich, er kann auch in einer vom Vermieter geplanten Mieterhöhung liegen. Das Kündigungsrecht des Vermieters und dessen Fristen sehen ganz anders aus... (länger!).

Die Miete darf erhöht werden, jedoch nicht um die besagten 20% (in einem Schritt!). Wieviel das genau sein darf, darüber gibt mir meine Frau morgen Auskunft, sie schaut nach!

Der §561 BGB ist davon unbenommen, regelt aber auch keine andere Fristen!

Ich hoffe, ich habe Dir damit ersteinmal helfen können.

Liebe Grüsse
Frank

christstern
09.11.08, 16:54
Hallo,

das Sonderkündigungsrecht ist so wie ich das verstehe kürzer. Siehe auch: http://www.juraforum.de/gesetze/BGB/561/
http://www.immobilienscout24.de/de/umzug/umzugsplaner/auszug/r111/r1112/r11121/index.jsp

was die Mieterhöhung angeht: kommt drauf an, wann zuletzt die Miete erhöht wurde und um wie viel, 20% können möglich sein (Kappungsgrenze):
http://www.berliner-mieterverein.de/presse/sonstigesarchiv/fl020.htm

was die reguläre Kündigungsfrist angeht:
http://www.internetratgeber-recht.de/MietrechtAllgemein/frameset.htm?http://www.internetratgeber-recht.de/MietrechtAllgemein/Kuendigung/ka4-1.htm

Bist du im Mieterschutzbund? Ist nicht so teuer und die setzen auch die Anschreiben an den Vermieter auf und schicken die raus.

LG
Camilla

jutta.wi
09.11.08, 17:07
http://dejure.org/gesetze/BGB/558.html

Kaos
10.11.08, 09:37
Ich danke jedem von euch ! Danke für die Links und Informationen ! Ich hatte mich natürlich schon selber im Internet versucht schlau zu machen, aber man findet oft ja nicht das was man braucht.

Mit dem Mieterschutzverein habe ich auch schon dran gedacht, leider haben wir keine der dort ist, denke da muss meine Mutter wohl zwangsweise Mitglied werden und den Beitrag bezahlen (also lebe mit meiner Mutter in der Wohnung)

Danke auch für die Information, dass es diese Staffelungen ( je länger man dort wohnt, desto länger wird die Kündigungsfrist) anscheinend nicht mehr gibt.

War schon echt deprimiert, doch jetzt sieht es wieder besser aus.

Ich bin für jede weitere Information danbkar !

Bindl
10.11.08, 10:38
Hallo Kaos,

bin zwar kein Experte aber, dein Vermieter muss auch nachweisen, dass deine bezahlte Miete unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt.

Dazu muss er meiner Meinung nach 3 Vergleichsmieten angeben, die höher liegen als deine Miete.
Zum Vergleich darf er nur Wohungen/Häuser heranziehen, deren Baujahr, Lage und Ausstattung mit deiner Wohnung/Haus vergleichbar sind.

Hat er diese Vergleichsmieten in der Mieterhöhung aufgeführt? Wenn nicht, ist meiner Meinung die Mieterhöhung nicht gültig.


Gruß Bindl

Kaos
12.11.08, 17:10
Danke für den Beitrag.

Nein, in dem Sinne sind keine drei Vergleichsmieten explizit aufgeführt worden. Es heißt nur, dass der aktuelle Mietspiegel für so eine Wohnung in der Lage und der Größe von XX Euro bis XX Euro ohne NK liegt. Das wir eben für die Wohnung XX Euro zahlen und das innherhalb von drei Jahren die Grundmiete um 20 % erhöht werden kann.

Nur das. Hat keine drei Vergleichsmieten in dem Sinne aufgeführt.

Bindl
12.11.08, 18:46
Hallo Kaos,

dann solltest du mal bei deiner Stadtverwaltung/Landratsamt nachfragen, ob es bei euch einen Mietspiegel gibt. In diesem würde dann drin stehen, wie hoch die marktübliche Miete liegt die man mit deiner Wohnung vergleichen kann.

Gibt es keinen Mietspiegel müsste der Vermieter 3 Vergleichsmieten angeben.

Gruß
Bindl

jutta.wi
14.11.08, 21:29
Vergleichsmieten werden nur dann herangezogen, wenn die Gemeinde keinen Mietspiegel hat.

Wenn's den gibt, dann ist er maßgeblich.

Gruß
Jutta

Kaos
16.11.08, 09:32
Danke für die Beiträge.

Also Mietspiegel hat die Stadt, dann braucht die Vermieterin also keine drei Vergleichsmieten auszuzeigen, ok danke.

Muss ich dann mal schauen, wie ich weiter vorgehe. Wenn es wirklich so ist, dass man immer 3 Monate Kündigungsfrist hat (egal ob man 2 oder 10 Jahre in der Wohnung war), dann erleichtert das sie Sache etwas.