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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : UF - Eine Geschichte in zu vielen Akten



Jim Knopf
15.07.08, 12:13
Hallo alle zusammen.

Nachdem ich durch dieses Forum schon viel erfahren habe, daß mir geholfen hat, dachte ich mir, ich schreibe auch mal meine Geschichte nieder. Vielleicht kann sie dem einen oder anderen helfen.

Bin männlich, 33 Jahre alt.
Angefangen hat alles vor 3 Jahren. Da hatte ich vereinzelt nächtliche Schweißausbrüche und Durchfall. War so durchgeschwitzt, als hätte ich geduscht. Das ganze steigerte sich, bis ich jede Nacht diese Schweißausbrüche hatte. Nach ein paar Tagen ging gar nichts mehr und ich musste mich krank melden. Beim Hausarzt konnte man erst mal nichts feststellen. Das große Blutbild ergab auch nichts. War alles in Ordung. Schilddrüsenwerte wurden natürlich nicht gemacht.
Ich war platt, mit war schwindlig, total erschöpft und müde, aber schlafen konnte ich nicht. Hatte dann immer so ein Gefühl wegzudriften, als ob ich jetzt gleich sterbe.
Der Hausarzt schickte mich nach meinem x-ten Besuch zum Psychologen. Er meinte, daß käme vom Streß (waren gerade am bauen) und es kann keine organischen Ursachen haben.
Der Psychologe konnte mir auch nicht helfen. Wie auch.
Nach einer Odyssee bei verschiedenen Ärzten war es eines Tages so schlimm, daß ich dachte das wars. Jetzt gibst du den Löffel ab. Habe mich dann ins Krankenhaus fahren lassen.
Da ich ständig Durchfall hatte und schon 10kg abgenommen hatte, tippte man dort auf eine Magen-Darm Geschichte. Es wurde Magen- und Darmspiegelung gemacht. Zuckertest, Laktose-Intoleranz Test und, und, und.
Das Ergebnis: Alles O.K.
Zum Glück bekam ich in der Woche im KKH auf einmal Schluckbeschwerden. Daraufhin wurde Ultraschall von der Schilddrüse gemacht. Und siehe da: Knoten.
Daraufhin schickte man mich zum Nuk. Ich ging zu dem, der meine Mutter auch schon jahrelang wegen der SD behandelt. Da kam heraus: SD Unterfunktion mit Knoten.
Endlich dachte ich. Jetzt hat man was, wo man ansetzen kann. Ich sollte ein Präparat nehmen, von dem ich leider nicht mehr weiß, wie es hieß. Jedenfalls war´s ein Kombipräparat mit LT und Jod. Das wurde aber dann vom Markt genommen, so daß man mir LT von Henning verordnete.
Leider ging o.g. Nuk in Rente, so daß ich mir einen neuen suchen musste. Aber auch der neue hörte altersbedingt auf.
Meine Beschwerden wurden in der ganzen Zeit ein wenig besser. Schlafen konnte ich immerhin wieder. Aber sonst war ich doch ziemlich fertig und vor allem sehr leicht reizbar. Rückenschmerzen vor allem im Nackenbereich und Schwindel waren das Hauptproblem.
Der dritte Nuk machte sich nach einem Jahr auch aus dem Staub und somit ging die Suche wieder los. Was nicht leicht ist in einem ländlichen Gebiet.
Jetzt bin ich bei einem sehr guten Nuk in Behandlung. Er steht auch in Bens Liste.
Nach jetzt über einem Jahr unter 75´er LT hatte ich immer noch ab und zu UF Symptome. Ich sagte meinem Nuk also, daß ich gerne langsam auf 100´er LT steigern wolle, da mein TSH-0 noch zu hoch sei und ich gerne unter einen Wert von 1,0 möchte. Außerdem fühle ich mich noch nicht hundertprozentig.
Meine Werte zu dem Zeitpunkt TSH 2,0 mlU/l (0,3-4,00); FT4 1,3 pmol/l (0,8-1,9); FT3 6,8 pmol/l (3,2-7,1).
Er sagte, daß sei kein Problem, aber man müsste das ganze überwachen.

Nehme jetzt seit 2 Wochen 87,5 LT. Habe zur Zeit leichte ÜF Symptome. Ab und zu kleine Schweißausbrüche und Herzpoltern. Fühle mich aber insgesamt gesehen sehr wohl. Habe vor noch ein paar Wochen in dieser Dosierung zu bleiben.
Das wichtigste was ich bei dieser Krankheit gelernt habe ist, daß man Geduld haben muß. Viel Geduld.
Die Unterfunktion muß ich schon länger gehabt haben. Ab einem Alter von ca. 16 Jahren habe ich zugenommen, war beim Sport nicht mehr leistungsfähig. Fußball spielen hat keinen Spaß mehr gemacht. In der Schule wurde ich auch schlechter und war ständig müde. Davor war ich eine Sportskanone und meine schulischen Leistungen waren auch top. Wenn man bedenkt, daß ich mich also bis zum erkennen der Krankheit, 14 Jahre durchkämpfen musste, dann kann man auch nicht erwarten, daß das alles nach ein paar Wochen wieder ins Lot kommt. Der Körper hat sich wahrscheinlich an den Mangel gewöhnt und man muss in jetzt langsam wieder umprogrammieren.

Das ganze ist leider ein bißchen lang geworden, aber ich hoffe ich kann damit einigen im Forum Mut machen durchzuhalten. Ich hätte noch viel mehr dazu schreiben können. Aber das hätte en Rahmen gesprengt.

Gruß vom Jim Knopf

Möwemöwe
15.07.08, 12:23
JUBEL! Endlich mal noch ein Mann zwischen all den Weibern hier! :biggrin:

Kimmy
15.07.08, 12:27
JUBEL! Endlich mal noch ein Mann zwischen all den Weibern hier! :biggrin:


Ich finde das Wort total abwertend und frauenfeindlich....:mad:

Tut mir leid, "Weiber" gibt es in meinem Sprachgebrauch nicht:rolleyes:

Und mir tut jeder leid, der sich überhaupt in diesem Forum aufhalten muß - egal ob Mann od. Frau .....


Jutta

Jim Knopf
15.07.08, 12:32
Ich finde das Wort total abwertend und frauenfeindlich....:mad:

Tut mir leid, "Weiber" gibt es in meinem Sprachgebrauch nicht:rolleyes:

Und mir tut jeder leid, der sich überhaupt in diesem Forum aufhalten muß - egal ob Mann od. Frau .....


Jutta

O.K. Die Wortwahl war falsch! Aber man(n) freut sich halt, wenn mal ein Leidensgenosse auftaucht. Ist schon komisch, wenn man beim Nuk der einzige Mann ist. Ist zwar nicht unangenehm unter so vielen Frauen, aber halt komisch. Da denkt man sich: Bin ich der einzige, der sowas hat???

Kimmy
15.07.08, 12:38
Ihr seid auch seltene Exemplare!;)

Aber ich kenne auch ein paar Hashi-Männer.....

Jutta

Sabinemoto
15.07.08, 12:42
Hallo Jim Knopf,

du bist nicht der einzigste Mann! Mein Sohn, mein Partner, mein Neffe, alle betroffen:(
Die Frauen in der Familie auch, aber bei uns herrscht Gleichstand zwischen den Geschlechtern.

Manchmal frage ich mich ob nicht jeder im Laufe seines Lebens eine Hashimoto bekommt.

Dagegen sind die M´bler wohl doch selten!

Grüße Sabine

Jim Knopf
15.07.08, 12:47
Hallo Jim Knopf,

du bist nicht der einzigste Mann! Mein Sohn, mein Partner, mein Neffe, alle betroffen:(
Die Frauen in der Familie auch, aber bei uns herrscht Gleichstand zwischen den Geschlechtern.

Manchmal frage ich mich ob nicht jeder im Laufe seines Lebens eine Hashimoto bekommt.

Dagegen sind die M´bler wohl doch selten!

Grüße Sabine

Hallo Sabine,

das tut gut zu hören, daß man nicht der einzige Mann ist.
Vielleicht gibt es ja noch viel mehr betroffene Männer. Aber du weißt ja, Männer gehen ungerne zum Arzt und noch viel seltener reden Männer über ihre Krankheiten.

Grüße Jim Knopf

Sabinemoto
15.07.08, 12:54
Ja, ich denke da sind die Frauen den Männern eine große Hilfe darauf hinzuweisen das nicht jedes Symptom eine Auswirkung des Wetters ist;)

Wobei die Symptome finde ich eine sehr deutliche Sprache sprechen.

Mein Partner z.B. litt unter einem angeblichen chron. Müdigkeitssyndrom, er schlief selbst bei Unterhaltungen oder beim Autofahren ein.
Erst das starke schwitzen hat ihn zum Arzt getrieben.
Die Symptome meines Neffen glichen einem Choleriker und HB Männchen:(

Bei meinem Sohn war beides gleichzeitig vorhanden.
Was mir "Frau" aber auffällt, ist das die Einstellung bei den "Männern", leichter zu handeln ist (nur meine Beobachtung).

Also merk dir, du bist nicht allein:cool:

Übrigens, ich finde es sehr wichtig das du "Mann", deine Erfahrungen schreibst, denke es wird einige dafür sensibilisieren bei Symptomen auch an die SD zu denken. So kann vielleicht mancher Leidensweg kürzer werden.


Grüße Sabine

Jim Knopf
15.07.08, 13:04
Bei meinem Sohn war beides gleichzeitig vorhanden.
Was mir "Frau" aber auffällt, ist das die Einstellung bei den "Männern", leichter zu handeln ist (nur meine Beobachtung).

Grüße Sabine

Wenn man(n) den richtigen Arzt hat. Ganz bestimmt. Leider kommen die meisten Ärzte nicht auf die Idee, daß auch Männer Probleme mit der SD bekommen können. Ein Arzt tippte bei mir auch auf ein Müdigkeitssymptom. Sogar auf Burn-Out wurde bei mir getippt.
Was bei mir auch sehr auffällig war, ist die mangelnde Lust auf Sex. Wie war das bei deinem Mann?

Sabinemoto
15.07.08, 13:12
Hallo Jim Knopf,

ich habe es so nicht bemerkt, allerdings darf man nicht außer acht lassen, ich M´bler war auch lange in einer nicht ausreichenden SD Hormonlage.
Wir hatten beide das Glück oder Pech, zur gleichen Zeit diese Beschwerden zu haben.

Vielleicht haben wir es beide deshalb nicht empfunden?

Worüber wir beide häufiger Witze gemacht haben ist, wenn wir zu Bett gingen wir feststellten und vermuteten uns wie mindestens 80 jährige zu fühlen (wir sind beide 46 und 48 Jahre jung).

Das ist nun Gott sei Dank Vergangenheit. Heute sind wir natürlich müde, aber gesund müde.

Grüße Sabine

Jim Knopf
15.07.08, 13:17
Hallo Jim Knopf,

ich habe es so nicht bemerkt, allerdings darf man nicht außer acht lassen, ich M´bler war auch lange in einer nicht ausreichenden SD Hormonlage.
Wir hatten beide das Glück oder Pech, zur gleichen Zeit diese Beschwerden zu haben.

Vielleicht haben wir es beide deshalb nicht empfunden?

Worüber wir beide häufiger Witze gemacht haben ist, wenn wir zu Bett gingen wir feststellten und vermuteten uns wie mindestens 80 jährige zu fühlen (wir sind beide 46 und 48 Jahre jung).

Das ist nun Gott sei Dank Vergangenheit. Heute sind wir natürlich müde, aber gesund müde.

Grüße Sabine

Schön, daß es euch heute wieder gut geht.
War bei mir eine schlimme Zeit. Bin froh und dankbar, daß meine Frau das alles mitgemacht hat. War keine einfache Zeit für sie.

Grüße Jim Knopf

Frank aus HM
15.07.08, 18:43
Hallo Jim Knopf,

... Du bist nicht allein..:cool:

nein, es gibt wahrscheinlich sehr viel mehr von uns Männern mit HT.


War bei mir eine schlimme Zeit. Bin froh und dankbar, daß meine Frau das alles mitgemacht hat. War keine einfache Zeit für sie.

Es freut mich, dass Du auch so ein Exemplar abbekommen hast, ich kann Dir nur zustimmen, ich hab auch eine solche.

Ebenso:

Der Körper hat sich wahrscheinlich an den Mangel gewöhnt und man muss in jetzt langsam wieder umprogrammieren.

Ich habe, nachdem ich nach 3 Jahren noch nicht richtig eingestellt bin, mir noch ein Jahr Zeit gegeben, ich bin überzeugt: nun klappts, auch mit Hilfe dieses Forums. Danke an die Frauen!:)

Grüße von Frank

Nirak52
15.07.08, 20:11
Bei uns sind ausser meiner Tochter und mir auch noch mein Mann und 1 Sohn betroffen.
Als wir vor ein paar Wochen mit unserer Tochter bei Frau Dr. Brakebusch waren,
hat sie auch bein meinem Mann eine Sono gemacht, und siehe da: Hashi-SD.

Nun glaubt er mir endlich, dass sein vieles Schwitzen und das nächtliche Einschlafen seiner Hände und Arme von der SD kommen. Nur zur BE war er immer noch nicht! Er ist immer noch der Auffassung, Ignorieren sei die beste Medizin. Zum Glück hat er gute Nerven und keine Stimmungsschwankungen.

Viele Grüsse
Karin

Jim Knopf
15.07.08, 22:20
Bei uns sind ausser meiner Tochter und mir auch noch mein Mann und 1 Sohn betroffen.
Als wir vor ein paar Wochen mit unserer Tochter bei Frau Dr. Brakebusch waren,
hat sie auch bein meinem Mann eine Sono gemacht, und siehe da: Hashi-SD.

Nun glaubt er mir endlich, dass sein vieles Schwitzen und das nächtliche Einschlafen seiner Hände und Arme von der SD kommen. Nur zur BE war er immer noch nicht! Er ist immer noch der Auffassung, Ignorieren sei die beste Medizin. Zum Glück hat er gute Nerven und keine Stimmungsschwankungen.

Viele Grüsse
Karin

Hallo Karin,

dein Mann soll mal in die Pötte kommen, bevor es richtig los geht. Es muß zwar nicht passieren, kann aber. Bei mir war der Auslöser der Streß mit dem Bau unseres Hauses. Das hat den letzten Ausschlag gegeben. Wie ich schon schrieb, hatte ich schon seit meinem 16. Lebensjahr einige Veränderungen. Die mir aber erst jetzt bewußt geworden sind. Wäre ich damals mal auf die SD Werte getestet worden, hätte ich mir sicherlich so einiges ersparen können.
Vorher hatte ich auch immer Angst vor Spritzen und Nadeln. Das ist aber Geschichte. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Aber wir Männer sind in dieser Beziehung Jammerlappen.

Grüße von Jim Knopf

Jim Knopf
15.07.08, 22:25
Ich habe, nachdem ich nach 3 Jahren noch nicht richtig eingestellt bin, mir noch ein Jahr Zeit gegeben, ich bin überzeugt: nun klappts, auch mit Hilfe dieses Forums. Danke an die Frauen!:)

Grüße von Frank

Hallo Frank,
genau so läufts bei mir auch. 3 Jahre hat´s mit der richtigen Einstellung nicht geklappt. Dank dieses Forums habe ich viel gelernt und weiß jetzt wie ich das ganze angehen muß.

Grüße von Jim Knopf

Möwemöwe
16.07.08, 08:27
Ich finde das Wort total abwertend und frauenfeindlich....:mad:

Holy heavens! Aber wenn ihr Frauen "Kerle" sagt oder von "Typen" redet, ist das besser, wie? Ich werde mich jetzt also jetzt über jeden Beitrag auslassen, in dem das Wort "Mann" in abwertendem, männerverachtenden Kontext auftaucht... ihr werdet mich dafür noch hassen, WUAHAHAHAHAAAA :biggrin:

Mal im Ernst - fühlt euch doch nicht immer gleich alle angegriffen. Worte sind Worte und ich kann echt nicht nachvollziehen, wo in dem Wort "Weib" etwas frauenverachtendes stecken soll. Würde ich "Schlampen" oder "Schickse" sagen, dann wäre das frauenfeindlich, mit Sicherheit. Aber "Weib"? Darf man jetzt auch nicht mehr "weib"lich sagen, sondern "frau"lich" oder wie?

Äm besten söllte fräu für älle Fälle äuf Feminispräch umsteigen. ;)

Kimmi
16.07.08, 10:03
Hallo Hallo!

Wollt nur mal mitteilen, dass meine Leidensgeschichte auch schon seit 8 Jahren andauert.
Als ich 13 Jahre alt war, ging die Ärzte- Rennerei los. Nun werd ich 21 und beginne, langsam bei 12, 5 µg L-T zu steigern...

LG, Kimmi

Frank aus HM
16.07.08, 10:51
Hallo Frauen, Herren, Weiber, Männer,

wenn ich mich noch richtig an meine Schulzeit erinnere, dann ist das Pendant zu Mann das Weib (Bibel?) und bezeichnet die einzelne Person. Dass das Word Weib heute von vielen Männern mit einer negativen Bedeutung benutzt wird, ist schade und führt sicherlich zu vielen Missstimmungen und Missvertändnissen.

Das Pendant zu Frau ist Herr, dies sind aber eigentlich Anredeformen und nicht Bezeicher für die Person selbst.

Aber Sprache ändert sich ja auch und vielleicht sind die Worte Weib, Mann, Frau und Herr irgendwann verschwunden, weil durch genehmere Worte ersetzt. Ich mag dabei nicht an die Worte (Bezeichner) der heutigen Jugend, auch meiner Kinder, denken - dann graut mir vor der Zukunft und der Achtung vor dem Menschen.

Lasst uns nicht so viel streiten oder nachtragen, dafür ist das Leben zu schade.;)

LG
Frank