PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Werte meiner Schwester - gaaaanz dringend



karuschka
25.07.07, 12:31
Hallo Ihr Lieben,

meine Schwester, 76 Jahre alt, lebt ja seit April im Seniorenheim, weil ich ihre Pflege wegen Überlastung abgeben mußte. Sie hat Demenz. Jetzt wurde sie in die gerontopsychiatrische Klinik eingewiesen, weil sie furchtbar unruhig ist und anderen Heimberwohnern die Zimmer ausräumt und sich davon nicht abbringen ließ.

Jetzt habe ich durch Zufall nochmals ihre Werte von Mai in die Finger gekriegt, die bei Einnahme von 75 µg L-Thyroxin + 10 µg Thybon so ausgefallen sind:

TSH 1,03 (0,27 - 2,5 µU/l = 34,8%
fT3 3,96 (2 - 4,4 ng/l = 81,67 %
fT4 1,13 (0,9 - 1,7 ng/dl) = 28,75 %

Kann es sein, daß ihre fürchterliche Unruhe vom zu hohen T3 herrührt?

Ich habe schon mit der behandelnden Ärztin gesprochen, die aber erst die neuen Werte abwarten will.

Für Eure Meinung wäre ich Euch sehr dankbar. Möchte meiner Schwester so gerne helfen.

lg karuschka

Sylvia H.
25.07.07, 13:09
Hallo karuschka,
auffällig finde ich bei diesen Werten eher, dass der ft4 so niedrig ist im Vergleich zum ft3. Oft deutet das auf eine noch vorhandene UF hin mit einer kompensatorischen Erhöhung des ft3.... Da aber der TSH auch recht gut aussieht, weiß ich nicht so recht.......

Hat sie denn noch andere Symptome, die Hinweise auf UF oder ÜF geben könnten??

Wie lange bekommt sie schon Hormone und wie ging es ihr vorher? Ist dieses Verhalten ganz neu?

Sylvia

Surferbabe
25.07.07, 13:16
Warum wurde ihr Thybon verordnet ?
Ich sehe da nach den Werten keinen Grund für.

Sylvia H.
25.07.07, 13:33
Oh, tschuldigung,
das Thybon hab ich glatt übersehen......
Sylvia

Jutta K.
25.07.07, 13:34
Hallo Karuschka!

Ich sehe das wie Sylvia - ich finde den sehr niedrigen fT4 sehr viel auffälliger als den hohen fT3. Würde wegen des hohen T3 auch auf kompensatorische Umwandlungsstörung tippen und würde es mal vorsichtig mit einer kleinen Erhöhung der T4-Dosis probieren (auf 87,5, Thybon erstmal bei 10 lassen). Eine etwas bessere Versorung mit T4 würde m. E. auch den fT3 etwas runterbringen, wenn die kompensatorische Umwandlungssteigerung aufhört.

Unruhe kann definitiv auch ein Hinweis auf zu wenig SD-Hormone sein.

TSH ist dafür, daß Deine Schwester Thybon einnimmt, übrigens auch noch arg hoch (wenn man bedenkt, daß TSH bei den meisten unter Thyboneinnahme supprimiert ist).

Liebe Grüße
Jutta

karuschka
25.07.07, 13:36
Hallo,

bis vor einigen Monaten ging es ihr mit der Medikation schilddrüsenmäßig gut. Plötzlich ist der T3 Wert so enorm angestiegen. Die Medis sind seit einem Jahr auch nicht verändert worden.

an surferbabe:

sie hat wie ich auch eine Umwandlungsschwäche (gehabt?). Und deshalb von Prof. Hotze Thybon empfohlen bekommen. Erst 5 später 10 µg. Damit ging es ihr auch gut, bis jetzt.

Kann zuviel T3 nicht auch unruhig machen?

lg karuschka

Lauchi
25.07.07, 13:37
Hi,

lasst Euch von den Werten nicht taeuschen, immerhin nimmt sie schon Medikamente.

Ich sehe weder eine komp. Umwandlungsstoerung, noch, dass Thybon nicht notwendig ist.

Aber ich kann sagen, dass 5 µg Thybon vermutlich zu viel sind, und 75 µg L-T zu wenig.

Ich wuerde also mal L-T vorsichtig auf 100 µg erhoehen und Thybon auf 5 µg runter.

Allerdings mit nem Zwischenschritt, also ueber 87.5 und eine BE, so dass man sehen kann, was mit dem fT3 passiert bei dieser Dosisaenderung.

LG;

Lauchi

Sylvia H.
25.07.07, 13:40
Hallo Karuschka,
was du jetzt schreibst, passt eigentlich in's Bild...
Hast du Werte von deiner Schwester aus der Zeit, als es ihr besser ging?

Wenn ihre aktuellen Probleme von der Schilddrüse kommen, dann hat es sicher mit dem Ungleichgewicht von ft4 und ft3 zu tun. Und ich schließe mich wiederum Jutta K. an: eine leichte Erhöhung von T4 könnte evtl. helfen.

Sylvia

karuschka
25.07.07, 16:10
Hallo Silvia,

ich habe nur Werte aus August 2006. Da ging es ihr auch demenz-mäßig noch einigermaßen gut.

TSH 0,4 (0,23 - 4 mU/L) = 4,51%
fT3 2,8 (2 - 4,4 ng/l) = 33,33 %
fT4 1,42 (0,9 - 1,7 ng/dl = 65 %

Die Dosis war danach 75 µg LT + 10 µg Thybon.

Dann kam im Oktober 2006 eine Knie-OP und seitdem geht es immer mehr bergab.

Ab da kam die Demenz voll durch. Obs an der OP lag, keine Ahnung. Vermute mal ja.

lg karuschka

Sylvia H.
25.07.07, 18:30
Also damals war ja das Verhältnis genau umgekehrt... ft4 höher, ft3 niedriger.... und der TSH ist seit damals gestiegen - wenn auch nur wenig.
Es käme wohl auf einen Versuch an. Vielleicht fehlt ihr wirklich T4.
Natürlich können sich auch Symptome der Demenz und SD-UF überlagern. Bei alten Menschen muss man sicher noch mehr Faktoren berücksichtigen (Herz, Osteoporose etc....) und darf nicht so ohne weiteres mit der Dosis nach oben... schwierig....

Sylvia

karuschka
25.07.07, 18:35
Hallo Silvia,

da hast Du wohl recht. Sie bekommt leider sehr viele Medikamente, auch gegen Osteoporose. Dazu noch Neuroleptika. Weil sie so unruhig ist, wurden verschiedene "ausprobiert". Ich hab sie schon als Versuchskaninchen tituliert. Darauf meine der Arzt, ich solle einen anderen Psychiater nehmen. Was ich auch tun werde.

Man weiß also nicht, was kommt von was. Ich fühl mich so hilflos.

Leider kann ich die behandelnde Ärztin erst am 6.8. sprechen, da sie jetzt in Urlaub geht. Ich hoffe, bis dahin passierte keine Katastrophe.

lg karuschka

Jutta K.
26.07.07, 01:38
Hallo Karuschka!


Dazu noch Neuroleptika.
Hm, vielleicht sind auch DIE genau das Problem? :confused: Es gibt leider bei Neuroleptika eine häufige Nebenwirkung (die leider manchmal auch nach Absetzen des Medikaments nicht mehr rückgängig zu machen sind :mad:), das sind die sogenannten "tardiven Dyskinesien". Das sind Zwangsbewegungen, die der Betroffene einfach ausführen MUSS, ob er nun will oder nicht. Auch die sogenannte "Akathesie" - die Unfähigkeit, still zu sitzen mit Zwang, immer wieder aufzustehen und umherzugehen, gehört zu den Dyskinesien.

Verursacht werden sie durch die durch Neuroleptika veränderten Auswirkungen an den Dopaminrezeptoren.

Ich kann natürlich nun nicht wirklich sagen, daß es sowas bei Deiner Schwester ist - aber möglich wäre es leider, vor allem, wenn die Probleme erst seit einer Dosisänderung/Wechsel des Medikaments aufgetreten sind. Leider sind auch besonders ältere Frauen (>60) von dieser häufigen Nebenwirkung bei Neuroleptika bedroht (weswegen man sie eigentlich auch nur unter sehr strenger Indikationsstellung an ältere Frauen verschreiben sollte - was wohl aber leider häufig nicht gemacht wird).

Hier noch nähere Infos zu tardiven Dyskinesien:
http://www.neuroscript.com/tardive.htm&XBewegung.htm
http://www.aerztekammer-bw.de/25/10praxis/60neurologie/0405.pdf
http://www.neuro24.de/show_glossar.php?id=449
http://www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/gesundheit/andere_seite.htm

Liebe Grüße
Jutta

Hans
26.07.07, 05:09
Hallo Karuschka,

ich denke auch, dass man die Beschwerden nicht an der Höhe der SD-Hormone festmachen kann.

Meine Frau ist auch längere Zeit (20 Jahre lang) von verschiedenen "Spezialisten" mit diversen AD, Benzodiazepinen und Neuoleptika zugedrönt worden. Es hat natürlich alles nicht geholfen, dafür hat sie zumindest in den letzten Jahren "alle" Nebenwirkungen dieser Medikamente mitgemacht. Der Grund für diese Medikanemtenempfindlickeit ist m.E bei ihr in der vorhandenen Nebennierenschwäche (Cortisolmangel und Mangel an anderen NN-Hormonen) zu sehen. Die hat natürlich nie ein Arzt erkannt. Selbst Hashimoto als ursächliche Grunderkrankung wurde erst vor wenigen Jahren diagnostiziert, die Beschwerden aber nicht damit in Zusammenhang gebracht.
Neuroleptika bekam sie als Mittel gegen Ängste, manche können sich sogar direkt auf den Hormonhaushalt auswirken.--> http://www.ht-mb.de/forum/showpost.php?p=1280187&postcount=20

Hinzu kommen vermutlich auch Defizite bei Mirkonährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe etc.), die nicht nur Hashi-typisch sind, sondern gerade bei altersbedingten Erkrankungen vorkommen. Sie können zumindest für manche Beschwerden und gerade für Alterserkrankungen wie Demenz verantwortlich sein. Gerade Vitamin B 12 und andere B-Vitamine dürften hier eine Schlüsselrolle spielen.(Geb nur mal Vitamin B12 und eine Alterserkankung bei Goggle ein).

Ich kenn ja nun nicht ihre ganzen Beschwerden aber ich vermute mal, sie muss von den Psychopillen weg und eine passende Multi-Hormonbehandlung und Mikronährstoffbehandlung haben.

Vielleicht sollte man mal qualitativ hochwertiges Gingseng probieren. Das Zeug soll die Nebennieren unterstützen, das könnte sich gerade im Hinblick auf verschiedene wichtige Hormone wie DHEA, Testosteron, Progesteron, Östrogen, Cortisol positiv auswirken. Eigene Erfahrungen mit Gingseng haben wir nicht, ich würde mich deshalb über Rückmeldungen freuen, falls jemand positive Erfahrungen mit Gingseng haben sollte.

lg
Hans

karuschka
26.07.07, 19:50
Hallo nochmal,

jetzt habe ich die neuen Werte von Dienstag.

Hier die Werte von August 2006 unter Einnahme von 75 µ LT + 5 µ Thybon:

TSH 0,4 (0,23 - 4 mU/L) = 4,51%
fT3 2,8 (2 - 4,4 ng/l) = 33,33 %
fT4 1,42 (0,9 - 1,7 ng/dl = 65 %

die Werte von Mai 2007 unter 75 µ LT + 10 µ Thybon:

TSH 1,03 (0,27 - 2,5 µU/l = 34,8%
fT3 3,96 (2 - 4,4 ng/l = 81,67 %
fT4 1,13 (0,9 - 1,7 ng/dl) = 28,75 %

Jetzt die Werte von Juli 2007 mit gleicher Dosis:

TSH 2,47 (0,35 - 4,68 µU/l = 48,96 %%
fT3 2,92 (2,79 - 5,7 pg/ml = 4,47 %
fT4 1,15 (0,78 - 1,9 ng/dl) = 33,04 %

Außerdem steht auf dem Laborzettel noch dick markiert:

CRP 2,72 (H) (<0,7 mg/dl)
Krea 0,52 (L) (0,6-1.2)
Blutzucker GLUC 60 (L) (75-110 mg/dl))
GFR (glom. Filtrationsrate) 122 (H) (90-120 ml/min)

Da frag ich mich doch, was da passiert ist. Ich versteh die Welt nicht mehr. Und die Ärztin meinte, es ist alles in Ordnung! Was heißt pg/ml bei fT4? Sonst war es ng/l. Vielleicht liegt da des Rätsels Lösung.

Könnte jemand mal draufschauen?

lg karuschka

karuschka
27.07.07, 13:40
:):)ich schups nochmal. Vielleicht kann das jemand nochmals anschauen. Ich habe auch die neuen Werte eingegeben.

lg karuschka

Sylvia H.
31.07.07, 21:29
Hallo karuschka,
inzwischen ist ja der ft3 ziemlich weit abgefallen und der TSH schon fast bei 2,5 .... Sie ist anscheinend in UF...... Da sie aber so viele andere Medikamente bekommt und auch weitere Werte entglitten sind (Blutzucker, Kreatinin etc.) traue ich mir hier keinerlei weitere "Diagnose" zu.

Ich hoffe, die Ärzte sind offen für Diskussionen,

Sylvia

karuschka
01.08.07, 11:01
Hallo Silvia,

ja, das hoffe ich auch. Denn so kann es ja nicht bleiben. Ich hoffe, die Ärztin versteht etwas vom Zusammenhang von Schilddrüse und Psyche.

Danke für Deine Antwort.

lg karuschka

karuschka
09.08.07, 20:47
Hallo an alle,

ich habe also heute mit der Ärztin gesprochen, da ich der Meinung war, die Werte von Juli seien grottenschlecht. Und was sagt die Ärztin, es ist alles bestens, die Werte sind ja noch in der Norm. Da fiel mir nichts mehr ein, habe nur eingeworfen, bei diesen Werten wäre ich scheintot.

Das schärfste ist, daß die Internistin der Klinik (Gerontopsychiatrie) meiner Schwester die Thybon gestrichen hat, der Wert war ja noch bei ca. 4 % (also in der Norm).
Ich habe dann darauf bestanden, daß meine Schwester ihr Thybon wieder bekommt. Wollte dann noch sagen, sie möge es aber bitte einschleichen, da es ja vor ca. 3 Wochen abgesetzt wurde, - der Kommentar: ich habe das jetzt so eingetragen. Sprechen Sie mit der Internistin.

Jetzt steh ich da. Ich will meiner Schwester doch nur helfen, aber die sind keinem Argument zugänglich.

Inzwischen weiß ich, wer diese Internistin ist, so daß ich sie morgen früh gleich anrufen kann. Haltet mir die Daumen, daß ich nicht abgeschmettert werde, ich kann mich nicht so gut durchsetzen und bin nicht sehr mutig.

lg karuschka

karuschka
10.08.07, 13:27
Hol es nochmal hoch.

Heute hab ich versucht, die Internistin zu erreichen, war aber in Urlaub. Die Oberärztin ist auch krank. Der Vertreter hat sich dann doch meine Sorgen angehört und mir zugesichert, daß das Thybon wieder eingeschlichen wird. Ich hoffe, ich kann mich darauf verlassen.

Habe mir auch Rückendeckung vom Vormundschaftsgericht geholt, weil ich nicht sicher war, ob ich meine Kompetenzen überschritten habe. Die meinten, die Ärztin hätte erst mit mir darüber sprechen müssen, da ich die Vormundschaft für meine Schwester in allen Bereichen habe (und wohl nicht übergangen werden darf).

Haltet mir die Daumen, daß ich dann am Montag keine Katastrophe bei meiner Schwester erlebe, wenn ich sie wieder besuche.

Schönes Wochenende
karuschka

guycha
10.08.07, 13:37
Hallo Karuschka,

mensch, was geht da ab ? Puh ....

Sorry, leider kann ich dir auch nicht wirklich helfen.

Da die ft-Werte so gesunken sind, würde ich dringend die Hormondosis erhöhen.

Schreib doch mal Jutta K. direkt an, damit sie sich die Werteentwicklung deiner Schwester noch einmal anschaut.

Mensch, ich krieg da echt Angst vorm Alter.

lg guycha

karuschka
10.08.07, 13:43
Hallo guycha,

ich war heute auch fix und fertig. Es ist nicht so ganz einfach, für andere entscheiden zu müssen. Aber nur so kann ich meiner Schwester wohl helfen.
Die Idee, an Jutta zu schreiben, ist gut. Ich werde ihr mal eine pn schicken, daß sie sich den Verlauf mal anschaut.

Danke für den Tip.

Schönes Wochenende
karuschka

Kiwi66
10.08.07, 15:44
ich wünsche mir das ich auch im Alter so einen lieben Menschen wie Dich um mich rum habe, der sich für mich einsetzt !!! Das machst du *Klasse* und ich wünsche dir das du es schaffst dich durchzusetzen !


http://www.cosgan.de/images/more/flowers/008.GIF

LG Katrin

karuschka
10.08.07, 20:04
Danke Kiwi, ich möchte ja nur, daß es ihr gut geht und sie noch einige schöne Jahre hat trotz ihrer Krankheit. Werde sie wohl schon morgen besuchen, um sicher zu gehen, daß alles in Ordnung ist. Telefonieren geht da schlecht.

Schönes Wochenende
karuschka