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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TV-Tipp: Zwei-Klassen-Medizin (heute abend)



Kassandra
12.07.06, 13:25
:)


Hallo zusammen,

heute abend gibt es um 22.45 h im Ersten:

<a href="http://www.wdr.de/tv/dokumentation/todkrankundabgeschrieben.html">Todkrank und abgeschrieben - Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland</a>

LG Kassandra :)

kopfueber
12.07.06, 13:45
Danke für den Tipp. Werde es mir ansehen.

Es ist schwierig bei diesem Thema, hier keine Diskussion loszutreten.

Woran liegt´s ? Kein Geld ?

Das ist ein Teufelskreislauf. Krankenkassen mit Palazzo Protzi und Verwaltungswasserkopf. Millionen Arbeitslose die das Sozialsystem belasten !

Ärzte sollen kostengünstig behandeln - in den USA und anderswo winken Superlöhne - gute Ärzte wandern ab und hatten hier ein (bis jetzt) kostenloses (-günstiges) Studium.

Da steckt doch der Teufel im Detail ! Dieses verkorkste System und die eingefahrenen Strukturen kann man nicht von einem auf den anderen Tag ändern.

Leider verläßt man heutzutage schnell den Pfad des gesunden Menschenverstandes und überschreitet sehr schnell ethische Grenzen.

Es ist mitunter lebensgefährlich an einem Freitag Nachmittag bzw. am Wochenende ins Krankenhaus zu kommen, da meistens nur die unerfahrenen Ärzte bzw. unerfahrenes Personal Dienst haben.

Nur ein Beispiel: 20. März 2004 (Samstag) (http://www.stiftung-paula-wittenberg.de/)

Elfchen
12.07.06, 16:31
*schubs*

Lolle
13.07.06, 08:32
Ein sehr bewegender Beitrag, der wütend macht. Insbesondere die Aussage des einen Arztes (?) im Radiointerview, der so tat, als ob diese Patientin just for fun mal für 3000 EUR eine Behandlung bezahlt haben will, damit man sich NUR besser fühle. Und so tat, al ob es eine Schönheits-OP fürs eigene Ego wäre, die nun die Gemeinschaft zu zahlen hätte.

es ist nicht zu verstehen, dass Therapien nicht gezahlt werden, die letztendlich sogar billiger kommen als stationäre Aufenthalte mit Organversagen - DAS wird dann aber wieder bezahlt. Schlimm, dass Kliniken dann wirklich vor der Entscheidung stehen, wie die Gelder zu verteilen sind und wem geholfen werden kann. Bitter, sehr bitter.

Wieso hat hier die Gesundheitsreform nicht mal gegriffen, sprich den ganzen Therapiedschungel klarer gemacht, um HIER Kosten einzusparen. Ähnlich wars mit dem Präventionsparagraphen - zu teuer, zu teuer. Jetzt wird präventiv nichts übernommen (zB Hautkrebsscreening), aber nach Ausbruch ALLES bezahlt. Und da betrifft fast alle Bereiche. es ist nicht zu verstehen, wer da am Taschenrechner sitzt und sich noch freuen kann. Die Kosten werden doch immer mehr steigen, wenn VORHER bzw am Anfang nicht gleich richtig behandelt wird.

Die Patientin mit der Rheuma-Erkrankung bekommt die Blutwäsche nicht, da ihre Krankheit nicht zu den Indikationen zählt, OBWOHL alle anderen erfolgreich behandelt wurden. Und damit wird in kauf genommen, dass ihre Organe versagen - was weitaus mehr Schäden nach sich zieht, die dann Kosten verursachen. man kann es nicht verstehen :(

es muss einen ja völlig fertig machen, zusätzlich zu seiner Krankheit auch noch so kämpfen zu müssen, um nicht an Nicht-Behandlung zu sterben als Kassenpatient.Mir fehlen da die Worte......

ibeji
13.07.06, 08:40
Schlimm, dass Kliniken dann wirklich vor der Entscheidung stehen, wie die Gelder zu verteilen sind und wem geholfen werden kann. Bitter, sehr bitter.
Das ist nicht bitter, sondern kriminell!

Das nennt sich unterlassene Hilfeleistung - unter den m.M. erschwerenden Umständen der Prämeditation, also ganz bewusst und kaltblütig den sicheren Tod in Kauf nehmend.

Unter derartigen Umständen hätten m.E. die Ärzte die gesetzliche Pflicht, erst zu helfen und dann nach dem Geld zu fragen!

Jemanden wegen fehlenden Geldes bzw. ungeklärter Kostenübernahme einfach sterben zu lassen ist genausogut (oder -schlecht) wie Raubmord!

Das gab es in Deutschland schon einmal und nannte sich damals Euthanasie - "schöner Tod" - für "lebensunwertes Leben".

Bald ist es wieder soweit!

Deswegen sage ich: "Wehret den Anfängen!"

Leider weiss ich auch nicht, wie! :mad:

VlG, ibeji

Lolle
13.07.06, 08:48
ja, da hast Du sicher recht. Nur was sollen die Ärzte machen, wenn ihr Leitung die Behandlung nicht finanziert/übernehmen will - die Ärzte sind in dem Fall ja "machtlos". Die Entscheidungen über die Mittelverteilung treffen sie ja leider nicht....und oben sitzt jemand, der die Patienten nur nach Kosten einteilt und überprüft.

Deswegen meinte ich ja, wenn besser überprüft würde, wo man auch in einer Klinik sparen kann, würden solche Gelder dann eher verfügbar sein. Und mit Sparen meine ich nicht am Personal , sondern bei unnötigen Doppeluntersuchungen, Hin- und Hergefahren werden auf weitem Kliniksgelände, keine Therapieabsprache mit dem nachbehandelnden Hausarzt (oder man bekommt in der Klinik Medikamente, die der HA nicht verschreiben will), so dass der Therapieerfolg nicht gegeben ist unbd evtl zur Wiedereinweisung führt usw.

ibeji
13.07.06, 08:57
Nur was sollen die Ärzte machen, wenn ihr Leitung die Behandlung nicht finanziert/übernehmen will - die Ärzte sind in dem Fall ja "machtlos".Das sehe ich nicht so. Sie sind gesetzlich zur Hilfeleistung im Notfall verpflichtet, unter Strafandrohung im Zuwiderhandlungsfalle.

In diesem Falle wären sie nach meinem Verständnis sogar gesetzlich zur Ignorierung der Anweisung der Klinikleitung verpflichtet gewesen, und hätten die Behandlung nichtsdestotrotz fortführen müssen, da andere Behandlungen offensichtlich nicht mehr zur Verfügung standen bzw. erfolgversprechend waren.

Damit sind sie in dem geschilderten Fall wohl wegen unterlassener Hilfeleistung strafrechtlich zu belangen, genauso die Klinikleitung, die sich da zum Mittäter gemacht hat, und ebenso wie die Krankenkasse, die sich da quergestellt hat.

VlG, ibeji

P.S.:

Ich habe übrigens noch nicht verstanden, wo da die "Zwei-Klassen-Medizin" sein soll, denn auch Privatpatienten dürfte es in einem ähnlichen Fall doch nicht anders ergehen?! Auch Privatversicherungen stellen sich manchmal quer...

Einziger Unterschied: Jemand mit Privatversicherung kann es sich unter Umständen vielleicht leisten, die Behandlung erstmal vorzufinanzieren und ANSCHLIESSEND die Versicherung zu verklagen.

Lolle
13.07.06, 09:03
abwr wie soll das aussehen? LEIDER haben die Krankenkassen ja dargelegt, dass es andere Therapien gäbe, die noch auszuschöpfen seien bzw die eine Patientin sei noch nicht krank genug, um die lebenrettende Blutwäsche zu erhatlen..Auffassung der Krankenkasse!

Soll der Arzt seine Entlassung riskieren bzw ich hab mal einen Fall im TV gesehen, wo per richterlichem Entschluss er nicht handeln durfte? Also dann begeht er eine Straftat, und wem ist dann geholfen, wenn er ins Gefängnis geht und die Therapie dann doch nicht stattfindet....?

das ist ja alles so bitter und nicht nachzuvollziehen...auch im Fall des verstorbenen Patienten mit der Lungenentzündung - wie hätte der Arzt die Verlegung verhindern können, wenn seine Klinik das Therapieverfahren nicht weiter bezahlen will? das ist ja das makabre an diesem System...

in dem Beitrag wurden Privatpatienten "gezeigt", die die Blutwäsche von der Kasse bezahlt bekamen und somit , wie der Arzt betonte, überlebt haben. Daruzf zielte wohl der Titel ab, dass nämlich die gesetzlichen Kassen ihren Versicherten diese Therapien NICHT bezahlt, obwohl sie laut Arzt mittlerweile sowas wie Standard seien...aber anscheinend nur für die Privatverischerten, die es sich leisten können.

Kassandra
13.07.06, 09:13
:)



...ich habe die Sendung noch nicht gesehen, ich habe sie aufgezeichnet, kann daher zu den Berichten keine Stellung nehmen.

Aber ich möchte im Zusammenhang zum Thema Kosteneinsparung etwas anmerken, was mich schon seit Jahren mächtig ärgert, und zwar in jedem Sommer.
Aufgrund des Personalmangels in den Altenheimen wird oder kann dort nicht mehr drauf geachtet werden, daß die alten Menschen ausreichend trinken.

So passiert es mit schöner Regelmäßigkeit, daß zig alte Leute jeden Sommer in die Krankenhäuser eingeliefert werden, weil sie ausgetrocknet sind.
Dort päppelt man sie wieder auf u. dann geht es zurück ins Altenheim, auf ein Neues... :mad:

Nicht nur daß hier die Krankenkassen belastet werden mit Kosten, die eigentlich zur Pflege gehören, man darf auch die alten Menschen nicht vergessen, an denen das alles gewiß nicht spurlos vorbei geht.

Und noch eine Kleinigkeit:
Es ist vielleicht auch nicht jedem bekannt, daß zur Urlaubszeit nicht nur Tiere *abgegeben* werden, sondern auch Oma oder Opa.

Wenn die Familie in Urlaub fahren will, kann u. will sie Oma oder Opa nicht allein im Haus lassen, da erfolgt dann schnell mal eine Einweisung ins Krankenhaus für diese Zeit. Eine sehr beliebte Maßnahme vor allen Dingen unter Leuten, die es sich durchaus erlauben könnten, eine andere Lösung zu suchen. Aber wozu hat man die guten Verbindungen zum Chefarzt o. ä.

So kann man beliebig Kosten aufzählen, die m. E. nicht die Versichertengemeinschaft der gesetzl. Versicherten zahlen müßte.
Wenn dann noch der Wasserkopf der Verwaltung hinzukommt....
Warum wollen wohl die KV-Bosse ihre Gehälter nicht offenlegen?

LG Kassandra :)

Pampfi
13.07.06, 09:14
Der evidenzbasierte Blödsinn nimmt in DE immer mehr überhand, das steckt ja auch hinter den Empfehlungen von Leuten wie Kahaly, den TSH möglichst weit obenzu lassen obwohl er in der gesunden Population ziemlich weit unten liegt. In 20 Jahren dann wird es heissen, man soll den oberen Referenzwert auf ca. 2,0 absetzen weil trotz der Blockadepolitik dann genug Studien vorliegen werden die für einen frühen Behandlungsbeginn eintreten.

Elfchen
13.07.06, 09:18
Hallo,


<a href="http://www.wdr.de/tv/dokumentation/todkrankundabgeschrieben.html">Todkrank und abgeschrieben - Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland</a>

Eine sehr bewegende Sendung.
Ich war danach schockiert, traurig und wütend zugleich! :(

Besonders tragisch finde ich, dass die lebensmutige, aber von der Krankheit bereits stark gezeichnete junge Frau (sie war erst 37 Jahre alt!) kurz nach Ende der Dreharbeiten verstorben ist....
Keiner (außer ihrer Rechtsanwältin) hat etwas unternommen, um ihr zu helfen. Ihr Leben war den Ärzten und der Krankenkasse gleichgültig!
Dieses Verhalten ist im höchsten Maße menschenverachtend und m.E. kriminell!!!

Lg, Elfchen :(

karin56
13.07.06, 09:22
Hallo,

ich bin entsetzt,bestätigt aber wieder wie es wirklich läuft. Sehr schade fand ich, dass der Beitrag zu so später Stunde ausgestrahlt wurde,das gehört ins frühe Abendprogramm und noch schlimmer fand ich,dass direkt im Anschluss an die Sendung auf den Busuch von Mr. Bush aufmerksam gemacht wurde,der so viele Millionen verschlingt. Es ist nicht mehr zu fassen und es macht wütend.
Ich hatte während es Films darüber nachgedacht,für die Leute Geld zu sammeln,damit ihnen geholfen wird,aber wo soll man da anfangen. Das ist mir so ans Herz gegangen und für die Frau wäre ja ohnehin jede Hilfe zu spät gekommen,aber all die Anderen,denen nicht geholfen wird,obwohl es Möglichkeiten gibt. Bin einfach fassungslos!!! Hängt alles nur noch vom Geld ab?

Liebe Grüße
Karin

Heike
13.07.06, 09:34
Hi,
ich hoffe nur das viele Menschen diesen Bericht gesehen haben und ihnen endlich mal die Augen geöffnet wurden.
Schade das dieser Film so spät kam. So etwas gehört um 20.15 Uhr gesendet.
Bin bestürzt und traurig und hoffe, das Steffi (Lupus) genug Geld zusammen bekommt, das wenigstens ihr noch geholfen werden kann.

LG Heike

sandstrand
13.07.06, 10:43
Das ist ein Teufelskreislauf. Krankenkassen mit Palazzo Protzi und Verwaltungswasserkopf. Millionen Arbeitslose die das Sozialsystem belasten !





hallo!

meinst du etwa die arbeitslosen belasten das sozialsystem etwa gerne?schliesslich zahlen die auch ihre beiträge an die gesetzl. krankenversicherung durch die agentur für arbeit oder die arge.von daher ist diese meinung wenn sie abwertend gemeint it völlig daneben und ich will nicht hoffen das du jemals arbeitslos werden solltest. :mad:

Gabi H
13.07.06, 10:46
P.S.:

Ich habe übrigens noch nicht verstanden, wo da die "Zwei-Klassen-Medizin" sein soll, denn auch Privatpatienten dürfte es in einem ähnlichen Fall doch nicht anders ergehen?! Auch Privatversicherungen stellen sich manchmal quer...

Einziger Unterschied: Jemand mit Privatversicherung kann es sich unter Umständen vielleicht leisten, die Behandlung erstmal vorzufinanzieren und ANSCHLIESSEND die Versicherung zu verklagen.

Hallo Ibeji,

vor allem bei der Lupus-kranken Patientin wurde mehr als einmal darauf hingewiesen, dass Privatpatienten die Behandlung bekommen, die der Kassenpatientin mit der gleichen Erkrankung, vorenthalten wird.

Ich selber erlebe die "Zwei-Klassen-Medizin" in der eigenen Familie. Ich bin Kassenpatient, mein Mann ist Privatpatient. Meine Tochter ist ebenfalls (noch) durch meinen Mann privat versichert. Vor allem, wenn man die Unterschiede auch noch in der Familie merkt, muss man schon ganz schön schlucken.

Ich bemerke einfach die Unterschiede meiner "Hashi-Tochter" und mir. Bei ihr werden nowendige Untersuchungen viel schneller gemacht, als bei mir als MB-Patient. Ich muss erst einmal für alles kämpfen... Das schlaucht. Vor allem, wenn man sowieso eine schlechte Phase hat. Wobei ich zugeben muss, dass ich wg. meiner Tochter natürlich schon heilfroh bin...

LG Gabi

kopfueber
13.07.06, 12:46
...
Ich weiß es aus eigener Famile, was es bedeutet 3 Jahre arbeitslos zu sein (meine Mum).

Das ist doch der besagte Teufel, der im Detail steckt.

Wenn es Angie & Co. schaffen würden, auch nur 1 Million der Arbeitslosen in Lohn und Brot zu bringen, so würde es der ganzen Gesellschaft und konkret in diesem Falle dem Gesundheitssystem bedeutend besser gehen.

3 % Mwst-Erhöhung für das gemeine Volk und xx% weniger Unternehmenssteuer für die Konzerne. Irgendwie beißt sich das. Das wir immer mehr auf dem Weg vom Sozial- zum Kapitalstaat sind, bekommen leider zu wenig Leute auf die Reihe. Meine Empfehlung: auswandern.

ibeji
13.07.06, 13:21
Meine Empfehlung: auswandern.Genau das habe ich Anfang 2004 gemacht...
ibeji

ibeji
13.07.06, 13:27
Meine Empfehlung: auswandern.Genau das habe ich Anfang 2004 gemacht...
ibeji

Monika K.
13.07.06, 13:38
Vor zwei Wochen erlebt:

Mein Mann war Montags früh ein Notfall für den HNO.

Nun - als sonst gesunder Mensch hat man ja nicht so schnell einen Facharzt zur Hand - man sucht in den Gelben Seiten und war nirgendwo vorher schon Patient.

Vier Ärzte habe ich angerufen und bei zweien war es egal, wie mein Mann versichert ist - man konnte erst am anderen Morgen helfen, ab 8.00 Uhr, mit ein wenig Wartezeit.

Beim dritten Arzt wurde ich auf "frühestens in einer Woche", weil sie eigentlich keine neuen Patienten mehr annehmen. Dann habe ich mal vorsichtig angemerkt, dass er ja privat versichert ist ---- Antwort darauf: Ja, wenn das so ist, dann kann er heute noch kommen.
Ich habe daraufhin abgelehnt.

Beim Vierten Arzt war es völlig egal - mein Mann konnte eine halbe Stunde später hinfahren. Eigentlich auch mit Wartezeit - aber die hielt sich mit 15 Minuten doch sehr in Grenzen.

..............................

Ansonsten werde ich doch oft genug blass vor Neid, wenn ich die Rechnungen der Ärzte und der labore bekomme und sehe, was da immer alles so selbstverständlich untersucht wird, wofür ich auch immer nur kämpfen muss.

LG

Monika

Polly Perks
13.07.06, 13:39
Zu dem Thema kann ich nur den "Spiegel" von letzter Woche emfehlen. Wenn man da z.B. liest, daß die Techniker als einzige KK mal systematisch alte Chipkarten ungültig gemacht hat, die von Betrügern lustig weiterbenutzt worden waren, und so 12 Mio. Euro eingespart hat und alle anderen KK sich weigern, das ebenfalls zu tun - tja, was soll man dazu noch sagen? Die wollen offensichtlich nicht an den sinnvollen Stellen sparen.

Mit allen Punkten des Artikels stimme ich nicht überein, freie Arztwahl z.B. halte ich für sehr wichtig. Gerade wenn man kein "Standardpatient" ist und wie wir oft länger braucht um einen Arzt zu finden, der einen nicht in eine unpassende Schublade steckt.

Auch das am Rande erwähnte Gesundheitssystem in den Niederlanden ist nicht so toll, wenn man selbst mit ernsthaften Beschwerden monatelang auf einen Termin warten muß.

Aber warum nicht da sparen, wo es medizinisch keinen Nachteil hat? Eben bei betrügerischen Patienten, betrügerischen Ärzten (da wird die Einfachheit des Betrugs auch schon mal strafmildernd gewertet), völlig überzogenen Pharmapreisen? Warum kostet in Deutschland hergestelltes Aspirin hier neunmal soviel wie als Importartikel in Griechenland? Und überhaupt, das schwarze Loch der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Man kann richtig wütend werden.

JuJa
13.07.06, 14:01
..............................

Ansonsten werde ich doch oft genug blass vor Neid, wenn ich die Rechnungen der Ärzte und der labore bekomme und sehe, was da immer alles so selbstverständlich untersucht wird, wofür ich auch immer nur kämpfen muss.




Ich bin Privatpatientin und werde oft genug blass vor Entsetzen, wenn ich die Rechnungen der (vor allem DEUTSCHEN) Ärzte und Labore bekomme und sehe, was da immer alles UNNÖTIG untersucht und dementsprechend auch in Rechnung gestellt wird. Diese Rechnungen müssen erstmal von MIR beglichen werden, und wenn ich Glück habe, bekomme ich eine Erstattung von höchstens 85% der Rechnungssumme! Und wenn die Rechnung nicht in Ordnung ist, dann muss ICH mich mit dem Arzt auseinander setzen, und das ist wahrlich nicht einfach, wenn man krank ist.

Kassenpatienten wissen doch gar nicht, was einzelne Leistungen des Arztes kosten, und sie brauchen sich auch nicht um deren Finanzierung zu kümmern. Und dass sie schlechter behandelt werden als Privatpatienten, das ist absolut nicht wahr, es werden nur nicht die sonst üblichen überflüssigen Untersuchungen durchgeführt, die man einem Privatpatienten berechnen kann, und die dabei helfen, die Arztpraxis zu finanzieren.

MfG
JuJa

sandstrand
13.07.06, 21:00
Ich weiß es aus eigener Famile, was es bedeutet 3 Jahre arbeitslos zu sein (meine Mum).

Das ist doch der besagte Teufel, der im Detail steckt.

Wenn es Angie & Co. schaffen würden, auch nur 1 Million der Arbeitslosen in Lohn und Brot zu bringen, so würde es der ganzen Gesellschaft und konkret in diesem Falle dem Gesundheitssystem bedeutend besser gehen.

3 % Mwst-Erhöhung für das gemeine Volk und xx% weniger Unternehmenssteuer für die Konzerne. Irgendwie beißt sich das. Das wir immer mehr auf dem Weg vom Sozial- zum Kapitalstaat sind, bekommen leider zu wenig Leute auf die Reihe. Meine Empfehlung: auswandern.

aso!!!!!!!!!!!!!!!!
dann hatte ich dich mißverstanden!
sorry sorry sorry!!!!!!!!!!!!!!! ;)

liebe grüße

ibeji
17.07.06, 09:14
Ich bin Privatpatientin und werde oft genug blass vor Entsetzen, wenn ich die Rechnungen der (vor allem DEUTSCHEN) Ärzte und Labore bekomme und sehe, was da immer alles UNNÖTIG untersucht und dementsprechend auch in Rechnung gestellt wird.
Es stimmt leider; wenn die Ärzte hören, daß man privat versichert ist, bekommen sie diese leuchtenden Euro-Zeichen in den Augen - dementsprechend fallen dann auch die Rechnungen aus :mad:. Es gibt allerdings welche, bei denen das noch ziemlich harmlos ist (mal 10 Euro mehr z.B.), und andere, da geht es gleich in die Hunderte/Tausende!


Diese Rechnungen müssen erstmal von MIR beglichen werden, und wenn ich Glück habe, bekomme ich eine Erstattung von höchstens 85% der Rechnungssumme! Und wenn die Rechnung nicht in Ordnung ist, dann muss ICH mich mit dem Arzt auseinander setzen, und das ist wahrlich nicht einfach, wenn man krank ist.
Viele (sicher nicht alle) Privatversicherten können sich diese 15% aber leisten, oder?
Und was das Auseinandersetzen mit den Ärzten anbetrifft, wenn man krank ist: sicherlich ist das sehr schwer, und sicherlich kommt bei privat Versicherten noch das hinter-den-Ärzten-herlaufen dazu, z.B. wegen Unstimmigkeiten bei den Rechnungen, die oft erst mal von der Versicherung nicht anerkannt werden (teilweise muss man ein richtiges Mahnwesen mit den Ärzten betreiben!), aber dafür haben es Kassenpatienten schwerer, überhaupt die nötigen Untersuchungen gemacht zu bekommen, und müssen von Arzt zu Arzt rennen in der Hoffnung, daß einer mal seine Arbeit macht!
Kommt also mehr oder weniger auf das gleiche raus!


Kassenpatienten wissen doch gar nicht, was einzelne Leistungen des Arztes kosten, und sie brauchen sich auch nicht um deren Finanzierung zu kümmern. Und dass sie schlechter behandelt werden als Privatpatienten, das ist absolut nicht wahr,
Hier muß ich widersprechen; in dem Film kam ganz deutlich mehrmals zum Ausdruck, daß Privatpatienten die MESA-Therapie bekamen, Kassenpatienten jedoch nicht - wenn sie nicht genügend krank waren. Und da die Patientin daran gestorben ist, war todkrank also offensichtlich nicht krank genug!
Was menschenverachtenderes kann es ja wohl kaum geben!
Schufte, Mörder sind das!!!!
Braunes Pack, das Todkranke sterben läßt, weil sie "das Geld nicht wert" sind! :mad:
Und sich dann aber noch hinter "Sachzwängen" und Paragraphen verschanzen! Feiges Pack!


es werden nur nicht die sonst üblichen überflüssigen Untersuchungen durchgeführt, die man einem Privatpatienten berechnen kann, und die dabei helfen, die Arztpraxis zu finanzieren.
Das stimmt nun leider wieder. :(

VlG, ibeji

caropepita
17.07.06, 10:49
Hallo Juja,

bei deinem Beitrag muß ich dann doch mehrfach schlucken. Er mutet in meinen Augen fast zynisch egozentrisch und selbstmitleidig an, so als sähst du nur deine Schwierigkeiten und alles andere würde verblassen und wäre in Bezug zu dir und deinen Problemen einfacher. O.k., du magst Probleme haben und dein Weg wird auch nicht mit Gold gepflastert sein, aber wo ist die Relation?

Ich bin Privatpatientin und werde oft genug blass vor Entsetzen, wenn ich die Rechnungen der (vor allem DEUTSCHEN) Ärzte und Labore bekomme und sehe, was da immer alles UNNÖTIG untersucht und dementsprechend auch in Rechnung gestellt wird. Diese Rechnungen müssen erstmal von MIR beglichen werden, und wenn ich Glück habe, bekomme ich eine Erstattung von höchstens 85% der Rechnungssumme! Und wenn die Rechnung nicht in Ordnung ist, dann muss ICH mich mit dem Arzt auseinander setzen, und das ist wahrlich nicht einfach, wenn man krank ist.JuJa
O.k., du mußt in Vorleistung gehen, wenn du krank wirst, aber dafür ist deine monatliche Belastung um einiges geringer als bei Kassenpatienten und du erhälst am Ende des Jahres i.d.R. bei Nicht-Inanspruchnahme einen Bonus. Bedeutet, du kannst viel besser eine selbstbestimmte Kosten-Nutzen-Rechnung und Krankheitskostenkalkulation erstellen. Außerdem entstehen dir vgl. viel geringere "Nebenkosten", weil fast alles von der Privatversicherung auch übernommen wird.
Was glaubst du wie hoch der Eigenanteil bei einem Kassenpatienten ist, der nur noch ein kleines Spektrum der allernotwendigsten und billigsten Medikamente verschrieben bekommt, dafür auch einen i.d.R. 10%igen Eigenanteil hinlegen muß u n d sich viele, wirklich viele Medikamente selbst zu 100% zu kaufen hat, von NEMs, die die Privaten ja auch noch oft tragen, ganz zu schweigen!

Das Argument, daß vom Arzt unnötige Untersuchungen durchgeführt werden, klammert dich als Geschäftspartner und Patientin ganz aus. Man kann fragen. Man kann sich selbst informieren. Man muß der Durchführung von Untersuchungen nicht zustimmen, wenn der Arzt keine plausible Erklärung hat. Man hat eine sehr viel stärkere Verhandlungsposition als als Kassenpatient!

Kassenpatienten wissen doch gar nicht, was einzelne Leistungen des Arztes kosten, und sie brauchen sich auch nicht um deren Finanzierung zu kümmern. Und dass sie schlechter behandelt werden als Privatpatienten, das ist absolut nicht wahr, es werden nur nicht die sonst üblichen überflüssigen Untersuchungen durchgeführt, die man einem Privatpatienten berechnen kann, und die dabei helfen, die Arztpraxis zu finanzieren.
Pardon! Kassenpatienten sind auch nicht doof! Man kann die Abrechnung des Arztes einfordern (nicht gern gesehen, verschlechtert die Chancen einer freundlich angemessenen Behandlung, sag ich dir!)
Und ja, wir müssen uns nicht um die Finanzierung jeder einzelnen Rechnung kümmern, dafür müssen wir zwangsweise jeden Monat in Vorleistung gehen. Gar nicht selbstbestimmt oder vielleicht noch mitbestimmt. Nein, ganz direktiv u n d ganz schön happig! Meine KV-Beiträge waren fast doppelt so hoch als die, die ich für eine Privatversicherung gezahlt hätte.

Und dein letzter Satz, das ist Zynismus pur! Da fehlen mir fast die Worte!
Den TV-Beitrag, zu dem du dich äußerst, auch gesehen?
Geh auf den Friedhof und besuche die, die monate- und jahrelang gekämpft haben um eine Gleichbehandlung! Geh ins Krankenhaus und befrage mal die Leute, die privat und die "Kasse" sind, ach .... so viel Ignoranz und soziale Kälte gehen in meinen Kopf nicht rein!

caropepita

Lolle
17.07.06, 12:22
dem kann ich nur zustimmen :(

habe zudem im Verwandtenkreis auch die Erfahrung gemacht, dass bei Eingriffen, die zwar nicht lebensnotwendig waren, aber halt gemacht werdn mussten (zB Nasenscheidewandbegradigung, OP am Fußballen) bei privater Zuzahlung wegen Chefarztbehandlung SOFORT innerhalb von 2 Wochen ein Termin frei war, während die gleiche OP unter Kassenbedingungen frühestens in 6 Monaten hätte gemacht werden können. Ein HNO Arzt sagt auch ehrlich, er würde zB bei Kassenpatienten keine Laserungen der Nasenmuscheln mehr durchführen, das stände in keinem Kosten-Nutzen Verhältnis für IHN - aber privat würde er es sofort machen.

soviel kurz zu dem Thema, dass ALLE GLEICH wären.


Und Juja - wenn es Dir in der Privaten so schlecht gefällt, kannst Du ja freiwillig in einer gesetzliche Kasse wechseln....und mal sehen,wie toll das ist, wenn man so wie oben beschrieben behandelt wird - und das sind noch völlig andere Dimensionen als das, was im TV Beitrag lief. Da ist die falsche Kasse einfach das Todesurteil gewesen.

Monika K.
17.07.06, 12:32
@Juja

Mein Mann war immer Müde - SELBSTverständlich wurde bei ihm TSH, FT4 und FT3, Eisen, Ferritin UND Transferrin untersucht. Bei mir als Kassenpatientin bis heute noch nicht - der gleiche Arzt, aber ich bin gesetzl. Krankenversichert.

Mein Mann war Notfall Montags morgens bei HNO.

Vier Ärzte angerufen. Bei zweien wollten sie erst, als ich sagte, er sei Privat krankenversichert. Naja - dann wollte ich nicht mehr. Beim vierten Arzt war es egal, ob privat oder gesetzl. Er durfte mit Wartezeit kommen, als man dort vor Ort erfuhr, er sei privat versichert, verkürzte sich seine Wartezeit auf 20 Minuten.

Aber ein Argument von dir - das ist gut und es trifft den Nagel auf den Kopf:

Diese vielen unnötigen Untersuchungen. Da könnte ich auch ganze Romane drüber schreiben und dies eigentlich nur, weil die Ärzte eigentlich nur noch wirklich an den Privat versicherten verdienen können und sich daher wie in einem Netzwerk gegenseitig die Patienten zuschustern (Vorsicht, meine Meinung, die aber aus miterlebten Situationen bei meinem Mann zum SCHADEN meines Mannes resultiert).

LG

Monika

Kassandra
17.07.06, 14:08
:)



...noch peinlicher kann es sein, wenn man beides in einem Termin erlebt.

So mußte sich eine rheumakranke Tante (62 Jahre) von ihrem Sohn (37 Jahre) zum Augenarzt fahren lassen, aufgrund ihrer Einschränkung ist ein Arztbesuch ohne Begleitung immer ein Kraftakt.

Die Tante ist AOK-versichert, ihr Sohn privat.

Damit der Sohn nicht nur dumm im Wartezimmer herumsitzt u. darauf wartet, daß meine Tante ihre Untersuchung bekommt, hat er beschlossen, seine an sich guten Augen auch gleich mal nachsehen zu lassen. Wie seine Mutter (die neben Rheuma auch Diabetes hat) Augeninnendruck, Sehfähigkeit etc...

Obwohl er keinen Termin hatte, war es trotz rappelvollem Wartezimmer kein Problem, sich der Mutter *anzuschließen*. Nicht nur anschließen, man war sogar die ersten, obwohl die Mutter vorher hören mußte, daß sie mit einer Wartezeit von ca. einer Stunde rechnen solle.

Und dann konnte man einmal hautnah verfolgen, wie sich die Behandlung je nach Versicherung unterscheiden. Als erstes bekam der Sohn einen Bogen zum Ausfüllen. Man wollte die Vorerkrankungen (Allergien) wissen und auch die Medikamente, die er nahm.
Die Tante bekam nichts zum Ausfüllen und wurde auch nicht befragt. :mad:

Aufgrund des Sohnes kamen dann beide als erste ins Sprechzimmer. Sie gingen gemeinsam, da es identische Untersuchungen waren u. es nichts zu verbergen gab.

Als erstes kam der Sohn an die Reihe. Er fragte gleich mal, wieso man von ihm nähere Infos wissen wollte, von seiner Mutter jedoch nicht. Antwort des Augenarztes: Das war wohl ein Versehen der Arzthelferinnen, normalerweise....*schleimschleim*

Die Augenuntersuchung des Sohnes war gründlich, eben das Übliche: Schauen sie mal nach oben linke Ecke, oben rechte Ecke, unten links...
Also so richtig gründlich wie ich das auch von mir kenne.
Augendruck in Ordnung. Sehtest in Ordnung.

Dann kam die Tante an die Reihe. Sehtest in Ordnung, folglich keine neue Brille. Und das war es dann.

Daraufhin hat der Sohn (die Tante war mal wieder total eingeschüchtert u. hat das so gottergeben hingenommen) gefragt, wie es mit dem Augeninnendruck u. der Augenuntersuchung bei der Mutter ist.
Erst dann hat sich der Augenarzt herabgelassen u. ihr lieblos die Tropfen ins Auge geklatscht u. den Druck gemessen.

Bei der Augenuntersuchung wurde nur geradeaus sehen verlangt, sowie einmal nach links, einmal nach rechts. Keineswegs noch linke Ecke oben, rechte Ecke oben...
Dabei war die Tante eigentlich die Hauptperson mit den Erkrankungen im Hintergrund (Rheuma, Diabetes).

Krasser kann man als Arzt wohl nicht zum Ausdruck bringen, was man von der Zwei-Klassen-Medizin hält.
Der Sohn hat dann nicht nur für sich die Rechnung verlangt, sondern auch für die gesetzlich versicherte Mutter eine Rechnung, denn die Patientenquittung ist nun mal gesetzlich verankert.

Da haben die Damen am Empfang recht pikiert aus der Wäsche geschaut. Für ihn als Privatversicherten ist die Rechnung kein Thema, aber für die Mutter....?

Daraufhin hat sie der Sohn mit der Rechtslage bekannt gemacht u. auch gleich erwähnt, daß sie ihn dort zum ersten und auch zum letzten Mal gesehen haben. Obwohl er sich über seine Untersuchung nicht beklagen konnte, würde er sich nie einem Arzt anvertrauen, der so offensichtlich heraushängen läßt, welche Art von Patienten ihm lieber sind.
Allein menschlich gesehen ist das unterste Schublade.

Sprach´s und verschwand.
Bleibt noch zu erwähnen, daß auch die Tante ihre Patientenquittung bekam. Und daß hier ein Privatversicherter mal hautnah erleben konnte, daß die Diskriminierung nicht mal Halt macht, wenn 2 Patienten gleichzeitig im Sprechzimmer sind.

LG Kassandra :)

eliza
18.07.06, 07:59
Ich fand die Sendung auch extrem schockierend. Vor allem die Aussage, dass die Leberpatentin gerne statt 35kg 55-56kg wiegen würde. Das war das einzige Mal, dass sie nicht "beherscht" war und in Tränen ausgebrochen ist. Heftig. Und sie wollte dafür kämpfen....

Dass der MDK eigentlich für genau so Fälle da ist, die nicht im Leistungskatalog drinnenstehen, aber sich genau hinter diesem versteckt ist unglaublich! Und kaum ein Patient wird die Kraft/Zeit haben, sich seine Therapie zu erkämpfen. Hoffen wir, dass das Urteil der höchsten Instanz in naher Zukunft angewendet wird.

Was mir aber noch am Herzen liegt, weil eine Info über die Private Krankenkasse immer verschwiegen wird (gerade weil die Gesundheitsreform so aktuell ist, gibts auch sehr viel zu lesen und leider gibts eine Info bisher nicht zu lesen):
Wenn ich privat versichert bin, kann ich wählen, wie hoch meine Zuzahlungen sein sollen. Je höher die Zuzahlungen, desto geringer der Kassenbeitrag.

Ich habe - um in den Genuss eines bezahlbaren Beitrags zu kommen - eine sehr hohe Selbstbeteiligung gewählt. Daher habe ich die letzten Jahrzehnte fast nur Arztrechnungen selbst bezahlt, weil ich die Grenze, ab der mir die Kasse dann erstattet, nicht erreicht habe. Aber sobald ich eine OP haben sollte wegen der ich ins Krankenhaus müsste, würde ich die Grenze kommen.
Was ich damit sagen möchte: jeder Privatversicherte muss nicht nur in Vorleistung treten, wenn er beim Arzt war - die Kasse erstattet erst ab einem bestimmten Kostenpunkt die darüberhinausgehenden Kosten - und da natürlich auch nicht alles.

NEM´s zahlt meine Kasse nicht, auch kein Fitnessstudio. Ich habe mich bei der Dame am Telefon aufgeregt, dass ich aber gerne meinem Schalganfall etc. vorbeugen möchte... Keine Chance. Denn Schlaganfall würden sie aber dann bezahlen. Prävention - keine Chance. Bei den Gesetzlichen ist es wenigstens gesetzlich verankert (nicht dass sich da viel tun würde, aber immerhin....).

c.schnuffelblau
18.07.06, 08:51
Hallo JuJa,
Diese Rechnungen müssen erstmal von MIR beglichen werden, und wenn ich Glück habe, bekomme ich eine Erstattung von höchstens 85% der Rechnungssumme! Und wenn die Rechnung nicht in Ordnung ist, dann muss ICH mich mit dem Arzt auseinander setzen, und das ist wahrlich nicht einfach, wenn man krank ist.

Stimmt! Das ist ganz sicher ein großer Nachteil.
Ich dachte aber immer, daß alles bezahlt wird?

Und dass sie schlechter behandelt werden als Privatpatienten, das ist absolut nicht wahr,

Doch, das ist es. Daran kann man nicht deuteln. Ich als Krankenschwester weiß das ohne Zweifel.

es werden nur nicht die sonst üblichen überflüssigen Untersuchungen durchgeführt, die man einem Privatpatienten berechnen kann, und die dabei helfen, die Arztpraxis zu finanzieren.

Ja, das stimmt auch. Privatpatienten werden oft mit völlig unnötigen Untersuchungen geschröpft, weil das viel Kohle bringt.
Es spricht doch alles dafür, daß man dieses Unterteilung in Privat-und Kassenpatienten abschafft, finde ich.

Mal ein gutes Beispiel: ich bin ja bei Dr. Krause in Behandlung. Der erste Arzt der mir weiterhilft, mich ernst nimmt und nichts auf die Psychoschiene schiebt.
Den muß ich ganz alleine und höchstpersönlich bezahlen.
Weil ich Kassenpatientin bin. Ich habe ein bescheidenes Polster auf der Bank für Notfälle.
Da ich mich nicht mehr wirklich arbeitsfähig fühlte, musste was geschehen. Ich habe angst meine Arbeit zu verlieren und mein ganzes Leben.
Deshalb der Besuch eines Privatarztes, nachdem ich bei allen Kassenärzten der Umgebung immer nur das gleiche Blabla von wegen Psychosomatik gehört hatte.
Hätte ich nicht das Geld auf der Bank, dann könnte ich mir diese Art von Behandlung nicht leisten. Über kurz oder lang wäre ich arbeitsunfähig geworden.(Natürlich ohne Rente....die bekommt man mit Hashi wohl eher nicht).
Niemand kann allen ernstes behaupten, daß man als Privatpatient nicht mehr Möglichkeiten hat.

Im übrigen: Privatpatienten finanzieren vielleicht eine Arztpraxis, aber Kassenpatienten finanzieren soziale Gerechtigkeit. Das Herr der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger ist nämlich nicht in Privatkassen, sondern in den gesetztlichen Kassen. Das ist auch der Grund weshalb jemand bei der AOK zwar mehr zahlt, aber letztlich weniger Leistungen bekommt.
Liebe Grüße, Christiane

Johannes
18.07.06, 09:45
Als Privatversicherter wird man bevorzugt behandelt. Man kann auch zu einem Arzt seiner Wahl gehen. Die Frage der Arzthelferin: "Haben Sie auch eine Überweisung vom Hausarzt?" erübrigt sich, wenn ich sage, ich bin privatversichert. Habe mich schon gewundert, daß man trotz voller Wartezimmer relativ bald dran kommt.

Die Behandlung ist besser und schneller. Aber in den Kernfragen ist die Behandlung der Ärzte nicht besser. Wenn Sie nicht wirklich heilen können, dann auch nicht bei Privatpatienten - von Ausnahmen abgesehen (Film).

Wer für Stefanie Rasche, die noch lebt, spenden möchte kann das tun.

http://www.lupus-live.de/forum/index.php/topic,6593.0.html

Weiter hinten im Beitrag findet ihr die Kontonummer eines neuen Spendenkontos.

ibeji
18.07.06, 13:40
http://www.lupus-live.de/forum/index.php/topic,6593.msg78272.html#msg78272


Hallo

AN ALLE DIE DEN BEITRAG VERPASST HABEN
.

Die Sendung wird wiederholt am:

03.08 um 7.30 Uhr EINS EXTRA
03.08 um 1.20 Uhr EINS EXTRA
04.08 um 20.15 UHR EINS EXTRA

dies habe ich aus der TV-Info. de

Gruß phill.99

ibeji
18.07.06, 13:43
http://www.lupus-live.de/forum/index.php/topic,6593.msg78310.html#msg78310


Hallo Zusammen

Habe weitere Infos zur Sendung von Steffi gefunden.

Vielleicht kann der ein oder andere was damit anfangen.

Die Zeilen habe ich kopiert von der Homepage

www.wdr.de/tv/dokumentation/todkrankundabgeschrieben.html

Weitere Informationen zur Sendung:
Ein Manuskript ist kostenlos erhältlich als pdf-Datei:
per email anzufordern über: inland@wdr.de
oder per Post: WDR Fernsehen, PG Inland, 50600 Köln

Einen Mitschnitt können Sie über folgende E-Mail Adresse anfordern: mitschnittservice@wdr.de

Gruß phill.99

ibeji
18.07.06, 14:08
Zum leichteren Wiederfinden hier auch noch der Link zu einer weiteren Ankündigung (und Diskussion) des Films hier im Forum:
http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1053241

Ninotschka
18.07.06, 15:34
Der Streit um die Insulinanaloga ist auch so ein Fall, der in diese Ecke paßt -> Sparen auf Deubel-komm-raus. :(

Siehe den Artikel bei der Süddeutschen: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/868/80788/5/

Miese Meinungsmache möchte ich dem Verfasser des Artikels ja nicht gerade unterstellen, aber miese Recherchearbeit hat er geleistet. Oder warum wohl ist der Wechsel auf ein Analogon beim Diabetiker nicht mehr rückgängig zu machen, warum wehren sich die Diabetiker mit Händen und Füßen? Tja, ich weiß es. Weil die Lebensqualität mit Analogon ungleich größer ist, und vor allem, weil sich der Blutzucker viel leichter in einem einigermaßen tolerierbaren Bereich halten läßt. Denen, die das nicht schaffen mit dem Normalinsulin, wird in dem Artikel der Süddeutschen natürlich fehlende Disziplin unterstellt, das kennt man doch von anderer Stelle .... :( Insulin-Analoga sind zwar noch nicht langzeiterforscht, und es gibt schon ein paar bedenkliche Minuspunkte. Aber hier gehts ja offenbar darum, daß die Patienten gar nicht über das für und wider informiert werden und der freien Wahl beraubt werden sollen. Analogon ist halt ein gutes Stück teurer ... merkt ihr was?

Lolle
18.07.06, 20:17
habe gerade den ersten Beitrag im ZD FRONTAL 21 gesehen - und siehe da, mal wieder werden Kassenpatienten lebensrettende Therapien vorenthalten!! da kann doch keiner mehr sagen, es gäbe keinen Unterschied zwischen kasse und Privat :mad:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,3958042,00.html
(nachher gibts um 21:45 noch einen Chat zum Thema)

Am besten war wirklich die ältere Dame mit den Haschkeksen - recht hat sie irgendwie. Privat das Medikament bekommne sei legal, aber als "Kassenpatient" die Droge anbauen nicht - hier stimmt doch was nicht.

Solche Leute von der AOK müssen anscheinend wirklich selber erstmal solche Schmerzen haben, dass sich lieber umbringen möchten als noch einen weiteren Tag so zu erleben. der arzt hat es wirklich auf den Punkt gebracht, dass dieses Verhalten Aktive Sterbehilfe ist. Und passieren tut nix :(

Johannes
18.07.06, 21:34
...das ganze System ist überwuchert mit Bestimmungen. Man darf nicht mal Vitamine aus dem Ausland einführen. Angeblich zum Schutz des Patienten. Ich meine, vielmehr zum Schutz der heimischen Wirtschaft. Ob das der Patient bezahlen kann, oder ob es das passende Mittel überhaupt gibt, interessiert niemand.

gisi-pb
19.07.06, 01:21
Todkrank und abgeschrieben

Es gibt neue Sende - Termine
für die die es verpasst haben.

Sendetermine im TV ARD:

Donnerstag, 03.08.2006, 07:30 Uhr
Freitag, 04.08.2006, 01:20 Uhr
Freitag, 04.08.2006, 20:15 Uhr

am 04.08.06 im ARD digital Eins Extra
und am 19.09.06 um 22.15 Uhr bei Phönix

Todkrank und abgeschrieben - Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland

Gesellschaftsreportage - Film von Jan Schmitt und Marcel Kolvenbach

An lange Wartezeiten beim Arzt hat man sich inzwischen gewöhnt. Auch mit
Zuzahlungen und Praxisgebühr können die meisten Kassenpatienten leben.
Doch die Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland reicht viel weiter.
Menschen, die schwer erkranken, stehen oft alleine in ihrem Kampf ums
Überleben. Sie brauchen Kraft, um gegen die Krankheit zu kämpfen und
müssen sich zusätzlich gegen ihre Kasse und deren Weigerung wehren, die
Kosten für eine lebenserhaltende oder lebensverlängernde Therapie zu
übernehmen. Eine bittere Erkenntnis für Patienten, gerade wenn sie auf
Sicherheit und Zuversicht angewiesen sind. Eine von ihnen ist die
38-jährige Julia L. aus München.
"Wollt Ihr uns sterben lassen, nur weil wir diesem System ausgeliefert
sind?" fragt die schwer kranke Patientin. Mit ihrem Arzt und einer
Anwältin kämpft sie um eine Therapie, doch die Kasse lehnt ab. Die
Behandlung wird abgebrochen. Ebenso wie bei der 28-jährigen Stefanie R.
"Ich will behandeln, darf aber nicht", sagt ihr Arzt, "man zwingt mich,
gegen meinen medizinischen Eid zu verstoßen". Der 57-jährige Ingenieur
Eckhard Z. wird mit der Diagnose 'Lungenentzündung' ins Krankenhaus
eingeliefert. Zwei Monate später ist er tot. Wurde ihm aus Kostengründen
eine lebensrettende Behandlung versagt? Die Tochter ist überzeugt: "Mein
Vater hätte nicht sterben müssen." Viele Menschen sterben einen leisen
Tod, weil sie keine Kraft haben, neben der Krankheit auch noch die
Vorschriften, Absagen und bürokratische Entscheidungen zu bekämpfen. Sie
werden zerrieben in einer Maschinerie, in der die Kosten das zentrale
Kriterium zu sein scheinen und in der über Schicksale von Menschen nur
nach Aktenlage entschieden wird.

http://www.wdr.de/tv/dokumentation/todkrankundabgeschrieben.html

Hallo ihr Lieben,

Hier möchte ich ALLE bitten an einer Unterschrifsaktion teilzunehmen auch Gäste hier im Forum!

Bitte schreibt an mich: info@lupus-rheuma.de

Name, Anschrift, PLZ, Ort,

Ich schwöre das ich diesen Unterschriften nicht Missbrauchen werde
und nur für diesen Zweck weitergeleitet werde an Ministerin Ulla Schmidt.
Jede PN/ Mail wird Orginal ausgedruckt und jeder kann seinen eignen Text
zu der Gesundheitspolitik usw. abgeben, bitte im Rahmen eines DIA 4 Blatt.

Hier der Text für die Unterschriftsaktion als Deckblatt.

Frau
Ulla Schmidt
Bundesministerin für Gesundheit


Sehr geehrte Frau Ministerin,

im Zuge der von Ihnen und der Bundesregierung geplanten Gesundheitsreform machen wir als Lupus-Kranke durch unsere Unterschriftenaktion auf unsere Probleme aufmerksam.

Die optimale medizinische Versorgung von uns chronisch Kranken muss weiter gewährleistet werden. Durch eine Gesundheitsreform, wie sie die Bundesregierung plant und bald beschließen will, wird Gesundheit ohne die persönliche Finanzierbarkeit des Einzelnen abhängig sein. Das bedeutet, dass sich in Zukunft nur noch Reiche und Begüterte die teure Medizin leisten können. Somit sind die Überlebenschancen der Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen viel geringer als bei den Gutverdienern.

Da die Bundesregierung immer wieder betont, dass wir in einem Sozialstaat leben, sollte dementsprechend auch gehandelt werden. Ein Sozialstaat ist für alle Kranke da und sollte nicht vom Inhalt der Geldbörse abhängig sein.

Lassen Sie es nicht zu, dass chronisch Kranke beim Arzt um teure Medizin betteln müssen, damit dieser Kranke ein Leben in Würde und schmerzarm leben darf.
Helfen Sie mit, dass die in unserem Grundgesetz verankerte Würde des Menschen unantastbar bleibt und jeder Mensch, besonders wir chronisch Kranke, ein würdevolles Leben führen dürfen.

Daher fordern wir von Ihnen:
- eine ausreichende Vorsorge im Rahmen des gesetzlichen Gebührenkataloges aufzunehmen, um Folgeerkrankungen zu unterbieten.
-eine Medizinverordnung für chronisch Kranke, die eine besondere Medizin benötigen und diese Erleichterung von den Krankenkassen bekommen.(Freigabe von Medikamenten)
- ein Mitspracherecht, alle Patienten, alle Versicherten, zur neuen Gesundheitsreform,
- die Überprüfung des MDK und die Eingliederung in eine andere Organisation, damit dieser nicht mehr nur den von den Krankenkassen üblichen Katalog übernimmt.
- das die MDK- Doktoren an regelmäßigen Weiterbildungen teilnehmen müssen, diese nachweisen und die Teilnahme überprüft werden.

Wir bitten um Transparenz der Patientenkartei per Gesetz.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

SLE - Rheuma Betroffene

www.lupus-rheuma.de Forum
info@lupus-rheuma.de

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Zu meiner Person Gisi, meine OP war im April 06,
Schilddrüsen mit Kalten Knoten, nach 2 Monaten bin ich eingestellt
und nehme 150mg L-Thyrox pro Tag und 500 mg Filmtabletten Calzium.
Bin nach der OP in eine Depriphase gefallen, das war nicht so toll
doch dafür hat man Freunde die einen Auffangen.

Beim Versorgungsamt ist der Widerruf für eine Behinderung geschrieben
und der Bescheid kommt sicher bald ins Haus.

Meine REHA ist beantragt, ich hoffe das ich die Angelegenheit mit Stefanie
schnellstens durchgeführt habe und viele Unterschriften zur Pedition und an Ulla Schmidt habe.

Sorry das ich micht lange nicht mehr gemeldet habe.

Leider habe ich auch eine Tochter mit Lupus sie hatte 2 Not OP gerade gehabt.

www.lupus-rheuma.de Forum
info@lupus-rheuma.de

LG Gisi

JuJa
19.07.06, 12:55
Viele (sicher nicht alle) Privatversicherten können sich diese 15% aber leisten, oder?


Ziemlich dumme Aussage ...

zeynep
19.07.06, 13:36
Hallo Ihr Lieben, ich finde es schade, dass hier Kassen- und Privatpatienten meinen sich rechtfertigen bzw. die Vorteile des anderen aufdecken zu müssen. Die Frage ist doch wohl eher, warum werden Menschen lebensrettende bzw. auch gesundheitsfördernde Maßnahmen vorenthalten? Welcher Bevölkerungsgruppe geschieht dies? Sprechen wir hier nicht vom Wohle eines jeden einzelnen Individiums?

Ist es wirklich so schlimm, dass Privatpatient grösseren Administrationsaufwand haben, wäre es nicht schön wenn es den gesetzlich Versicherten auch möglich wäre - im Sinne von einem mündigen Menschen und der Kontrolle?

Die "gesetzlich"-Verantwortlichen reden sich doch immer mit dem Argument Kosten heraus. Keriner ist jedoch in der Lage, diese Kosten - auch im Vergleich mit anderen Ländern - detailliert im Gesamtzusammenhang aufzuschlüssen z.B. (immer mehr mutiert dies zum Dschungel und zu einem medialen Schlagwort)- z.B.:
Wie kann es sein, dass Medikamente in Deutschland teurer sind als in den Niederlanden?
Warum nimmt man durch Nicht-Behandlung höhere Spätkosten in Kauf?

Die Privatversicherer werden den Teufel tuen, nicht kostendeckend zu arbeiten. Wie schaffen sie dies? Ist es wirklich der höhere Versicherungssatz oder ist es die Kostenbeteiligung?

Wo ist die Lobby der "Erna Müllers" dieser kleinen Welt? Wenn es sie nicht gibt, könnte man da nicht ...?

LG Zeynep

c.schnuffelblau
19.07.06, 13:52
Ziemlich dumme Aussage ...

Hm, auf Argumente scheinst Du ja lieber zu verzichten.
Schade.
Etwas Dummes habe ich von ibeji noch nicht gelesen. Auch diese Aussage fand ich nicht dumm. (Obwohl man natürlich darüber diskutieren könnte)
So richtig dumm fand ich eigentlich Dein Abstreiten der 2 Klassen Medizin.
Habe ich aber nicht gesagt. Wegen der Höflichkeit.
Da Du da aber anscheinend keinen Wert drauf legst, erwähne ich es jetzt doch mal.
LG, Christiane

JuJa
20.07.06, 13:59
Hm, auf Argumente scheinst Du ja lieber zu verzichten.
Schade.



Es gibt Sachen, die man nicht begründen muss ...

Aber ich freue mich natürlich, dass DU wenigstens höflich bist, im Gegensatz zu mir :) Ich hoffe, Du fühlst Dich wohl dabei.

Johannes
20.07.06, 14:28
Die Privatversicherer werden den Teufel tuen, nicht kostendeckend zu arbeiten. Wie schaffen sie dies?

Durch Aufnahme überwiegend gesunder, junger Patienten, die entweder über der Bemessungsgrenze liegen oder selbständig/freiberuflich arbeiten. Eine im Schnitt wohlhabendere, gebildeterere Mittel- und Oberschichten-Klientel.

Monika K.
20.07.06, 14:55
Die Privatversicherer werden den Teufel tuen, nicht kostendeckend zu arbeiten. Wie schaffen sie dies?

Durch Aufnahme überwiegend gesunder, junger Patienten, die entweder über der Bemessungsgrenze liegen oder selbständig/freiberuflich arbeiten. Eine im Schnitt wohlhabendere, gebildeterere Mittel- und Oberschichten-Klientel.


Aber diese überwiegend gesunde, junge Patienten werden auch mal älter mit allen gesundheitlichen Kosten.

Und die PKV verlangen ihr Geld dann auch, wenn man mal Familienvater bzw. Mutter wird. Dann müssen Kinder auch extra versichert werden.

Freunde von uns bezahlen sich mit ihrem Vier-Personenhaushalt und nunmehr nur noch einem Verdiener praktisch dumm und dämlich, denn die Beiträge werden nicht dem kleineren Verdienst angepaßt.

Bitte sowas auch berücksichtigen.

LG

Monika

eliza
20.07.06, 15:28
Die Privatversicherer werden den Teufel tuen, nicht kostendeckend zu arbeiten. Wie schaffen sie dies?

Durch Aufnahme überwiegend gesunder, junger Patienten, die entweder über der Bemessungsgrenze liegen oder selbständig/freiberuflich arbeiten. Eine im Schnitt wohlhabendere, gebildeterere Mittel- und Oberschichten-Klientel.

Die größte Berufsgruppe in der PKV sind die Beamten. Und die verdienen zumeist nicht einmal über die Bemessungsgrenze hinaus.

Und die jungen gesunden Patienten werden auch mal älter (wie Monika schon sagte). Und haben über die Jahre, die sie gesund waren, genug angespart, damit ihr Krankwerden bezahlbar ist. Stichwort Kapitaldeckungsverfahren vs. Umlageverfahren.

Das mit den jungen gesunden Patienten ist meiner Meinung nach übertrieben dargestellt. Durch Risikozuschläge (meine Schwester zahlt 10% mehr wegen ihrer SD) kommt man trotz Selektion in die Private. Oder Ausschluß. Man muss halt mehr zahlen. Nur bitte sollte man ab 55 Jahren (das ist soweit ich mich erinner die Grenze) ja nicht arbeitslos werden - denn ab dann nimmt einen die Gesetzliche nicht mehr auf. Und dann wirds haarig....

eliza
20.07.06, 15:32
P.S.:
Wenn das Rentensystem kapitalgedeckt wäre, wäre die herannahende Katastrophe sicher kleiner.
Aber bis die Politiker da mal reagieren, sind schon wieder die Wahlen vorbei und alle Versprechen gehören der Vergangenheit an.

gisi-pb
21.07.06, 03:54
Hallo Ihr,
wer mehr zu Stefanie wissen möchte schaut mal hier rein
sie ist da mit Profilbild abgebildet und ihr könnt sie im Film sehen.
Es geht ihr wirklich sehr schlecht, ihr Doc meint sie wird keine 30 J.mehr werden, der Doc. kann ihr die Medi. die sie braucht nicht geben
weil die KK sie nicht bezahlen.
Gerichtsverhandlungen haben nix gebracht
deshalb ist sie an die Öffentlichkeit gegangen.

http://www.lupus-live.de/forum/index.php/topic,6593.0.html

http://www.razyboard.com/system/thread-hilfetodkrankundabgeschrieben-marsden-795942-3393602.html

http://www.razyboard.com/system/thread-analleunterschriftenaktion-marsden-795942-3415699.html

Warum mich das so mitnimmt und ich was machen möchte mit Eure Hilfe,
ich habe auch einé Tochter mit Lupus, sie bekommt schon die Rente
und ich habe Angst das Sie eines Tages auch nicht mehr die Medi. bekommt die sich braucht um zu überleben.

Stefanie ist 27 Jahre und meine Tochter 26 J. davon 22 J. hat sie Lupus mit Organbeteidigung WHO 3a, wir haben viele Tiefs erlebt, das könnt ihr mir glauben.


Die Wiederholungen im TV sind am :
Donnerstag, 03.08.2006, 07:30 Uhr
Freitag, 04.08.2006, 01:20 Uhr
Freitag, 04.08.2006, 20:15 Uhr
04.08.06 im ARD digital Eins Extra
19.09.06 um 22.15 Uhr bei Phönix

Und schickt mir bitte Eure Unterschriften
alle die über eine Krankenkassen versichert sind.
Den den chronisch Kranken soll es in Zukunft besser geht
das keiner um Medi. betteln muss.

Die Unterschriften - Aktion schliesst am 05.08.2006!

LG Gisi

info@lupus-rheuma.de
www.lupus-rheuma.de

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das habe ich schon geschrieben!



An
Frau Bundeskanzlerin
Prof. Dr. Angela Merkel
Bundeskanzleramt

11044 Berlin



................, den ...............................


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin A. Merkel,

ich bin sehr besorgt, da ich mich vor den Auswirkungen des Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (kurz AMVWG) fürchte. Ich empfinde die Bestimmungen dieses Gesetzes als eine Zumutung für mich und meinen Arzt.

Lassen Sie nicht zu, dass eine solche Nötigung auf die Menschheit zukommt. Dies Gesetz ist sicher nicht nur unmoralisch, sondern auch juristisch anzweifelbar. So lässt sich das System nicht retten! Aber die Gesundheit auch nicht!

Überhaupt ist unserem über die Jahre kaputt-regiertem Gesundheitssystem so nicht mehr zu helfen, in dem man stringent wird und Wahlversprechungen früherer Regierungen rückgängig macht!

Unter einer kompetenten Führung - Frau Ulla Schmidt lässt bei ihren Auftritten Kompetenz nicht spürbar werden, eher fühlt man sich von ihr anmaßend bzw. herablassend behandelt - sollte ein Versicherungssystem ähnlich der Kfz-Versicherung geschaffen werden.

Jedes Fahrzeug wird nach Belieben und nach Risikoeinstufung versichert. Milliardenschäden werden jedes Jahr reguliert, ohne dass die Politik eingreifen muss. Auch muss man den Werkstätten nicht Vorwürfe machen, sie würden zu viele Autos reparieren. Dieses System klappt: Alle Beteiligten sind zufrieden!

Mein Arzt erstickt im Papierwust. Gerne würde er mir persönlich mehr Zeit opfern, aber im Wartezimmer sitzen die nächsten Patienten mit Formularen auf den Knien! Es ist nicht zu verstehen, warum die Ärzte sich immer höher qualifizieren müssen, wenn Ihnen der Staat auferlegt, unser höchstes Gut, die Gesundheit mit möglichst billigen Methoden, nicht nach den neuesten Erkenntnissen, zu erhalten.

Die Krankenkassen haben zu sehr ihre Paläste und Fahrzeugparks saniert, sie haben zu viele versteckte Werbeausgaben und sie interessieren sich um den Gesunden Beitragszahler. Gerade den langjährigen alten Beitragszahlern widerfährt Unrecht.

Lassen Sie Fachleute an das Projekt und schicken Sie die Papierflut-erzeugenden Systemzerstörer nach Hause.



Mit freundlichen Grüßen


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Gesundheitssystem:
Chronisch krank

Kaum ein Land gibt so viel Geld für die Gesundheitsversorgung aus wie Deutschland - mit kläglichem Ergebnis. Experten fordern seit Jahren eine Reform für mehr Wettbewerb und Transparenz. Doch die Politik denkt daran, noch mehr Geld in ein ineffizientes System zu pumpen.

http://www.spiegel.de/spiegel/

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das habe ich schon abgeschickt!

Bundesministerium für Gesundheit (BMG):
Wilhelmstr. 49, 10117 Berlin
Fon: 018 88441 - 0
Fax: 018 88441 - 4900
info@bmg.bund.deinfobmg.bund.de



Ihr Arzneisparmittelgesetz



Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Schmidt,

das von ihnen geplante Gesetz haben der mich behandelnde Arzt, ich und meine dortigen Mitpatienten nicht nur gelesen, sondern auch darüber eingehend diskutiert.
Sollte ihr Gesetzentwurf Wirklichkeit werden, muss das Gesetz befolgt werden.
Dies steht für meinen Arzt und all seine Patienten fest.
Sie haben uns allen versprochen, dass chronisch schwerst Kranke die medizinisch notwendige Versorgung auch zukünftig weiter erhalten werden.
Für diese Zusicherung danken wir recht herzlich.
Eine große Last ist uns Kranken damit genommen worden.
Wir sind Patienten, die im Quartal für ca. 5.000 € Medikamente benötigen.
Billigere Medikamente gibt es leider nicht auf dem Markt.
Durch unsere Erkrankung sind wir schon frühzeitig zu Eu Rentnern oder Vollrentner geworden.
Unsere Ersparnisse sind mittlerweile aufgebraucht.
Unser Doc ist sehr kompetent, daher kommen wir auch zu ihm.
Nun hat er ein Problem, das nur sie Frau Ministerin lösen können.
In dem neuen Gesetz finden Praxisbesonderheiten keine Berücksichtigung mehr.
Das Budget des Arztes reicht nicht aus, uns allen die notwendigen Medikamente zu verschreiben.
Wem von uns darf unser Arzt im nächsten Quartal ein Rezept über das Medikament ausstellen?
Welches sind die Kriterien, nach denen sich der Arzt richten muss?
Was muss er unbedingt dabei beachten, was darf er ignorieren?
Wir brauchen Transparenz um seine Entscheidung nachvollziehen zu können. Sollen wir uns im Wartezimmer versammeln und würfeln, ein los ziehen?
Wir bedürfen alle dieser Medikamente. niemand will verzichten zugunsten eines anderen Mitpatienten.
Ich weiß, dass gehört sich nicht. Doch wir wollen alle noch leben.
Wir hoffen auf sie und vertrauen ihnen.
Bitte helfen sie uns, geben sie die Richtlinien bekannt, nach der der Arzt die Mängel zu verwalten hat.

Sollen die Alten verzichten, wenn ja, ab welchem Alter?
Sollen die Schwerstbetroffenen verzichten, weil sie eh nicht mehr ins Erwerbsleben eingegliedert werden können?
Wenn ja, sind Ausnahmen zugelassen?
Wenn ja, welche?
Wie viele Jahre muss man gearbeitet haben?
Sollen Mütter mit Kindern die Medizin erhalten?
Wenn ja bis zu welchem Alter können die Kinder berücksichtigt werden?
Ist die Kinderzahl entscheidend?
Negativ bzw. positiv Katalog aufstellen.
Danach kann dann jeder Patient sich ausrechnen,
ob und wann er bei der rezeptirung berücksichtigt werden muss.
Darf der Arzt nach Sympathie / Antipathie entscheiden?
Ohne irgendeine Kontrolle?
Soll etwa bisheriges Wohlverhalten belohnt werden. z.B. erwischte Steuersünder werden abgestraft?

Bitte öffnen Sie den Gesetzentwurf, so können wir als Patienten doch keine Einfluss nehmen und es geht doch um uns, wir müssen gefragt werden.

Unser Leben/Schicksal liegt nun in ihrer Hand und wir hoffen das Sie ihr Versprechen einhalten werden.

Mit freundlichen Grüßen

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24967

Krankenkassen planen Kampagne gegen Gesundheitsreform

(Das ist doch toll.... die also auch!)

jowi
21.07.06, 05:31
ja aber die krankenkassen wurden schon von frau schmidt zurückgefpiffen: anstatt hier schlechte stimmung zu verbreiten, sollten sie sich mal auf ihre aufgaben konzentrieren und überlegen, wie sie ab nächstes jahr die neuen bestimmungen umsetzen wollen.
(dies scheint jetzt ihre masche zu werden, irgendwelche verordnungen erlassen und die anderen können dann sehen, wie das gehen soll. und wenns nicht klappt waren die anderen einfach zu blöd/faul/unwillig...)
lg. jowi (die gern mal frau schmidt als patientin hätte...)

gisi-pb
22.07.06, 16:31
Hallo Ihr,
Danke für die vielen Unterschriften aus allen Forum.

Die Unterschriften - Aktion schliesst am 03.08.2006!

Und schickt mir bitte Eure Unterschriften
alle die über eine Krankenkassen versichert sind.

Gebe die Unterschriften in Berlin am 7. August 2006 mit Freunden, Zeugen und Zeitungsreporter ab.

Fragen an: info@lupus-rheuma.de


LG Gisi
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Tip: Für ein neues Thema!

Eckpunkte zu einer Gesundheitsreform 2006

http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitspolitik/pdf/eckpunkte_gesundheitsreform_2006.pdf

www.lupus-rheuma.de
info@lupus-rheuma.de

gisi-pb
28.07.06, 23:44
http://www.razyboard.com/system/thread-analleunterschriftenaktion-marsden-795942-3415699.html

Hier der Text für die Unterschriften:

Frau
Ulla Schmidt
Bundesministerin für Gesundheit


Sehr geehrte Frau Ministerin,

im Zuge der von Ihnen und der Bundesregierung geplanten Gesundheitsreform machen wir als (Lupus) Rheuma Kranke und Gesetzlich Versicherte durch unsere Unterschriftenaktion auf unsere Probleme aufmerksam.

Die optimale medizinische Versorgung von uns chronisch Kranken muss weiter gewährleistet werden. Durch eine Gesundheitsreform, wie sie die Bundesregierung plant und bald beschließen will, wird Gesundheit ohne die persönliche Finanzierbarkeit des Einzelnen abhängig sein. Das bedeutet, dass sich in Zukunft nur noch Reiche und Begüterte die teure Medizin leisten können. Somit sind die Überlebenchancen der Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen viel geringer als bei den Gutverdienern.

Da die Bundesregierung immer wieder betont, dass wir in einem Sozialstaat leben, sollte dementsprechend auch gehandelt werden. Ein Sozialstaat ist für alle Kranke da und sollte nicht vom Inhalt der Geldbörse abhängig sein.

Lassen Sie es nicht zu, dass chronisch Kranke beim Arzt um teure Medizin betteln müssen, damit dieser Kranke ein Leben in Würde und schmerzarm leben darf, auch Frau Stefanie R.!
Helfen Sie mit, dass die in unserem Grundgesetz verankerte Würde des Menschen unantastbar bleibt und jeder Mensch, besonders wir chronisch Kranke, ein würdevolles Leben führen dürfen.

Daher fordern wir von Ihnen:
- eine ausreichende Vorsorge im Rahmen des gesetzlichen Gebührenkataloges aufzunehmen, um Folgeerkrankungen zu unterbieten.
-eine Medizinverordnung für chronisch Kranke, die eine besondere Medizin benötigen und diese Erleichterung von den Krankenkassen bekommen.(Freigabe von Medikamenten)
- ein Mitspracherecht, alle Patienten, alle Versicherten, zur neuen Gesundheitsreform,
- die Überprüfung des MDK und die Eingliederung in eine andere Organisation, damit dieser nicht mehr nur den von den Krankenkassen üblichen Katalog übernimmt.
- das die MDK- Doktoren an regelmäßigen Weiterbildungen teilnehmen müssen, diese nachweisen und die Teilnahme überprüft werden.

Wir bitten um Transparenz der Patientenkartei per Gesetz.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


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Letzte Unterschriftenabgabe am 03.August 2006 24.00h


Gebe die Unterschriften am 07.August 2006
persönlich in Berlin ab.

Sugarhashi
29.07.06, 07:06
Hi Ninotschka,

grüß Dich! ;-)))

Was Du oben zum Insulin schreibst, seh ich ja genauso. Die GBA-Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht...

Werde mir jetzt mal Deinen link zur Süddeutschen reinziehen und mich dann wahrscheinlich wieder ziemlich aufregen. Mir hat schon der Artikel im "Spiegel" (Im Lobbyland) gereicht, hast Du den zudfällig auch gelesen? Da werden wir Diabetiker dargestellt, als wären wir zu blöd, uns `ne eigene Meinung zu bilden und würden uns treu von der Pharmaindustrie mißbrauchen lassen für deren "räuberisches" Tun. Und dann wird erwähnt, dass die Frau mit ihrem Insulin "nachreguliert", je nachdem, ob sie TORTE isst oder nicht... Nee, soviel fehlender Sachverstand hat mich zum Leserbriefschreiben geradezu aufgefordert, das fand ich doch `ne Spur zu dämlich...

An den "Spiegel":
"Sehr geehrte Damen und Herren,

der Versuch, der „Spiegel“-Leserschaft das System des Lobbyismus im deutschen Gesundheitswesen zu erklären, mag lobenswert erscheinen. Dabei darf man dann jedoch den nötigen Sachverstand und die Fairness gegenüber den Hauptbetroffenen der Entscheidung nicht missen lassen. Natürlich hat die Pharmaindustrie ein großes Interesse daran, dass die Krankenkassen auch weiterhin die Kosten für Insulinanaloga in der Behandlung des Typ-2-Diabetes übernehmen. Dass es den Firmen tatsächlich nur um das Wohl der Patienten geht, glaubt aber doch in diesen Zeiten allen Ernstes sowieso niemand mehr. Dennoch sind die positiven Effekte der teureren Insulinsorten so gravierend, dass ihre rein wirtschaftliche Bewertung durch das Institut von Prof. Sawicki schlichtweg an der Realität vorbeigeht. Dem IQWiG ist vorzuwerfen, dass es lediglich einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Studien berücksichtigt hat. Dass also Fakten fehlen, die eine Verbesserung der Lebensqualität belegen, ist nicht richtig. Die Gruppe der Diabetiker jetzt auch noch als so dumm darzustellen, dass sie nicht einmal weiß, welche Medikamente konkret von der Streichung erfasst werden und sich stattdessen perfekt von der Pharmaindustrie instrumentalisieren lässt, ist dreist und ungerecht. Wer sich selbst mehrfach am Tag seine nötige Insulindosis spritzen muss, hat die Vorteile der neuen Insuline sprichwörtlich am eigenen Leib erfahren. Für Nichtbetroffene ist es wahrscheinlich schwer nachzuvollziehen, dass z. B. allein die Reduzierung der täglichen Injektionen durch die Verwendung eines langwirksamen 24-Stunden-Insulins eine Erleichterung in der Therapie bedeutet. Dass durch den Einsatz kurzwirksamer Analoginsuline die Insulindosis unmittelbar zur Mahlzeit und nicht bereits ca. 30 Minuten vorher gespritzt wird, ist ein weiterer unschätzbarer Vorteil. Nur Zyniker kämen auf die Idee zu behaupten, dass man in jedem Restaurant auf sein Essen eine halbe Stunde warten muss. Darüber hinaus erleichtern Analoga durch ihre kürzere Wirkdauer die Gewichtskontrolle, da auf Zwischenmahlzeiten verzichtet werden kann. Ein Aspekt, der gerade bei Typ-2-Diabetikern nicht ganz unbedeutend ist.


Im Übrigen macht es sich sicher gut, den Lesern die „Nachregulierung“ des Blutzuckers im Tagesverlauf am Beispiel eines Stückes Torte zu erklären. Die logische Gedankenkette „Diabetes – Torte - selbst schuld – hohe Kosten“ ist ja geradezu ideal, um der Allgemeinheit die Streichung der teuren Insulinsorten als Fortschritt zur Kosteneinsparung unterzujubeln. Dass jeder insulinpflichtige Diabetiker aber sämtliche kohlenhydrathaltigen Lebensmittel (also auch Äpfel, Vollkornbrot, Kartoffeln usw.) mit einer Dosis Insulin abdecken muss, wird außer Acht gelassen. In der Streichung der Analoga offenbart sich erneut eine gewisse kurzsichtige Denkweise der Politik. Was man jetzt an Einsparungen durch die Streichung der Analoga erreichen möchte, wird man später zur Behandlung der diabetesbedingten Folgeerkrankungen in höherem Maße aufbringen müssen. Diabetiker, die mit ihrem Insulin gut zurechtkommen, erreichen nun einmal bessere Blutzuckerwerte und weisen eine höhere Compliance auf

Als Typ-1-Diabetikerin gehöre ich selbst zu den „guten“ Kranken, also jenen, deren Insulinmangel nicht auf einer vermutlich falschen Lebensweise beruht. Obwohl die Verwendung der teuren Analoga für „meine“ Patientengruppe diesmal noch nicht zur Debatte stand, habe auch ich mich gegen die Streichung für Typ-2-Diabetiker gewandt. Und dass, obwohl ich weder Abonnentin des „Diabetes-Journals“ noch im DDB organisiert bin. Aber die Fähigkeit, sich selbst informieren und eine eigene Meinung bilden zu können, werden Sie den Diabetikern dieses Landes hoffentlich nicht gänzlich absprechen wollen.

Ich schätze, die vorgestellte Diabetikerin ist bestimmt eh Typ 1!!!

Hab jetzt ein bißchen vom Thema abgelenkt, entschuldigung. Aber es passt ja auch irgendwie in unser System der Patientenunterteilung.

LG,

sugarhashi

Sugarhashi
29.07.06, 07:39
Hi nochmal,

also der Beitrag in der Süddeutschen ist ja noch weitaus dümmer als die Spiegelversion... :-((((

Allerdings ziehen beide ja das gleiche Fazit: Die Diabetiker sind zu doof zum Denken. Und zu blöd, sich mit Humaninsulin vernünftig zu behandeln. Weil sie eben total uneinsichtig und undiszipliniert sind. Rundum-sorglos-Insulin - wenn ich sowas schön höre... Das ist ja auch `ne Krankheit, die man easy mal so eben mit ein bisschen Spritzen wegkriegt... *schrei*

Ich krieg grad die Wut.

LG,

sugarhashi

Ninotschka
10.09.06, 11:17
Hallo Sugarhashi,

daß und wie Du dem Spiegel einen Brief geschrieben hast, finde ich klasse! Ich hab jetzt, 6 Wochen später, den Spiegel-Artikel nicht mehr kostenfrei finden können, aber Dein Brief läßt ja eindeutig auf den Inhalt schließen :(.

Dir einen schönen Sonntag, falls Du heute "reinschaust" & liebe Grüße
Ninotschka