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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Atemnot, zittrig, nachts kein Schlaf - wer weiß Rat?



schneiderin
02.06.06, 14:37
Ihr Lieben,

brauche mal Euren Rat. Ne Freundin ist in UF, hat gesteigert vor 1 1/2 Wochen und nun geht es ihr nicht gut - was würdet Ihr bei folgenden Symptomen sagen ??? Zu schnell gesteigert ? Sind das die typischen Symptome von Überdosierung (nicht Überfunktion) ?

Hier ihre Beschwerden:

zittrig, schwitzen in der Nacht, kein Schlaf, Gedanken rasen, Panikattaken, könnte dauernd heulen, trockene Haut wie nach Sonnenbrand, Ohren wie zu und Druck drauf, bizzeln auf Kopf bzw. als würde was drin rumkrabbeln, Gefühl Hirn ist zu groß da drinnen, Klosgefühl am Hals, heißer, Probleme beim schlucken, viel Schleim in de n Nebenhöhlen, häufiges Wasserlassen und 3 x am Tag Stuhlgang, und ganz extrem diese plötzliche Atemnot - das alles besonders heftig 2 Std. nach Einnahme von Thyroxin - am nchmittag wird es langsam besser.

Sie hat Angst nochmal nen Schritt zu reduzieren weil sie ja in Unterfunktion ist und denkt je schneller sie steigert umso schneller geht es ihr besser.

Kann jemand helfen - kennt jemand diese Symptome und ist das eher Überdosiert oder Unterfunktion ???

Würde Ihr gerne Eure Antworten ausdrucken damit sie mal sieht daß es "Überdosiert" zu geben scheint.

Ihr geht's echt scheiße und BE ist erst wieder in 4 Wochen, da vor 2 Wochen erst gemacht und daraufhin gesteigert.

Tausend dank und liebe Grüße,

Andrea

lissie
02.06.06, 15:15
ich kann dir nur sagen, dass sich das vertraut liest....hab gerade so eine phase durch.
also ich bin wohl am anfang zu hoch eingestiegen -mir ging es aber erstmal 4-5 tage gut und dann brachen ähnliche symptome los, wie bei deiner freundin. mein arzt hat mich dann 3 tage von lt "runtergenommen" und deutlich niedriger wieder starten lassen. dann ist das ganze nochmal passiert. die dosis wurde dann nochmal reduziert. ich hab jetzt also eine minidosis - morgens 6,25 und abends 6,25 lt. das ist auszuhalten. bevor ich nicht weiß was mit den nebennieren los ist, werde ich auch nicht weitersteigern, sondern es zunächst mal so laufen lassen.

ich war schon wegen der beinahe platzenden rübe und dem druck auf den ohren im kh, die meinten es wäre wohl migräne, die sich wegen der einnahme von lt nun etwas anders darstellen könne, als ich es bisher gewöhnt war. mhhh, nun ja... wie dem auch sei...

als ich deine beschreibung las, dachte ich unmittelbar an überdosierung. aber du wirst sicher noch eine menge antworten von anderen usern bekommen, die sich da noch besser auskennen.



lg
lissie
:)

schneiderin
02.06.06, 15:23
Danke für Deine Antwort - was hast Du denn für Werte ???
Sie hat Panik zu reduzieren weil ihre Werte schlecht sind und sie gelesen hat daß man da schnell raus muß, hm ....

lissie
02.06.06, 15:44
ja gut, aber schlecht ist natürlich relativ. sicher muß man da raus und es ist wichtig kontinuierlich daran zu arbeiten, dennoch macht es aus meiner sicht keinen sinn, die dosis auf leidensdruck komm raus und auf biegen und brechen aufrecht zu erhalten, wenn es einem dabei miserabel geht. ich rede hier nicht davon, wegen jedem zipperlein haltlos zu jammern und sofort mit der dosis runter zu gehen, sondern von wirklich unerwünschten und schädlichen neben- bzw. überdosierungseffekten.

der körper muß irgendwie die möglichkeit bekommen, sich an die hormonzufuhr zu gewöhnen. in einer "guten" uf haben sich die organe auf die mangelversorgung eingestellt, das system arbeitet kompensatorisch. wenn sie nun von heute auf morgen mit treibtoff überschüttet werden bringt, das neben anfänglicher partystimmung auch hektik und chaos in die hütte.

am besten ist es sich dabei mit dem arzt zu besprechen. bei mir war es so, dass er mich vom netz genommen hat.

was hat denn deine freundin für eine dosis und wie sind ihre werte? wie lange nimmt sie schon hormone und um wieviel hat sie gesteigert?.



lg
lissie
:)





ps:meine werte waren vor der einnahme mittelprächtig schlecht. und es ging mir schlichtweg übel.
tsh bei 4,13, tf's unten, die aussage wird dir jedoch nicht wirklich weiterhelfen.

nette
02.06.06, 16:40
zittrig, , kein Schlaf, Gedanken rasen, Panikattaken, könnte dauernd heulen, trockene Haut wie nach Sonnenbrand, Ohren wie zu und Druck drauf, bizzeln auf Kopf bzw. als würde was drin rumkrabbeln,bei mir so ein Kribbeln im Hinterkopf, kann die Verkleinerung der Hypophyse sein, die wächst ja in UF
Gefühl Hirn ist zu groß da drinnenist es ja auch, bei ÜF( oder plötzlicher Steigerung) dehnt sich Gehirn meßbar aus ,
Klosgefühl am Hals, heißer, Probleme beim schlucken, viel Schleim in de n Nebenhöhlen, häufiges Wasserlassen und ganz extrem diese plötzliche Atemnot - das alles besonders heftig 2 Std. nach Einnahme von Thyroxin - am nchmittag wird es langsam besser.

Andrea

Was ich bei Überdosierung nicht habe, hab ich rausgeschnitten, alles andere kenne ich so auch. Würde reduzieren und später nochmal versuchen.
LG,
nette

Maler
01.12.11, 08:30
Zitat von schneiderin
zittrig, , kein Schlaf, Gedanken rasen, Panikattaken, könnte dauernd heulen, trockene Haut wie nach Sonnenbrand, Ohren wie zu und Druck drauf, bizzeln auf Kopf bzw. als würde was drin rumkrabbeln,bei mir so ein Kribbeln im Hinterkopf, kann die Verkleinerung der Hypophyse sein, die wächst ja in UF
Gefühl Hirn ist zu groß da drinnenist es ja auch, bei ÜF( oder plötzlicher Steigerung) dehnt sich Gehirn meßbar aus ,
Klosgefühl am Hals, heißer, Probleme beim schlucken, viel Schleim in de n Nebenhöhlen, häufiges Wasserlassen und ganz extrem diese plötzliche Atemnot - das alles besonders heftig 2 Std. nach Einnahme von Thyroxin - am nchmittag wird es langsam besser.

Andrea

Ich hole diesen alten Thread mal hoch, weil ich zufällig oben rot markierte Aussage gelesen habe.
Kann dies Jemand bestätigen? Das wäre mir sehr wichtig, vielen Dank und Gruß Maler :)

Jutta K.
01.12.11, 09:41
Hallo Maler!


Ich hole diesen alten Thread mal hoch, weil ich zufällig oben rot markierte Aussage gelesen habe.
Kann dies Jemand bestätigen?
Mir ist das Phänomen eines reaktiven Hypophysenadenoms (gutartige Vergrößerung der Hypophyse) eigentlich nur bei einer zentralen Schilddrüsenhormonresistenz nach defintiver Therapie (SD-Entfernung mittels OP) bekannt.

Bei einer zentralen Schilddrüsenhormonresistenz, die angeboren ist, sind die Schilddrüsenhormonrezeptoren ausschließlich an der Hypophyse genetisch mutiert und reagieren nicht mehr ausreichend auf Schilddrüsenhormone. Normalerweise führt das Andocken von SD-Hormonen an den SD-Hormonrezeptoren der Hypophyse ja dazu, daß die TSH-Ausschüttung der Hypophyse gedrosselt wird. Hier funktioniert das aber wegen der Resistenz nicht mehr.

Die Hypophyse schüttet daher ständig viel zu viel TSH aus. Die Schilddrüse wird dadurch auch übermässig stark angetrieben (TSH stimuliert ja die SD-Hormonproduktion) und produziert viel zu viele SD-Hormone - von einer zentralen SD-Hormonresistenz Betroffene haben daher eine Schilddrüsenüberfunktion mit erhöhten fT-Werten bei gleichzeitig erhöhtem TSH (normalerweise, wenn die ÜF nicht zentral bedingt ist, wäre TSH bei erhöhten fT-Werten ja supprimiert).

Üblicherweise wird in einem solchen Fall erstmal versucht, die TSH-Ausschüttung der Hypophyse (und dadurch die SD-ÜF) unter Kontrolle zu bringen, indem man die Hypophysenfunktion unterdrückende Medikamente (Dopamin-Agonisten wie Bromocriptin) einsetzt, die die TSH-Ausschüttung unterdrücken können. In manchen Fällen setzt man auch D-Thyroxin, Tetrac oder Triac (SD-Hormonderivate, die zwar unterdrückend auf die TSH-Ausschüttung wirken, aber nur sehr wenig SD-Hormon-Stoffwechselwirkung haben) ein. Mitunter wird auch versucht, mittels Gabe von T3 (welches ja einen ziemlich starken TSH-unterdrückenden Effekt hat) die TSH-Ausschüttung soweit zu unterdrücken, daß in der Gesamtsumme eine periphere Euthyreose erreicht wird. Thyreostatika (SD-hemmende Medikamente wie Thiamazol) werden dagegen nur ungern bei diesem Krankheitsbild eingesetzt (nur dann, wenn es anders gar nicht mehr geht), da sie zwar sehr effektiv die SD-Hormonproduktion hemmen können (die ÜF-Symptome des Betroffenen daher beseitigen können), die TSH-Ausschüttung jedoch bei durch die Hemmung der Schilddrüsenfunktion abfallenden fT-Werte nur noch weiter ansteigt und das Problem somit nicht wirklich gelöst ist.

Wenn eine medikamentöse Therapie der zentralen SD-Hormonresistenz nicht zufriedenstellend gelingt, bleibt aber leider mitunter nur noch die SD-Entfernung, um die durch zuviel TSH verursachte ÜF zu beenden.

Das Problem der SD-ÜF ist dann gelöst, denn ohne SD kann das zu viele TSH natürlich nichts mehr ausrichten. Problematisch ist allerdings nach der OP, daß man mittels normaler Substitutionsdosen von L-Thyroxin, die nach SD-Entfernung ja zwingend notwendig ist, die TSH-Ausschüttung auch nicht ausreichend unterdrücken kann.

Es kann passieren, daß TSH trotz einer sehr hohen Hormondosis und trotz bereits erhöhter fT-Werte trotzdem nicht ausreichend sinkt und weiterhin viel zu hoch bleibt. Und hier muss man dann auch darauf achten, daß auf Dauer eben kein reaktives Hypophysenadenom entsteht durch die ständig viel zu hohe TSH-Ausschüttung. Eine SD-Hormonsubstitution mit zusätzlichem T3 ist hier deswegen wegen des stärker TSH-unterdrückenden Effekts sehr sinnvoll. Falls das auch nicht ausreicht, müssen evtl. wieder Dopamin-Agonisten eingesetzt werden. Im Extremfall, wenn es wirklich zu einem reaktiven Hypophysenadenom gekommen ist und dieses dann evtl. nicht nur TSH, sondern auch zuviele andere Hyppyhsenhormone produziert, bleibt als Lösung allerdings manchmal auch nur eine Hypophysen-OP (was dann allerdings leider als Konsequenz zu einer Hypophyseninsuffizienz mit Substitutionspflicht auch von anderen Hormonen wie Cortison u.a. führt).

Bei einer primären UF, die aufgrund von SD-Versagen z. B. durch Hashimoto entsteht, wäre ein reaktives Hypophysenadenom meines Erachtens nur dann denkbar, wenn die UF wirklich extrem lange unbehandelt oder nur sehr, sehr unzureichend behandelt bleibt und der Betroffene wirklich jahrelang mit viel zu niedrigen ft-Werten und dadurch sehr, sehr stark erhöhten TSH-Werten durch die Gegend läuft.

Da eine schwere UF ja aber üblicherweise sehr große Beschwerden verursacht, ist die Chance relativ klein, daß eine so schwere UF lange unbemerkt und unbehandelt bleibt. Die Chance, daß die UF so lange unbehandelt oder unzureichend behandelt bleibt, daß dadurch ein reaktives Hypophysenadenom entsteht, ist daher m. E. sehr, sehr gering.

Liebe Grüße
Jutta

Maler
01.12.11, 10:01
Guten Morgen Jutta,

wo nimmst Du am Frühen Morgen soviel Wissen her, Wahnsinn.
Danke!:)

Ich gehe gerade der Frage nach ob eine Hypophyse durch körperl., seel. Stress und toxischer Belastung eine Art Fehlfunktion bekommen kann. (Eine Fehlfunktion in den Regelkreisen, welche durch ein normales Blutbild nicht festzustellen ist.
Dafür ist dieser Thread aber ungeeignet, evtl. gibt es schon einen der diese Idee aufgreift?

lg Maler

nette
03.12.11, 17:12
@ Jutta

Hier steht, daß die normale UF bei Menschen von einer Vergrößerung der Hypophyse begeleitet wird, oft nur gering, manchmal dramatisch.
http://joe.endocrinology-journals.org/content/180/1/35.full.pdf (Zweiter Satz)

Es ging ja ursprünglich darum, diese Kribbelgefühl im Kopf zu erklären, daß viele in UF bzw. während Einstellung haben.

Und hier wird erklärt, daß dieses Wachstum entgegen früherer Ansicht innerhalb weniger Wochen passieren und ebenso schnell rückgängig sein kann unter Therapie.

http://radiology.rsna.org/content/213/2/383.full
LG,
nette