PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stehe im Regen....



Natsch
12.05.06, 14:36
Hallo alle zusammen, fühle mich, wie üblich von den Ärzten etwas im Stich gelassen.
Erst mal zur Info zu meinem Werdegang:Bin andauernd kräftig erkältet (großes Blutbild, mehrmals-->alles o.k.), ausserdem ist mir leicht kalt, bin ständig schlapp und müde (trotz Sport), ab und zu stärke schmerzen in den Oberschenkelmuskeln (nein, kein Muskelkater :) ), ständig dick geschwollene,schmerzende Lümpfknoten (Leiste und hinter dem Rechten Ohr) und, und , und. Wobei mich die ständigen Erkältungen natürlich am meisten nerven und mich auch in meinem Studium ständig zurückwerfen.
Auf meinen Wunsch wurden dann meine Schilddrüsenwerte geprüft. TSH leicht erhöht war dann seine Aussage, zusätzlich wurde ein Ultraschall gemacht, bei dem beidseitig Knoten festgestellt wurden. Also ab zum Nuklearmediziner.
Der diagnostizierte Struma Nodosa beidseitig und legte meinem Arzt nahe bei einem TSH von 7,24 (haben die dort auch noch mal geprüft) einen Antikörpertest zu machen. Mein Arzt meinte nur: "Ach is unwahrscheinlich das Sie das haben, glaub ich nicht." Ergebnis: Antikörper über 6600 und sein sollten sie unter 60, sagte er mir.
Er sagte mir dann, dass weiter nichts gemacht werden muss, da bei dem Antikörpertest das TSH wieder im Normalbereich war (genaue Werte habe ich nicht bekommen).
Eine Ärztin im Krankenhaus sagte mir aber, dass Hashimoto auf jeden Fall behandelt werden muss und die Werte im unteren Normalbereich gehalten werden sollen....
Ich also wieder zum Hausarzt meines Vertrauens und gestern mit der Ärztin, die mit in der Praxis ist gesprochen.
Die sagte mir dann, sie wisse nicht einmal, ob ich nun Hashimoto, oder Basedow hätte, da Entzündungswerte fehlen würden (keine Anzeichen, das irgendetwas unternommen werden müsste um diese Frage zu klären), weiter sagte sie, dass das mit den Werten immer so ein schön schreiben ist, und dass das nicht gehen würde und ich dann ausserdem Gefahr laufen würde noch mehr Knoten zu kriegen. Das wichtige sei, das meine KNoten im Moment inaktiv wären. Hormone würde sie zur Zeit nicht empfehlen, einfach mal abwarten und in 6 Monaten wieder testen lassen. Tja, aber meine Symptome werde ich dadurch auch nicht los.
Ich steh im Moment also ziemlich ratlos da und würde mich freuen, wenn sich mal jemand dazu äußern würde.

Danke schon mal, dass Ihr Euch die Zeit nehmt!!!
Viele Grüße
Natsch

wutzefrau
12.05.06, 14:43
Hallo Natsch,

ich würde Dir raten den Hausarzt zu wechseln, der scheint sich mit SD-Problemen nicht wirklich auszukennen.

Bei einem TSH von über 7, einem Haufen AK UND Symptomen sollte auf jeden Fall was unternommen werden ....

LG und Toi-toi-toi

Ingma
12.05.06, 14:57
Aaaaaah!!!! *haare rauf* *ausflipp*
Dinem HA gehört die Approbation entzogen. So ein riesengroßer Quatsch!

1. Ein TSH von mehr als 2,5 ist behandlungsbedürftig, wenn er mit typischen UF-Symptomen verbunden ist. Die Ärztin aus dem Krankenhaus hat recht!
2. Der TSH kann - schubbedingt - relativ stark schwanken, gerade am Beginn der Erkrankung (wenn es hashi ist) . Da durch einen Schub aber immer mehr SD-Gewebe zerstört wird, wird auf jede Phase, in der der TSH "normal" liegt, wieder eine Phase folgen, in der er - und zwar immer stärker - ansteigt.
3. Die Unterscheidung, ob Basedow oder Hashimoto vorliegt, ist tatsächlich nicht ganz einfach. Völlig unmöglich ist sie aber, wenn man die Basedow-typischen Antikörper (TRAK) nicht untersucht.
4. Bei sehr stark erhöhten TPO-AK (ich nehme an, dass es sich bei den 6000 um TPO-AK handelt) ist aber die Wahrscheinlichkeit höher, dass Du Hashi hast.
5. Wesentliche Parameter zur Bestimmung dessen, was Deine SD leistet, sind fT3 und fT4. Der TSH ist ja "nur" ein Bote von der Hypophyse an die SD. Bitte unbedingt darauf bestehen, dass diese Werte gemacht werden (bzw. Du die Werte bekommst).

Fazit: Du gehörst in die Hände eine erfahrenen SD-Spezialisten. Findest Du hier: http://www.schilddruesenspezialisten.de. Nicht nur bei Hashi, sondern auch bei Knoten ist es wichtig, das nicht schleifen zu lassen.

zum Ersteinstieg und zur Orientierung:
--> schnelle Übersicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Hashimoto-Thyreoiditis
--> etwas tieferer Einstieg: http://www.hashimotothyreoiditis.de/
--> alles zum Thema SD, von uns zusammengetragen (auch viele Details, die Du im Moment vermutlich gar nicht brauchst):http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1035651

Wir können Dir am besten helfen, wenn Du mal Deine Werte und Deinen Befund hier reinstellst (lass Dir alles von Deinem Arzt aushändigen - es steht Dir - gegen Kopiergebühr - zu!).

Ich drück die Daumen, dass bei Dir alles problemlos klappt und Du schnell alles in den Griff kriegst. Lass Dich nicht abwimmeln und bestehe auf einer engmaschigen Kontrolle. Ja, und ausserdem schon mal vorsorglich: willkommen im Club.

lg Ingma

PS: Wenn Du durch das Forum browst, bitte nicht erschrecken: nicht vergessen, hier sind meist nur diejenigen Leute zugange, die Probleme haben. Diejenigen, denen es gutgeht, haben keine Veranlassung, sich in Foren "rumzutreiben"...und das sind die allermeisten.

PPS: Und bitte vorsorglich Jod meiden. Es kann zwar sein, dass Du zu denjenigen gehörst, die nicht empfindlich reagieren, aber eben auch das Gegenteil kann zutreffen. Versuch daher erst mal bis auf weiteres einen Bogen zu machen um z.B. jodiertes Salz, Seefisch, Milchprodukte aus Deutschland, Eier.

strelitzie73
12.05.06, 15:04
Hallo Natsch!

Wie Wutzefrau schon sagt, wechsel den Hausarzt und such Dir auch gleich eine Endokrinologen, bzw. Nuklearmediziner. Oder warst Du schon bei einem? Der müßte doch dann die Empfehlung einer Medikation an den Hausarzt weiterleiten. Hm.

Hier noch mal der Link zu Bens Ärzteliste:

http://www.arztliste.raistra.de/Arztlist.htm

Auf alle Fälle hast Du auch das Recht, sämtliche Laborwerte Dir vom Arzt aushändigen zu lassen. Max. musst Du die Kopierkosten zahlen. Die solltest Du Dir auf alle Fälle auch besorgen.

Auf alle Fälle als Hashi Jod meiden!!!
Möchte Dich in dem Zusammenhang noch auf die Petition aufmerksam machen.

http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=132

Außerdem wirkt sich Selen auch bei vielen positiv auf die Senkung der Antikörper aus.

So, erst mal sonnige Grüße und möglichst schnell den Arzt wechseln. Wenn Du dann SD-Hormone (L-Thyroxin) bekommst, bitte einschleichen, dass heisst nicht die volle Dosis am Anfang, sondern nach und nach steigern.

Simone

strelitzie73
12.05.06, 15:06
Ha, ha! Ingma war wohl schneller beim schreiben!

Grüße!

Natsch
12.05.06, 15:08
Vielen Dank!!!!
Hab mit so schnellen Antworten gar nicht gerechnet!
Dann werd ich mich mal einlesen und schnell etwas unternehmen!!

Lasse dann von mir hören.

lg
Natsch

Hans
12.05.06, 15:34
Hallo Natsch,

es ist eigentlich fast selbstverständlich, dass die Ärzte mit der Behandlung der Autoimmunerkrankungen der SD und oftmals auch mit der Diagnose nicht klar kommen. Würde man hier eine Umfrage unter den Betroffenen machen, fände man sicher nur ganz ganz wenige, denen ihre Ärzte erfolgreich geholfen haben. Das gilt übrigens auf für Fachärzte.
Sehr viele wurden über Jahre nicht oder falsch behandelt und etliche haben eine Ärzte-Odyssee hinter sich.

Es hilft alles nichts, Du mußt Dich selbst kümmern und letztlich ggf. einen anderen Arzt suchen, der Dich unterstützt und nicht vorgibt, was Du (falsch) zu machen hast.

Die nächsten Schritte:

Besorge Dir alle relevanten Befunde (Facharztberichte und Laborberichte) in Kopie. Man darf sie Dir nicht verwehren --> http://www.osnanet.de/patientenstelle/eins.pdf

Lies Dir die Seite http://www.hashimotothyreoiditis.de/ genau durch oder besser noch, besorge Dir das Buch http://www.hashimotothyreoiditis.de/HT-Buch_Leben.html.
Eine sehr gute Kurzzusammenfassung als Einstieg findest Du hier
http://www.kit-online.org/Informationsblaetter.
Unter Suchfunktion findest Du weitere wichtige Infos.

Gib Deine Befunde hier hinein, irgendwer wird Dir raten können.


Deine Beschwerden wie Müdigkeit, Frieren, Muskelschmerzen, Ödeme (vermutlich Myxödeme), Lymphdrüsenschwellungen, Schmerzen nahe des Ohrs sind UF-Symptome bzw. Hashi-Symptome, vermutlich gilt das sogar für die Infektionsanfälligkeit. Der Mangel an SD-Hormon und eventuelle Defizite bei Mikronährstoffen sind wahrscheinlich der Grund, möglicherweise können auch noch andere Hormonstörungen mitspielen.

Vorrangig ist die Behandlung der Hashimoto Threoiditis mit Thyroxin (T4) bzw. je nach Verlauf der Hormonwerteentwicklung bei der Substitution (TSH, FT4 und FT3) und dem Befinden mit T4+Trijodthyronin(T3).
Weiterhin ist die Beseitigung anderer möglicher Defizite wie Eisen, Vitamin B12, Magnesium, Zink, Vit.B-Komplex, etc wichtig.
Außerdem wird bei HT auch eine regelmäßige Einnahme von Selen empfohlen.

Nimm Dir die Zeit erst mal regelmäßig hier mitzulesen, die beste Hilfe ist ein möglichst breites Wissen zu kriegen, das "normale" Ärzte nicht haben.

Viel Glück.

lg
Hans

P.S. Jetzt hab ich offenbar wieder mal schneller geschrieben als gelesen.
Maches von dem was ich sagte wurde ja zuvor schon gesagt, wie ich im Nachhinein feststellte.