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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse u Störungen der seelischen Reifung



rita
15.04.06, 18:01
Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse
und Störungen der seelischen Reifung


http://www.merkurstab.de/files/sol.som._5.04.pdf

Ingma
15.04.06, 18:09
Den Artikel bitte kritisch lesen. Dem Ganzen liegt ein anthroposophisches Welt-und Menschenbild zugrunde. Nicht gegen Antroposophen, aber es läuft sehr stark auf psychische Ursachen hinaus (z.B. SD-Erkrankungen als Ausdruck von psxhischen Entwicklungsstörungen in der Kindheit). Und das wird der Sache eigentlich nicht gerecht.

Hashi und MB als "Autoaggressionskrankheiten" zu bezeichnen und uns wieder alle in die Psychoecke zu schieben, find´ich persönlich schon hammerhart.

lg Ingma

Doris
15.04.06, 18:17
Ging mir auch so !Die Erklärung ist mir zu billig.
Zwar würde es auf mich zutreffen , aber es gibt mindestens genau so viele hashis mit glücklicher Kindheit.Das Thema hatten wir ja hier schon mal!
LG Doris

rita
15.04.06, 18:30
autoimmunerkarnkungen sind,...autoagressionserkrankungen, da der körper oder das immunsystem den körper angreift!

ich habe schon sehr viele menschen kennengelernt, die behauptet haben, sie hätten eine wunderbare " verdrängung" kindheit gehabt. ich habe diese menschen und ihre familien oft ein wenig näher betrachtet und das ganze anders gesehen.

sich mit seiner kindheit auseinanderzusetzen, kann ja auch sehr schmerzhaft sein und da wollen die meisten nicht hin, lieber ist "man" oder "frau" krank und leidet!


jeder muß seinen eigenen weg finden. ich für mich glaube an einen zusammenhang zwischen krankheiten, nicht nur autoimmunerkrankungen und psyche.

ist net bös gemeint <a href="http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb008_ZNfox000" target="_blank"><img src="http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_15_33.gif" alt="Bunny Face" border="0"></a>


lieben gruß von rita<a href="http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb008_ZNfox000" target="_blank"><img src="http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_15_35.gif" alt="Painted Head" border="0"></a>

Doris
15.04.06, 18:42
Und wo bleibt dann der genetische Faktor , weswegen unsere Kinder auch alle Hashi kriegen?
Süße Smilies :) , kriegt man echt Lust zum Eier färben.
LG Doris

c.schnuffelblau
15.04.06, 20:25
Hallo rita,
ich habe schon sehr viele menschen kennengelernt, die behauptet haben, sie hätten eine wunderbare " verdrängung" kindheit gehabt. ich habe diese menschen und ihre familien oft ein wenig näher betrachtet und das ganze anders gesehen.

Letztlich bedeutet das: man kann nicht sagen, daß es auf einen nicht zutrifft.
Denn dann verdrängt man ja.
So findet man dann ja nur Bestätigungen der Theorie.

Ich wage es dennoch:meine Kindheit war schön! Konflikte gibt es in jeder Familie. In jeder. Auch in meiner gab es sie.
Wenn ich mir andere Familien ansehe, dann war es aber wirklich okay dagegen.
LG, Christiane

crashdog
15.04.06, 22:41
Liebe Rita,

danke für diesen link, ich finde das hochinteressant! Auch ich bin der Meinung, daß ganzheitliche Konzepte bei der Behandlung von Krankheiten sinnvoll sind, vielleicht sogar der einzig sinnvolle Weg.

LG + frohe Ostern!

crash

Leonesse
15.04.06, 23:02
In meinen Augen ist das das abschieben in die Psychoecke und das unbewußte zuweisen von Schuld - nicht mehr und nicht weniger.

Es gibt sehr viele menschen die in ihrer Kindheit oder weiterem Leben schlimmes erlebt haben und trotzdem (körperlich) gesund bleiben.

Ich hatte eine glückliche Kindheit - ob das irgendwer anzweifelt oder nicht ist mir egal, ich muß es ja wissen ;) Ich bin nie mißbraucht worden, wurde nie geschlagen, hatte keine Drogenprobleme und auch sonst gab es in meiner Familie außer normalen Meinungsverschiedenheiten nie Probleme.

Auch in meinem weiteren Leben gibt es bis auf eine verkorkste beziehung von 7 Monaten keine Unregelmäßigkeiten.

Ich darf also gar nicht krank sein - und dennoch hats mich weitaus heftiger erwischt als die meisten anderen Hashis....

Ich kenne mich da ja nicht so aus - aber bezieht die antroposophie u.U. auch die Kindheiten aus früheren Leben mit ein? :D

natascha
16.04.06, 12:24
ja, was ist mit unseren hashi -kindern? haben wir denen so ne üble kindheit bereitet? na ich weiss nicht.

alles hat sicher irgendwo ne ursache

lg und viel spass beim eiersuchen..........nicht zu gut verstecken.............( meine kinder waren noch nicht.
sind bissi spät dran ;)

lg natascha

happy
17.04.06, 21:43
Hallo,
bin ziemlich neu hier und stoße grade mal so auf dieses Thema. Trifft total meine gegenwärtigen Überlegungen:

Meine Kindheit war be..... War angeblich ein sehr schwieriges Kind, deshalb musste mich mein Vater unter seine Kontrolle bringen. Als Domestizierungsmaßnahme wurde ich immer in den Keller geperrt und damit es auch so richtig gruselig wird, hat er das Licht ausgemacht. Selbst als ich schon älter war, habe ich immer in Situationen, in denen etwas schief lief, darauf gewartet, dass einer ausrastet, so wie ich es gewohnt war. Als Kind habe ich mir die Fingernägel blutig gebissen und tue es leider auch noch heute. Ich war als Kind sehr aggressiv, habe aber alles nach innen- gegen mich gerichtet. Für mich ist die Krankheit ein Ausdruck meiner inneren Gefühlslage und hat in der Tat sehr viel mit Autoaggression zu tun. Allerdings wird mir hier aus den Antworten klar, dass es eben nicht auf jeden zutrifft und sich nicht pauschal als Autoaggressionskrankheit definieren lässt.
Die Frage, die sich mir stellt ist: Sollte ich meine Aggressionen verarbeitet haben, wird sich dann auch die Krankheit in ihrer Ausprägung verändern? Sollte jemand Erfahrungen diesbezüglich gemacht haben, bitte sofort an mich wenden!!!!
Ansonsten arbeite ich daran! Drückt mir die Daumen!

Happy

Ana144
18.04.06, 08:42
Hallo Rita,

danke, dass du das Thema noch mal aufs Tapet bringst. Meine Überlegung dazu: Es gibt sicherlich verschiedene Faktoren für Hashi, und das auch in unterschiedlicher Ausprägung. Man kann nicht sagen, ENTWEDER genetisch ODER psychisch bedingt. Sicherlich spielen immer beide Faktoren in unterschiedlicher Dosierung eine Rolle. Und bei der psychischen Ursache - auch, wenn sich's um unsere Kinder handelt - geht es ja ABSOLUT nicht um Schuld. Ich glaube, dass befürchten immer ganz viele Leute. Dass sie "Schuld" sind, sobald das Thema Psyche angeschnitten wird. Wir machen halt unsere "Fehler", ob wir wollen oder nicht.

Ich gehöre auch zu denjenigen, die schon seit Jahren in der Kindheit forschen, und bei mir passt es absolut. Es gab immer sehr viel Aggression in der Familie, und meine Eltern haben sich dann auch unter Streit scheiden lassen. Wir Kinder haben viel abgekriegt dabei. Aber eine "schlechte Kindheit" muss nicht immer so eindeutig und auffällig sein.

Ich war jahrelang in Selbsthilfegruppen und weiß, dass "schlechte Kindheit" manchmal etwas sehr Unterschwelliges, Verdrängtes sein kann - völlig ohne sichtbare Gewalt. Kenne z. B. aus den SH-Gruppen viele "erwachsene Kinder" aus Alkoholikerfamilien (oder auch anderen gestörten Familien), die absolute Meister im Verdrängen sind und nach außen hin immer einen sehr netten, "unkomplizierten" Eindruck machen. Ein besonderes Merkmal ist dann das "Kümmern" um andere Leute (auch Co-Abhängigkeit genannt).

Hoffe, ich trete hier niemandem damit auf die Füße, aber das sind Dinge, die mich schon lange beschäftigen, und ich finde es wichtig, das mal in die Runde zu werfen.

Abgesehen davon, geht's mir gerade umgekehrt. Ich bin sehr erleichtert, endlich AUCH körperliche und genetische Ursachen für mein Unwohlsein zu finden, und dass es sich um eine "richtige", schulmedizinisch definierte "Krankheit" handelt. Nachdem ich jahrelang auf der Psychoschiene unterwegs war (die ich übrigens auch weiterhin wichtig und aufschlussreich finde - weil ich dadurch über die Jahre schon viele Schritte weitergekommen bin).

So, das war lang - und lag mir sehr am Herzen ;) .

Liebe Grüße + einen schönen Start in die Woche,
Ana

Aoife
18.04.06, 13:45
Naja, auch mich trifft die Beschreibung überhaupt nicht zu - es sind ja auch Patientenberichte und ich denke (ich hoffe :( ), dass die Autoren daraus keine Standardtherapien für alle Hashis ableiten.

Ich möchte auch kurz von meiner sehr postiven Erfahrung bei einem anthroposophischen Allgemeinmediziner erzählen:
Da ich mich trotz L-Thyroxin nicht gesund fühle und meine Symptome zuvor für eine "latente" SD UF zu heftig waren, war ich überzeugt, dass ich noch weitere (endokrinologische) Probleme habe. Es war ein Kampf, aber im Januar 2006 hatte ich dann meine medizinschen Unterlagen der letzten 6 Jahre - und es war klar, dass da einige im Argen lag, dass nie genauer erkundet wurde.
Ich bin dann von Arzt zu Arzt gerannt und jeder hats ich geweigert, meine Unterlagen auch nur anzuschauen - oder neue Tests durchzuführen!!!!
Ich war verzweifelt, da habe ich den Tipp mit dem Anthroposophen bekommen.
Ich muss zugeben, es hat mir viel Überwindung gekostet, mir einen Termin geben zu lassen - aber nachdem er über Kasse abrechnet, dachte ich mir, ich habe nichts zu verlieren.

Ich war so überrascht: es gab ein ausführliches Gespräch und Anamnese - natürlich wird dabei auch über seelische Befindlichkeiten gesproche, aber das ist ein Teil der Körper und der Gesundheit. Er untersuchte mich sehr ausführlich (die meisten Ärzte verstehen unter Untersuchung maximal hin und wieder den Blutdruck zu nehmen). Meine gesammelten Blutwerte nahm er mit Heim und ich sollte mich eine Woche später melden.
Er hatte sich meine Unterlagen tatsächlich genau angeschaut und er hält es für unbedingt notwendig, den Problemen genau auf den Grund zu gehen - also keine Therapie, erst mal zum Experten und weitere Tests.

Ich fühlte mich zum ersten Mal seit langem ernst genommen und hatte endlich das Gefühl, ich könne einem Arzt vertrauen. Er kam bei meinem Hashi auch nicht auf die Idee mir eine "Entwicklungsstörung" anzudichten, sondern er findet die Hormontherapie vollkommen ausreichend

c.schnuffelblau
18.04.06, 16:23
Hallo Ana

Dass sie "Schuld" sind, sobald das Thema Psyche angeschnitten wird. Wir machen halt unsere "Fehler", ob wir wollen oder nicht.

Ja, das stimmt.
Es geht bei psychischen Dingen irgendwie immer um Schuld, nach meinem Gefühl.
Nach dem Motto: Du kannst es ändern, wenn Du Dich änderst.
Und damit habe ich schuld an meiner Erkrankung.

Ich gehöre auch zu denjenigen, die schon seit Jahren in der Kindheit forschen, und bei mir passt es absolut.
Was mich bei der Suche nach seelischen Ursachen am meisten stört ist die Tatsache, das man unmöglich abgrenzen kann, ob es eine Rolle spielt oder nicht.
Denn jeder Mensch hat irgendwelche schlimmen Erfahrungen gemacht. Und somit kann man jedem Menschen einreden, daß die Ursachen seelisch sind. Und man hat keine Möglichkeit zu sagen: "Nee, stimmt nicht!"
Denn dann verdrängt man. Oder stellt sich seinen Ängsten nicht. Oder verharmlost, oder was weiß ich.

Ich bin mir sicher, daß Psychotherapien mindestens ebensoviel Leid über Menschen gebracht haben, wie die Zuwendung andererseits ihre positiven Seiten hat.
Welche Psychotherapiepatient bekommt keinen Groll auf seine Mutter oder seinen Vater , weil die Mutter (der Vater) damals blablabla (irgendetwas beliebiges einsetzen) gemacht hat.
Ich kenne fast niemanden der nicht in einem Ärger über seine mißratene Kindheit feststeckt, nachdem er eine Psychotherapie begonnen hat.
Und meist handelt es sich um Eltern wie Du und ich. Um Menschen die ihre Kinder lieben, aber Fehler begehen. Ganz normale Fehler. Und diese Fehler sollen jetzt das ganze Leben des Kindes verpfuscht haben?!?

Ich kann die Therapien kaum noch zählen die ich gemacht habe.
Ich komme aus einer absolut stinknormalen Familie. Aber selbst da hat es noch gereicht die Schuld bei irgendwelchen Fehlern der Eltern zu suchen; bei Banalitäten in der Vergangenheit. Denn mehr als sowas hatte ich bei aller Liebe nicht zu bieten.
Ich bin weder geschlagen, noch vergewaltigt noch gedemütigt worden. (Obwohl man das teilweise schon annahm bei der Schwere meiner Depressionen).
Heute schäme ich mich dafür, daß ich wirklich mitgesucht habe dabei, was meine Eltern wohl falsch gemacht haben bei mir, weil ich schon mit 13 schwer depressiv war.
Psychotherapheuten erkennen einfach selten (wenn überhaupt) wenn es keine seelische Ursache gibt. Sie wühlen und wühlen und stiften den Patienten dazu an mitzuwühlen. Und Banalitäten werden aufgebläht bis sie zur Erklärung auch der schlimmsten Depressionen reichen.
Und das hat mich zu einen Feind der Psycho-Geschichten werden lassen.
Nicht die Möglichkeit, daß vielleicht etwas dran ist. Sondern die Unfähigkeit zu erkennen, wenn NICHTS dran ist.
LG, Christiane

Ana144
18.04.06, 17:26
Hi Christiane,

kann gut nachvollziehen, was du da schreibst. Habe auch jahrelang Groll wegen einer Psychoanalyse gehabt, die teuer war und mir - neben einigen guten Erkenntnissen - auch Schaden zugefügt hat. Einfach, weil's viel zu aufwändig und ineffizient und die Analytikerin viel zu unterkühlt war, als dass ich wirklich hätte Vertrauen fassen können.

Obwohl meine Eltern sich schon einiges "geleistet" haben und es für mich auch wichtig ist, diese Zusammenhänge erkannt zu haben, damit ich mich nicht ständig selbst "schuldig" und "komisch" fühle, ist es für mich jetzt dran, Frieden mit meinen Eltern zu schließen und die Sache hinter mir zu lassen. Die guten Psychotherapeuten, die ich danach erlebt habe, haben eigentlich immer versucht, mir die Schuldgefühle zu nehmen. Denn meist sind das alte Gefühle, die schon in der Familie entstehen (ist leider so, kommt in den besten Familien vor...).

Das "Wühlen" habe ich schon lange aufgegeben. Und wenn, dann "wühle" ich nur noch nach Positivem. Ich für meinen Teil merke dabei immer mehr, dass es auch jede Menge Gutes, selbst in meiner Familie, gegeben hat. Ich hatte nicht nur die schwierigen Eltern, sondern auch sehr viele andere, sehr liebevolle Verwandte, die mir viel gegeben haben. Zur dieser Erkenntnis bin ich - na klar, wie auch sonst ;-) - in einer psychosomatischen Klinik gekommen. Bei einer Familienaufstellung (darüber habe ich hier auch schon mal geschrieben). Vorher hätte ich es nicht glauben können, so negativ war ich drauf (allerdings das schon VOR meinen Therapien).

Der Therapeut sprach sich bei den Aufstellungen dafür aus, nicht ewig in Therapien "hängen zu bleiben", sondern Entscheidungen zu treffen. Für ein gutes Leben. Da habe ich auch zum ersten Mal Dankbarkeit spüren können.

Dankbarkeit ist für mich inzwischen der Schlüssel. Die Dinge so annehmen, wie sie sind, und sich über das Gute freuen. Also nix mit im Schlamm wühlen ;-). Was nicht heißt, dass es mir nicht ab und zu noch passiert. Aber ich glaube, das ist mehr so eine Familienkrankheit und liegt nicht an den Therapien. Die machen's manchmal nur deutlicher.

Da meine Situation zurzeit nicht so einfach ist - berufliche Ungewissheit aufgrund der Krankheit, vieles ist noch nicht geklärt - habe ich gerade wieder eine Kurztherapie begonnen. Habe allerdings meine Therapeutin auch sehr genau unter die Lupe genommen und mit ihr genau durchgesprochen, was ich will und brauche. Das kann ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung inzwischen ganz gut. Es ist mehr so eine unterstützende Therapie, und bisher hat's mir sehr geholfen.

Ich denke, mit den Psychotherapien ist es nicht anders als mit der Suche nach einem guten Hashi-Arzt. Es erfordert viel Ausprobieren und Fingerspitzengefühl. Und es ist ein verdammt langer Weg. Ob sich's lohnt, weiß man vorher ja leider nie. Aber für mich ist es wichtig, dran zu bleiben. Ist halt mein Weg. Und, wie gesagt, meine Erfahrungen in diesem Bereich wurden mit der Zeit immer positiver. Naja, und die Erfahrungen mit dem Leben als solchem natürlich auch... ;) .

Liebe Grüße,
Ana

Ana144
18.04.06, 17:32
Hab noch was Wichtiges vergessen. Der Arzt und Psychotherapeut, bei dem ich die zwei Aufstellungen gemacht habe, ist Anthroposoph, und die Klinik (Lahnhöhe) ist auch eine anthroposophische (mei, was fürn Wort ;) ).

Liebe Grüße,
Ana