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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Werte Kind I @JuttaK/Gertraud/alle Mamas



gela69
22.09.05, 16:47
Hallo Ihr Lieben!

Habe heute die Werte der Blutabnahme vom 29.08.2005 meines Sohnes (4 1/2) abgeholt und bitte dringendst um Eure Einzel-Beurteilung der Werte und ggf. Diagnosevermutung.

Die Normwerte der Antiköprer orientieren sich an den Erwachsenen-Referenzbereichen, da lt. Labor z.Z. keine Kinder-Referenzwerte verfügbar sind.

fT3 4.56 (Norm 2.2-5.3)
fT4 1.05 (0.9-1.8)
TSH 5.43 (0.27-5.00)

TSH-Rez.AK <0.9 (bis 1)
TAK 17 (bis 60)
Anti-TPO 64 (bis 60)

GammaGT 13 (bis 26)
GPT 18 (bis 29)
GOT 41 (bis 36)

Alk.Phosphatase 277 (bis 269)
LDH 310 (bis 309)

Kreatinin 0.33 (bis 0.47)
Leukozyten 6.7 (4.9-12.9)
Hämoglobin 12.4 (11.1-14.7)
MCHC 35 (32-36)

Morgen 8.00 Uhr habe ich ein Gespräch mit dem Kinderarzt und wäre für Eure Unterstützung sehr sehr dankbar!

Liebe Grüße
Gela

Heike
22.09.05, 18:16
Hi,
nach den jetzigen Werten hat Dein Sohn eindeutig Hashimoto.
Hat er auch etwas zu viel Gewicht und fühlt sich oft müde?

LG Heike

guycha
22.09.05, 19:21
Hi Gela,
bei deinem Kleinen sehen die Werte ja gar nicht so toll aus. Da ich mich aber mit Kindern und deren Werte überhaupt gar nicht auskenne, mag ich diese auch nicht beurteilen. Du hast bestimmt schon mal von den Schmetterlingen gehört. Da findest du SD-kranke Kinder und dir wird bestimmt weitergeholfen.
Nichtsdestotrotz würde auch ich bei beiden darauf bestehen, dass ein Sono gemacht wird. Außerdem würde ich bei den Werten, die knapp über der Norm oder sehr in der Nähe einer Normgrenze sind, beim Doc ganz genau fragen, was dies bedeutet. Kleiner Tipp: Schreib es dir auf. Irgendwie kann ich mir vorstellen, dass es dir etwas flau sein wird oder ??
Alles Liebe guycha

Jutta K.
22.09.05, 23:03
Hallo Gela!

Ich muß mich leider Heike und Guycha anschließen: den Werten nach hat Dein Sohn Hashimoto :( Echt Mist!!!


fT3 4.56 (Norm 2.2-5.3)
Sieht auf den ersten Blick noch ganz gut aus, aber in Zusammenhang mit dem niedrigen fT4 sieht dürfte das auf die typische kompensatorische Umwandlungssteigerung zurückzuführen sein. UF!

fT4 1.05 (0.9-1.8)
Arg niedrig und zusammen mit dem hohen fT3 an ziemlich sicheres Zeichen für UF.

TSH 5.43 (0.27-5.00)
Den Normbereich bis 5 kannst Du knicken. Laut Aussage meiner Ärzte gelten lediglich für Kleinkinder (sie meinte so bis 2 Jahre) höhere Normwerte für den TSH, ansonsten gelten die Erwachsenennormwerte. Und selbst wenn man da die veraltete Norm bis 4 ansetzt, liegt Dein Sohn drüber. UF!


TSH-Rez.AK <0.9 (bis 1)
Vorhanden, aber unter der Norm

TAK 17 (bis 60)
Vorhanden, aber noch unter der Norm

Anti-TPO 64 (bis 60)
Über der Norm! Hashimoto!


GammaGT 13 (bis 26)
GPT 18 (bis 29)
GOT 41 (bis 36)
Das sieht alles okay aus.


Alk.Phosphatase 277 (bis 269)
Leicht erhöht, evtl. liegen die Normwerte für Kleinkinder aber höher. Könnte evtl. auf ein Leberproblem oder Vitamin D-Mangel hinweisen

LDH 310 (bis 309)
Laktat-Dehydrogenase, minimal erhöht und Normwerte für Kleinkinder haben in der Regel wesentlich höhere Obergrenzen. Von daher ist der wahrscheinlich okay, könnte aber (falls Normwerte auch für Kinder zutreffen) von körperlicher Anstrengung kurz vor der Untersuchung kommen, kann aber auch auf Muskelprobleme (wie sie typischerweise auch in UF auftauchen) hinweisen.


Kreatinin 0.33 (bis 0.47)
Leukozyten 6.7 (4.9-12.9)
Hämoglobin 12.4 (11.1-14.7)
MCHC 35 (32-36)
Sieht okay aus, würde aber noch Ferritin bestimmen lassen, um Eisenmangel wirklich auszuschließen.

Es wäre wichtig, daß jetzt eine Ultraschalluntersuchung von der SD gemacht wird, und wenn sich da auch nur diskret was andeutet in Hinsicht einer aufgelockerten Struktur, altersgemäß zu kleiner SD und/oder echoarmer Bereiche, dann sollten unbedingt Hormone her.

Wenn Dein Sohn bereits Symptome hat (die sich bei Kleinkindern übrigens manchmal paradox äußern können, z. B. Unruhe statt Antriebslosigkeit, hyperaktiv statt lethargisch, sehr schlank, statt übergewichtig), sollten Hormone auch bei noch nicht auffälligen Veränderungen der SD verschrieben werden, denn aufgrund des erhöhten TSH und der vorhanden TPO-AK und aufgrund der Tatsache, daß Du MB hast, ist der Hashi-Verdacht doch nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen.

Guycha erwähnte ja schon die Schmetterlinge (www.die-schmetterlinge.de), wende Dich dort am besten mal an Kerstin und erkundige Dich bei ihr nach einem Kinderendokrinologen, vielleicht weiß sie einen in Deiner Nähe.

Bei den Werten würde ich die Sache jedenfalls nicht so ohne weiteres auf sich beruhen lassen, sondern zusehen, daß gehandelt wird. Jod sollte keinesfalls verschrieben werden!

Es gibt zwar noch nicht viel Forschung in Sachen frühzeitiger Behandlung mit L-Thyroxin bei Hashi und Auswirkung auf die Schäden an der SD, jedoch erscheint es mir logisch, daß eine frühzeitige Behandlung wahrscheinlich zumindest Schlimmeres verhindern kann und Deinem Sohn spätere Schwierigkeiten in seinem Leben ersparen könnte.

Liebe Grüße
Jutta

gela69
22.09.05, 23:11
Hallo Heike, Hallo Guycha!

Vielen Dank für Eure Unterstützung! Ja, mir ist es schon ganz schön flau gewesen, als ich heute eigentlich so im Vorbeigehen, die Werte abgeholt habe.

Boa, ein Schlag in die Magengrube - als ich die Werte dann näher in Augenschein genommen habe. Bin auch etwas enttäuscht, dass sich der Kinderarzt bei diesen Werten nicht mit uns in Verbindung gesetzt hat. Wir hatten die BE vor seinem Urlaub machen lassen - und bei mir ist es danach einfach untergegengen nachzufragen. Heute mehr durch Zufall dort vorbeigeschaut.

Zunächst hatte ich ja noch angenommen, dass "nur" mein Kleiner betroffen ist, aber bei näherem Hinsehen ist es wohl ein Trugschluss und scheint wohl auch der Große trotz Normwerten mit im Boot zu sein! Oder was meint ihr?

Werde morgen gleich mit dem Kinderarzt sprechen wie er vorgehen würde und ihn auch um das von Euch vorgeschlagene Sono/US bitten. Leider geht er jetzt schon wieder in Urlaub! Trotz der o.g. Kritik fand ich es gut von ihm, dass ich so spontan den morgigen Früh-Termin noch vor der Arbeit bekommen habe - und zumindest jetzt wo ich die Werte kenne - nicht ganz allein in der Aufregung gelassen werde (er weiß ja noch nichts von den guten Geistern des Forums ;) )

Wie dringend ist denn die weitere Untersuchung von meinem Kleinen, respektive vom Großen?

Muß auch bei den Kiddies eine Szintigraphie gemacht werden?

Was passiert bei Nichtbehandlung von Hashi? Bzw. ab welchen Werten besteht Handlungsbedarf?

Was sind überhaupt so die typischen/untypischen Symptome von Hashi?

Sollte jetzt auch bei den Kindern andere Behandler von der Diagnose in Kenntnis gesetzt werden weil ggf. Behandlungsmethoden kontraindiziert sind (wie ja bei MB z.B. jodhaltige Kontrastmittel....) oder gibts das bei Hashi nicht?

Oh schwups jetzt merke ich, dass Hashifragen ja im MB-Forum "nicht" ganz passend sind und wg Kids auch die Schmetterlinge anzusprechen sind...
..... aber evtl. habt ihr doch noch ein paar Tips.

So Recht traue ich mich nicht rüber ins Hashiforum - nachdem was man da die letzten Tage so verfolgen konnte... Es herrscht dort teilweise ein ganz anderer Umgangston :confused

Danke für Eure Hilfe
Gela

gela69
23.09.05, 00:38
Hallo Jutta!

Das ist ja heute wieder ein Schreibmarathon. Eigentlich liege ich um diese Uhrzeit schon längst in den Federn...

Nochmals vielen lieben Dank für Deine Hilfe und das ausführliche Statement.

Im Gegensatz zum Großen, bei dem der Kinderarzt mit der ADHS Diagnose sehr zurückhaltend waren - ihn aber im Sozialpädiatrischen Zentrum testen ließen - steht beim Kleinen schon bei einer der ersten U-Untersuchungen V.a. Hyperaktivität drin. Er war schon von kleinstan aggressiv, bissig, schlägernd und kaum zu lenken. Er macht Konzequenz hin oder her - was er will und stellt auf Durchzug. Er rennt blind über die Strasse, was mein Großer nie gemacht hat und lässt sich auch nicht belehren - wohlwissend, was richtig wäre...
Laut sind sie beide - vorallem der Große hat einen Ton am Leib, als seien alle in seiner Umgebung schwerhörig.

Beide sind ohrenärztlich ausgetestet, hatten schon mehrfach Paukenröhrchen, aber davon mal abgesehen, hören sie zumindest medizinisch gesehen gut.

Im Gegensatz zum Großen, braucht der Kleine auch deutlich länger, bis er von seinem Aktivitätsniveau am Abend wieder runterkommt - und braucht oft auch mal 1-2 Stunden bis er zur Ruhe kommt und einschläft......."Mama ich muss Dir noch was sagen, höre ich in dieser Zeit oft....-ich hab Dich lieb - (ist so süß, wenn er dasteht)"

Manchmal weiß ich aber echt nicht wo mir der Kopf steht (wie wohl vielen hier) stehe schon vor dem Frühstück unter Strom - ich mit ehemals ÜF inmitten meiner zwei Wilden die alle gleichzeitig, brüllen, trampeln, was von mir wollen -ein Mann daneben, der nur frägt ob ich meine SD-Tabletten nicht genommen hätte und der Ansicht ist, dass ichs mit den Kiddies eh nicht gebacken kriege... und schwupps ist mein Puls wieder bei 150.

Aber wenn mich meine zwei Jungs in den seltenen Augenblicken anstrahlen, mir den Rücken massieren oder mir wie am Wochenende ein Aromabad einlassen und Kerzen anzünden dann lacht das Mutterherz wieder.

Also, jetzt muss ich wirklich ins Bett, sonst schaff ich morgen den Doc und die Firma nicht mehr.

Sei herzlich umarmt
Gela

gertraud
23.09.05, 02:06
Hallo Gela,

hier mal die Kopie einer Normwerttabelle für Kinder

Trijodthyroxin T 3 ng/ml
bis 5 Jahre 0,8 2,30
bis 10 Jahre 0,7 2,10
bis 20 Jahre 0,65 1,91

Thyroxin T 4 µg/dl
bis 5 Jahre 6,5 13,0
bis 10 Jahre 6,4 12,2
bis 20 Jahre 4,7 11,1

Thyreoidea stim. Hormon (TSH basal) TSH1 µU/ml
bis 1 Jahr 1,36 8,8
bis 6 Jahre 0,85 6,5
bis 12 Jahre 0,28 4,3

Laborgemeinschaft Hamburg
Quellennachweis: Richtwerte für das kinderärztliche Labaratorium
Struckmeyer/Haid
Normalwerte Pädiatrie
Sitzmann Harms/Scharf
Praktische Hämatologie "Textbook of Pediatrics"
Begemann Nelson

du siehst dass Kinder im Vergleich zu Älteren wesentlich höhere Normwerte haben können.


Wenn ich das jetzt im Kontext zu euren Werten sehe

fT3 4.56 (Norm 2.2-5.3)
fT4 1.05 (0.9-1.8)
TSH 5.43 (0.27-5.00)

finde ich die Werte deines Kindes nicht schlimm besonders da der TSH bei bis 5 jährigen dort bis 8 gehen kann. Zumal nur die Anti-Tpo nur leicht erhöht sind. Wie geht es ihm denn?
Ich habe selbst 4 Kinder im Alter zwischen 4 und 12 Jahren.

LG gertraud

Jutta K.
23.09.05, 10:20
Hallo Gertraud!

Diese Normwerttabelle für Kinder ist ebenso überholt, wie die übliche TSH-Norm bei bei Erwachsenen.

Meine Ärztin sagte mir, daß lediglich bei Neugeborenen und noch sehr jungen Kleinkindern (bis etwa 2) wirklich höhere TSH-Normen angesetzt werden müßten (bei Neugeborenen ab 5. Lebenstag bis maximal 20, bei jüngeren Kleinkindern bis 2 Jahren aber auch nur noch geringfügig über der alten Erwachsenen-Norm). Hab sie darüber ausgequetscht, weil meine Jüngste mit 5 auch demnächst beim KiA auf Antikörper und SD-Werte durchgecheckt werden soll (ihre ältere Schwester hat bereits MB bzw. Hashi (hat sich gewandelt), deswegen ist mir das wichtig).
Meine Ärztin behandelt jedenfalls schon Kleinkinder ab einem TSH von 2,5 mit erhöhten AKs und/oder auffälliger Sono bzw. Beschwerden mit Thyroxin.

Auch Dr. Meng von der Uniklinik Greifswald vertritt die Ansicht, daß ab dem 3. Lebensjahr die Hormonspiegel denen von Erwachsenen gleichen.

Er schreibt dazu in seinem Buch "Schilddrüsenerkrankungen" (Urban & Fischer-Verlag):

... Etwa ab dem 3. Lebensjahr unterscheidet sich der thyreoidale Iodstoffwechsel nicht wesentlich von dem des Erwachsenen. Der periphere Hormonumsatz ist aber bezogen auf das Körpergewicht im Wachstumsalter höher.
Die TT3 - und TT4-Spiegel sind in den ersten Lebensjahren geringfügig höher als bei älteren Kindern und Erwachsenen, was den leicht erhöhten TBG-Spiegeln zuzuschreiben ist. Die freien Schilddrüsenhormone sind ebenso wie der TSH-Spiegel mit denen im Erwachsenenalter identisch. In den ersten 6 Lebensmonaten ist allerdings TSH zur Therapiekontrolle noch nicht ausreichend gut geeignet.

Von daher finde ich die Werte von Gela`s Kindern wirklich schon auffällig und denke, es ist zumindest eine sorgfältige Sonografie und Vorstellung beim Kinderendo sowie regelmäßige Kontrolle angebracht. Ich persönlich würde wohl sogar auf die Verordnung von L-Thyroxin drängen - zumindest versuchsweise. Zumal die Jungs ja auch gewisse Auffälligkeiten zeigen, die typisch für eine UF im Kindesalter sein können.

ADS bzw. ADHS ist laut meiner Ärztin gar nicht so selten in Wahrheit eine nicht erkannte UF und man weiß schon seit längerem, daß zumindest die generelle Schilddrüsenhormonresistenz eindeutig eine Prävalenz für die Entwicklung von AD(H)S bedeutet (E. Hallowell/J. Ratey: "Zwanghaft zerstreut").

Liebe Grüße
Jutta

guycha
23.09.05, 13:13
Hi Gela,
für mich zur Zeit zu viele Fragen, kann mich leider heute gerade gar nicht konzentrieren :(
Ich versuche mal ein bischen zu antworten, kann sein, dass es etwas konfus rüberkommt, aber ich hoffe, du hangelst dich da durch. Ansonsten wird sicher Jutta oder Gertraud oder ..... ein bischen Licht reinbringen.
Ich hatte ja ursprünglich mal eine Hashi-Diagnose. Deswegen (hoffe ich), dir die ein oder andere Frage beantworten zu können. Wobei ich gleich nochmal zu Anfang darauf hinweisen will, dass ich in Bezug auf Hashi und Kinder überhaupt gar keine Ahnung habe. Du wirst im Hashi-Forum aber einige Hashi-Mütter (auf Anhieb fällt mir Rikki ein) finden, die dir ganz sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen und sich auch nicht im Ton vergreifen. Die "Tonvergreifer" im Hashi-Forum solltest du einfach ignorieren. Ich mache dass auch so und habe jetzt so den letzten Streit überhaupt gar nicht mitbekommen. Hab schon gedacht, wie schön, dass die Leute sich hier wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Als ich dein Posting las dachte ich "Ups, was ist ..." Siehst du, so kann dies an einem vorbeigehen.
Rikki im Hashi-Forum ist (finde ich) eine gaaanz Nette, wenn du nicht offiziell posten willst, schreib ihr doch mal eine PN. Glaube nicht, dass dies ein Problem sein wird. Da aber wie gesagt, viele Hashi-Mamas im Forum sind, würdest du bei einem offiziellen Posting wesentlich mehr Beistand erhalten.
Vielleicht hat ja auch Jutta schon das ein oder andere beantwortet, also sorry, falls ich irgendetwas wiederhole, aber meine heutige Hirnkapazität ist irgendwie ..... (ich glaube, ich habe heute gar keins ;) )
Und Antworten möchte ich dir doch, weil ich einfach denke, dass du vielleicht noch ein bischen Rückenstärkung gebrauchen kannst. Du warst ja jetzt auch schon beim Kinderarzt oder ?? Ich hoffe, er gehört nicht zu den "Aufregern"....

So, nun versuche ich mal beim Thema zu bleiben (habe jetzt mal deine Fragen hier reinkopiert und versuche, jeweils darunter zu antworten). Unabhängig davon, solltest du dir aber noch weitere Antworten/Meinungen einholen:

Wie dringend ist denn die weitere Untersuchung von meinem Kleinen, respektive vom Großen?

Leider kann ich dir nicht sagen, ob es dringend ist. Ich würde es einfach nicht anstehen lassen. Als Mutter zieht man sich doch relativ schnell den Schuh an, etwas versäumt zu haben (beobachte ich so bei anderen Mütter, bin selbst keine).

Muß auch bei den Kiddies eine Szintigraphie gemacht werden?

Ein Szintigramm ist nicht zwingend erforderlich. Meines Wissens sollte man es wegen der Strahlung bei Kindern auch lieber meiden (mein Wissen kann hier unvollständig sein, Jutta weiß das besser und kann es auch besser erklären). Beim Szintigramm wird die Speicheraktivität der SD getestet, sprich wieviel Jod kann die SD noch aufnehmen (viel = gute Aktivität, wenig = schlechte Aktivität). Danach kannst du die Hormonproduktion der SD beurteilen. Ein Szinti wird auch gemacht, wenn du eine knotige SD hast, um festzustellen, ob kalte oder warme Knoten vorliegen.

Was passiert bei Nichtbehandlung von Hashi? Bzw. ab welchen Werten besteht Handlungsbedarf?

Zwingender Behandlungsbedarf müßte spätestens bei einer manifesten Unterfunktion (d.h. TSH, ft3 und ft4 unter der unteren Normgrenze) bestehen.
Bei Nichtbehandlung wird die SD immer mehr zerstört (dies ist aber ein sehr langsamer Prozeß), irgendwann kann sie dann keine Hormone mehr produzieren.
Ich würde aber nicht abwarten, bis zwingender Handlungsbedarf besteht, hier ist es wie bei MB, je länger die UF dauert um so schwieriger ist es, da wieder rauszukommen. Wenn man Hashi frühzeitig erkennt, kann es relativ einfach sein, die Hormone in den Griff zu bekommen. Und wie ich den Postings der Hashi-Mütter entnehmen kann, fällt es Kinder viiiel leichter, ihren Hormonhaushalt in den Griff zu bekommen und ein "normales" Leben zu leben.

Was sind überhaupt so die typischen/untypischen Symptome von Hashi?

Jeder Mensch ist anders. Deswegen mag ich immer gar nicht von typischen oder untypischen Symptomen sprechen. Vielleicht haben deine Kinder ganz untypische Hashi-Symptome und du betrachtest deswegen die Sache als erledigt. Ich meine, dass jeder seine Symptome selber kennenlernen muß.

Sollte jetzt auch bei den Kindern andere Behandler von der Diagnose in Kenntnis gesetzt werden weil ggf. Behandlungsmethoden kontraindiziert sind (wie ja bei MB z.B. jodhaltige Kontrastmittel....) oder gibts das bei Hashi nicht?

Unbedingt. Hashi und MB sind beides Autoimmunerkrankungen. D.h. durch Jodgabe wird die SD zur Hormonproduktion angeregt, dies ist ein "Leuchtfeuer" für das Immunsystem und es startet seinen nächsten Angriff. Bei Hashi wie bei MB wird die Hormonproduktion unterdrückt. Bei MB durch SD-Hemmer, bei Hashi durch Gabe von Hormonen, die SD fährt nämlich dadurch ihre Eigenproduktion zurück. So heißen: "Jod vermeiden, soweit es geht".

So, ich glaube, dass genügt jetzt erst mal. Ach so, wenn du ein bischen über Hashimoto lesen willst, klicke einfach auf der Seite oben auf den "Hashimoto Thyreoiditis"Link. Da findest du dann auch Symptome und andere Erläuterungen.
Alles Liebe guycha

Norbert
23.09.05, 13:48
Stimmt,
Die mir bekannten Ärzte gehen von nahezu gleichen Normwerten, wie für Erwachsene aus.

gertraud
23.09.05, 14:13
Hi Norbert,

soweit ich weiß hast du schon Erfahrung mit Kindern und AI.

Ein Tip wäre auch noch mal bei den Schmetterlingen zu fragen.

LG gertraud

Gabi H
23.09.05, 16:18
Aber wenn mich meine zwei Jungs in den seltenen Augenblicken anstrahlen, mir den Rücken massieren oder mir wie am Wochenende ein Aromabad einlassen und Kerzen anzünden dann lacht das Mutterherz wieder.

Dieses Phänomen nennt man den "Kindercharme".... sie können noch so sehr nerven, aber wenn sie dann ihr strahlendes Lächeln zeigen.... - und schwups ist alles wieder vergessen...

Hallo Gela,

eigentlich ist ja schon alles von den Vorrednern/Innen gesagt worden. Ich würde nun an deiner Stelle baldmöglichst alle Hebel in Bewegung setzen, damit eine Therapie beginnen kann. Auch im Hinblick auf ADHS, denn ich habe auch schon mehrfach gelesen, dass da ein zusammenhang besteht.

Meine Tochter hat übrigens auch Hashi, nimmt aber nix, da sie sich bisher noch weigert (sie ist inzwischen 21). Manchmal bedaure ich es zutiefst, dass sie schon "so alt" ist und ich sie nicht mehr "am Händchen nehmen kann und sie zum Arzt schleifen kann". Aber ich kann sie ja schlecht schrumpfen lassen ;)

Je eher eine Therapie beginnt, um so besser ist es für den weiteren Verlauf der Erkrankung. Vielleicht kannst du es somit verhindern, dass die Beschwerden minimal gehalten werden.

Wünsche dir viel Kraft und einen guten Arzt!

LG Gabi

gela69
23.09.05, 19:16
Hallo alle zusammen!

Vielen Dank, dass ihr mich so zahlreich unterstützt und mir antwortet.

Heute früh hatte ich nun das Werte-Gespräch beim Kinderarzt und dachte, lass ihn erst mal reden, mal sehen, was er von sich aus sagt:

....das Vorhandensein von Antikörpern mache noch keine Krankheit, fast alle Menschen hätten, wenn man sie testen würde Antikörper. :confused:

....eine Behandlungsbedürftigkeit liege keinesfalls vor

Ich dachte ich hör nicht recht und schaltete mich dann doch mal ein..... dank Euren Tips hatte ich ja einige Punkte, die ich in die Waagschale werfen konnte.

....der hohe TSH-Wert war für ihn keinesfalls beunruhigend, vielmehr habe er in der letzten Zeit beim Labor die Erfahrung gemacht, dass dieser Wert auch bei anderen "immer" zu hoch lag (so nach dem Motto Laborfehler)

....generell sei das mit den Referenzwerten ja auch von Labor zu Labor unterschiedlich - was bei dem einen außer der Norm sei, wäre beim anderen ja noch ok. Alles ein wirtschaftlicher Aspekt der Labore. :confused:

....Laborwerte machen noch keinen Kranken

....bei familiärer Disposition (was bin ich mit MB denn, wenn nicht familiär dispositioniert???) könne man dann schon mal kontrollieren.... :mad:

Da ich immer wieder nachhakte, merkte er rasch, dass er mich wohl nicht so schnell und einfach loswerden konnte, wie er sich das dachte und ließ sich dann wenigstens dazu breitschlagen bei den Kids ein Sono zu machen. Termin wegen Urlaub erst in 2 1/2 Wochen.

Er, der einer Arbeitsgemeinschaft ADS angehört, ging auf meinen Einwurf in diese Richtung genauso wenig ein oder ließ ihn genausowenig als Argument gelten, wie bei meiner Äußerung zur Umwandlungsproblematik fT3/fT4 und UF.

Letzten Endes meinte er dann wohl resignierend, dass er keine Probleme damit habe, wenn ich denn eine zweite Meinung einholen wolle, von jemandem der sich auf diesem Gebiet besser auskenne. Er empfahl mir dazu seinen Studienkollegen, ein Kinderarzt (Gemeinschaftspraxis) welcher sich auf das Gebiet der Endokrinologie spezialisiert habe.....

nach wenigstens was :)

....habe dann gleich von der Arbeit aus einen Termin vereinbart - leider auch erst für einen Nachmittag im Oktober (18.10.) einen Tag nach meinem Kliniktermin. Der Arzt selbst habe da keine Sprechstunde und würde sich dann solchen Fällen annehmen...... hört sich ja ganz gut an !? Auch, dass die Sprechstundenhilfe am Telefon angab, selbst Hashi zu haben.

Ich hoffe, dass meine Rat-/Mutlosigkeit dann dort endlich Entwirrung findet.

Bin irgenwie total down. Möchte ja selbst nichts überbewerten oder die Kinder in eine Krankheit treiben. Aber einfach so nach dem Motto - was will die eigentlich, da ist ja "gar nichts", so ist es ja auch nicht....Als ob ich nichts besseres zu tun hätte, mir neben meinen eigenen Arztterminen auch noch zum Spaß die meiner Kinder "aufzuhalsen.

Vorallem muss ich jetzt an zwei Fronten kämpfen, da diese Art der Ansicht ganz auf der Wellenlänge meines Mannes liegt. Auch er denkt, dass ich da was konstruiere wo doch gar nichts sei, schließlich habe der Arzt ja schon damals mit dem ADS recht gehabt, als er meinte wir sollten erstmal warten und nicht gleich mit Kanonen schießen.

Nun sitz ich da mit meinem Wissen und mach mir Gedanken, was das Richtige für die Kinder ist?

In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren, was denn die möglichen Nebenwirkungen einer Hormontherapie sein könnten!?

Bitte helft mir, ich dreh mich grad so im Kreis - und die zwei offenen Termine befinden sich ganz weit draußen.

LG
Gela

guycha
23.09.05, 20:27
Hi Gela,
mensch, dass tut mir aber leid.
Wenigstens hast du dank deiner Vorinformationen die Überweisung zu einem Facharzt veranlaßt. Ich finde, dies ist schon mal Gold wert. Es ist ja nicht auszuschließen, dass deine Kinder vielleicht wirklich nichts haben. Ich würde es aber auf alle Fälle von einem Facharzt untersuchen lassen. Du kannst danach doch bestimmt auch wieder besser schlafen ?
Deinen Mann kann ich gar nicht verstehen. Hat er mit dir nicht gelitten ? Wie ging es ihm denn, als es dir schlecht ging ?
Möchte er das gleiche bei seinen Kindern erleben ?
Ich dachte immer, die Väter heute seien wesentlich fürsorglicher und auch viel bewußter Vater als die Väter früher. Habe ich mich da getäuscht ??
Also ehrlich, ich würde den mal feste schütteln. Wie kann man denn so die Augen zusammenkneifen ?
Will er denn nicht das Beste für seine Kinder .....

Mit den Antikörpern scheint zwischen Ärzten wirklich ein Diskussionsthema zu sein. Habe hierüber schon öfter unterschiedliche Meinungen gelesen. Reg dich nicht darüber auf.
Bei deinem einen Sohn sind sie ja bereits über der Norm. Das soll nichts aussagen ? Der Kinderendo wird da bestimmt genauer schauen. Und auch bei dem Großen bitte am Ball bleiben und auf weitere Untersuchungen drängen. Laß die doch denken, dass du hysterisch, überspannt oder sonst was bist. Ich finde es wichtig, dass du alles veranlasst, dass bei deinen Kindern eine evtl. Erkrankung möglichst früh erkannt wird. Du bist bestimmt nicht die einzige Mutter, die da gegen Wände läuft. Bitte laß dich - für deine Kinder - nicht von deinem Weg abbringen.
Und wie gesagt, deinen Mann würde ich echt mal richtig in die Mangel nehmen. Irgendwo muß er doch zu packen sein.
Also, darüber kann ich mich ja wirklich aufregen. Wieso hält er denn nicht zu dir ? Mensch, tritt ihm mal an's Knie (von mir). ;)
Der 18.10. ist schneller da, als du denkst. Es wird, nur Geduld und Ruhe und (ich weiß, dass ich mich wiederhole) deinem Mann einen Tritt ans Knie.
So, nun schicke ich dir noch eine Riesenportion Energie, Durchsetzungsvermögen und was immer du noch brauchst und wünsche dir ansonsten ein schönes Wochenende
guycha

gela69
23.09.05, 22:14
Hallo Guycha!

Vielen Dank für Deine aufmunternde Worte. Mußte grad ein wenig schmunzeln von wegen Knietreten und so - und jetzt geht es mir doch glatt schon wieder etwas besser ;)

Ich verspreche Dir/Euch, dass ich am Ball bleiben und nicht locker lassen werde, was die Werte meiner Kids anbelangt. Jetzt hoffe ich halt mal ganz fest, dass der Kinderarzt mit Spezialisierung Endo der Tip ist - und Klarheit bringt - ich nicht auch von dort so komische Ansichten höre.

Natürlich werde ich Euch zu gegebener Zeit auf dem Laufenden halten. Und evtl. wird dieser Arzt ja ein heißer Tip für Bens Ärzteliste, denn in unseren Breiten ist dort bislang Wüstengebiet :(

"Papa" ist so ein eigenes Thema ;) Was meine MB-Seite anbelangt glaube ich nicht, dass er das nach dem Motto leiden gesehen hat. Er fand es zwar schon blöd für mich, dass ich jetzt so eine chronische Diagnose habe.... und hat schon auch mal kurz gefragt, wie es sich so äußert oder was jetzt wäre....
...... aber letztlich, Hauptsache der Alltag bringt keine Einschränkungen, alles läuft weiter wie bisher. Nur nicht viel "Gedöns" um Arztbesuche machen....
Letztlich ganz tief in ihm drin - will er sicher das Beste für uns, will er bestimmt, dass es uns gutgeht - kann es aber nicht wirklich gut zeigen. Das tut schon manchmal weh :(

Doch egal ob ADS oder SD seine Kinder ham sowas nicht, brauchen schon gar keine Tabletten und wenn, dann braucht die eher die Mama....

Da bin ich ganz froh, dass mir manchmal "ganz Fremde" liebe Menschen wie Du eine Extraportion Energie senden! Vielen vielen Dank dafür.

Sei herzlich umarmt! Auch Dir ein schönes Wochenende
Herzlichst Gela

Jutta K.
24.09.05, 09:17
Hallo Gela!

Seufz, daß es so laufen wird, hab ich schon befürchtet :( Ärzte sind leider oft - nicht nur bei Kindern - viel zu unsensibel in Sachen SD-Werte und tun auch bei Erwachsenen solche Werte oft als "nicht behandlungswürdig" ab. Und Kinderärzte sind nunmal leider nicht unbedingt besonders erfahren in Sachen SD.


....das Vorhandensein von Antikörpern mache noch keine Krankheit, fast alle Menschen hätten, wenn man sie testen würde Antikörper.
Das ist Quatsch! "Fast alle Menschen" haben auf keinen Fall SD-Antikörper! "Fast alle" wären für mich mindestens 80-90 % der Menschen - aber dem ist keinesfalls so!

Tatsache ist, daß manche (!) Menschen, obwohl sie nicht SD-krank sind (oder erscheinen) SD-Antikörper haben, die Menge dieser "Gesunden" (wobei immer fraglich ist, ob sie auch wirklich gesund sind) mit TPO-Antikörpern liegt je nach Literaturangabe zwischen 0-5 % oder 10 - 15 % (schon allein diese schwankende Angabe deutet darauf hin, daß sich die Fachleute da bisher keinesfalls einig sind, was das Vorkommen von TPO-AK bei "Gesunden" angeht!). Aber selbst, wenn man von 15 % ausgeht, sind das keinesfalls "fast alle", sondern wohl doch eher eine kleine Minderheit!

Demgegenüber steht, daß Patienten mit Hashimoto zu 80-90 % AKs über der Norm haben (die restlichen haben entweder nur erhöhte Tg-AK oder sind völlig "seronegativ", also es lassen sich - trotz auffälliger Sono-Befunde und SD-Werte - keine über die Norm erhöhten AK (aber oft unterhalb der Norm) im Blut nachweisen).

Weitere Tatsache ist, daß diese "Gesunden" zumeist nur AK unterhalb der Normwerte haben (zwar vorhanden, aber noch nicht über die Norm erhöht). Außerdem sind diese "Gesunden" mit AK zumeist ältere Menschen, häufig mit anderen SD-Erkrankungen wie Struma/Knoten.

Noch eine Tatsache ist, daß es bisher keine Langzeitstudien zur Beobachtung dieser "Gesunden" mit TPO-AK gibt, d.h. man weiß bisher gar nicht so genau, ob und inwieweit diese "Gesunden" wirklich gesund bleiben oder ob nicht doch irgendwann eine autoimmune SD-Erkrankung entwickeln (bzw. wie viele von denen, die krank werden, überhaupt als krank erkannt werden, wenn man die lange Zeit bis zur Diagnose bei Hashi allgemein berücksichtigt (durchschnittlch 5 Jahre vergehen vom Auftreten der ersten Beschwerden bis zur Diagnose!).

Lies hierzu auch mal in Dagmar`s (KroKuss) Thread "Autonomie der SD" (http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1033327), da hab ich mal Ausschnitte aus einem Artikel der NACB bezüglich des Forschungsstandes bezüglich SD-Antikörper geschrieben. Mußt mal weiter zurückblättern (der Thread ist ja sehr lang).

....der hohe TSH-Wert war für ihn keinesfalls beunruhigend, vielmehr habe er in der letzten Zeit beim Labor die Erfahrung gemacht, dass dieser Wert auch bei anderen "immer" zu hoch lag (so nach dem Motto Laborfehler)
Das ist dann aber sehr traurig, daß er soviele hohe TSH-Werte nicht bedenklich findet, einfach so auf einen Laborfehler schiebt und dann wahrscheinlich auch viele Leute (Kinder?) als "gesund" betitelt, obwohl sie es vielleicht gar nicht sind:( Vielleicht sollte der Arzt lieber mal ein Schilddrüsenseminar mit neuesten Forschungserkenntnissen besuchen, statt oft erhöhte TSH-Werte bei seinen Patienten dem Labor in die Schuhe schieben zu wollen.

....generell sei das mit den Referenzwerten ja auch von Labor zu Labor unterschiedlich - was bei dem einen außer der Norm sei, wäre beim anderen ja noch ok. Alles ein wirtschaftlicher Aspekt der Labore.
Wirtschaftlicher Aspekt? Na, da ist der liebe Doc aber ganz schön zynisch! Und selbst wenn`s so wäre, sollten ja wohl nicht ausgerechnet Kinder Opfer solcher wirtschaftlicher Aspekte werden!

Abgesehen davon wird eben das mit dem Referenzwerten für den TSH schon längere Zeit kontrovers diskutiert (sollte er wissen, wenn er Zeitschriften wie "Ärztliche Praxis" oder "Deutsches Arztblatt" regelmäßig liest (was er als Arzt sollte!)). Und es setzt sich mehr und mehr die Ansicht durch, daß die bisherigen oberen Normwerte generell auf 2,5 runterkorrigiert werden müßten. Wenn man neuere Fachbücher (bzw. neue Auflagen älterer Bücher) zum Thema liest, führen inzwischen schon viele Bücher wenigstens den Hinweis, daß die alten Normen höchstwahrscheinlich zu hoch sind und eine subklinische UF auch bereits ab einem TSH von 2,5 zu bedenken gilt.

....Laborwerte machen noch keinen Kranken
Das ist schon richtig und könnte man auch so stehenlassen, WENN es denn keine anderen Faktoren wie Verhaltensauffälligkeiten (ADS-Verdacht) bei Deinen Kindern gäbe, wenn sie keine erhöhten Antikörper hätten und wenn Du denn nicht selbst schon MB hättest. In der gegebenen Kombination jedoch finde ich, daß es fahrlässig wäre, die auffälligen Werte als unbedeutend abzutun.

....bei familiärer Disposition (was bin ich mit MB denn, wenn nicht familiär dispositioniert???) könne man dann schon mal kontrollieren....
Autsch! :mad: Die familiäre Disposition zu autoimmunen SD-Erkrankungen besteht bei MB in der Familie eindeutig!!

Letzten Endes meinte er dann wohl resignierend, dass er keine Probleme damit habe, wenn ich denn eine zweite Meinung einholen wolle, von jemandem der sich auf diesem Gebiet besser auskenne. Er empfahl mir dazu seinen Studienkollegen, ein Kinderarzt (Gemeinschaftspraxis) welcher sich auf das Gebiet der Endokrinologie spezialisiert habe.....
nach wenigstens was
Ja, wenigstens ewas, auch daß er noch eine Sono machen will, das läßt ja noch hoffen.

Ich würde Dir aber trotzdem raten, daß Du mal im Hashiforum nach Müttern mit Hashi-Kindern forscht (Aufruf starten) und von denen evtl. noch Arzttipps für Deine Nähe auftust bzw. so an Argumente kommst, warum ggf. schon behandelt werden sollte.

In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren, was denn die möglichen Nebenwirkungen einer Hormontherapie sein könnten!?
Auch da könnten Dir wahrscheinlich Mütter mit Hashi-Kids im Nachbarforum eher mit praktischen Erfahrungen weiterhelfen.

Theoretisch hat eine Therapie mit L-Thyroxin keinerlei Nebenwirkungen (sondern bewirkt einfach nur ein normales Befinden) - vorausgesetzt natürlich immer, daß die Thyroxindosis angemessen dosiert ist.

In der Praxis kann`s - besonders am Anfang - zu ein paar Problemen kommen, weil der Körper sich erstmal an die wieder erhöhte Hormonmenge gewöhnen muß. Mögliche "Nebenwirkungen" sind dann leichte Übelkeit, Schwindel, Kopfweh. Bei zu hoher Anfangsdosis können auch ÜF-Symptome auftreten (man sollte lieber mit weniger anfangen, damit das gar nicht erst passiert). Manchmal kommt es nach anfänglicher Besserung des Befindens nach einigen Tagen evtl. auch zu vermehrten UF-Symptomen (müde, abgeschlagen, gereizt), wenn die SD ihre eigene Leistung zurückfährt.

In der Regel sind solche Probleme allerdings nur sehr kurzfristig und vergehen wieder, wenn man die Dosis schrittweise weiter erhöht.

Bei kleinen Kindern muß man beachten, daß sie im Verhältnis zum Körpergewicht wesentlich höhere Thyroxindosen benötigen als Jugendliche oder Erwachsene. Kinder im Alter von 2-10 Jahren benötigen ca. 4 - 6 µg/Thyroxin pro Kilogramm Körpergewicht/Tag (je jünger das Kind, desto höher der Thyroxinbedarf pro kg Körpergewicht; ein Erwachsener braucht nur etwa 1,8 - 2 µg pro kg Körpergewicht), das entspricht in etwa Dosen von 75 - 125 µg pro Tag. Wobei man dabei aber natürlich nicht schematisch dosieren sollte, sondern nach Werten UND Befinden.

Ich selbst kann Dir nur von meiner ältesten Tochter (16) berichten, sie ist aber ursprünglich MBlerin, die sich nach dem Auslaßversuch zum Hashi gewandelt hat. Und vom Alter her vielleicht auch nicht so "repräsentativ" für Hashi-Kinder (ist ja schon fast erwachsen). Ihr hat Thyroxin jedenfalls sehr gut geholfen, wobei sie beim Einstieg mit 25 µg anfangs leichte Übelkeit, Kopfweh und Schwindel hatte, was sich aber 2 Wochen später nach der Dosissteigerung auf 50 µg wieder völlig gegeben hat. Mittlerweile nimmt sie 62,5 µg und es geht ihr gut.

Liebe Grüße
Jutta

gela69
26.09.05, 18:42
Hallo!

Habe mir überlegt, die Werte meiner Kids evtl. vor dem Termin beim spezialisierten Kinderarzt auch mal meinen Haus-/und oder Vertretungsinternisten vorzulegen!?

Was haltet ihr davon?

Hatte heute BE bei meinem eigentlichen Internisten und hier vorsichtig nachgefühlt. Ich hatte (zumindest im Hinblick auf die Kinder) einen besseren Eindruck als nach dem Gespräch mit dem Kinderarzt, der ja praktisch alles als Lapalie abtat.

Der Haus-Internist kannte/kennt sich jetzt zwar nicht speziell mit den Kinderreferenzwerten oder generell der Kinderbehandlung aus, meinte aber, dass man das bei Kindern mit vorhandenen AK und höheren TSH-Werten nicht einfach schleifen lassen könne! Das hört sich ja nicht so schlecht an - oder?

Er gab mir auch eine Adresse in Erlangen in der Uniklinik und zwar das dortige Endokrinologikum was wohl zusätzlich auch auf Wachstumsstörungen spezialisiert sein muss.

Was meint ihr - werde ich nur noch verunsicherter wenn ich mir seine Beurteilung anhöre oder ist es einen Versuch wert?

Lieben Dank für Eure Antwort
Gruß Gela

guycha
26.09.05, 18:56
Hi Gela,
ich bin für anhören. Und egal was kommt. Dein Weg ist der richtige!!
So, bevor ich jetzt wieder anderen ans Knie treten will ......
Du machst nichts falsch. Schließlich läßt du deine Kinder nur untersuchen. Was soll daran falsch sein ?
Ich wünsche dir einen schönen Abend.
lg guycha

Gabi H
26.09.05, 19:22
Was meint ihr - werde ich nur noch verunsicherter wenn ich mir seine Beurteilung anhöre oder ist es einen Versuch wert?

Lieben Dank für Eure Antwort
Gruß Gela

Hallo Gela,

ich denke, es kann nie ein Schaden sein, weitere Meinungen zu hören.

Ein eigenes Urteil kann man sich ja erst dann bilden, wenn man eine Sache von verschiedenen Sachen beleuchtet.

Und so ist es auch mit den Ärzten. Wobei natürlich die Gefahr hier wesentlich größer ist, dass man sich auch mal "saumäßig" aufregen kann. Aber diese Erfahrung sollte man dann einfach nach dem motto "wieder was dazugelernt" abhaken...

Ich kann dir nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass es mir vor allem auch im Hinblick meiner Kinder immer sehr wichtig war und ist, mehrere Meinungen zu hören - um mir dann letztendlich das "herauszupicken", von dem ich annehme, dass es so für mich bzw. meine Kinder okay ist.

Ich wünsche dir viel Kraft!

LG Gabi

claudia33
26.09.05, 19:46
Hallo Gela,

auch ich würde mir die Meinung des Internisten mal anhören. Wenn's im Endeffekt nichts bringt - abhaken. Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht...

Ich habe ja gepostet, daß ich meiner 8-jährigen Tochter auch Werte bestimmen lassen möchte. Diesen Donnerstag gehen wir wegen was anderem zum Kinderarzt, da möchte ich wegen der BE mal fragen.
Sollte er Theater machen und das Ganze runterbügeln, möchte ich mit ihr zu meiner Internistin gehen. Oder eventuell so wie Du anschließend die Werte mal besprechen.
Übrigens: Welche Werte sind wirklich wichtig? fT3, fT4, TSH, TRAK? So wie bei uns MB-lern? Oder wäre was anderes wichtig?
Danke für Infos,
liebe Grüße
Claudia :)

gela69
26.09.05, 22:15
Hallo Claudia!

Danke für Deine Antwort. Für notwendige Werte haben wir hier super Experten, wie z.B. Jutta K, Gertraud u.a.

Mein Kinderarzt hat von sich aus bei der BE u.a.

*fT3, fT4 und TSH
*TSH-Rezept.AK, TAK, Anti-TPO
*GOT,GPT,GammaGT
*Alk.Phosphatase
*Leukozyten

Die finde ich schon alle sehr wichtig, da es ja neben den "normalen" SD-Werten u.a. auch von der Art der AK abhängt, welche AI man nun hat.
Auch die Leberwerte im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung finde ich sehr wichtig.

Schau mal am Anfang meines threads, da hat Jutta K. in Verbindung mit unseren Werten noch empfohlen, das Ferritin bestimmen zu lassen, um einen Eisenmangel auszuschließen.

Er hat zudem ein großes Blutbild mit diversen Werten gemacht - ob dies in der Gänze notwendig ist - oder Teilbereiche ausreichend gewesen wären, weiß ich nicht

*Natrium,Kalium,Kreatinin waren dabei aber auch Hämoglobin, und
*Glucose, Harnstoff-/Säure

Kannst ja z.B. direkt mal einen der Experten ansprechen, ob sie Dir eine "Liste" der Werte erstellen können die eine sinnvolle Grundlagen-Diagnose ermöglichen, ohne nur halb an der Sache rumzukratzen und dann nachchecken zu müssen.

Drücke Dir für Donnerstag die Daumen, dass Euer Arzt kooperativ ist und die Notwendigkeit der BE erkennt und dann auch sinnvolle Werte nimmt.

Hälst Du mich auf dem Laufenden?

Liebe Grüße
Gela

gela69
26.09.05, 22:21
Hallo Ihr zwei!

Vielen Dank für Euren Zuspruch. Im Prinzip ist das genau meine Sichtweise und ich bin froh, dass ich damit nicht alleine dastehe. Es gibt schon Kraft, von anderen solchen Zuspruch zu erfahren.

gott sei Dank gibt es ja Euch und das Forum und da fällt es schon leichter aus den Informationen, dann das herauszupicken, was letztlich weiterhilft. Ich denke auch, dass ich gerade im Hinblick auf die Kinder hart und am Ball bleiben sollte.

@guycha....heute kein Knietreter dabei - schade, ich schmunzel noch heute - und dass mal jemand sagt, dass ich nix falsch mache - ist das Beste, was ich heute am Tag erlebt habe Danke!!!!!!! <<ganz fest drück>>

Einen schönen Abend
wünscht
Gela

Petra-Kuss
27.09.05, 11:52
Liebe Gela,
ich komme aus dem Hashi-Forum, bin selbst Hashi und habe 2 Söhne (17 und 19), die seit 6/05 Hashi-diagnostiziert sind. Ich kann Dir nur anraten am Ball zu bleiben, hartnäckig zu sein und Dich nicht zurückweisen zu lassen. Wir haben schwierige Jahre hinter uns, da wir nicht wußten, was Sache ist. Ich habe ca. 7 Jahre bis zur Diagnose gebraucht. Und erst dann wurde mir klar, dass die Kinder auch davon betroffen sein könnten. Ich habe mir alle Blutuntersuchungswerte der Kinder vom Kinderarzt, bei dem wir 15 Jahre waren, geben lassen. Und siehe da, schon vor Jahren, noch lange vor der Pubertät, waren diese Werte nicht ok. Für den Kinderarzt aber schon.
Ich möchte damit sagen, auch wenn Deine Jungs bisher keine Beschwerden haben, bei diesen Schilddrüsenwerten kommen sie kurz über lang. Und das solltest Du ihnen ersparen.
Wenn ich vor Jahren das gewußt hätte, was ich heute weiß und davon sehr viel aus dem Forum, hätte ich meinen Jungs viel ersparen können.

Wenn Du mehr wissen möchtest, schicke mir doch eine PN.

Lieben Gruß
Petra

guycha
27.09.05, 13:38
Hi Gela,

*lach* du weißt, dass du damit

"heute kein Knietreter dabei"

Öl ins Feuer schüttest ??? ;)

Hab mich echt angestrengt, deinem Göttergatten nicht wieder treten zu wollen (ganz konnte ich es mir dann doch nicht verkneifen ...) *grins*

Hast du deinem Mann schon mal gesagt, dass da ein paar Füsse auf ihn warten .... ? Vielleicht zieht er dann ja mal den Kopf aus dem Sand ? Hm, da fallen mir ja jetzt noch ein paar Dinge ein .... *lach*
Ich glaube, jetzt lass ich es lieber mal gut sein ....
Halt die Ohren steif, ich stehe auf alle Fälle hinter dir!
lg guycha

gela69
27.09.05, 21:47
Hallo Guycha!

....*lach mit* selten soviel gelacht, wie die letzten Tage mit Dir!!!!!

Bitte mehr davon!!!!! Das sind Sterne und Sonne am Himmel auf einmal!! :)

Nein, ich habe meinem Mann nichts von den Füssen erzählt, die ggf. auf ihn warten *grins* sonst zieht er mir womöglich noch den Stecker aus dem PC :( Er kann sich nämlich unter einem Forum eh nix vorstellen, sieht das eher als sinnlosen Chat, wirft alles in einen Topf und andeutungsweise ahne ich schon, was er davon hält, dass ich mit "wildfremden" Menschen private Dinge austausche. Hoffe insoweit, dass er sich auch nie auf die Suche nach mir im Netz macht....und halte mich relativ bedeckt.

Dennoch freue ich mich auf Deinen nächsten Beitrag und bin gespannt, was Du noch so auf Lager hast ;) Sicher gibt es viel beizutragen, wenn ich erst mal zu einer Behandlung der Kinder kommen sollte und er sich dann erklären muss....ich darf noch gar nicht dran denken.

Ganz liebe Grüße
Gela

gela69
27.09.05, 21:51
Hallo Petra!

Hab Dir eine PN geschickt

LG Gela

gela69
29.09.05, 11:10
Hallo zusammen!

War heute nun wegen eigener Werte beim Internisten (dazu eigenes Thema) und habe ihm mal die Werte der Kinder gezeigt!

Er ist im Gegensatz zum Kinderarzt nicht der Ansicht, dass da "nix" ist und es eben schon weiterer Klärung bedarf. Und hat mir dazu die Endokrinologie am Uniklinikum empfohlen, dies seien Spezialisten u.a. auch für Wachstumsstörungen.

Allerdings meint er auch, dass für ihn positve Antikörper im 100´er oder 1000´er Bereich liegen und Deshalb insbesondere beim Großen (Kind II) AK-Wert innerhalb der Norm (aber an Obergrenze) der Wert ja "negativ" wäre! :confused:

Wir sehen das hier im Forum doch wohl anders? Oder liege ich da ganz falsch?

Bei meinem kleinen Sohn (Kind I) ist der Wert ja bereits über der Norm, aber für ihn jetzt auch nicht beunruhigend. Aus seiner 100/1000´er Sicht, wohl auch negativ *lach* :confused:

Was er sonst noch gesagt hat, könnt ihr in meinem eigenen aktuellen Werte-Thema sehen, ich mag es gar nicht nochmal wiederholen :mad:

Ich freu mich auf Guychas nächsten Knietreter

In diesem Sinne LG von Gela