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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hoher Blutdruck / ACE-Hemmer



Margarete
07.05.05, 10:20
Ihr Lieben,
ich komme aus dem MB-Forum, feile schon sehr lange an meinem Wohlbefinden herum, habe meine Schilddrüse noch, konnte nach einem 2. MB-Rezidiv Carbimazol ausschleichen, nehme 6,125 L-Thyroxin, Hormonlage stabil. So weit so gut.
Seit Jahren nehme ich aber auch ganz selbstverständlich und ohne groß zu hinterfragen 10 mg eines ACE-Hemmers (Wirkstoff Lisinopril-Dihydrat) wegen zu hohem Blutdruck, der damit auch gut unter Kontrolle zu bekommen ist. Auf dem Beipackzettel stehen nun aber 1000 mögliche Nebenwirkungen, wie meistens bei dieser Art Medikamente, inkl. Leberschäden, Herzschlagbeschleunigung, Ödeme im Gesichtsbereich, Taubheitsgefühle etc..
Ich würde das Zeugs natürlich gern irgendwann nicht mehr nehmen müssen, aber sobald ich es weglasse, steigt der Bludruck sofort wieder an.
Hat jemand Erfahrung mit den Langzeitwirkungen dieser blutdrucksenkenden Medikamente?
War bei jemandem von Euch der Versuch Gewicht zu reduzieren, Sport zu treiben etc., um den Blutdruck langfristig zu normalisieren, erfolgreich?
Ich würde das gerne mal langfristig angehen, da ich nie genau weiß, welche Symptome (z.B. gelegentliches Herzklopfen, gedämpfter Antrieb morgens) nun vom MB, der zu geringen Thyroxin-Dosis kommen, oder aber Nebenwirkungen des Blutdrucksenkers sind.
LG
Margarete

Biggi
07.05.05, 12:00
Hallo Margarete,
ich bin in der ähnlichen Lage wie Du.Habe allerdings Hashimoto.Auch ich nehme einen ACE-Hemmer, 10 mg Ramipril pro Tag.Da Übergewicht auch mein Problem ist, mache ich seit drei Monaten eine Ernährungsumstellung und habe 5 kg abgenommen.Außerdem versuche ich immer wieder, mich sportlich zu betätigen.Da beginnt das Problem. Es wurde mir ja dazu geraten, damit der Blutdruck sinkt.Aber er ist weiterhin grenzwertig und ich fühle mich nicht gut dabei, sondern fühle mich kraftlos und innerlich unruhig, zeitweise Herzstolpern .Das konnte Dir zwar jetzt gar nicht weiterhelfen, aber ich mußte es einfach loswerden und werde Deine Seite weiter verfolgen, vielleicht ist ja auch für mich ein Tip dabei.
Liebe Grüße
Ursula

Hans
07.05.05, 12:08
Hallo,

Magnesium hochdosiert soll bei Bluthochdruck helfen können, bei uns hat das leider nicht geklappt.

lg
Hans

-->http://www.magnesiumhilfe.de/poster200406.php?q_lang=de

Margarete
07.05.05, 14:18
Danke für eure Antworten,
mir ist klar, dass ich beides ausprobieren müsste, und zwar längerfristig, sowohl mehr Bewegung als auch höhere Dosen von Magnesium, vielleicht finde ich das in den nächsten Jahren selbst heraus. Während einer Kur 2003 habe ich schon positive Erfahrungen mit viel Bewegung (2 Std Powerwalken hügelauf- und hügelabwärts pro Tag) und kohlehydrat-, fett- und zuckerfreier Ernährung gemacht und in einem Kraftakt nach drei Wochen 10 Kg (Fett und Wasser) verloren, aber der Blutdruck hat sich leider nicht spürbar verändert, da kannte ich aber die mögliche Wirkung von Magnesium noch nicht.
Im Alltag ist das nur verdammt schwierig umzusetzen, aber ich komme wohl nicht drum herum, weiter an mir zu arbeiten, mit der Thyroxin-Dosis zu experimentieren, Vitamine und Mineralien in verschiedenen Dosen zu nehmen, die ;) Ernährung besser zu kontrollieren usw. ....., seufz!
LG
M.

Kassandra
07.05.05, 16:25
:)
Hallo Margarete,
ich kann Deine Bedenken bzgl. des ACE-Hemmers gut verstehen, das ist wirklich eines der Hammermittel.
Magnesium wäre einen Versuch wert, aber dann auch in ausreichender Dosis u. über den Tag verteilt.

Hast Du eigentlich schon mal versucht herauszubekommen, wo die Ursache für den zu hohen Blutdruck liegt? Ist es ein sekundärer oder ein primärer?
Sind Deine Nieren in Ordnung?
http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Hypertonie_Start/Hypertonie_Hintergruende/body_hypertonie_hintergruende.html

LG von Kassandra :)

Kassandra
09.05.05, 10:21
:)
Hallo Margarete,
ich möchte meine Antwort noch ergänzen, und zwar mit dem Hinweis auf den Aldosteron-Renin-Quotienten.
...Eine laufende Blutdruckmedikation kann bekanntermaßen die Plasma-Renin-Aktivität entweder erniedrigen (Betablocker) oder erhöhen (ACE-Hemmer und Diuretika) und hierdurch einen PHA vortäuschen oder verschleiern. .....

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=35287
Hier auch die Tabellen u. Grafiken öffnen.

LG von Kassandra :)

Margarete
09.05.05, 10:55
Liebe Kassandra,
ich weiß es nicht genau, bevor ich das Medikament bekam vor 6 Jahren oder so, wurde ein 24 h Urintest gemacht, ich nehme an, das was der Nierencheck? Oder hätte da noch eine Sonografie folgen müssen.
Ich habe leider zu wenig Ahnung von den Ursachen meiner Hypertonie. An Arteriosklerose denke ich eigentlich weniger, eher an irgendeine hormonelle Wechselwirkung, zuviel Bauchfett, Neigung zu Insulinresistenz o.ä..

Vielen Dank für das Infomaterial, ich werde mich da mal "durchwühlen" und meinen Internisten sowie meine Endokrinologin löchern, bis ich's verstanden habe.

Schönen Tag noch!
M.

Kassandra
09.05.05, 11:09
:)
Hallo Margarete,
der Nierencheck sieht so aus:
http://www.nierenbuch.de/2_untersuchung/340_technische_untersuchungen.htm

Bluthochdruck muß ja nicht unbedingt von der Niere kommen, aber man sollte besser wissen, wo die Ursache liegt, damit man nicht ohne Grund dieses Teufelszeug nimmt.
Ich hatte auch mal eine Zeitlang einen ACE-Hemmer genommen u. habe mich halbtot gehustet. Betablocker sehe ich ohnehin mit ganz gemischten Gefühlen, seitdem ich aus Berlin (Arzneimitteltelegramm) ein paar DIN-A4 Seiten zugeschickt bekam u. dort mal so eben von einigen Todesfällen die Rede war.

Wichtig ist schon mal die richtige Blutdruckmessung. (Steht auch in dem Link aus Witten).

Fehlerquellen beim Blutdruckmessen:
Über andere Fallstricke weiß hingegen nicht jeder Kollege Bescheid.

- Vielleicht fordern Sie die Plaudertaschen unter Ihren Patienten noch auf, mal kurz ruhig zu sein.
- Aber fragen Sie auch jedes Mal, wann Ihr Messkandidat zuletzt auf der Toilette war?
- Oder ob er innerhalb der vergangenen zwei Stunden geraucht, Kaffee oder Bier getrunken hat?
- Oder vielleicht joggen war?

Sprechen lässt den Druck ebenso wie akute Kälteexposition um mehr als 10 mmHg klettern.
Körperliche Aktivität sorgt für ein Plus von bis zu 11 mmHg für eine Stunde oder mehr.
Kaffee- oder Alkoholtrinken steigert den Druck um 8 bis 10 mmHg für zwei bis drei Stunden, Alkohol für 30 Minuten.
Kneift Ihren Patienten die Blase oder plagt ihn ein voller Darm, setzt dies das Kreislaufsystem offenbar ganz besonders unter Stress (+ 27 mmHg). Essen vor dem Messen scheint dagegen keine besondere Fehlerquelle zu sein.

LG von Kassandra :)

Mouse
10.05.05, 00:04
Hallo Margarete,

kann nicht viel Neues beisteuern, komme selber eher von der Niedrig-Blutdruck-Hashi-Fraktion (Rekord 70/40 ...), wollte Dir aber ebenfalls den Magnesiumtip ans Herz legen.

Mein Mann hat hohen Blutdruck und nimmt seit vielen Jahren Betablocker. Letzten Sommer waren seine Werte wieder so schlecht, daß der Arzt ACE-Hemmer empfahl. Man einigte sich stattdessen versuchsweise auf Magnesium - und siehe da: Mit täglich 900mg Mg kann er seitdem seinen Blutdruck auf normalem Level halten.

Ich glaube, der Versuch lohnt sich allemal.

Alles Gute,
Mouse

Margarete
10.05.05, 14:48
...werde es zunächst mal mit 700 mg/täglich probieren.

LG
M.