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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HILFE ganz wichtig wegen attest fürs sozialamt usw?



Ist leider besser so heute
10.11.04, 07:52
Guten morgen
Ich habe hilfe beim sozialamt beantragt da wir überhaupt nicht mehr wissen wie wir meine Krankenkasse bezahlen sollen,die wir seit über 3 jahren aus der eigenen kasse bezahlen müssen,
da ich damals arbeitsunfähig geschrieben worden bin vom Frauenartz wegen risikoschwangerschaft stand ich dem arbeitsamt ja auch nicht zur verfügung also bekam ich von keiner stelle geld.
Nunja ich war bereits bei der VDK bin mitglied seit 2 monaten und die haben mir geraten es drauf ankommen zu lassen das mich die KK rausschmeist ,
aber da ich Chronisch krank bin finde ich es ist ein spiel mit dem feuer, denn keine andre nimmt mich denn dann noch danach oder?
Zunot wollen sie es ins fernsehen bringen aber ich möchte ungerne die märtyrerin sein, ich habe genug andre sorgen und kann mir das gesundheitlich nicht auch noch zumuten.
Da noch einige papiere fehlten sollen wir natürlich nochmal wiederkommen und dann kommt mehr licht ins dunkle,sind übrigens sehr nett zu uns gewesen(die VDK) und versprechen uns endlich aufklärung ob wir nun anspruch haben oder nicht denn vom sozialamt sind wir telefonisch immer abgewimmelt
worden,bis letzet woche auf einmal nach druck das wir weiter gehen, passierte dann doch was.
Ich gehe seit anderthalb jahren arbeiten habe einen minijob meine kleinste ist gerade erst in die Kita gekommen und mein sohn bekommt unter 50,00 euro vom amt weil der erzeuger keinen Unterhalt zahlt,nun sollich fürs sozialamt einen bescheinigung mitbringen das ich nur gerignfügig einsetzbar bin,und das ich Chronisch krank bin,aber da streiten sich die leute doch auch noch ob wir dazugehören oder?
Wie stelle ich das an das ich ernst genommen werde ich bin Sd los seit über 2 jahren ich suche die ärtzte nur noch auf wenn es unbedingt sein muss weil man mir mit meinen symptomen soweiso nicht helfen kann,
saß davor fast 3 mal die woche bei den ärzten und hab die schnauze voll,bin seit 98 krank habe eine antrumgastritis, tinnitus, EO ohne hervortreten der augen Hashimoto und morbus basedow bekommen,und meine werte sind ja soweit standig in der norm hilft mir aber nicht was mein wohlbefinden angeht das ist nämlich nicht rosig,also wie stelle ich es an bitte helft mir,schaffe morgens meine 2 stunden minijob, mein haushalt, meine 3 kinder aber das wars dann auch,
Ich hoffe auf viele antworten was ich jetzt machen soll.
Bis bald
es grüßt heut anonym aber ich kennt mich schon sehr lange also nicht böse sein es hat seine gründe für mich

Dagi
10.11.04, 08:31
>Guten morgen
>Ich habe hilfe beim sozialamt beantragt da wir überhaupt nicht mehr wissen wie wir meine Krankenkasse bezahlen sollen,die wir seit über 3 jahren aus der eigenen kasse bezahlen müssen,
wieso das???? Ich habe immer gedacht, das die KK nur dann selbst bezahlt wird, wenn man viel verdient?! Ist das ein Irrtum? Ansonsten denke ich doch, das das durch das Sozialamt oder Versorgungsamt übernommen wird. Und soweit ich weiß, muss dich eine Krankenkasse aufnehmen - gesetzliche Kasse z.B. AOK. Aber leider bin ich mir da auch nicht 100%ig sicher. Für ChronischKrank gibt es ja nun ein Gesetz, wer das jedoch für die Kasse oder das SA bestätigt, weiß ich nicht...
*daumendrück* lg Dagi

Mouse
10.11.04, 08:41
Hallo Du,
ich kann Dich gut verstehen. Ich hab keine Kinder, aber ansonsten auch schon viel Blödsinn mitgemacht. Und ich hab schon lange vor Hartz IV mal die Erfahrung machen müssen, wie schnell man doch mal aus der Krankenversicherung rausfliegen kann. Und ob das ein Irrtum war, oder nicht, interessiert in den Monaten, in denen man ohne Krankenversicherung auf das Ergebnis des Widerspruchs wartet, erstmal auch niemanden (O-Ton des Sachbearbeiters der mir vorübergehend EUR Einkommen zu verdanken hatte: Sie können ja heiraten, dann kostet die Krankenversicherung weniger...).
Ich bin (für mich gottseidank) kein Profi, aber vielleicht kann ich Dir den einen oder anderen allgemeingültigen Tip bieten:
Bei allem, was Du mit dem Sozialamt oder anderen Behörden verhandeltst, solltest Du immer darauf bestehen, alle Aussagen vom Amt schriftlich zu kriegen. Also, wenn die sagen, Dir stehe dieses oder jenes nicht zu, immer darauf bestehen, daß Dir das schwarz auf weiß bestätigt wird.
Insbesondere, wenn es heißt, dies und jenes brauchst Du gar nicht erst zu beantragen, weil Du es eh nicht kriegst, bestehe darauf, ein Antragsformular dafür ausgehändigt zu kriegen, oder daß man Deinen formlosen Antrag dafür entgegen nimmt.
Nur wenn Du was schriftliches in der Hand hast, kannst Du auch Widerspruch dagegen einlegen.
Geh, auch wenn es Dir schwer fällt, zu einem Arzt und versuche ein für Dich positives Gutachten zu kriegen.
Beantrage einen Behindertenausweis. Wahrscheinlich wirst Du mit dem Hashizeugs nicht besonders hoch eingestuft, aber wenn Du den grünen Lappen hast, kann Dich das Sozialamt auch nicht mehr so leicht abwimmeln.
Tja, mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Ich wünsche Dir das Beste,
LG,
Mouse

Mouse
10.11.04, 08:56
Hallo Dagi,
<i>wieso das???? Ich habe immer gedacht, das die KK nur dann selbst bezahlt wird, wenn man viel verdient?! Ist das ein Irrtum?</i>
Ja, Dagi, das ist leider ein Irrtum. Wenn Du kein eigenes oder zu geringes Einkommen hast, aber aus irgendwelchen Gründen kein Arbeitslosengeld, -hilfe oder Sozialhilfe kriegst, dann hast Du eben auch keine Krankenversicherung.
Und leider fanden Behörden schon immer trotz offensichtlicher Notlage der Betroffenen immer wieder ein Schlupfloch, wie sie die Antragsteller loswerden.
<i>Ansonsten denke ich doch, das das durch das Sozialamt oder Versorgungsamt übernommen wird.</i>
Wenn man Sozialhilfe kriegt, ist die Krankenversicherung kein Problem. Das Versorgungsamt bezahlt allerdings keine Krankenversicherung.
<i>Und soweit ich weiß, muss dich eine Krankenkasse aufnehmen - gesetzliche Kasse z.B. AOK.</i>
Die AOK muß jeden nehmen. Aber viele andere Kassen sind da auch nicht so pingelig. Erst die Privatkassen suchen sich die Kundschaft genau aus. Allerdings muß die Kasse immer bezahlt werden. Du kannst nicht hoffen, bei der AOK Leistungen zu kriegen, wenn Du keine Beiträge bezahlen kannst.
<i>Für ChronischKrank gibt es ja nun ein Gesetz, wer das jedoch für die Kasse oder das SA bestätigt, weiß ich nicht...</i>
Tja, wenn jemand es tatsächlich schafft, komplett durch die Maschen des sozialen Netzes zu fallen, dann interessiert es tatsächlich niemanden, ob für ihn nun die Chronikerregelung greifen würde, oder nicht.
Besser steht dann halt jemand da, der einen Behindertenausweis vorweisen kann. Da gab es zumindest früher mal ein Gesetz, daß das Sozialamt gewährleisten muß, daß Behinderte nicht obdachlos werden. Es mußte also auf jeden Fall eine Wohnmöglichkeit gestellt werden. (Wie das dann aussieht möchte ich aber nicht wissen)
LG,
Mouse

eva
10.11.04, 09:20
Hallo, das ist wirklich eine extreme Situation, in der Du dich befindest. Den VDK kenne ich (habe häufiger über deren Arbeit berichtet) und kann die Mitgliedschaft zur eigenen Hilfestellung nur unterstüten. Allerdings bin ich im Punkt Krankenkasse und es darauf ankommen lassen anderer Meinung. Ich würde heute nicht leichtfertig aus meine Kasse austreten. Habe das Drama bei meinem Bruder - der auch in die Sozialhilfe gerutscht ist- mitbekommen, in eine "gute" Kasse zurückzukommen.
Viel Glück und nicht unterkriegen lassen, eva

Renate
10.11.04, 09:42
Hallo und guten Morgen,
bis selbst mit HT betroffen, lese seit geraumer Zeit hier mit und habe dem Forum viel zu verdanken.
Zu dir- Himmels Willen riskiere keine Kündigung der KK!!! Die gesetzlichen KK dürfen freiwillig Versicherte lt. SGB nur aufnehmen, wenn in den letzten 12 Monaten oder in in den letzten 5 Jahren mind. 24 Monate eine gesetzliche KV bestanden hat. Mit Minijob bist du freiwillig.
Hast du die Möglichkeit deinen Minijob auf etwas über € 400,- zu erhöhen ? In diesem Fall bist du versicherungspflichtig und die Gesetzlichen müssen dich aufnehmen.
Bei dir hört es sich eher nach privater KV an. Fast alle bieten Tarife auf dem Leistungsniveau der GKV an- ensprechend günstig ( Kosten werden bei Anspruch auch vom Sozialamt übernommen) erfordern i.d.R. allerdings Kommunikation mit den Ärzten, ( ok, das können wir)da nicht der volle Satz für Privatpatienten abgerechnet werden kann.
Also, hol die Ellenbogen raus. Ich wünsche dir alles Gute.
LG
Renate

Bille
10.11.04, 10:10
Das wäre wirklich neu, wenn es für Hashi überhaupt einen GdB geben würde. Schliesslich geht man davon aus, dass alles, was einen mittels Medis in einen Normalzustand versetzt, einen eben nicht behindert.
Das fällt also schon mal weg.
Hashi ist definitiv eine chron. Erkrankung, das kann einem jeder Arzt bescheinigen bzw. das kann man dem Sozialamt gegenüber angeben u. die können dann den behandelnden Arzt dazu befragen. Wozu also selbst für ein Attest Geld ausgeben.
Ich kann in diesem Fall den VdK nicht verstehen. Bist Du sicher, dass Du das nicht mmissverstanden hast? Niemand sollte den Ausschluss aus einer gesetzl. KK riskieren! Ggf. den Landesverband des VdK anrufen oder anmailen!!!
Ich würde so vorgehen, dass ich schriftlich einen Antrag auf Hilfe z. Lebensunterhalt stelle. Diesen würde ich dann unverzüglich u. persönlich dort abgeben u. mir auf die Kopie (also ein 2. Antragsformular für die eigenen Unterlagen) einen Eingangsstempel geben lassen. Also nicht auf den langen Postweg verlassen. Und es ist richtig, <b>immer alles schriftlich beantragen und auch einen schriftlichen Bescheid mit einer Rechtsbelehrung verlangen</b>.
Nur so hat man etwas für die eigenen Unterlagen. Wenn ein Bescheid abschlägig beschieden wird, hat man die Möglichkeit, in den Widerspruch zu gehen. Hierbei sind die Fristen zu beachten.
Hier ist ein gutes Forum zusätzlich mit guten Tipps:
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/
LG von Sybille

Bille
10.11.04, 10:12
Es kann Umstände geben, wo man sich unbedingt selbst u. freiwillig versichern sollte. Da kann man bei Nichtbeachtung der Fristen rasch mal durch das Netz rutschen....
LG von Sybille

Mouse
10.11.04, 10:18

Bille
10.11.04, 10:34
>
>
ot

Bille
10.11.04, 10:42
Beim Tinnitus könnte man schon was "rausholen", allerdings nur wenn man dadurch depress. Störungen u. ä. hat:
Ohrgeräusche (Tinnitus) (Zahlen sind die Prozente!)
*) ohne nennenswerte psychische Begleiterscheinungen 0-10
*) mit erheblichen psychovegetativen Begleiterscheinungen 20
*) mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit (z. B. ausgeprägte depressive Störungen) 30-40
*) mit schweren psychischen Störungen und sozialen Anpassungsschwierigkeiten mindestens 50
Für die Gastritis:
Chronische Gastritis (histologisch gesicherte Veränderung der Magenschleimhaut) 0-10
(also mit viel Glück so 10 %)
Bei der Schilddrüse sieht es schlecht aus, auch bei entfernter SD:
Schilddrüsenkrankheiten
Die Beurteilung einer Schilddrüsenfunktionsstörung setzt in der Regel - insbesondere in leichteren Fallen - voraus, daß die Diagnose durch moderne Untersuchungsmethoden gesichert ist.
Schilddrüsenfunktionsstörungen (Überfunktion und Unterfunktion [<b>auch nach Schilddrüsenresektion]) sind gut behandelbar, so daß in der Regel anhaltende Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Selten auftretende Organkomplikationen (z.B. Exophthalmus, Trachealstenose) sind gesondert zu beurteilen.</b>
Bei der nicht operativ behandelten Struma richtet sich der GdB/F-Grad nach den funktionellen Auswirkungen.
Nach Entfernung eines malignen Schilddrüsentumors ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdB/F-Grad während dieser Zeit.
LG von Sybille

Dagi
10.11.04, 11:13
Das wusste ich echt alles nicht. Und sowas nennt man dann sozialstaat :-) Solange du einzahlst ist alles OK, aber wehe du brauchst mal was zurück.....
LG Dagi
PS: mein Dicker hat sich heute vor dem ersten Schnee diesen WInter erschrocken - als hätte er noch nie welchen gesehen :-)

Mouse
10.11.04, 15:30
Noch ne Anekdote aus dem deutschen Sozialstaat:
In den 80ern (also, als eigentlich noch alles in Ordnung war in der BRD...) kannte ich einen herzkranken Asylbewerber. Er durfte, wie üblich, nicht arbeiten (obwohl er wollte und konnte) und wurde folglich vom Sozialamt versorgt. Jedes Mal, wenn er zum Arzt mußte, hieß das, auf dem Sozialamt anstehen, um einen speziellen Krankenschein zu kriegen, der dann direkt über das Sozialamt abgerechnet werden konnte. Indirekt lief das wohl auch über die AOK, aber durch diese Krankenscheinregelung mußte er halt immer beim Sozialamt die Erlaubnis einholen, wenn er zum Arzt wollte.
Jetzt kriegte er irgendwann, wahrscheinlich wegen seiner Herzmedikamente, Probleme mit den Augen. Sein Kardiologe riet ihm, zum Augenarzt zu gehen und sich eine Brille verschreiben zu lassen.
Der Antrag auf einen Besuch beim Augenarzt wurde ihm vom Sozialamt abgelehnt! Erst nach 5(!) Jahren, als er endlich arbeiten durfte und auch sofort einen Job fand, konnte er sich eine Brille verschreiben lassen.
Und wie gesagt, es ist nicht irgendeine Story, es ist einer meiner besten Freunde. Ich war damals nur zu jung, um ihm dabei zu helfen. Aber da hab ich gelernt, daß das soziale Netz hier schon immer Löcher hatte - und sie wachsen...
<i>PS: mein Dicker hat sich heute vor dem ersten Schnee diesen WInter erschrocken - als hätte er noch nie welchen gesehen :-)</i>
Dann hat er bestimmt genauso dumm aus der Wäsche geguckt, wie ich gestern abend. Oder er wußte einfach, daß das viel zu früh ist. Bei Euch oben doch erst recht... Tja, unseren Balkon hat´s noch nicht genug erwischt, daß unsere zwei Süßen was davon gehabt hätten.
LG,
Mouse