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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stress im Beruf



Jeff
16.10.04, 23:31
Bei mir wurde vor 3 Tage Hashimoto definitiv diagnostiziert. Darüber bin ich ganz ehrlich schon froh! Hoffentlich höre ich bald auf zu frieren, und bekomme etwas Farbe wieder im Gesicht, und brauche nicht mehr Angst zu haben das ich gleich sterbe. Nun zu meine Frage, ich arbeit als Sevice Techniker und muss viel reisen, oft fahre -oder fliege ich los ohne Vorankundigung in aller Welt, von Villach bis Vietnam. Manchmal bin ich 3 Tage unterwegs, manchmal 3 Wochen, das weiß ich oft erst wenn ich beim Kunde bin. Der Kunde will das seine Anlage wieder läuft, und das bedeutet manchmal 8 Stunden Tag, manchmal 18 Stunden Tag. Noch bin ich überhaupt nicht arbeitsfähig, aber was ist wenn es so weit ist?
(sorry about your rightwritereform)

Momo52
17.10.04, 09:41
Hallo Jeff,
ich weiß nicht, ob ich dir wirklich helfen kann. Zunächst einmal haben nicht alle eine "Hashikarriere" vor sich, wie so viele hier im Forum. Hier treffen sich die, (man sagt etwa 20 %) die wirklich Probleme mit der ERkrankung bekommen haben, häufig, weil so spät diagnostiziert wurde. Ich gehöre dazu.
Aber stell doch mal deine Werte ein und schreib etwas über dein Befinden, dann kann man mehr dazu sagen.
Meine eigene Erfahrung mit Hashi: Ich habe vor 8 Jahren eine deutliche Überfunktion infolge Hashitoxikose gehabt und habe 2 Jahre gebraucht, um mich physisch davon zu erholen. Und ich habe meinen stressigen Job (Steuerbüro mit 18-20 Mandanten, Terminen, Telefonaten etc.) aufgegeben, bzw. einen ruhigeren Job gesucht. Seit mehr als 5 Jahren, 1 Jahr nach Behandlung von Hashi (mit 2 Schüben zwischendurch) habe ich wieder einen vergleichbar stressigen Arbeitsplatz, allerdings lange nicht so stressig wie deiner. Ich kann mir vorstellen, dass die Zeitverschiebung ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.
Ich habe das Problem, dass es für mich derzeit keinen Ersatz gibt, d. h. falle ich aus, muss ich mindestens alles nacharbeiten. Es sollte nicht mein Problem sein, aber mich belastet das. Ich mache zum Stressausgleich einiges: regelmässige Bewegung an der frischen Luft, 1 Std. täglich, 1x pro Woche Feldenkrais - tut mir einfach gut - und ich lasse im privaten Bereich keinen Stress aufkommen. Das fällt mir insofern leicht, als ich jetzt allein lebe, meine Töchter sind aus dem Haus und einen Partner habe ich zur Zeit auch nicht.
(Er ist in diesem Sommer an Krebs gestorben)Außerdem verfüge ich über einige Entspannungstechniken, die ich notfalls einsetzen kann.
Ich brauche diese Werkzeuge, um mit meiner Belastung und Hahi klar zu kommen. Ich mache mir nicht mehr vor, dass meine Belastbarkeit wieder so wird wie vor 20 Jahren, das ist utopisch. Ich achte sehr genau auf mein Befinden (nicht alles ist Hashi-bedingt) und sorge gut für mich, d. h. auch eine gute Einstellung der SD. Das habe ich in den letzten 15 Jahren mühsam lernen müssen. Aber die Verantwortung für meine Gesundheit übernimmt niemand für mich und ich würde das auch heute nicht mehr wollen.
Rückblickend habe ich mein Leben verändern müssen, ich konnte nicht so leben, wie ich es mir damals vorgestellt habe. Aber ich habe die Notwendigkeit akzeptiert und für mich das beste daraus gemacht. D. h. ich musste mich auch mit meinen Einschränkungen, meiner Ungeduld und meiner Sturheit auseinander setzen und habe dabei gelernt, dass sich der Körper einfach nicht belügen oder überreden lässt. Mit dem Verstand können wir uns einen vom Pferd erzählen, die besten Gefühle können irren, aber der Körper ist unbestechlich. Er sagt unmissverständlich, wenn etwas nicht stimmt. Und darauf sollten wir hören, und zwar rechtzeitig.
Ich weiß nicht, ob es das ist was du hören möchtest, aber anderes habe ich ehrlicherweise nicht anzubieten. Und Stress ist und bleibt für mich immer ein Faktor, der Hashi verstärkt. Aber, wie gesagt, es muss nicht bei jedem so kommen, und ich wünsche dir, dass du diese Karriere nicht vor dir hast.
LG Monika

Biggi
17.10.04, 11:01
>Hallo,
ich habe auch immer sehr viel Stress (habe 2 Kinder, arbeite und studiere) Ich habe festgestellt, dass es für mich ganz entscheidend ist, ob der Stress positiv oder negativ ist. Negativen Stress sollte man unbedingt abstellen (trifft auch auf Gesunde zu). Mit positivem Stress kann ich sehr gut umgehen, der beflügelt! Also Du solltest Dich fragen, macht Dir das was Du tust Spass? Oder belastet es Dich? In diesem Fall musst Du dann dringend etwas ändern (musste ich auch tun)
LG
Biggi

Martina
17.10.04, 14:38
Hallo!
Ich musste meine Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden zurückschrauben.
Wollte dies lange nicht wahrhaben aber es ging nicht mehr anders.
Seitdem geht es besser, aber wie früher ist es natürlich nicht mehr.
Habe einen stressigen Beruf (Dipl. Krankenschwester)und brauche einfach meine freien Tage zwischendurch um zu regenerieren. Nachtdienste mache ich auch keine mehr.
Dies wurde mir sofort nach Diagnosestellung geraten aber ich habe es einige Zeit ignoriert.
Wie es bei dir laufen wird kann natürlich niemand vorhersagen, aber lass es einmal auf dich zukommen.
Denn es gibt einige die genauso arbeiten wie früher!
Alles Gute
Martina