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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsunfähigkeitsversicherung



Bettina W
10.09.04, 07:59
Hallo,
ich habe ein Problem. Ich will ne Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Wie soll ich denn da am besten vorgehen?
Gestern war ich schon bei einem Versicherer. Aber der kommt sowieso nicht in Frage, weil er mir gleich ne Lebensversicherung mit Zusatz aufschwatzen wollte. Ich habe ihn auch gefragt, was Vorerkrankungen kosten, da hat er nur gemeint, da müsste man einen Zettel ausfüllen und sie würden dann das prüfen. Aber weiters drauf eingegangen ist er nicht.
Außerdem wiederstrebt es mir auch ein bischen, jedem Vertreter meine Krankengeschichte auf die Nase zu binden. Ich habe auch gehört, dass man ein Versicherungsagent oder so anonyme Anfragen machen lassen kann. Hat damit jemand schon Erfahrung, lohnt sich sowas?
Wie habt ihr das mit den Angaben der Krankheiten gemacht? Und woher weiß ich, was ich da alles angeben muss. Ich war z.B. schon wegen Rücken und Knie beim Arzt, habe da auch tolle Berichte, weiß aber trotzdem nicht so recht, was ich da angeben soll. Weil gemacht haben sie ja auch nichts. Oder habt ihr da ein Bericht vom Hausartz machen lassen und den dann denen zugeschickt?
Kann mir jemand ne gute Versicherung empfehlen?
Viele Grüße
Bettina

Barbara.B
10.09.04, 08:29
Hallo Bettina
Mein Mann hat sone Versicherung und er mußte damals alles angeben, wann er beim Arzt war, warum, welches Jahr, welchen Arzt und die Krankenkasse. Die haben dann den Arzt angeschrieben und haben dann alles geprüft. Mein Mann hatte Probleme mit dem Knie und man sagte uns das man das Knie dann wahrscheinlich aus der Versicherung rausnehmen würde, also wenn was mit dem Knie ist würde er dafür nichts bekommen. Aber zum Glück ist das Knie mit Versichert. LG Barbara

Barbara Q.
10.09.04, 08:41
Hallo Bettina,
wenn du eine absolut unabhängie Beratung haben willst, solltest du am besten zu Verbraucherberatung gehen. Die haben Versicherungsexperten. Das ganze kostet eine geringe Gebühr. Ich habe selbst schon gute Erfahrungen damit gemacht.
Gruß
Barbara

Monika K.
10.09.04, 08:48
>Hallo,
Du brauchst Dem Versicherungsvertreter nichts zu sagen. Sag, dass Du Vorerkrankungen hast und dass Du dies nicht mit ihm abklären möchtest, sondern eben mit der Versicherungsgesellschaft selbst.
Du bekommst dann ein Formular vom Vertreter ausgehändigt oder die Gesellschaft schickt Dir eins. Beantworte die Fragen wahrheitsgemäß bzw. möglichst genau, wenn einzelne Sachen schon lange zurückliegen. Ich wußte z.B. nicht mehr, in welchem Jahr mal meine Operation war.
Die Gesellschaft hat den Arzt angeschrieben und er hat seine diesbezüglichen Angaben direkt zu der Gesellschaft hingeschickt.
Seitdem mir dies übrigens im Zusammenhang mit einer Lebensversicherung passiert ist (1996), bin ich vorsichtig, was ich einem mir fremden Arzt sage.
Ich hatte meinen Frauenarzt als behandelnder Arzt angegeben, da ich eine Gyn.OP hatte. Sonst übrigens hatte ich keinerlei Vorerkrankungen und dann nur noch meinen damaligen Hausarzt angegeben. Plötzlich wurde ich von der Versicherung aufgefordert, einen besonderen Vordruck auszufüllen, es betraf keinesfalls die Gyn.OP, die nur harmlos war, sondern ich mußte angeben, wie oft ich in den letzten Jahren eine schwere Bronchitis hatte und wie oft ich damit wie lange krankgeschrieben war, ob sonstige Infekte der Atemwege ständig vorhanden sind, ob ich eine Lungenentzündung gehabt hätte, Neben-/Stirnhöhlenentzündungen....
Ich fiel aus allen Wolken und fragte mich, warum diese Fragen eigentlich?
Dann fiel mir ein, dass ich damals, als ich zum ersten Mal beim Gyn war (ca. 1984!) auf seinem Anamnesebogen geschrieben hatte, dass ich als Kind schon mal häufiger Bronchitis hatte, diese schon chronisch wurde, nach einem 3wöchigen Nordseeurlaub aber als ausgeheilt galt und dass ich trotzdem seit dieser Zeit bei Erkältungen schneller Husten bekäme als andere und dieser länger anhielt. Dies hatte ich davon, dass ich damals so auskunftfreudig war.
Ich habe auf meinem Versicherungsantrag den Ausschluß der ärztlichen Schweigepflicht unterschrieben. Dass der Ausschluß soweit ging, dass völlig fachfremde Sachen abgefragt werden, hätte ich niemals gedacht.
Seitdem bin ich übrigens ganz, ganz vorsichtig mit meinen Angaben. Kann im Einzelfall verkehrt sein, weil dann wichtige Hinweise fehlen, aber dieses Erlebnis hat mich ein wenig geschockt.
Monika

Bettina W
10.09.04, 09:19
Hallo Barbara,
danke für die Anregung. Darauf bin ich noch gar nicht gekommen, dass man bei denen auch ne Beratung bekommt.
Aber wie genau können die eine Beratung machen, die kommen ja auch nicht an die Unterlagen der Versicherung ran, oder wie läuft das?
Gruß
Bettina

Nikki
10.09.04, 10:04
servus bettina,
habe dies jahr auch ne BU abgeschlossen. ich find es immer schwierig, nen vertreter zu finden, dem man vertrauen kann, doch über nen freund hab ich einen gefunden der sehr nett ist. von daher ist es mir egal, ihm von den erkrankungen zu erzählen. ich denk halt, ne gewisse vertrauensbasis zum vertreter sollte bestehen, dass du auch das gefühl hast, nicht übers ohr gehauen zu werden.
die versicherung holt dann die daten von deinem angegebenen behandelnden arzt ein. wegen hashi gab es bei mir gar kein problem, doch wegen ner massage,die ich vor jahren mal verschrieben bekommen habe. der rücken ist nun erstmal ausgeschlossen, doch ich kann in vier jahren eine erneute anfrage beantragen.
ich würd mich an deiner stelle rumhören, wer nen guten vertreter hat, den mal antesten. dem kannst du dann ja angeben, was dir nichts ausmacht, ist doch egal ob er von hashi weiß, oder??? die versicherung holt sich dann wie gesagt eh den rest vom doc.
liebe grüße nikki
ps: wg versicherung empfehlen, ich hab alles bei der württembergischen, die waren bei mir sehr unkompliziert und zuvorkommend. auch mit ner priv Krankenzusatzversicherung.

Carmen
10.09.04, 10:23
Hallo,
schau mal in den Finanz-Test vom August, Die haben eine Übersicht.
Ich habe mir von einem Makler ein Angebot eingeholt - war eher enttäuscht, da er eigentlich nur die "unattraktiven" Versicherungen überhaupt im Angebot hatte.
Angeben sollte man alles, der Makler meinte am besten einfach den Arztbrief beilegen - bei mir natürlich ein Scheiss, da der Endo x Diagnosen draufgeschrieben hat, die garnicht stimmen - echt klasse, aber da komme ich wohl nicht mehr raus. Bin nicht sicher ob ich überhaupt noch eine Versicherung abschliesse.
Ich habe mich mit jemandem unterhalten, der berufsunfähig geworden ist. Die prüfen wirklich alles nach bis zur Jugend, das erste war dass sie sich die Zustimmung geholt haben, dass sie jeden Arzt / Versicherung beliebig ausfragen können. In die Kommunikation bist Du nicht involviert - Du bekommst garnicht mit, das ein Arzt über Dich weitergibt. Also etwas nicht angeben sollte man besser lassen.
Bzgl Krankengeschichte dem Vertreter erzählen: normalerweise holt man sich verschiedene Angebote ein, ohne Krankheitsangabe, wählt dann wenige (ca 2) aus und lässt da einen Vorantrag machen - das ist ein genaues Angebot wo Du alles ausfüllst, dann sagt Dir die Versicherung was ausgeschlossen wird, wos eine Zulage gibt ..., der Makler muss da nichts davon mitbekommen, wobei ehrlich gesagt, das wäre mir völlig egal - der redet mit so vielen Leuten, glaube nicht dass er sich die Krankheitsgeschichten übers Bett nagelt - für ihn ist eh nur wichtig ob Du abschliesst.
Hoffe es hilft weiter,
viele Grüsse,
Carmen

Jörg
10.09.04, 10:42
Hallo Bettina,
mir hat im ersten Schritt ein Versicherungsvergleich über das Internet geholfen. Du könntest es z. Bsp. mal über http://www.einsurance.de/ oder über http://www.versicherungsvergleich.de/ versuchen. Damit bekommst zu zunächst mal einen guten Überblick über das Preisgefüge, kannst einiges ausprobieren und findest dort auch gute Hinweise zu Details, auf die man bei den Verträgen achten sollte.
Ich selbst habe, nachdem ich das erste Antragsformular für meine BU ausgefüllt hatte, zunächst mal einen detaillierten "Anhörungsbogen" bekommen. Die Versicherung hat sich da sehr detailliert für mein Hashi interessiert und die Bearbeitung hat sich ziemlich hingezogen, am Ende hats aber geklappt. Irgendwelche Vorerkrankungen zu verschweigen würde ich dir nicht empfehlen. Im schlimmsten Fall verlierst du dann den Anspruch auf die Leistung, falls du später wg. einer dieser Vorerkrankungen die BU brauchst und die Versicherung dir nachweißt, dass du diese Erkrankung damals verschwiegen hast.
Viele Grüße
Jörg

Barbara Q.
10.09.04, 10:45
Hallo Bettina,
bei einem Neuabschluss solltest du die bisherigen Angebote mitbringen. Sicher habt ihr euch schon Gedanken gemacht was ihr genau wollt. Solltet ihr keine schriftlichen Angebote haben fordert diese einfach an. Bei der Terminvereinbarung in der VB fragen die Sachbearbeiter auch genau was du willst, warum du das willstund so weiter. Das hat nichts mit übertriebener Neugierde zu tun, sondern die Termine werden genau geplant, so das keine Leerzeiten entstehen sollten. Du kannst dich auch im Internet vorab erkundigen.
http://www.vz-nrw.de/UNIQ109474265204100308/doc8B.html
LG Barbara

Bettina W
10.09.04, 12:26
Hallo,
bei der Württembergischen war ich auch. Bloß der Vetreter ist ein Depp. Wollte mir weißmachen, dass es nur Lebensversicherunge plus Zusatz gibt. Dabei weiß ich, dass es auch reine Berufsunfähigkeitsversicherungen bei denen gibt. Vielleicht gibt es ja noch einen anderen Vetreter, muss ich mich mal umhören.
Gruß
Bettina

Carmen
10.09.04, 13:03
Hi,
oft sind Berufsunfähigkeitsversicherungen in Kombination mit Lebensversicherung günstiger, werden deshalb angepriesen.
Ich habe 10 verschiedene Versicherungsunternehmen selbst angeschrieben,
so langsam trudelt Post ein :-)
Hats gute Angebote dabei, auf jeden Fall interessanter als über Makler ...
Übrigens auch gute Einzelangebote - aber ich habe auch explizit nach beidem gefragt. Im Kombipaket sind die BUZ meist günstiger, aber die Lebensversicherungen sind teilweise nicht so toll, sodass das Geld auf andere Weise wieder verloren geht ...
Viele Grüsse,
Carmen

Michael D‘Angelo
10.09.04, 15:01
Hallo Bettina!
Leider lehnen heute viele Versicherung den Abschluß einer Berufsunfähigkeitsversicherung bei Hashi-Erkrankten ab.
Grund: Die Versicherungen und ihre Ärzte wissen, daß häufig bei einer Autoimmunerkrankung noch eine andere nach kommt. Diese könnten eventuell dann zu einer Berufsunfähigkeit führen (z.B. chronische Polyarthritis oder Autoimmunhepatitis etc).
Deswegen werden leider von vielen Versicherungen Autoimmunerkrankte generell abgelehnt, aber scheinbar machen dies nicht alle!
Auf eines musst Du aufpasssen: Deiner Versicherungen muss mitgeteilt werden, was du alles hast im Moment. Es dem Versicherungsvertreter zu sagen, nützt nichts, denn dieser will nur die Provision kassieren.
Wenn Du der Versicherung etwas verschweigst, verweigern diese häufig heute im Versicherungsfall der Versicherungsschütz!!!
Es muss also schriftlich der Versicherung deine Vorerkrankungen mitgeteilt werden, sonst besteht die Gefahr, daß Du nur zahlst, aber später nichts bekommst.
Die deutschen Versicherungsunternehmen sind leider heute dazu übergegangen, im Versicherungsfall alles vorzubringen, damit sie nicht zahlen müssen. Daher musst Du doppelt und dreifach aufpassen, sonst musst Du gegen die Versicherung langjährig klagen und der Versicherungsakent ist häufig nicht zu belangen, wenn dieser irgendetwas verschwiegen hat.
Liebe Grüße
Michael D‘Angelo