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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hashi = Arbeitsunfähig?-eingeschränkt?



*Charly
24.03.04, 10:34
Hallo!
Ich bin‘s noch mal. So langsam geht es ja auf‘s Examen. Seit Dezember laboriere ich an meinem Hashi und ich merke, obwohl ich immer glaubte, vom Hashi nicht eingeschränkt zu sein, doch Veränderungen.
Leider kann ich mir erst jetzt Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Fahrigkeit also schlicht : eingeschränkte Leistungsfähigkeit erklären. Ich habe eben gedacht, das sei so.
Nun habe ich gestern erfahren, dass meien ersten Prüfungsergebnisse schlicht sehr schlecht sind. Die Fachleiterin horchte auf, als ich die SD erwähnte. Ich habe das gestern noch mal angerufen, da ich ja aus dem Raum stürzte, weil mri so übel war. Meint ihr, ich könnte nachträglich was an den Ergebnissen ändern / die Chance auf "noch mal" bekommen? Im Moment bin ich zwar völlig am Boden und möchte nciht alles wiederholen. Aber vielleicht liegt es an der SD? Oder bin ich so? Organisieren, strukturieren fällt mir schwer.
In wie fern sollte ich Hashi überhaupt erklären? Ist es vielleicht besser, alles runter zu spielen? Ich möchte nicht in die Psycho-Schublade.
Gruß,
Charly

Genni
24.03.04, 10:42
Hallo Charly,
also es gibt sicherlich Fälle, bei denen Hashi so schlimm ist, daß man arbeitsunfähig ist, aber ich glaube das ist sicher nicht so häufig der Fall.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, umso mehr ich darüber lese und nachdenke, umso mehr fühlt man sich krank.
Ich schreibe gerade an meinem Diplom und das klappt auch. Inzwischen bin ich gut eingestellt, aber es gab Phasen, da war ich andauernd müde und hätte nach jeder Stunde ein Nickerchen halten können. :)
Da muss man einfach durch, denn man hat ja noch ein Leben neben Hashi.
Ob du die Prüfungen nochmal machen darfst, glaube ich eher nicht, da man vor jeder Prüfung gefragt wird, ob man sich gesundheitlich dazu in der Lage fühlt.
Ich wünsche dir trotzdem viel Glück und vorallem Gesundheit.
LG Genni

Christiane
24.03.04, 11:05
hallo Genni,
>Da muss man einfach durch, denn man hat ja noch ein Leben neben Hashi.
Ehrlich gesagt frage ich mich das auch, ob man noch arbeitsfähig ist.
Ich hatte damals, als es vor 2 Jahren so richtig heftig wurde, sofort bereitwillig Psychopharmaka geschluckt nur um nicht einen Tag krank zu sein.
Inzwischen denke ich, daß ich auch dadurch die Krankheit keschiert habe; denn im Grunde hat niemand gesehen wie schlecht es mit wirklich ging. Und deshalb bin ich auch in kein Krankenhaus zur weiteren Diagnostik gekommen, sondern blieb auf der Psycho-Schiene.
Das würde ich heute nicht mehr so machen. Nach der Diagnose "Hashimoto" habe ich also die Psychos nicht mehr genommen, weil es einfach nicht das Medikament ist was richtig ist.
Aber die Hormone sind noch viel zu weit unten um zu (richtig)wirken.
Montag hatte ich meinen ersten Spätdienst, der recht ruhig verlief.
Dennoch war ich nach 3 Stunden so erschöpft, daß ich völlig fertig war.
Zu Hause war ich zu Munde noch etwas zu essen, weil mir alleine "kauen" schon zu anstrengend war. Ich bin dann sofort eingeschlafen.
Irgendwie habe ich schon überlegt wie das wohl wäre, wenn ich nach dem Spätdienst gleich wieder Frühdienst gehabt hätte. Oder wie das wäre, wenn wirklich viel los gewesen wäre.
Ich muß zugeben, daß ich seitdem hier sitze und Angst habe, das alles über mir zusammenbricht; eine körperlich anstrengende Situation kommt, der ich dann einfach nicht mehr gewachsen bin, egal wie ich mich zusammenreisse.
Ich denke sachlich gesehen nicht, daß ich so noch arbeitsfähig bin.
Wenn etwas passiert weil ich zu langsam bin, dann wird das vor einem Arbeitsgericht sicher nicht als Entschuldigung akzeptiert.
Ebenso nicht, wenn ich durch meine Konzentrationsstörungen etwas verschussel was wichtig ist.
Aber soll ich mich deshalb viele Wochen krankschreiben lassen?
Das will ich auch nicht! Schließlich weiß ich um das Problem des Personalmangels.
Ehrlich: ich bin ziemlich verzweifelt in dieser Lage und weiß nicht was richtig ist.
Um auf die Ausgangsfrage der Arbeitsfähigkeit in diesem speziellen Bereich zurückzukommen: es ist wirklich die Frage, ob eine Prüfung deren Ergebisse vielleicht den ganzen späteren Werdegang beeinflussen, nicht so negativ durch die Erkrankung beeinflusst worden sind, daß man da mit den Prüfern sprechen sollte.
Ich denke, ich würde eine Lehrerin (oder wer auch immer darüber etwas wissen könnte) des Vetrauens ansprechen udn sie fragen, ob man das sagen sollte oder nicht.
Gruß, Christiane

*Charly
24.03.04, 11:16
*räusper* Ich will Lehrerin werden... Glaube ich. Ich schwanke zwischen Gennis Aussage und Deiner. Ja, ich möchte auhc ein Leben neben Hashi haben. Noch vor einigen Wochen habe ich hier selber verständnisslos gestanden. Langsam merke ich die Wirkung der Hormone udn auch, dass ich zum BEispiel nicht 9 Stunden Schlafe mindestens brauche. Nac hwie vor fällt es mir schwer, zu unterscheiden, was SD abhängig ist - und was halt auf den doch enormen Stress des Referendariats zurück zu führen ist. Ich fürchte allerdings, dass ich die Ergebnisse nciht anfechten kann. Wobei: zur Prüfung antreten und GLAUBEN man sei gesund, ist ja schön und gut. Ich war es aber nicht. Auch nicht beim ersten Staatsexamen. Heute weiß ich, dass ich mir den Psychologen damals hätte sparen können. Meine Depressionen und der Glaube, ich sei so müde, weil ich die Prüfung meide, hatten wohl andere Ursachen. Ich weiß nciht, ob ich jemals ein Talent für Organisation entdecke. Nur wo kann ich herausfinden, was ich kann? Ich sehe einfach diesen Abgrund wieder vor mir und habe Angst zu fallen.
Gruß,
Charly

karin_b
24.03.04, 11:22
Hallo Charly,
bei mir fing die Krankheit im Juni 03 an... Ich hatte mich gerade erst im Februar 03 selbständig gemacht...
Vor allem bei einem TSH von 64 ging es mir elend - aber ich bin nie (!!!) zuhause geblieben... Es ging einfach nicht...
Meine Firma ist meine Existenz - also musste ich da durch - ob ich wollte oder nicht...
Wäre ich Angestellte gewesen, dann wäre ich ganz sicher einige Male nicht zu Arbeit gegangen...
Mittlerweile denke ich, dass es nur von Vorteil war, dass ich jeden Tag meine Arbeit erledigt habe... Klar war ich am Abend fix und alle und es ging nicht mehr besonders viel, doch ich habe es geschafft!!
Nun zu Deiner Frage:
>>
Meint ihr, ich könnte nachträglich was an den Ergebnissen ändern / die Chance auf "noch mal" bekommen? Im Moment bin ich zwar völlig am Boden und möchte nciht alles wiederholen. Aber vielleicht liegt es an der SD? Oder bin ich so? Organisieren, strukturieren fällt mir schwer.
---Hmmm, ich glaube die Chancen für eine Wiederholung stehen nicht so toll...
>
>In wie fern sollte ich Hashi überhaupt erklären? Ist es vielleicht besser, alles runter zu spielen? Ich möchte nicht in die Psycho-Schublade.
---Schwierige Frage... Ich habe meine Mitarbeiter darüber informiert - vor allem weil ich in der schlimmen Zeit sehr oft genervt und unsensibel war... Dazu kam die Vergesslichkeit und die Wortfindungsstörungen... Ich denke sie haben es verstanden... Aber nicht jeder reagiert auf solch eine Erklärung verständnisvoll... Also einfach versuchen - oder lieber nicht? *grübel*
Liebe Grüße
Karin

Genni
24.03.04, 11:39
Charly,
ich kann wirklich nachvollziehen wie du dich fühlst. Es ist nicht so, daß ich es nicht verstehen kann und ich bin mir auch darüber im Klaren, daß hier genug Leute sind, denen es dreckiger geht/ging als mir.
Als man bei mir letzen Oktober Hashimoto entdeckt hat (zusammen mit PCOS und Insulinresistenz) war mir klar, daß ich Hashi schon länger habe.
Besonders im 3.-4. Semester war ich teilweise so müde, daß ich nach Hause gekommen bin und sofort schlafen gehen musste, natürlich habe ich das immer auf den Stress geschoben. Aber jetzt ist mir klar, daß mir hätte auffallen müssen, wie extrem müde ich ständig war. In der Zeit habe ich sehr an mir gezweifelt, ob ich das alles überhaupt packe und warum ich überhaupt studiere, was ich später tun will und ob ich wohl langsam alt werde (wegen meiner Müdigkeit).
Erst als ich Haarausfall bekam (keiner wollte mir glauben, alle haben gedacht ich spinne, obwohl mir die Haare ausgingen) wurde Hashimoto entdeckt.
Ich bin froh, daß ich jetzt eine Diagnose habe und ich bin froh, daß sich jetzt endlich auch um meinen Zyklus gekümmert wird (habe Kinderwunsch), ich habe aber auch gemerkt, daß ich nicht alles auf Hashi schieben darf. Allerdings kann ich die Sachen noch nicht so gut unterscheiden, die auf Hashi zurückzuführen sind. Vielleicht ist das der falsche Weg, aber ich will mir durch diese Krankheit nicht mein Leben kaputt machen lassen und ich habe keine Lust immer daran zu denken, daß ich ja "eigentlich krank bin und bestimmt das der Grund war, warum irgendwas schief gelaufen ist".
Wegen der Prüfung: Ich glaube nicht, daß die Chancen wirklich so gut sind. Dann könntest du ja theoretisch nach jeder Prüfung, von der dir die Ergebnisse nicht gefallen sagen: "Ich habe Hashi und brauche noch eine Chance". Das wird keiner mit sich machen lassen. Du hättest nach der Prüfung gleich zum Arzt gehen können um eine Krankschreibung zu holen, oder die Prüfung abbrechen und zum Arzt gehen. Aber nach der Bekanngabe der Note ist das glaube ich zu spät.
LG Genni

Christiane
24.03.04, 13:48
hi Genni,
>Aber jetzt ist mir klar, daß mir hätte auffallen müssen, wie extrem müde ich ständig war.
Ja! Jetzt im Nachherein denke ich auch: wie konnte ich mich 18 Jahre nur auf die Psychoschiene schieben lassen....
Mit einmal verstehe ich auch die Zusammenhänge.
>Ich bin froh, daß ich jetzt eine Diagnose habe
*nick*
> ich habe aber auch gemerkt, daß ich nicht alles auf Hashi schieben darf.
Das halte ich im Prinzip für richtig! Aber es geht doch jetzt um die Einstellungsphase, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich gehe ja jetzt erstmal davon aus, daß mit einer halbwegs gelungenen Einstellung, alles etwas besser aussieht.
>Allerdings kann ich die Sachen noch nicht so gut unterscheiden, die auf Hashi >zurückzuführen sind. Vielleicht ist das der falsche Weg, aber ich will mir durch diese Krankheit nicht mein Leben kaputt machen lassen und ich habe keine Lust immer daran zu denken, daß ich ja "eigentlich krank bin und bestimmt das der Grund war, warum irgendwas schief gelaufen ist".
Nein, so soll das sicher nicht sein! Aber ich dachte ja, daß auch die Konzentrationsstörungen besser werden, wenn man richtig eingestellt ist. Ist das etwa nicht so???? *schluck*
>
>Wegen der Prüfung: Ich glaube nicht, daß die Chancen wirklich so gut sind. < Du hättest nach der Prüfung gleich zum Arzt gehen können um eine Krankschreibung zu holen, oder die Prüfung abbrechen und zum Arzt gehen. Aber nach der Bekanngabe der Note ist das glaube ich zu spät.
Ja, das klingt allerdings realistisch :-(
Gruß, Christiane