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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Formulare f. d. Chronikerregelung (so läuft es..)



Renate L.
26.01.04, 11:43
http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/01/26/013a0101.asp
...daß diejenigen als "schwerwiegend chronisch krank" einzustufen sind, die sich in Dauerbehandlung befinden und eines der folgenden Kriterien erfüllen: Sie sind entweder zu 60 Prozent behindert oder erwerbsgemindert, für sie gilt wenigstens Pflegestufe zwei oder sie befinden sich in kontinuierlicher Behandlung, ohne die "eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität" zu erwarten wäre.
Besonders das letzte Kriterium einzuschätzen, wird Aufgabe der Ärzte sein. Sie werden auf einem noch zu entwickelnden Einheitsformular ankreuzen müssen, was auf ihre Patienten zutrifft. Diese können dann eine Zuzahlungsminderung bei ihrer Kasse beantragen. Die KBV glaubt, daß sich dadurch Diskussionen über Zuzahlungen in der Arztpraxis erübrigen. "Die Entscheidung trifft letztlich die Kasse, nicht der Arzt", sagte KBV-Sprecher Roland Stahl.
und
http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/01/26/013a0202.asp
und
http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/01/26/013a0601.asp
LG

Renate L.
26.01.04, 11:46
Wichtig ist hierbei der 3. Punkt, denn das kommt vielleicht öfter mal vor.
* Ab sofort können Ärzte allen Frauen ein Sechs-Monats-Rezept bei Verordnung der Anti-Baby-Pille ausstellen. Dadurch entfällt für die Betroffenen die Zahlung der Praxisgebühr in jedem Quartal.
* Bei "planbaren" Notfällen, wenn etwa ein Patient auf Anraten des Arztes den Notdienst mehrfach wegen derselben Erkrankung aufsucht, muß er nur beim ersten Mal zehn Euro zahlen. Hier sind die Kassen einem Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gefolgt.
* Bei Laboruntersuchungen, bei denen etwa eine Blut- oder Gewebeprobe kurz vor Quartalsende entnommen, aber erst im neuen Quartal untersucht wird, muß der Patient nur einmal die Gebühr bezahlen.
* Hat ein Patient einen nicht-ärztlichen Psychotherapeuten aufgesucht und zehn Euro bezahlt, so entfällt die Gebühr, wenn er im gleichen Quartal einen Arzt konsultiert und die Quittung vorweist. Die Regelung war nötig, weil nicht-ärztliche Psychotherapeuten im Gegensatz zu anderen Ärzten nicht überweisen dürfen.
LG

Christin
26.01.04, 12:02
Auszug:
...für chronisch Kranke, die wegen derselben Krankheit in Dauerbehandlung sind, ein Prozent des jährlichen Einkommens....
Frage: Für wen von Euch trifft das zu?
Ich verstehe das so, dass ich von meinem jährlichen Einkommen, 1 % Zuzahlen muß (und nicht 2% bei nicht chronisch Krank). D.h, dass wenn ich z.b. im Jahr 30.000 Euro verdiene, dann muß ich auf jeden Fall 300 Euro selbst zahlen.
Oder verstehe ich etwas nicht????

Renate L.
26.01.04, 12:39
Das hast Du schon richtig gerechnet.
Aber: Es wird alles zu diesem Einkommen hinzugezählt! Alles was man so von irgendwoher gezahlt bekommt.
Und was noch wichtig ist:
Wenn man dann diese 1% erreicht hat, heisst das nicht, dass man alles bezahlt bekommt. <b>Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, zahlt man natürlich trotz der Chronikerbefreiung selbst und zwar komplett</b>
LG

Norbert
26.01.04, 12:59
>Das hast Du schon richtig gerechnet.
>Aber: Es wird alles zu diesem Einkommen hinzugezählt! Alles was man so von irgendwoher gezahlt bekommt.
>
>Und was noch wichtig ist:
>Wenn man dann diese 1% erreicht hat, heisst das nicht, dass man alles bezahlt bekommt. <b>Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, zahlt man natürlich trotz der Chronikerbefreiung selbst und zwar komplett</b>
>LG
>
Und ohne es genau nachzurechnen komme ich mit 4 mal Praxisgebühr und Hormonverschreibung vermutlich nicht auf 300 € so das es für mich schon egal ist ob ich chronisch Krank bin oder nicht.
Viele liebe Grüße
Norbert

Christin
26.01.04, 13:11
o.k.,
aber bei 30.00 jahreseinkommen, wären die 300 ja zu verkraften.
Weniger Einkommen, dann ist ja die 1% Summe auch niedriger.
Bin nur froh, dass ich die Regelung verstanden habe. Mache mir also keinen Kopf mehr, ob chronisch oder nicht. Ich werde diese 1%-Grenze nicht erreichen.
Eine Sorge weniger :-))

Norbert
26.01.04, 13:42
>o.k.,
>aber bei 30.00 jahreseinkommen, wären die 300 ja zu verkraften.
>Weniger Einkommen, dann ist ja die 1% Summe auch niedriger.
>
==>Stimmt, aber dafür tut auch wenn die Summe geringer ist der Betrag sicherlich mehr Weh.
>Bin nur froh, dass ich die Regelung verstanden habe. Mache mir also keinen Kopf mehr, ob chronisch oder nicht. Ich werde diese 1%-Grenze nicht erreichen.
>
>Eine Sorge weniger :-))
Ja auch wenn wir Chronisch Krank sind so krank sind wir dann doch nicht.
Deshalb beschäftigt sich ja auch kaum Forschung mit der SD. Da ist finanziell einfach nicht viel raus zu holen.
Viele liebe Grüße
Norbert

Michael D‘Angelo
26.01.04, 14:33
Leutchen, ich hab wieder mal einen netten Pferdefuß entdeckt, auf den der "normale" Hashi-Kranke gar nicht kommt.
1 oder 2 % von was? Einkommen? Was ist damit gemeint?
Zu versteuerndes Einkommen? oder Bruttoeinkommen? oder meinen die Einkünfte? Vielleicht sogar den Gesamtbetrag der Einkünfte???
Tja, ich vermute, die meinen nicht das zu versteuernde Einkommen, also daß, was die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer ist, sondern einfach das Bruttoeinkommen, als der Bruttoarbeitslohn, wenn man nichtselbständige Einkünfte hat!!!!
30.OOO € als Bruttolohn wären 300 € (1%) oder 600 € (2%), was nicht viel erscheint. NUR man kriegt ja keine 30.000 € als Lohn, sondern davon gehen noch
* Lohnsteuer
* Kirchensteuer
* Solidaritätszuschlag
* Rentenversicherung anteil Arbeitnehmer
* Krankenversicherung AN
* Arbeitslosenversicherung AN
* Pflegeversicherung
noch weg!
Und was bleibt so übrig? Tja, abgezogen werden ca. 35 bis 40 %, je nach Versicherung und ob man verheiratet ist oder nicht!
Übrig bleiben also nur ca 60 bis 65 %!
Davon man man wieder abziehen:
* Miete
* Kosten für Nahrung, Kleidung (darin sind wiederum Mehrwertsteuer drauf für sich allein oder für ne ganze Familie)
* Unterhalt bzw. Anschaffungskosten für ein Auto (wo Mehrwersteuer drauf ist und Mineralölsteuer)
* Private Versicherungen (Haftpflicht fürs Auto und für sich selber, Vollkasko und Teilkasko) (da sind Versicherungssteuern drauf)
* Bei Rauchern kommt die Zigarttensteuer noch dazu und auch die Alkoholsteuer haben sie erhöht
* Medikamente oder, die die Kasse gar nicht mehr zahlt,
* etc etc.
Also lasst Euch nicht täuschen! Es ist ne menge Kohle, die wir erst mal selber zahlen müssen, bevor wir ne Befreiung kriegen!!
Liebe Grüße
Michael D&lsquo;Angelo

Katrin
26.01.04, 17:36
Einkommen
Dazu zählen alle wiederkehrenden Bezüge, die zur Bestreitung des Lebensunterhaltes dienen. Das sind z.B. Arbeitseinkommen, Renten, Arbeitslosengeld und Unterhaltszahlungen, aber auch Kapital- und Mieteinkünfte. Wohngeld, Erziehungs- und Kindergeld, aber auch Bafög zählen nicht dazu.
Arbeitslosengeld- und Arbeitlosenhilfeempfänger können ihr Brutto-Einkommen nur mit Hilfe der Kasse für ihren Fall ermitteln lassen. Die Nettozahlung wird mit letzter Steuerklasse, Kindern und Kirchensteuer zu einem "fiktiven Brutto" hochgerechnet. Bei Sozialhilfeempfängern wird der Sozialhilfesatz zugrunde gelegt.
Der Regelsatz zur Sozialhilfe ist genereller Mindestsatz. Auch bei Personen, die noch niedrigere Einnahmen haben, wird er angesetzt. Das betrifft zum Beispiel viele Studenten oder Selbständige.
LG

Karin
26.01.04, 19:26
>

Katrin
26.01.04, 23:19
>> Das stammt von der BKK!!
lg

mona
27.01.04, 06:07
Hallo zusammen,
ich wollte nur anmerken, wenn ihr Familienversichert seid und Kinder habt wird das Bruttoeinkommen bereinigt.
Freibetrag Ehegatte 4347,00
Freibetrag je Kind 3648,00
Diese Freibeträge vom Brutto abziehen und davon die 2 bzw. 1%.
Viel Spass beim Rechnen
mona
>>Weniger Einkommen, dann ist ja die 1% Summe auch niedriger.
>>
>==>Stimmt, aber dafür tut auch wenn die Summe geringer ist der Betrag sicherlich mehr Weh.
>
>>Bin nur froh, dass ich die Regelung verstanden habe. Mache mir also keinen Kopf mehr, ob chronisch oder nicht. Ich werde diese 1%-Grenze nicht erreichen.
>>
>>Eine Sorge weniger :-))
>
>Ja auch wenn wir Chronisch Krank sind so krank sind wir dann doch nicht.
>Deshalb beschäftigt sich ja auch kaum Forschung mit der SD. Da ist finanziell einfach nicht viel raus zu holen.
>
>Viele liebe Grüße
>Norbert

Karin
27.01.04, 08:35
Hallo Katrin,
meins stammt von der Barmer Ersatzkasse und ich habe es schriftlich, dass Kinder- und Wohngeld nicht zum Einkommen zählt. Sonst würde ich das hier nicht posten.
lg

Gaby
27.01.04, 10:19
hallo Ihr,
>>>dass Kinder- und Wohngeld nicht zum Einkommen zählt. <<<<
Genau das stand doch in diesem Text !?
Lest nochmal :-)
LG Gaby