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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wieviele von den Betroffenen sind arbeitsunfähig?



Elfie
18.01.04, 19:42
Hallo liebe Leidensgenossen,
viele von Euch, die hier aktuell sich austauschen werden mich nicht kennen.
Von Oktober 02 bis Juni 02 hatte ich hier im forum meine aktivste Zeit. Mir ging es besch... und hatte keine Ahnung von der ganzen Thematik.
Hier habe ich erfahren, was mir kein Arzt hätte sagen können, weil keiner auch nur annähernd das Wissen und die Erfahrung über diese bescheuerten Symptome deren Ursachen und Zusammenhänge hat.
HERZLICHEN DANK AN ALLE UNERMÜDLICHEN RATGEBER!
Eure Hilfe war mehr wert für mich als manche ärtzliche Leistung.
Es war ein langer Leidensweg - von den Psychopharmaka über L-Thyroxin dann Pause weil TSH bei 0,02 - dann schlimmster Monat, Januar 03 UF mit TSH 2,92, dann wieder L-Thyroxin, die tolle Zeit der Steigerung, die mir manchmal meine Hoffnung auf Besserung nahm. Immer wieder hieß es hier im Forum: das braucht Zeit - und es stimmt wirklich - aber es war ein Martyrium bis diese Zeit vergangen ist mit all den Gelenkschmerzen, Heulphasen,Konzentrationsstörungen, Augenproblemen,Muskelschmerzen(über viele Wochen), Magen-und Darmstörungen, Menstruationsstörungen,Schweißausbrüchen, Zittern, Frieren u.s.w.
Kennt ja jeder!
Allen die hier neu hinzu kommen sei gesagt: laßt Euch nicht entmutigen - nehmt den Kampf auf und macht einen Schritt nach dem anderen. Seid nicht verzweifelt so wie ich es war - weil die Besserung nicht SOFORT kam, so wie es die Ärzte manchmal darstellen.
Ich denke mal, daß keiner von uns "nur" HT hat. Bei mir kam Progesteronmangel dazu,KPU, helicobacter pylori,Eisen-,Selenmangel,Siccasyndrom u.s.w. Da muß man zum Detektiv werden und immer neue Fachleute ausfindig machen und vieles natürlich SELBST BEZAHLEN!
Das sind bei mir alles zusammen mindestens um die 1200 € - Elektroakupunkteur + Medizin, TCM-Akupunkteur + Medizin (alles in der Zeit, in der es mir nicht schnell genug besser ging),Laborkosten bei HF + Medikamente.
Mir geht es jetzt, nach 2 Jahren (21 Monaten Arbeitsunfähigkeit)besser, aber arbeitsfähig bin ich noch nicht. Meine Konzentrations- und Augenprobleme habe ich immer noch, bin leicht erschöpft, Magen-Darmstörungen,Zittern oder "Strom" im Kopf. Morgen habe ich einen Termin beim Neurologen und am Dienstag
in der Uni-Augenklinik, die ein Forschungsprojekt "trockenes Auge"( nur für Kerngesunde mit trockenen Auge) haben. Ich kann als NICHTKERNGESUNDER außer der Reihe an der Behandlung teilnehmen - da habe ich echt Überzeugungsarbeit geleistet - und bin so froh, daß die mich ernst genommen haben.
Ja und dann kommt in nächster Zeit wieder der Termin beim Gutachter der BfA wegen meiner Erwerbsminderungsrente - ist ein scheußlicher Begriff für diesen Zustand der Arbeitsunfähigkeit.
Für mich ist das der absolute Ausnahmezustand und sehr belastend - ich habe immer gerne gearbeitet
im Beruf und auch zuhause - unvorstellbar was aus mir geworden ist.
Aber das kanns noch nicht gewesen sein.
So jetzt is aber genug - so viel habe ich schon lange nicht mehr in den PC gebracht. Mich strengt schon das Lesen im forum schon so an, daß ich dann keine Energie mehr habe etwas zu schreiben.Habe mir heute wieder mal eine 100er L-Thyroxin gegönnt und es tat mir gut - letzte Woche gings mir damit nicht gut.
Alles Gute und liebe Grüße
Elfie

chriz
18.01.04, 20:16
Hallo Elfie,
die Geschichte kommt mir bekannt vor.Mir gings auch so,(Diagnose 2002)
hat sich etwas gebessert jetzt,bin einigermaßen gut eingestellt, aber bin nicht hundertprozentig da. Auch ich fühle mich arbeitsunfähig. Bin einfach nicht mehr belastbar, kann mir nix mehr merken, jeder stress ist mir zuviel,bei der kleinsten Kritik falle ich in ein Depressionsloch.Ich hatte einen Job am PC,Stunden täglich und ich meine immer mein Zustand wird vor dem Computer schlimmer. Vielleicht bin ich empfindlicher auf die Strahlung geworden. Ich kriegs nach kurzer Zeit richtig an den Nerven.
Leider lachte mein Arzt nur als er was von Arbeitsunfähigkeit hörte.
Ist doch nur die Schilddrüse, meinte er. Soooo wichtig sei die nicht. Ich soll ordentlich meine L-thyroxin nehmen und damit wird man uralt. Arbeiten müssen wir alle.
Ich würde auch gerne einen Antrag stellen, aber ohne ärztliche Unterstützung gehts ja nicht...
Grüße
Chriz
>Hallo liebe Leidensgenossen,
>
>viele von Euch, die hier aktuell sich austauschen werden mich nicht kennen.
>Von Oktober 02 bis Juni 02 hatte ich hier im forum meine aktivste Zeit. Mir ging es besch... und hatte keine Ahnung von der ganzen Thematik.
>Hier habe ich erfahren, was mir kein Arzt hätte sagen können, weil keiner auch nur annähernd das Wissen und die Erfahrung über diese bescheuerten Symptome deren Ursachen und Zusammenhänge hat.
>HERZLICHEN DANK AN ALLE UNERMÜDLICHEN RATGEBER!
>Eure Hilfe war mehr wert für mich als manche ärtzliche Leistung.
>Es war ein langer Leidensweg - von den Psychopharmaka über L-Thyroxin dann Pause weil TSH bei 0,02 - dann schlimmster Monat, Januar 03 UF mit TSH 2,92, dann wieder L-Thyroxin, die tolle Zeit der Steigerung, die mir manchmal meine Hoffnung auf Besserung nahm. Immer wieder hieß es hier im Forum: das braucht Zeit - und es stimmt wirklich - aber es war ein Martyrium bis diese Zeit vergangen ist mit all den Gelenkschmerzen, Heulphasen,Konzentrationsstörungen, Augenproblemen,Muskelschmerzen(über viele Wochen), Magen-und Darmstörungen, Menstruationsstörungen,Schweißausbrüchen, Zittern, Frieren u.s.w.
>Kennt ja jeder!
>Allen die hier neu hinzu kommen sei gesagt: laßt Euch nicht entmutigen - nehmt den Kampf auf und macht einen Schritt nach dem anderen. Seid nicht verzweifelt so wie ich es war - weil die Besserung nicht SOFORT kam, so wie es die Ärzte manchmal darstellen.
>Ich denke mal, daß keiner von uns "nur" HT hat. Bei mir kam Progesteronmangel dazu,KPU, helicobacter pylori,Eisen-,Selenmangel,Siccasyndrom u.s.w. Da muß man zum Detektiv werden und immer neue Fachleute ausfindig machen und vieles natürlich SELBST BEZAHLEN!
>Das sind bei mir alles zusammen mindestens um die 1200 € - Elektroakupunkteur + Medizin, TCM-Akupunkteur + Medizin (alles in der Zeit, in der es mir nicht schnell genug besser ging),Laborkosten bei HF + Medikamente.
>Mir geht es jetzt, nach 2 Jahren (21 Monaten Arbeitsunfähigkeit)besser, aber arbeitsfähig bin ich noch nicht. Meine Konzentrations- und Augenprobleme habe ich immer noch, bin leicht erschöpft, Magen-Darmstörungen,Zittern oder "Strom" im Kopf. Morgen habe ich einen Termin beim Neurologen und am Dienstag
>in der Uni-Augenklinik, die ein Forschungsprojekt "trockenes Auge"( nur für Kerngesunde mit trockenen Auge) haben. Ich kann als NICHTKERNGESUNDER außer der Reihe an der Behandlung teilnehmen - da habe ich echt Überzeugungsarbeit geleistet - und bin so froh, daß die mich ernst genommen haben.
>Ja und dann kommt in nächster Zeit wieder der Termin beim Gutachter der BfA wegen meiner Erwerbsminderungsrente - ist ein scheußlicher Begriff für diesen Zustand der Arbeitsunfähigkeit.
>Für mich ist das der absolute Ausnahmezustand und sehr belastend - ich habe immer gerne gearbeitet
>im Beruf und auch zuhause - unvorstellbar was aus mir geworden ist.
>Aber das kanns noch nicht gewesen sein.
>So jetzt is aber genug - so viel habe ich schon lange nicht mehr in den PC gebracht. Mich strengt schon das Lesen im forum schon so an, daß ich dann keine Energie mehr habe etwas zu schreiben.Habe mir heute wieder mal eine 100er L-Thyroxin gegönnt und es tat mir gut - letzte Woche gings mir damit nicht gut.
>
>Alles Gute und liebe Grüße
>
>Elfie
>

Vera
18.01.04, 21:01
>Liebe Elfie,
danke für deinen ausführlichen Bericht.
Zu deiner (Titel-)frage:
ich war vor zwei Jahren nach meiner Hashi-Diagnose monatelang krankgeschrieben, weil nichts mehr ging.
Schichtarbeit und 10-12 Tage hintereinander arbeiten waren und sind für mich (Krankenschwester) nicht mehr vorstellbar.
Ich hatte dann das "Glück" eine weitere Autoimmunerkrankung zu entwickeln, reaktive Arthritis.
Aufgrund dessen ("was Handfestes--") hat mich dann das Arbeitsamt als Reha-Fall anerkannt!!
Seit Juni 03 mach ich eine geförderte Qualifizierung zur Betriebssekretärin (im Sozialwesen).
Ich kann die Leute sehr gut verstehen, die mit Hashi dauerhaft arbeitsunfähig sind, obwohl ich das für mich auf keinen Fall möchte (wer will das auch schon?)
Soweit zu mir
Alles Gute und herzliche Grüße
Vera

gabydortmund
18.01.04, 21:22
Hallo,
also ich fühle mich auch nicht wirklich arbeitsfähig, bin oft schlapp, sehr empfindlich und sehr Ruhebedürftig, schiebe das aber immer auf die Tatsache, daß ich schon jahrelang NICHT mehr arbeite, so quasi unterforderungssymptome und "Keine richtige Aufgabe habe"-Symptome.
Daß ich zwei Kinder erziehe, rechne ich irgendwie nicht, das zählt nicht denn es wird nirgendwo anerkennend bemerkt!
Ich spüre nur immer die Ablehnung meiner Situation gegenüber, also Sozialhilfeempfängerin, zwei Kinder, keine Mann, UND dann auch noch eine richtig schöne Wohnung und ein paar Luxusartikel wie Digitalcamera, Computer!
DAS darf dann nicht sein!
Deshalb fühle ich mich ziemlich ausgegrenzt und denke manchmal, ich fühle mich wohl erst wieder "Vollständig", wenn ich wieder arbeiten gehe!
Andererseits denke ich mir auch " Wie lange soll das gut gehen??" So wie Du Dich fühlst, und dann noch die Doppelbelastung, und noch ein 100 Prozent Schwerbehindertes Kind dazu! (Sehbehindert und hat Marmorknochen)!
Aber ich glaube, mir geht es erst wieder gut, wenn ich wieder im Berufsleben stehe, kann aber auch genausogut Irrtum sein!??
LG
Gaby

ina.s.
19.01.04, 08:20
die Frage finde ich auch interessant! Ich hatte ca. 9 Jahre lang einen Job im Aussendienst (hatte mir sehr viel Spaß gemacht!), den ich auf einmal (wußte noch nichts von Hashi!) nicht mehr richtig ausüben konnte (bekam plötzlich Panikattacken, war nicht mehr belastbar, konnte meine Ziele nicht mehr erreichen...). Andauernd folgten Gespräche mit meinem Chef (dem ich von meinen Problemen natürlich nichts erzählte), der Druck wurde noch größer und mein Versagen immer schlimmer. Manche Tage ging es mir so schlecht, dass ich mich krank meldete und mit einem ganz, ganz schlechten Gewissen zu Hause blieb. Obwohl es mir nicht wirklich besser ging, bin ich am nächsten Tag wieder zur Arbeit, damit mein Gewissen nicht noch schlechter wird.... aber auf Grund der gehäuften "Einzelfehltage" mußte ich wieder zum Chef...ein höllischer Teufelskreis.. und mir ging´s immer schlechter dabei.
Deshalb griff ich sofort zu, als eine neue Stelle in der Firma frei wurde, nur um von diesem Chef wegzukommen. Seit ich vor über 2 Jahren den Arbeitsplatz (und damit meinen Chef) gewechselt habe, habe ich zwar keinen einzigen Fehltag mehr wegen Panik gehabt, obwohl ich immer noch nicht fit bin (Hashi wurde erst im letzten Sommer diagnostiziert und jetzt bin ich immer noch in der Einstellungsphase)und die Arbeit wahrlich nicht mein Traumjob ist!!! Klar, dass ich mich an einigen Tagen, an denen es mir wieder mal total mies geht, brutal quälen muss, ob ich zur Arbeit gehe oder nicht, aber bisher habe ich mich dann doch immer irgendwie aufrappeln können. Aber so ein Jahr "Auszeit" wäre mein Traum! Ich würde so gerne etwas anderes machen (male gerne und bin ziemlich kreativ), habe aber nicht die Energie, mich nach meinem Bürojob noch weiterzubilden oder mich überhaupt nur woanders umzusehen. Ich "überlebe" nur halbwegs meinen Arbeitstag und bin danach zu überhaupt gar nichts mehr fähig, denke aber immer, das wäre anders, hätte ich einen Job, der mir gefallen und mich fordern würde..!
Ich hoffe (und glaube, da es mir schon viel, viel besser geht), dass ich mit der richtigen Hormoneinstellung irgendwo wieder ein bißchen Energie herbekomme, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen!
Allen anderen drücke ich auch die Daumen!!

Iris
19.01.04, 11:58
>Hallo liebe Leidensgenossen,
auch ich bin schon lange krank, fast schon 2 Jahre und eine Besserung ist leider nicht in Sicht... Das schlimmste sind die Konz.trations- u. Merkstörungen die mir unheimlich viele Probleme bringen.
Wie es weitergeht, keine Ahnung, erstmal sind Tests wegen der Konz. gemacht worden, mal sehen was die Krankenkasse mir daraufhin so mitteilt.
Schönen Tag noch

Jane
19.01.04, 12:18
Liebe Elfie,
das blöde an der Geschichte ist ja der Teufelskreis, daß sich durch mangelnde Belastbarkeit und Depressionen oft eine berufliche Abwärtspirale in Bewegung setzt, die einen psychisch, aber auch in der Möglichkeiten, gegen die Krankheit zu arbeiten, noch mehr benachteiligt.
Als es bei mir losging, hatte meine Firma mehrere Mitarbeiter, nebenbei bin ich noch alleinerziehende Mutter. Es hing alles an mir: Wohnung und Büro bezahlen, Schulgeld fürs Kind, Krankenkasse. In der Zeit lebte ich noch in dem Wahn, ohne mich ginge nichts. Außerdem machten die anfänglichen Symptome auf mich den Eindruck, ich wäre demotiviert und faul, als wäre mir der berufliche Erfolg zu Kopf gestiegen. Dann kam die Angst dazu, was ich auf die ersten beruflichen Schlappen wegen meiner "Faulheit" schob. Ein großer Teil meines Berufes bedeutet Durchsetzungsfähigkeit, dynamische Ausstrahlung und Präsenz auf Abendveranstaltungen. Und dann schleppt sich ein halb schlafendes Wesen, dem alles zu viel ist durch die Gegend und platzt fast aus seinen teuren Businesskostümen.
Ich habe nur immer gebetet, daß es niemand merkt. (Was ein Trugschluss ist, alle haben es gemerkt.) Wenn ich rechtzeitig gewußt hätte, was mit mir los ist, hätte ich dezent streuen können, ich laboriere an einer Stoffwechselstörung. So haben sich nur alle gefragt: was ist denn mit der los? Zudem ich mich körperlich so verändert hatte.
Berufsunfähigkeit zu erlangen ist schwierig und sicher auch nicht die Lösung. Vielleicht sollte man den Beruf wechseln, wenn es geht. Raus aus der Frontlinie, stupide, gut übersehbare Handarbeit ist mir am besten bekommen.
Allerdings ist es schwierig, wenn man schon ewig krankgeschrieben war, wer stellt einen dann noch ein?
Für meine Existenz wäre es aber der Todesstoß gewesen, zumindest in der Lebensphase der letzten Jahre - meine Tochter war in der Pubertät, war aufs Gymnasium gekommen. Was wäre geschehen, wenn ich weder Krankenkasse noch Berufsunfähigkeitsversicherung hätte zahlen können?
LG Jane

Tatjana
19.01.04, 13:40
Hi Elfie,
bei mir fing das alles schon in der Schule an. Ich war nie dumm und kam dennoch nicht mit, schaffte mit Ach und Krach die Realschule, wurde Beamtin und holte dann neben dem Beruf das Abi nach, um es mir selbst zu beweisen. Schließlich hab ich den Job hingeschmissen (hasste ihn) und hab 1 Jahr studiert (an der Berufsakademie), war aber mit dem streßigen Ba-Studium völlig überfordert. Ich ich arbeitete nebenher noch, was bei dieser Art des Studiums einfach nicht geht.
Jetzt sitze wieder in einem öden Bürojob. Seit ich das BA-Studium aufgeben mußte, geht es gesundheitlich mit mir bergab. Manchmal denke ich, ich schaffe nicht mal diesen blöden Bürojob. Trotzdem bin ich wenig krank (dieses Jahr vielleicht 10 Tage) und beiße die Zähne zusammen (gehe arbeiten trotz Gelenkschmerzen usw.). Ich könnte es mir gar nicht leisten nicht zu arbeiten (geldmäßig) und außerdem würde ich psychisch völlig vor die Hunde gehen.
Nebenher gehe ich wieder auf die Schule, in der Hoffnung einen besseren Job zu bekommen. Allerdings habe ich Angst einen besseren Job gar nicht zu schaffen. Na ja mal abwarten was das Leben noch so bringt.
Gruß und alles Gute
Tatjana

Elisa
19.01.04, 13:56
Hallo,
ich war vor 2 Jahren 2 1/2 Monaten krankgeschrieben wg. Panikattacken und Angstzuständen. Hashi war schon 1 Jahr früher diagnostiziert worden, aber mein damaliger Arzt sagte mir, die Angst habe mit Hashi nichts zu tun. Heute glaube ich ihn nicht mehr, zumal er meine Sehstörungen (die ich wg. trockenen Augen habe, wenn ich die Augentropfen vergesse) als "psychische Konversionssymptome" erklärt hatte. Das ich nicht lache...
Ich bin nun seit schon 18 Monaten brav wieder arbeiten und ohne einen einzigen Fehltag, ich habe allerdings seitdem meine Arbeitszeit auf 25 Std./Woche reduziert, was sich als sinnvoll erwiesen hat, da ich nicht so belastbar bin wie vorher. Manchmal muss ich mich buchstäblich zur Arbeit schleppen, aber es ist mir lieber, das Gefühl zu haben, ein "normales" Leben zu führen (auch wenn ich meinen Zustand manchmal nicht als so "normal" beschreiben wurde).
Mir hat dieses Forum sehr geholfen, u. a. um zu verstehen, was mit mir wirklich passiert ist. Mir tun aber die "Psycho"-Diagnosen von meinem damaligen Arzt noch weh, zumal sie überhaupt nicht stimmen, und ich habe einiges mit mir machen lassen, da ich den Mann vertraut hatte.
Jetzt bin ich schon wieder vom Thema weg. Ja, mit Arbeiten ist es so eine Sache. Ich denke, da muss jeder entscheiden, was für ihn besser ist bzw. ob er oder sie arbeiten kann oder nicht. Ich meinerseits bin froh, dass ich es, auch mit Mühen, schaffe, da kann ich mich glücklich schätzen, nun wo ich lese, dass es einigen betroffenen nicht gut genug geht, arbeiten zu gehen.
Ich wünsche allen gute Besserung und viel Mut.
Elisa

Chris03
19.01.04, 15:09
Hallo Gaby,
wie kann man als alleinerziehende Mutter denn sagen, Du seist leider nicht berufstätig. Das ist doch wirklich eine anstrengende und kräftezehrende Tätigkeit - ich habe Dir dazu eine Mail gesandt...
Chris...

Thomas
19.01.04, 15:21
Hallo auch,
ich hab selbst bekannte/ Freunde, die Arbeitslosen- oder Sozialhilfe bezogen haben. So gut wie dir gings dabei aber keinem, ganz im Gegenteil. Wie machst du das?
> Sozialhilfeempfängerin, zwei Kinder, keine Mann, UND dann auch noch eine
> richtig schöne Wohnung und ein paar Luxusartikel wie Digitalcamera, Computer!
> DAS darf dann nicht sein!
Versteh mich nicht falsch - ich hab nichts dagegen, dass es dir gut geht. Aber ich bin auch der Meinung, DAS DARF nicht sein.
> Deshalb fühle ich mich ziemlich ausgegrenzt
Da komme ich nicht mit - du arbeitest nicht und lässt die Sozialgemeinschaft dein Leben bezahlen. Und du fühlst dich aus der Gemeinschaft ausgegrenzt, weil du ihre Solidarität in Anspruch nimmst? Wenn du ausgegrenzt wärst, müsstest du wohl Abstriche machen - also bist du es nicht.
Aber ich denke trotzdem anders: wenn du arbeiten könntest, musst du es auch tun, ansonsten handelst du extrem unsolidarisch denen gegenüber, die sich mit dir solidarisch zeigen indem sie dich alimentieren. Das gilt in meinen Augen auch, wenn du aufgrund einer Erkrankung keine Tätigkeit ausüben kannst, die deiner Qualifikation entsprechen.
Ich kenne deinen konkreten Fall nicht, deshalb möchte ich den folgenden Satz nur allgemein verstanden wissen: dadurch, dass heute viele die Sozialhilfe als soziale Hängematte verstehen, geht der soziale Aspekt mehr und mehr vor die Hunden. Oder anders formuliert: dadurch, dass immer mehr Leute SH beziehen, die sie eigentlich nicht bekommen dürften oder nicht benötigen, ist kein Geld mehr für die echten Härtefälle da und wir müssen über drastische Kürzungen diskutieren. Das k*tzt mich an, weil es die Perversion der sozialen Gemeinschaft darstellt.
> Aber ich glaube, mir geht es erst wieder gut, wenn ich wieder im Berufsleben
> stehe, kann aber auch genausogut Irrtum sein!??
Was nicht heissen kann, dass der Versuch nicht lohnt, es herauszufinden.
CU - Thomas
>
>LG
>Gaby

Elfie
19.01.04, 20:16
Hallo
und danke an alle, die sich zu diesem Thema geäußert haben.
Sicher waren es nicht alle - aber ich wollte niemanden zu nahe treten mit meiner Frage.
Es beschäftigt mich z.Z. eben ganz besonders die Frage, ob man sich selbst unwissend so manipulieren kann, daß man sich all die Symptome nur einbildet.
Also die körperliche Minderbelastbarkeit spricht für mich wenigsten dafür. Denn wenn ich nach 1 x Staubsaugen ausruhen muß, halte ich das mit meinen 46 Jahren nicht für normal (es war schon viel schlimmer), aber jetzt kann ich mich wenigstens wieder erholen - das konnte früher nicht und habe mich trotzdem immer durch den Tag gequält, weil ich diesen Zustand einfach nicht annehmen konnte. Aber am meisten nervt mich diese extreme Einschränkung der Hirnleistung und der Augen, Vergessen und nicht mehr Erinnern können.
Hauptsache der Neurologe hat mich heute mit seinem "Hämmerchen" abgeklopft und siehe da, die Reflexe sind alle da - ich lebe also noch - und das ist doch auch schon was!
Gute Nacht und liebe Grüße
Elfie

gabydortmund
19.01.04, 20:18
Danke denen, die mir eine liebe Mail geschickt haben!! Das baut wenigstens mal ein wenig auf!

gabydortmund
19.01.04, 20:56
Thomas,
daß ich eine schöne Wohnung habe liegt daran, daß mein Vater mir geholfen hat, als ich hier schwanger mit dem 2. Kind eingezogen bin, UND, daß ich meine Möbel und alles was ich habe pflege!
Und daß ich mich ausgegrenzt fühle hat nicht damit zu tun, was ich habe, darüber bin ich glücklich, daß es mir gar nicht so schlecht geht und mein Papa auch noch immer da ist, wenn es mir mal schlecht gehen sollte, aber so wie man angesehen wird, was man von anderen Leuten hören muss, DAS macht einen fertig!
Daß " Ach, Du willst doch bloss nicht arbeiten gehen, und stellst Deine Behinderte Tochter nur als Grund in den Vordergrund"
Ach, sei doch nicht so faul
oder "Baoh, warum hast du denn so eine schöne Wohnung, bist doch Sozialhilfeempfängerin, und dann noch Computer, und einige Luxussachen!"
also sowas kaufe ich mir vom Weihnachtsgeld oder Geburtstagsgeld, das ich von meiner Familei bekomme und ansonsten lebe ich ziemlich sparsam!
Und dann bekomme ich noch Blindengeld für meine Tochter, da höre ich dann
" Ach, kloppst wohl das ganze Blindgengeld auf den Kopf, damit Du Dir sowas leisten kannst?"
Oder "Ach, das bekommst Du auch noch, na EUCH gehts ja gut!
Oder " Häh, warum hast Du Dein zweites Kind überhaupt noch bekommen, das hätte doch abgetrieben werden müssen, Du warst doch damals schon Sozialhilfeempfängerin"
Oder "Ach, das bisschen Haushalt, das Du zu machen hast, so gut wie Du möchte ich es auch mal haben"
Oder " Hach, ich möächte mich auch mal gerne so ausschlafen können, wie Du das immer tust"
Und die wirklichkeit sieht ganz ganz anders aus und es ist bitter, ganz bitter immer wieder solche Sprüche zu hören.
Deshalb möchte ich mir diese Jahr arbeit suchen, obwohl ich mich üüberhaupt nicht dazu in der Lage fühle diese Doppelbelastung aufzunehmen, oder sagen wir mal lieber Dreifachbelastung, da eben 100 Prozent SB Kind!
Fühlen tue ich mich nutzlos, teiweise asozial und als nichtiges Glied in der Gesellschaft, OBWOHL es mir eigentlich gut geht, aber man zählt eben nichts, das habe ich hinreichend erfahren als Sozialhilfeempfängerin mit 2 Kindern!

GelbeSchleife
14.08.14, 13:21
Hallo!
Ich bin ganz neu hier und möchte gern wissen, ob noch Jemand davon betroffen ist erwerbs/arbeitsunfähig zu sein aufgrund einer deftigen SD-Unterfunktion?

Tina 71
17.08.14, 12:08
ja ich

GelbeSchleife
18.08.14, 15:36
Hallo Tina!
Also bei mir wurde auch eine Unterfunktion festgestellt, ich nehme seit Juni L-Thyroxin, doch mir machen meine ganzen Symptome noch immer schwer zu schaffen. wie ist bei dir? Wenn ich fragen darf?

Melopomene
18.08.14, 16:21
Ich bin zwar nicht erwerbsunfähig, habe aber teilweise nur noch meinen Job geschafft und sonst nix ... mittlerweile geht es mir wieder besser und ich habe wieder ein Leben mit Freunden und Freude ... allerdings ohne Mann und ohne Kinder.

@gabydortmund
Das geht anders herum aber genauso. Ich glaube, manche Menschen sind nicht glücklich, wenn sie nicht andere anmeckern könnten.
Ich habe schließlich ein tolles Leben, keine Kinder, verdiene Geld, keinen Mann ... Schließlich habe ich doch soviel Zeit als alleinstehende Frau ohne Mann und Kinder ... Und ich müsse doch mal Rücksicht nehmen auf die Familien und immer flexibel reagieren ... und sofort springen, wenn man mich braucht. Wenn ich aber mal jemanden brauche, dann hat man ja keine Zeit, die Kinder, der Haushalt und so und der harte Job - ich wisse ja gar nicht wie gut es mir ginge.
Und wenn ich dann mal anfange, zu welchen Ärzten ich alles rennen muss, da ich nicht so gesund und fit bin wie alle denken, dann wird nur abgewunken. Oder dass ich mal länger als 18 Uhr arbeite oder 10 Stunden auf der Arbeit bin. Du sitzt doch nur im Büro, dass ist ja keine Anstrengung. Ich solle mir erstmal Kinder anschaffen, dann wisse ich, was Arbeit ist ...
Lt. meinem Arzt sind meine Schlafprobleme und Fußschmerzen übrigens psychosomatisch, weil ich keine Familie habe ...

Ingma
18.08.14, 18:46
@ Gelbe Schleife

ich nehme seit Juni L- Thyroxin,
naja, das sind jetzt gerad mal zwei Monate. Da würde ich nicht zuviel erwarten. Und je nachdem, wie lange Du unterversorgt warst, wie "heftig" die Ausgangswerte waren und wie gut das "Händchen" des Docs ist, der Dich einstellt, kann sichs auch noch ein bisschen hinziehen. Bitte mach mal einen eigenen thread auf und schreib mal deine Werte rein, bitte.

lg Ingma

GelbeSchleife
19.08.14, 11:47
Ja, ich weiß zwei Monate sind nicht lange, nur die Geduld schwindet so langsam..
Wie mache ich den einen neuen Thread hier auf? Ich finde es etwas unübersichtlich, würde aber gerne meine Werte hier rein stellen.
Lieben Gruß zurück

kapsc
19.08.14, 15:36
Du gehst in ein Unterforum Deiner Wahl --> nicht in einen Thread!!! und klickst oben in der Leiste "Neues Thema erstellen" an.

LG
Kapsc