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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : beruf - stress?



florian
11.12.03, 10:01
hallo.
ich habe meine diagnose "hashimoto" vor einigen tagen gestellt bekommen, nehme seither auch brav meine medikamente (euthyrox); kann diesbezüglich leider noch nicht so viel sagen, wegen dem geringen Zeitraum, und da ich erst im März wieder eine Visite beim Internisten habe.
Meine Frage hängt aber stark mit der krankheit zusammen: ich weiß dass es besser wäre, stress zu vermeiden. das geht in meinem fall aber nicht. ich bin gerade mal 20 und stolzer chef meiner eigenen werbeagentur mit dem hauptaugemerk auf events. wer sich in dem bereich etwas auskennt, weiß dass es dort meist sehr stressig zugeht - dann aber wieder eine ruhigere phase kommt.
Da ich meinen Job nicht aufgeben kann und auch nicht will (ist das einzige, das mir momentan richtig spaß macht), möchte ich Eure vorschläge zu einem "entspannteren" leben einholen.
Gibt es verschiedenen Techniken bzw. Übungen, um zumindest ein bisschen zu entspannen??
Wäre für Eure Stellungnahmen sehr dankbar.
P.S. ich bin eigentlich trotz meiner krankheit ziemlich froh, da ich nun endlich weiß, dass ich etwas habe, und nicht - wie alle meinten - ich mir das nur einbilde oder, wie es der arzt sagte - ich einfach ganz gesund bin und er sich keinen reim auf den ganzen schwindel und anderen symptome drauf machen könnte :-)

Tatjana
11.12.03, 10:30
Hi,
also ich mache nebenberuflich eine Weiterbildung. D.h. 2 mal die Woche (und ab und zu Samstags) nach dem Geschäft in die Schule rennen. Und natürlich büffeln dass es knallt. Mein Arzt schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als er erfuhr dass ich mit der Schule begann. In der Tat geht es mir oft trotz Hormoneinnahme nicht sehr gut (muss aber bei Dir nicht so sein!). Aber wenn ich die Schule hinschmeißen würde und in meinem langweiligen stupiden Job bleibe nur um Streß zu vermeiden, würde ich glaub zum psychischen Wrack. Und dass wäre für mich mehr Streß und auch nicht so toll für meine Befinden. Wenn Dir das also Spaß macht, ist dass ein anderer Streß und ich würde an Deiner Stelle auch nicht einfach so alles aufgeben was Du Dir aufgebaut hast. Das macht für mich keinen Sinn, schließlich geht das Leben trotz Hashi weiter ...
Gruß
Tatjana

Monika K.
11.12.03, 10:34
>
Hallo Florian,
ich kann dem beruflichen Stress und der Hektik, die meist von anderen an einen "rangeschmissen" wird, auch nicht entgehen.
Jedoch habe ich bei Diagnosestellung versucht, mein Leben zu entrümpeln und habe es auch weitgehend geschafft. Ich habe z.B. meine politische Tätigkeit eingeschränkt, einen kleinen Nebenjob am Wochenende drangegeben und mich mehr sportlich betätigt. Der Freundeskreis wurde übrigens auch durchforstet. Beziehungen, die seit Jahren nur noch mühsam aufrechterhalten wurden, wurden ehrlich auf vorhandene Gemeinsamkeiten untersucht und bei Nichtfinden abgebrochen. Du mit Deinen 20 Jahren wirst diesen Beziehungsmüll sicher nicht haben - bei mir mit 40 Lebensjahren waren diese jedoch da.
Die Diagnose war 1999 und ich fühle mich jetzt sehr wohl. Ich habe meinen Freiraum für mich und dies ist wichtiger als jede Yoga-Übung oder autogenes Training. Denn auch solche Entspannungstechniken werden immer unter Zeitdruck und begrenzt ausgeübt. Nur ist der Mensch keine Maschine, die auf Knopfdruck ein- oder abzuschalten ist.
In diesen Tagen gehen mein Mann und ich einen weiteren Weg, um unsere berufliche Zeit besser in den Griff zu bekommen. Wir beschäftigen 10 Mitarbeiter und haben seit Selbständigmachen auch sehr viel durchmachen müssen. Wochen mit 60 - 70 Arbeitsstunden waren und sind auch heute noch häufig vorhanden.
Wir üben jetzt für ein Zeitmanangement, wo die Zeiten absolut verplant sind. Hier gibt es Zeiträume, wo ruhig unvorhergesehenes erledigt werden kann, aber auch Zeiträume, wo etwas Wichtiges unbedingt Vorrang hat. Pausen werden eingetragen und dafür wird sogar auch mal der Anrufbeantworter eingeschaltet (früher undenkbar). Wie gesagt, es ist noch in der Übungsphase und funktioniert noch gar nicht gut. Wir haben es jedoch geschafft, zum ersten Mal übrigens in diesem Jahr, dass mein Mann sich gestern nachmittag freinehmen konnte und wie es aussieht, kann ich morgen mittag auch nach hause. Und dies ohne schlechtes Gewissen, weil was wichtiges liegengeblieben ist.
In einer Werbeagentur ist man sicher nicht so frei in seiner Zeitgestaltung, jedoch denke ich, dass eine gewisse Disziplinierung und eine gewisse Gewöhnung der anderen an Gegebenheiten zu mehr Entspannung und weniger Aufregung führen kann. Sollte dies nicht möglich sein, dann lege Deinen Ausgleich auf die ruhigen Phasen. Sei ruhig mal nicht erreichbar (hast Du eine Vertretung für Notfälle?). Geh zum Fitnessstudio oder noch besser: Bewegung an der frischen Luft wie Walken, joggen.... Da findet sich sicher was.
Jedoch lasse Dich nicht aufzehren vom Job. Du stehst am Anfang und brauchst Deine Kräfte.
LG
Monika

Tatjana
11.12.03, 10:42
Hi Monika,
das mit dem Zeitmanagement haben wir auch in der Schule durchgenommen (Prioritäten setzen, A-B-C Analyse, Pareto usw.)! Ist ziemlich schwer umzusetzen nicht? Da man doch immer wieder in alte Gewohnheiten verfällt ... Aber sicherlich konsequent umgesetzt sinnvoll.
Ich wünsche euch, dass es klappt und habe mir auch trotz Weiterbildung vorgenommen, etwas mehr für mich und meinen Körper zu tun.
Grüßle
Tatjana

HeikeH.
11.12.03, 10:57
hallo florian, genieße deinen beruf und gönn dir täglich eine stunde für dich und deine gesundheit!
dann hast du schon viel getan :-)
besinne dich dann auf dich und lass es dir gut gehen und das in aller gebotenen ruhe!
unterstützen kann man mit yoga, atemübungen , meditationsmusik oder was dir so liegt!
ansonsten ist jetzt mit hormonen beginnen und im märz zur kontrolle!??? völlig unzureichend!!!!
wie waren deine werte:
tsh ft3+ ft4 und was für eine dosis nimmst du ?
ja, eine diagnose zu haben ist schon hilfreich sich nicht mehr so hypochondrisch zu fühlen..... aber du wirst merken, leider sehen die docs hashi als "mach-ja-nix-krankheit" an
und dann kommt doch wieder : fällt dem doctor nix mehr ein, muss es doch die psyche sein!
also freunde ich nicht zu sehr mit dem gedanken an : ich hab hashi herr doctor!
und der glaubt dir dann :-///
lg heike

Monika K.
11.12.03, 11:07
>Hallo Tatjana,
es ist schwierig, weil die Disziplinierung so schwer fällt. Nach 25jähriger Tätigkeit in Gebieten, wo mir keiner sagte, was ich wann zu tun habe, habe ich meine Arbeit fast ausschliesslich nach meinen Vorlieben gemacht. Die einzigen Termine, die einzuhalten waren, waren die Lohnabrechnungen, Umsatzsteueranmeldeung, fällige Zahlungen. Sachen, die man nicht mag, werden aufgeschoben und irgendwann mit mehr Zeitaufwand (nicht mehr im Gedächtnis, suchen, anfordern) erledigt.
So habe ich im Zeitmanagement jeden Tag eine Stunde Internet drin. Weil dies etwas ist, was ich einerseits als Information brauche, aber auch, um wieder etwas für mich zu tun. Dieses Forum besuche ich täglich und damit basta.
Es ist schwierig, aber ich bin guter Hoffnung, dass es klappt. Mein Mann ist mit seiner Planung schon weiter als ich - ich merke, dass ich durch Hashi schnell an meine Grenzen stoße. Ich kann verlorene Arbeitszeit nicht mehr wie früher einfach wieder aufholen. Ich kann nicht mehr so schnell arbeiten wie früher und ich werde ganz schön schnell abgelenkt und verliere meine Konzentration. Trotz eigentlich guter Hormoneinstellung bin ich nicht so leistungsfähig wie vor der Krankheit. Allerdings ist man nicht mehr so ganz jung mit 45 Jahren - die Erwartungen sollten in dieser Hinsicht eben auch runtergeschraubt werden.
Es ist akzeptiert und ich versuche, mit Hilfe der Planung wieder einiges zu erreichen. Mit Hashi muß ich leben, lebe ich auch und im Rahmen meiner Möglichkeiten arbeite ich gut.
Meine oberste Priorität ist jedoch:
a) Familie
b) Gesundheit
c) Freiraum für mich bzw. gemeinsam mit meinem Mann
d) dann erst der Job, der uns ernährt.
Soweit erst mal die Theorie, an deren Umsetzung mein Mann und ich seit ca. 3 Wochen arbeiten, die jetzt erst die ersten Früchte bringt.
Alles Gute
Monika

Florian
11.12.03, 11:16
Hallo Florian,
was wirklich hilft ist, Dich im Kopf frei zu machen, nicht alles an Dich ran zu lassen und autogenes Training, auch Menschen können stressen (im Privatleben)! Versuche Deine Hormone ins Lot zu bringen, dann wird es sicherlich gehen. Ich habe mich jetzt zu einem Yoga-Kurs angemeldet, wird sicherlich interessant.
Dir weiterhin viel Freude in Deinem Job!
Lg Renate

Renate R.
11.12.03, 11:17
Habe mich mit dem Namen verschrieben, sorry
Renate