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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nochmal zu "Darf man Hashi verschweigen"



Lesina
18.10.03, 23:48
Hallo,
vielen Dank für die zahlreichen Antworten, die ich zum Thema
Arbeitgeber/ärztliche Untersuchung bekommen habe.
Bei mir war es so, daß ich einen Monat vor Arbeitsantritt die Hashi-Diagnose
bekommen habe.
Es war aber keine Neueinstellung, sondern ich habe die Arbeit nach
6 Jahren Pause wegen Kindeserziehung wieder aufgenommen.
Bisher fiel ich nicht durch übermäßig hohe Krankentage auf, aber man weiß
ja nie, was kommt.
Erschwerend kommt vielleicht noch hinzu, daß ich Beamtin bin, da sind die
Bestimmungen ja immer etwas härter.
Vom Gefühl her möchte ich Hashi aber verschweigen, weil es mir absolut nichts
nützt, wenn der Arbeitgeber Bescheid weiß. Es ist dann eher so, daß man bei
jeder weiteren Untersuchung mit Fragen hinsichtlich dem Verlauf der Erkrankung
drangsaliert wird. Und das möchte ich mir eigentlich ersparen.
Ich möchte halt nur rein rechtlich keinen Fehler machen.
Ich werde mich wohl bei unserem Betriebsrat nochmal schlau machen.
Liebe Grüße,
Lesina

Christina
19.10.03, 08:46
Hallo Lesina,
Im Beamtenverhältnis sieht die Sache ganz anders aus! Wenn Du da Krankheiten verschweigst und es später rauskommt, verlierst Du jegliche Ansprüche - auch Pensionsansprüche!
Da ist es einfacher, Du gibst es an und belegst den Verlauf der Krankheit.
Da Hashi ja eh eine macht-ja-nix-Krankheit ist, gibt es dabei vermutlich kaum Probleme.
Du kannst ja auch Deine lehrbuchmäßige Beschwerdefreiheit nach Thyroxineinnahme (hahaha) herausstreichen.
So hab ich es bei Eintritt in die private Krankenversicherung gemacht - das ging soweit, dass die mich beinahe ohne Risikozuschlag versichert hätten.
Das war mir dann aber doch zu heikel, weiß ich doch, dass ich diverse Beschwerden durch Hashi habe...
LG - Christina

Oese ( MB)
19.10.03, 10:19
">Erschwerend kommt vielleicht noch hinzu, daß ich Beamtin bin, da sind die
>Bestimmungen ja immer etwas härter.
>Vom Gefühl her möchte ich Hashi aber verschweigen, weil es mir absolut nichts
>nützt, wenn der Arbeitgeber Bescheid weiß. "
Hallo Lesina,
hast Du meine Antwort gelesen ?
<A HREF="http://www.hashimotothyreoiditis.de/cgi-bin/ht-forum.exe?VIEWID=976797887" TARGET="_blank">http://www.hashimotothyreoiditis.de/cgi-bin/ht-forum.exe?VIEWID=976797887</A>
Warum nützt es nichts ? Schadet es denn ? Gerade, wenn Du Beamtin bist, kann Dir doch in puncto Kündigung wg. Krankheit nichts passieren. Und warum sollte man Dich mit Fragen drangsalieren ?
Ich habe nur Vorteile, weil ich es erzählt habe ( Schwb GdB 50 %, mit rheum. Arthritis un M. Basedow)
Lg Oese
LG Oese

Katrin
19.10.03, 11:47
Hallo Lesina,
also ich bin auch Beamtin und habe es dem Amtsarzt beim Wechsel meiner letzten Stelle (keine Versetzung, sondern Neuanstellung) gesagt und der hat es mit einer wegwerfenden Handbewegung abgetan. Ich kann somit das vorher gesagte voll bestätigen. Zwischen Amtsärzten und Arbeitgebern auch zwischen Betriebsärzten und Arbeitgebern gibt es in Deutschland eine Datensperre! Ich habe es bei einer Kollegin erlebt, die schwer erkrankt ist und nicht wollte, dass ihr Arbeitgeber die Diagnose erfährt. Die wollten natürlich unbedingt an Informationen heran, aber sie haben nichts erfahren. Sie ist dann so pensioniert worden, ohne dass der Arbeitgeber je davon erfahren hat, was die Beamtin hatte. Der Amtsarzt weiß natürlich Bescheid.
Bei der Einstellung darf der Amts- oder Betriebsarzt dem Arbeitgeber nur mitteilen, dass der Beamte geeignet oder nicht geeignet ist und niemals die Gründe also die Diagnose für seine Entscheidung mitteilen. Sonst stellt dies eine Verletzung des Datenschutzes dar, die ggf. Konsequenzen für den Amts- oder Betriebsarzt haben kann. Die unterliegen nämlich auch der ärztlichen Schweigepflicht.
Im Zweifelsfall erkundige Dich wie schon geschrieben bei Personalrat oder Gewerkschaft oder auch bei der Personalstelle. Nach dem Motto: "Wie sieht das eigentlich aus, was ihr vom Amts- oder Betriebsarzt bekommt?". Noch viel unverfänglicher wäre, wenn Du z. B. Akteneinsicht in Deine Personalakte nimmst. Darin muss alles abgeheftet werden also auch das Ergenis Deiner Einstellungsuntersuchung, Untersuchung nach Ablauf der Probezeit, Einstellungsuntersuchung zur Einstellung auf Lebenszeit usw....
Bevor Du dem Amts- oder Betriebsarzt etwas von Dir erzählst, frage ihn doch einfach, was genau an die Personalstelle weitergegeben wird und entscheide dann, was Du ihm erzählst. Wenn er Diagnosen weitergeben will, dann frage nach der rechtlichen Grundlage, ärztlichen Schweigepflicht usw..
Und dann solltest Du hinterher noch einmal Akteneinsicht in Deine Personalakte nehmen.
Also ich glaube, es wird wirklich nicht schlimm sein und mit diesem schweren Japanischen Wort ist dieser Mensch total überfordert. Im Zweifelsfall sag einfach, Dein SD sei nicht ganz in Ordnung, aber das würde Dich überhaupt nicht beeinträchtigen...
alles Gute,
Katrin

Monika K.
20.10.03, 08:32
>Hallo Christina,
es MUSS gewährleistet sein, dass der Arbeitgeber nichts von der Diagnose erfährt. Aufgrund von Verschweigen einer Diagnose, die nicht zur Schwerbehinderung führt, gefährdet man mit Sicherheit KEINE Pensionsansprüche.
Auch den Amtsarzt interessiert nur das, was Deiner Arbeitssicherheit dienlich ist. Wenn Du eine Brille für PC-Arbeit brauchst oder mal einen orthopädischen Stuhl für Deinen lädierten Rücken, dann ist das interssant, aber nicht Deine evtl. Unpässlichkeiten wegen Hashi.
Bei der privaten Krankenversicherung ist das was anderes! Die muß für Deine Behandlungskosten aufkommen und hat ein Recht darauf, alles zu erfahren.
LG
Monika

Monika K.
20.10.03, 08:41
Bei Schwerbehinderung muß man nach meiner Kenntnis alles dem Amts-/Betriebsarzt angeben.
Wenn man will, kann man dem Arbeitgeber dies verschweigen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob in diesem Fall der Betriebsarzt verpflichtet ist, dem Arbeitgeber auch Bescheid zu geben. Es geht hier um die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, eine Schwerbehinderung nicht noch durch unzureichend ausgestattete Arbeitsplätze zu verschlimmern. Wenn er nichts weiß, kann er nichts verhindern, oder?
Wenn man vor der Einstellung gefragt wird und verneint eine bereits bestehende Schwerbehinderung, kann man wegen arglistiger Täuschung eine (erfolgreiche) Anfechtung des Arbeitsvertrages erwarten.
LG
Monika