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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Darf man Hashi verschweigen



Lesina
17.10.03, 23:21
Hallo,
ich möchte gern Eure Meinung wissen zum Thema Hashi und Arbeitgeber.
Demnächst habe ich nämlich in meiner Firma einen Termin zur augenärztlichen
Untersuchung, die bei Bildschirmarbeit vorgeschrieben ist.
Im Rahmen der Untersuchung werde ich von der Ärztin auch eindringlich
befragt werden, ob ich irgendwelche Erkrankungen habe.
Eigentlich möchte ich Hashi gern verschweigen, weil es vermutlich eher
Nachteile als Vorteile mit sich bringt, wenn mein Arbeitgeber darüber
informiert ist. Andererseits habe ich bedenken, ob ich damit nicht einen
Fehler mache, wo man mir nachträglich einen Strick draus drehen kann.
Kennt sich jemand von Euch da aus, läßt man sich rechtlich etwas zu
schulden kommen, wenn man eine Krankheit nicht erwähnt?
Wäre für Tips sehr dankbar, da der Termin schon nächste Woche ansteht!
Liebe Grüße,
Lesina

Anna E.
18.10.03, 07:05
>Hallo,
>
>ich möchte gern Eure Meinung wissen zum Thema Hashi und Arbeitgeber.
>Demnächst habe ich nämlich in meiner Firma einen Termin zur augenärztlichen
>Untersuchung, die bei Bildschirmarbeit vorgeschrieben ist.
>
>Im Rahmen der Untersuchung werde ich von der Ärztin auch eindringlich
>befragt werden, ob ich irgendwelche Erkrankungen habe.
>Eigentlich möchte ich Hashi gern verschweigen, weil es vermutlich eher
>Nachteile als Vorteile mit sich bringt, wenn mein Arbeitgeber darüber
>informiert ist. Andererseits habe ich bedenken, ob ich damit nicht einen
>Fehler mache, wo man mir nachträglich einen Strick draus drehen kann.
>
>Kennt sich jemand von Euch da aus, läßt man sich rechtlich etwas zu
>schulden kommen, wenn man eine Krankheit nicht erwähnt?
>Wäre für Tips sehr dankbar, da der Termin schon nächste Woche ansteht!
>
>Liebe Grüße,
>Lesina
Hallo Lesina!
Ich glaube Du brauchst Hashi nicht verschweigen. Denke der Arbeitgeber
weiss nicht was Hashi ist. Du würdest Ihn nur verunsichern.
Liebe Grüße von Anna aus Wien

Rudi
18.10.03, 09:18
Hallo Lesina,
in Österreich ist es jedenfalls so, daß wenn man bei einen Vorstellungsgespräch nach Krankheiten gefragt wird, und eine Krankheit verschweigt, es ein Grund für eine fristlose Entlassung ist, wenn auf Grund dieser Krankheit irgend welche Nachteile für den Arbeitsgeber entstehen (verminderte Leistung, viele Krankenstände und Arztbesuche). Wenn Du aber bereits bei einer Firma beschäftigt bist und erst im Laufe des Dienstverhältnisses erkrankst, sollte es kein Problem sein. Nachteile können natürlich auch dann entstehen, denn vor einer normalen Kündigung mit Kündigungsfrist ist man natürlich nicht geschützt. Blöd wäre es allerdings wenn die Diagnose schon vor Deinen Dienstverhältnis gestellt wurde und Du beim Vorstellungsgespräch nach Krankheiten gefragt wurdest und es verschwiegen hast. Dann würde ich es weiter verschweigen.
Liebe Grüße
Rudi

Margarete
18.10.03, 09:28
Hallo Lesina,
der Arbeitgeber ist ja schließlich keine Krankenkasse, natürlich kannst du das verschweigen. Frage doch mal euren Betriebsrat oder die Frauenbeauftragte , falls die vertrauenswürdig sind und dich nicht "verpfeifen", ob es da irgendwelche personalrechtlichen Paragraphen gibt. Ich selbst habe meinen Basedow verschwiegen, desgleichen würde ich es mit Krebs und anderen Krankheiten tun, da das meist zu dummen Vorurteilen beim Arbeitgeberr führt. Allerdings muss ich dazusagen, dass ich auch nie längere Zeit krank geschrieben werden musste.
Deine Krankheit ist ja die "Macht ja nix-Krankheit" nach Meinung der Schulmedizin, also brauchst du sie auch nicht zu erwähnen.
Gruß, Margarete

Kerstin
18.10.03, 10:20
Hallo Lesina,
>ich möchte gern Eure Meinung wissen zum Thema Hashi und Arbeitgeber.
>Demnächst habe ich nämlich in meiner Firma einen Termin zur augenärztlichen
>Untersuchung, die bei Bildschirmarbeit vorgeschrieben ist.
>Im Rahmen der Untersuchung werde ich von der Ärztin auch eindringlich
>befragt werden, ob ich irgendwelche Erkrankungen habe.
Warum eigentlich?
Geht es jetzt um die Augen, oder ist das ein vorgeschobener Grund, um den Mitarbeitern mal auf den Zahn zu fühlen? Da ich denke, daß Dir daraus Nachteile entstehen können, würde ich zu diesem Thema überhaupt keine Aussagen machen. Frag die Ärztin doch mal, warum sie das fragt und ob Du vom Gesetz her verpflichtet bist, ihr Auskunft zu geben. Wenn sie nein sagt, würde ich auch dankend ablehnen, ich bin der Meinung, das geht keinen was an.
Vielleicht googelst Du vorher mal nach den Gesetzen, sowas wie "Arbeitgeber und Krankheiten", in der Art. Da solltest Du eigentlich was finden.
Viele Grüße und halte uns auf dem Laufenden!
Kerstin

Monika K.
18.10.03, 10:27
Hallo Lesina,
beim Einstellungsgespräch eine Schwerbehinderung zu verneinen, wenn man gefragt wird, und man hat dennoch eine Schwerbehinderung - dies wird zum Verlust des Arbeitsplatzes wegen arglistiger Täuschung führen.
Aber wenn Du schon in der Firma bist, dann geht niemanden dort Deine Gesundheit an. Auch die Betriebsärztin nur insoweit, als es Deine Arbeit beeinträchtigen würde. Die Betriebsärztin ist gegenüber dem Arbeitgeber auch zur Verschwiegenheit verpflichtet. Es ist eben nur: hast Du das Vertrauen, daß tatsächlich nichts durchsickert?
Wenn Du gut eingestellt bist, hast Du eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass Due in Deiner Arbeitsleistung nicht mehr beeinträchtigt bist als jemand, der wegen grippaler Infekte oder was ganz normales Anderes arbeitsunfähig wird.
Also - warum Pferde scheu machen. Die Betriebsärztin ersetzt keinen Hausarzt. Jegliche weitere Behandlungen werden in der Regel an den Hausarzt bzw. Spezialisten verwiesen.
Was Du letztendlich tust, ist Deine Sache, aber ich würde an Deiner Stelle den Mund halten, um nicht später Zielscheibe für evtl. Mobbing zu werden (die ist eh chronisch krank - ekeln wir sie besser vorsichtshalber raus).
LG
Monika

Tara
18.10.03, 11:17
ist auf der Krankschreibung "für den Arbeitgeber" KEIN krankschreibungsgrund drauf, auf dem Durchschlag für die Krankenkasse aber sehr wohl. Jedenfalls war das immer so, bin schon eine Weile zu Hause ;-)
Den Arbeitsgeber geht das nix an, denke ich.
Gruß
Tara

Lea
18.10.03, 11:37
Hallo Lesina,
wir konnten den Augenärztlichen Test freiwillig machen und weit mehr als die Hälfte der Mitarbeiter hat ihn nicht gemacht. Gesetzlich vorgeschrieben ist der meines Wissens nicht, oder habe ich da was verpaßt. Sonst müßte ja jeder der am PC arbeitet (und das sind die Meisten), diesen Test machen.
Gruß Lea

Großes Licht
18.10.03, 16:53
>Hallo,
>
>ich möchte gern Eure Meinung wissen zum Thema Hashi und Arbeitgeber.
>Demnächst habe ich nämlich in meiner Firma einen Termin zur augenärztlichen
>Untersuchung, die bei Bildschirmarbeit vorgeschrieben ist.
>
>Im Rahmen der Untersuchung werde ich von der Ärztin auch eindringlich
>befragt werden, ob ich irgendwelche Erkrankungen habe.
>Eigentlich möchte ich Hashi gern verschweigen, weil es vermutlich eher
>Nachteile als Vorteile mit sich bringt, wenn mein Arbeitgeber darüber
>informiert ist. Andererseits habe ich bedenken, ob ich damit nicht einen
>Fehler mache, wo man mir nachträglich einen Strick draus drehen kann.
>
>Kennt sich jemand von Euch da aus, läßt man sich rechtlich etwas zu
>schulden kommen, wenn man eine Krankheit nicht erwähnt?
>Wäre für Tips sehr dankbar, da der Termin schon nächste Woche ansteht!
>
>Liebe Grüße,
>Lesina
Hallo Lesina
Du bist nicht verflichtet deine Krankheit mitzuteilen wenn du schon in der Firma warst als die Krankheit bei dir festgestellt worden ist.Und auch sonst nicht denn wie heißt es so schön unsere Krankheit ist ja eine macht ja nix Krankheit jedenfalls sagt es dir fast jeder Arzt so.
Also mach dir keinen Kopf mehr und genieße den schönen Tag
LG
Beate

Simone
18.10.03, 20:21
Hallo Lesina,
Du darfst es verschweigen, auch bei Eintritt in ein neues Arbeitsverhältnis!
Ich habe ja MS (zusätzlich) und in einem entspr. Forum war das immer wieder Thema.
Vor allem, wenn sich die Frage stellt, ob man sich einen Schwerbehinderten-Ausweiß "holt" (geht ja bei MS ganz leicht). Hat man den Ausweiß, DANN muss man es sagen, sonst nicht!!! Das ist für viele Betroffene dann durchaus eine Überlegung, ob der Ausweiß mehr Vor- oder Nachteile bringt
Habt Ihr eine Mitarbeitervertretung? Die können Dir sicherlich auch weiterhelfen und sind zum Schweigen verpflichtet. Aber ich bin mir, wie gesagt, sehr sicher, dass Du keine Auskunftspflicht hast!
viele Grüße,
Simone

Oese ( MB)
19.10.03, 08:53
>Hallo Simone,
ich habe einen Schwerbehindertenausweis ( rheum. Arthritis ) und unser Schwb.-Experte ( Vertreter) auf der Arbeit hat mir gesagt, ích muß es nicht unbedingt dem Arbeitgeber sagen, es ist freiwillig und er hat mir vor und Nachteile erklärt.
Es ist ein Kündigungsschutz bei schon mind 30% GdB, ich werde auch auf auf keine Stelle versetzt, die nicht meinen gesundheitl. Ansprüchen entspricht (z.B. viel Laufen, arbeiten im Stehen)
Wenn ich Angst wegen Mobbing hätte oder ich in einer Firma beschäftigt wäre, die nur einen Grund sucht, um den nächsten MA zu kündigen, dann hätte ich es wohl auch verschwiegen, aber das ist bei mir nicht so.
ALso, ich habe es gesagt, meine Kollegen und auch die Geschäftsleitung wissen es. Es ist gut, wenn auch die Kollegen den Hintergrund wissen, warum ich manchmal nicht so gut drauf bin, daß ich Schmerzen habe und unkonzentriert bin ; und wenn ich öfter krank geschrieben bin, als andere, dann weiß auch mein Chef warum, und das ist besser so. Sie können sich darauf einstellen ( mein Chef auch in meiner jährl. Beurteilung) und nehmen Rücksicht, da gibts auch keine Tuscheln, warum ich so oft Krank bin, es ist einfach so und gut.
OK, wir haben bei uns auch keine Mobbing-Problem.
Das ist meine Erfahrung
Lg
Oese

Simone
19.10.03, 21:17
Hallo Oese,
das ist gut zu hören, dass Du in Deiner Firma eigentlich nur Vorteile dadurch erfährst.
ích muß es nicht unbedingt dem Arbeitgeber sagen, es ist freiwillig und er hat mir vor und Nachteile erklärt
---- aber ist es nicht so, dass bei Eintritt in ein NEUES Dienstverhältnis, der Besitz eines Ausweisses gesagt werden MUSS. Bei einem fortlaufenden Dienstverhältniss kenne ich es auch so, dass man es nicht sagen muss.
Da ich z.B nach Ende meines Erziehungsurlaubes auf alle Fälle einen neuen Arbeitgeber haben werde, habe ich mich entschlossen, auf den Ausweiß bis auf weiteres zu verzichten. Viele Arbeitgeber zahlen einfach lieber die Strafgelder für Nichteinstellung eines Behinderten als diesen tatsächlich einzustellen.
viele Grüße,
Simone

karina
21.10.03, 17:43
Viele Arbeitgeber zahlen einfach lieber die Strafgelder für Nichteinstellung eines Behinderten als diesen tatsächlich einzustellen.
>viele Grüße,
>Simone
seit zwei ca. jahren gibt es ein gesetzt nach dem jedem/R behinderten arbeitsassistenz zusteht. das müsste auch für nicht voll behinderte wie etwa mit hashi und ms gelten. die arbeitsassistenz spricht mit dem/R arbeitgeberIn und klärt ihn/sie auf! wenn sie infos bekommen verlieren viele ihr scheu.
auch menschen mit schwerwiegenden behinderungen (down syndrom) finden so gute arbeitsplätze. informiert euch mal bei der arbeitsassistenz in eurer stadt.