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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HPU/ KPU



Mira
17.07.03, 10:52
Hallo,
ich habe heute meinen Wert bekommen. Er liegt bei 0.72 nmol/l. Kann man hier schon von einer Erkrankung sprechen?
Danke im Voraus,
Mira

Mic
17.07.03, 14:47
Hallo Mira,
du bist eine von den wenigen Exoten hier, die keinen KPU-Test hier in Deutschland oder in der Schweiz gemacht haben, sondern den etwas spezifischeren (sagen jedenfalls die Holländer vom KEAC) HPU-Test, bei dem ein ganz bestimmtes Oxidationsprodukt des Kryptopyrrols, das Hämopyrrollactam (kurz HPL), bestimmt wird. Hier gelten andere Grenzwerte und Einheiten.
Wenn ich es richtig im Kopf habe, spricht man bei HPL Werten ab 0,4 nmol/l von latent vorhandener HPU, also die Anlage dazu ist da und wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch weitervererbt, der Schweregrad der Störung ist aber noch nicht so ausgeprägt. Ab 1 nmol/l gilt die Störung als manifest und es treten mit ziemlicher Sicherheit klinische Symptome auf. Ich selbst hatte einen HPU-Wert von 1,4 nmol/l und ein KPU-Ergebnis von 40,3 µg/dl. Man kann die beiden Ergebnisse sicher nicht direkt miteinander vergleichen, aber ich würde bei dir ein KPU-Ergebnis in der Gegend von 20 µg/dl vermuten. Kann aber durchaus sein, dass dein KPU-Ergebnis deutlich höher oder niedriger ausfällt. Nach Aussagen von Dr. Kamsteeg korreliert das HPU-Ergebnis mit dem KPU-Ergebnis in vielen Fällen, aber nicht in allen. Bei einigen Patienten ist offenbar ein Wert stärker erhöht als der andere.
Nach deinem Ergebnis von 0.72 nmol/l hast du mit einiger Wahrscheinlichkeit HPU. Ganz sicher ist es bei diesem Wert aber wohl nicht. Du bist sehr wahrscheinlich Merkmalsträger aber zumindest im Moment scheint dein Hämstoffwechsel einigermaßen kontrolliert abzulaufen. Wenn die Werte nicht durch andere Faktoren so niedrig sind, dann kommen deine Probleme eher nicht hauptsächlich von HPU. Einen Therapieversuch würde ich aber auf alle Fälle mal machen. Probier einfach mal täglich 20 mg Zink als Gluconat oder Orotat z.B. zusammen mit einem Vitamin B-Komplex mit mind. 50 mg B6 drin. Evtl. sonst B-Komplex mit extra Zink kombinieren, sollten auch in etwa 25-50 mg B2 und 50 mg B3 enthalten sein. Auf Dauer sollte auch Magnesium hinzukommen. Wenn die Therapie anspricht, dann hast du ja schon viel gewonnen. Sollte das wirklich absolut nix bringen und auch ein Wechsel zu anderen Präparaten (z.B. Depyrrol, Kryptosan oder andere Zink/B-Komplex-Präparate) keinerlei Erfolg zeigen, dann musst du wohl anderweitig weitersuchen, solltest aber HPU in Hinblick auf deine Kinder oder andere Verwandte im Hinterkopf behalten.
Liebe Grüße,
Mic