PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bewerbungen und Hashi



Susi
28.08.02, 21:16
HAllo an alle ,
ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
lG Susi

B. Anna
28.08.02, 21:35
Hallo,
sorry für meine Antwort, aber ich würde nach jahrelanger Erfahrung mit Arbeitslosigkeit und zig Bewerbungen nie irgendwelche Handicaps beim Vorstellungsgespräch angeben, es sei denn, du spekulierst auf den Schwerbehinderten-Bonus im öffentlichen Dienst, aber den gibt es ja auch erst nach anerkannter Schwerbehinderung.
alles Gute dabei
b.anna
>HAllo an alle ,
>
>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>
>lG Susi

Simone
29.08.02, 08:46
>Hallo Susi,
wir (mein Mann und ich) haben die Erfahrung gemacht, daß man bestraft wird,
wenn man die Warheit sagt.
Meinem Mann entging ein bombenjob hier im Umkreis nur weil er sagte auf die
Frage nach dem Gesundheitszustand, er hätte Colitis Ulcerosa, sei aber
Beschwerdefrei. Also mein Tip erwähne nichts von Hashi.
Außerdem wissen die meisten doch sowieso nichts von dieser Krankheit und
im Übrigen Hashi wird doch immer als "Macht nichts Krankheit" gesehen.
In diesem Fall würde ich sagen, da es nichts macht, warum es sagen ???
Ciao Simone P.
>
>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>
>lG Susi

tajana
29.08.02, 11:14
>HAllo an alle ,
>
>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>
>lG Susi
Hallo Susi,
bin mir da jetzt nicht ganz sicher, aber vielleicht mal als Frage an alle:
Ist man im Bewerbungsgespräch überhaupt dazu verpflichtet, dazu Auskunft zu geben? (Wenn nein, dann natürlich nicht auf "seinem Recht" bestehen, sondern einfach behaupten, es gehe einem blendend.) So weit ich weiß, kann sowas nur Kündigungsgrund sein, wenn man das irgendwo schriftlich/vertraglich zu Papier brächte und es nicht stimmt. Oder irre ich da?
Viele Grüße,
tatjana

gundi
29.08.02, 14:46
Ich würde es so machen wie es Tatjana sagt. Allerdings ist es nicht mal ein Kündigungsgrund (hier in Ö), wenn man auf einem Bewerbungsbogen nichts angibt. Die Frage zu stellen ist einem Dienstgeber nicht erlaubt, daher kann er die falschen Angaben über die Gesundheit nicht als Kündigungsgrund benützen. Anders natürlich bei langem Krankenstand; die "Lüge" alleine ist kein Kündigungsgrund.
>>HAllo an alle ,
>>
>>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>>
>>lG Susi
>
>Hallo Susi,
>bin mir da jetzt nicht ganz sicher, aber vielleicht mal als Frage an alle:
>Ist man im Bewerbungsgespräch überhaupt dazu verpflichtet, dazu Auskunft zu geben? (Wenn nein, dann natürlich nicht auf "seinem Recht" bestehen, sondern einfach behaupten, es gehe einem blendend.) So weit ich weiß, kann sowas nur Kündigungsgrund sein, wenn man das irgendwo schriftlich/vertraglich zu Papier brächte und es nicht stimmt. Oder irre ich da?
>Viele Grüße,
>tatjana

gundi
29.08.02, 14:48
richtigerweise soll es nicht heissen:
.......daher kann er die falschen Angaben über die Gesundheit nicht als Kündigungsgrund benützen
sondern
fehlende Angaben
dies nur um missverständnisse auszuschliessen.
>Ich würde es so machen wie es Tatjana sagt. Allerdings ist es nicht mal ein Kündigungsgrund (hier in Ö), wenn man auf einem Bewerbungsbogen nichts angibt. Die Frage zu stellen ist einem Dienstgeber nicht erlaubt, daher kann er die falschen Angaben über die Gesundheit nicht als Kündigungsgrund benützen. Anders natürlich bei langem Krankenstand; die "Lüge" alleine ist kein Kündigungsgrund.
>
>
>>>HAllo an alle ,
>>>
>>>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>>>
>>>lG Susi
>>
>>Hallo Susi,
>>bin mir da jetzt nicht ganz sicher, aber vielleicht mal als Frage an alle:
>>Ist man im Bewerbungsgespräch überhaupt dazu verpflichtet, dazu Auskunft zu geben? (Wenn nein, dann natürlich nicht auf "seinem Recht" bestehen, sondern einfach behaupten, es gehe einem blendend.) So weit ich weiß, kann sowas nur Kündigungsgrund sein, wenn man das irgendwo schriftlich/vertraglich zu Papier brächte und es nicht stimmt. Oder irre ich da?
>>Viele Grüße,
>>tatjana
>

Ulla
29.08.02, 15:41
>Hallo,
im letzten Jahr habe ich mich mit der Diagnose Lupus (Autoimmunerkrankung) beworben - da wußte ich noch nichts vom Hashi. Da ich auch sehr unsicher war, habe ich mich zuvor von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen. Es sieht so aus, dass man dem Arbeitgeber nichts von der Krankheit erzählen muß, auch nicht auf Nachfrage, da Fragen nach dem Gesuchheitsstand nicht zulässig sind. Nur bei der Einstellungsuntersuchung muss man ehrlich sein.
Bei mir ist es dann so gelaufen (öffentlicher Dienst). Der Arbeitgeber hat nicht gefragt, dem Betriebsarzt habe ich die Wahrheit gesagt, aber eben auch, dass die Krankheit nicht aktiv ist und ich arbeiten kann. Ich habe mit ihm lange darüber gesprochen und er sagte mir, dass sein Job es wäre, meine Arbeitsfähigkeit festzustellen und ob ich keine Gefahr für meine Umgebung bin. Mehr nicht.
Seit dem 1.1. arbeite ich im öffentlichen Dienst.
Viele Grüße
Ulla

Gabi
29.08.02, 16:06
Hallo Susi,
hier kannst Du nachlesen, was Du unbedingt sagen mußt u. was Du verschweigen darfst. Beim 2. Link kannst Du mal sehen, wie streng es ist, wenn Du Polizistin werden willst.
http://www.echt-online.de/Service/sl_gehei.pdf
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/bipni/zd3/page14/05_Fragebogen_Gesundheit.pdf
Liebe Grüsse, Gabi
>HAllo an alle ,
>
>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>
>lG Susi

Monika K.
30.08.02, 07:24
>HAllo an alle ,
>
>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>
>lG Susi
Hallo Susi,
ich schließe mich Ullas Posting unten an. Ich habe einige Kenntnisse in Arbeitsrecht und auch mein Kenntnisstand ist: Frage nach der Gesundheit darf der Arbeitgeber nicht stellen. Man kann falsche Angaben machen und er darf deswegen nicht kündigen, außer:
- Man weiß als Bewerber, daß man in diesem Job nicht arbeitsfähig ist: Z.B. Man bewirbt sich als Bäcker/Bäckereiverkäuferin und hat eine Mehlstauballergie. Oder man bewirbt sich z.B. als Arzthelferin /Krankenhausschwester und hat eine ansteckende Krankheit (Hepatitis C/B?).
- Man ist schwanger! (und weiß dies) und bewirbt sich auf eine Stelle mit unbedingtem Schichtbetrieb oder in einem Labor (Biochemie/ oder z.B. mit Untersuchungen auf gefährliche Bakterien/Viren). Dies sind m.W. auch die einzigen Ausnahmen.
Ansonsten kann die Schwangerschaft problemlos verneint werden. Außer daß der Arbeitgeber sauer ist, ist auch eine Lüge folgenlos.
- Wenn der Arbeitgeber nach Schwerbehinderung fragt MUSS wahrheitsgemäß geantwortet werden.
Dies mal in Kurzform. Es gibt im Arbeitsrecht immer mal wieder Graubereiche, die arbeitsgerichtlich ausgefochten werden.
Nur: Bei Hashi würde ich persönlich niemals etwas sagen!
Grund: Bei sehr, sehr vielen Hashipatienten verläuft die Krankheit nach der richtigen Einstellung mit Hormonen so problemlos, daß eine Arbeitsunfähigkeit nicht zwangsläufig kommen wird. Und wenn mal eine Unpäßlichkeit kommt, sollte man die ruhig gleichsetzen mit grippalen Infekten, die jeden immer mal wieder treffen und für die keiner was kann.
Eine Häufung von Autoimmunkrankheiten muß auch nicht zwangsläufig kommen. Warum sich jetzt Gedanken machen. Keiner weiß, was kommt und warum den Arbeitgeber kopfscheu machen?
Alles Gute
Monika

Susi
30.08.02, 12:15
>>HAllo an alle ,
>>
>>ich wollte mal fragen, ob man mit Hashi Probleme bei einem Bewerbungsgespräch bekommen kann, wenn nach der gesundheitlichen Verfassung gefragt wird.
>>
>>lG Susi
>
>Hallo Susi,
>
>ich schließe mich Ullas Posting unten an. Ich habe einige Kenntnisse in Arbeitsrecht und auch mein Kenntnisstand ist: Frage nach der Gesundheit darf der Arbeitgeber nicht stellen. Man kann falsche Angaben machen und er darf deswegen nicht kündigen, außer:
>
>- Man weiß als Bewerber, daß man in diesem Job nicht arbeitsfähig ist: Z.B. Man bewirbt sich als Bäcker/Bäckereiverkäuferin und hat eine Mehlstauballergie. Oder man bewirbt sich z.B. als Arzthelferin /Krankenhausschwester und hat eine ansteckende Krankheit (Hepatitis C/B?).
>- Man ist schwanger! (und weiß dies) und bewirbt sich auf eine Stelle mit unbedingtem Schichtbetrieb oder in einem Labor (Biochemie/ oder z.B. mit Untersuchungen auf gefährliche Bakterien/Viren). Dies sind m.W. auch die einzigen Ausnahmen.
>Ansonsten kann die Schwangerschaft problemlos verneint werden. Außer daß der Arbeitgeber sauer ist, ist auch eine Lüge folgenlos.
>- Wenn der Arbeitgeber nach Schwerbehinderung fragt MUSS wahrheitsgemäß geantwortet werden.
>
>Dies mal in Kurzform. Es gibt im Arbeitsrecht immer mal wieder Graubereiche, die arbeitsgerichtlich ausgefochten werden.
>
>Nur: Bei Hashi würde ich persönlich niemals etwas sagen!
>Grund: Bei sehr, sehr vielen Hashipatienten verläuft die Krankheit nach der richtigen Einstellung mit Hormonen so problemlos, daß eine Arbeitsunfähigkeit nicht zwangsläufig kommen wird. Und wenn mal eine Unpäßlichkeit kommt, sollte man die ruhig gleichsetzen mit grippalen Infekten, die jeden immer mal wieder treffen und für die keiner was kann.
>Eine Häufung von Autoimmunkrankheiten muß auch nicht zwangsläufig kommen. Warum sich jetzt Gedanken machen. Keiner weiß, was kommt und warum den Arbeitgeber kopfscheu machen?
>
>Alles Gute
>
>Monika
>
HAllo Monika ,
erst mal Danke für Eure Tips.Da ich mich für eine Doktorandenstelle in der Biochemie bewerben möchte , wollte ich fragen ob Du da noch etwas Näheres weißt, da Du dich ja sehr gut auskennst.
Viele liebe Grüße Susi

Monika K.
30.08.02, 16:21
Hallo Susi,
dies ist jetzt eine Frage, die ich nicht eindeutig beantworten kann.
Hashi und die Auswirkungen auf Dich persönlich: Wenn Du gut eingestellt bist, bist Du arbeitsfähig und belastbar. Der Mehrzahl der Fälle geht es jedenfalls so, auch wenn die Einstellung manchmal Jahre gebraucht hat. Ein geringerer Teil wird immer Probleme haben. Diese tummeln sich auch gehäuft hier im Forum. Da niemand vorhersehen kann, wie die Krankheit verläuft, kannst Du eigentlich für Dich davon ausgehen, daß Du einen leichten Verlauf haben wirst, wenn zur Zeit noch nicht, dann aber später.
Dies mal als persönliche Beruhigung für Dich.
Die meisten Docs meinen ja auch, daß dies eine "machtjanixkrankheit" ist. Könntest Du zur Not drauf verweisen, wenn nach Arbeitsantritt Arbeitsunfähigkeit eintreten sollte und man Dir Vorwürfe macht.
Deine Doktorandenstelle in Biochemie ist evtl. ein heißes Eisen. Ich weiß nicht, welche Arbeit von Dir genau verlangt wird. Wenn es so etwas ist, wie z.B., daß Du Kontakt zu Blut bekommst, das wiederum anderen Menschen irgendwie zugute kommt oder auch andere Substanzen wie Impfstoffe, Medis, die gespritzt werden, dann könntest Du in einen solchen Graubereich fallen. Nehmen wir mal an, Du verletzt Dich, Dein Blut kommt irgendwie in Kontakt zu den Substanzen, dann sind u.U. SD-Antikörper übertragen worden.
Die Aussagen zur Schädlichkeit sind uneinheitlich. Manche hier im Forum durften problemlos Blut spenden, andere wurden wegen der Autoimmunkrankheit zurückgewiesen. Möglich, daß Dein neuer Arbeitgeber den Arbeitsvertrag anfechten wird. Dies geht aber in jedem Falle nur, wenn er gefragt hat! Und wenn Du dann die Unwahrheit gesagt hast.
Wenn die Probezeit noch nicht vorbei ist, kann er Dich auf jeden Fall ohne Begründung wieder loswerden. Der Kündigungsschutz greift erst nach 6 Monaten und wenn der Arbeitgeber mehr als 5 Arbeitnehmer beschäftigt.
Deine Lage müßtest Du anhand des Stellenprofils selbst mal durchleuchten. Stellen sind zwar heutzutage dünn gesät, aber ein (unehrenhafter) Rausschmiss ist auch nicht so doll im Lebenslauf und macht die Bewerbung für eine neue Stelle wieder schwieriger (ja, ja, ich weiß: Zeugnisse sollen so wohlformulierend geschrieben werden, das diese den weiteren beruflichen Weg nicht behindern: dies ist eine Sache. Tatsache ist, daß immer noch Umschreibungen für Übles genutzt werden und was am Telefon gesagt wird, das kann man auch nicht verhindern)
Wenns fraglich ist, würde ich ein paar Euro investieren und mir anwaltlichen Rat einholen. Fachanwälte für Arbeitsrecht gibt es zuhauf. Bei der Anwaltskammer gibt man Dir sicher gerne Auskunft.
Ansonsten toi, toi, toi für Deine Bewerbung.
Monika