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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hashi und Kur



Bernhard
19.07.02, 22:06
Hallo, Hashifachleute,
hat jemand Erfahrung mit einer Kur(beantragung) wegen Hashimoto? Wichtig wäre auch die Frage, ob sich durch eine Kur die Müdigkeit etc. bessern kann.
Herzliche Grüße
Bernhard

Michael D‘Angelo
20.07.02, 01:41
>Hallo, Hashifachleute,
>hat jemand Erfahrung mit einer Kur(beantragung) wegen Hashimoto? Wichtig wäre auch die Frage, ob sich durch eine Kur die Müdigkeit etc. bessern kann.
>
>Herzliche Grüße
>
>Bernhard
Hallo Bernhard!
Tja, leider besteht das Problem bei Hashimoto-Thyreoditis, daß diese Diagnose alleine keine Kur bewilligt wird, denn in den meisten Lehrbüchern steht drin, daß diese Krankheit nichts macht, nur die Schilddrüse zerstören, ganz langsam und dann braucht man nur irgendwann Thyroxin geben und alles ist wieder in Ordnung.
Leider hast Du hier auf dem Forum fast nur solche Fälle, die nicht in diesen Standard-Fall von Hashimoto paßt, die es auch gibt, muß ich dazu sagen, denn viele mit Hashimoto brauchen nur Thyroxin und dann ist "fast" alles gut, so scheint es.
Aber ich habe den dumpfen Verdacht, diese viele von diesen Standard-Hashilern irgendwann solche Psycho-Psycho-Hashimotler werden, die Du hier überwiegend findest, die mehr oder minder massive gesundheitliche Probleme haben, die natürlich nach Lehrmeinung nicht von der Autoimmunerkrankung Hashimoto bzw. von der chronischen SD-Entzündung kommen sollen. Warum soll es nicht davon kommen? Weil nichts im Lehrbuch drin steht! Geforscht wurde über Hashimoto kaum etwas, nur kurzfristige Untersuchungen über die Wirkung von Jod bei Hashimoto, was sich als ziemlich falsches Mittel bei Hashimoto erwiesen hat. Aber selbst die Forschungsarbeiten sind fast unbekannt, vor allem bei Hausärzten und Internisten und viele geben fleißig Jod ihren Hashi-Kranken und wundern sich, daß es diesen immer schlechter geht.
7
Also weil Hashi nichts macht, kriegt man auf die reine Diagnose "Hashimoto-Thyreoiditis" kein Kur bewilligt. Man muß andere Symptome aufweisen, die kurmäßig behandelbar sind wie:
* Starke psychische oder physische Erschöpfung hin bis zu starken Depressionen
* Massives Übergewicht oder massive Untergewicht
* Degenerative Gelenksveräanderungen
* Neurologische Erkrankungen
* CFS-Erkrankungen (meist in einer Psychosomatischen Klinik werden diese behandelt)
etc (starke Beschwerden, die man hat).
Man wird dann in eine Reha-Klinik für Psychosomatik oder Rheumatische Klinik eingewiesen, aber ein Hashi-Klinik gibt es nicht.
Liebe Grüße
Michael D‘Angelo

Bernhard
20.07.02, 13:41
>>Hallo, Hashifachleute,
>>hat jemand Erfahrung mit einer Kur(beantragung) wegen Hashimoto? Wichtig wäre auch die Frage, ob sich durch eine Kur die Müdigkeit etc. bessern kann.
>>
>>Herzliche Grüße
>>
>>Bernhard
>
>Hallo Bernhard!
>
>Tja, leider besteht das Problem bei Hashimoto-Thyreoditis, daß diese Diagnose alleine keine Kur bewilligt wird, denn in den meisten Lehrbüchern steht drin, daß diese Krankheit nichts macht, nur die Schilddrüse zerstören, ganz langsam und dann braucht man nur irgendwann Thyroxin geben und alles ist wieder in Ordnung.
>Leider hast Du hier auf dem Forum fast nur solche Fälle, die nicht in diesen Standard-Fall von Hashimoto paßt, die es auch gibt, muß ich dazu sagen, denn viele mit Hashimoto brauchen nur Thyroxin und dann ist "fast" alles gut, so scheint es.
>Aber ich habe den dumpfen Verdacht, diese viele von diesen Standard-Hashilern irgendwann solche Psycho-Psycho-Hashimotler werden, die Du hier überwiegend findest, die mehr oder minder massive gesundheitliche Probleme haben, die natürlich nach Lehrmeinung nicht von der Autoimmunerkrankung Hashimoto bzw. von der chronischen SD-Entzündung kommen sollen. Warum soll es nicht davon kommen? Weil nichts im Lehrbuch drin steht! Geforscht wurde über Hashimoto kaum etwas, nur kurzfristige Untersuchungen über die Wirkung von Jod bei Hashimoto, was sich als ziemlich falsches Mittel bei Hashimoto erwiesen hat. Aber selbst die Forschungsarbeiten sind fast unbekannt, vor allem bei Hausärzten und Internisten und viele geben fleißig Jod ihren Hashi-Kranken und wundern sich, daß es diesen immer schlechter geht.
>7
>Also weil Hashi nichts macht, kriegt man auf die reine Diagnose "Hashimoto-Thyreoiditis" kein Kur bewilligt. Man muß andere Symptome aufweisen, die kurmäßig behandelbar sind wie:
>
>* Starke psychische oder physische Erschöpfung hin bis zu starken Depressionen
>* Massives Übergewicht oder massive Untergewicht
>* Degenerative Gelenksveräanderungen
>* Neurologische Erkrankungen
>* CFS-Erkrankungen (meist in einer Psychosomatischen Klinik werden diese behandelt)
>etc (starke Beschwerden, die man hat).
>
>Man wird dann in eine Reha-Klinik für Psychosomatik oder Rheumatische Klinik eingewiesen, aber ein Hashi-Klinik gibt es nicht.
>
>Liebe Grüße
>
>Michael D‘Angelo
Hallo, Michael,
vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Reaktion!
Ich habe ja bis vor einigen Wochen auch angenommen, dass L-Thyroxin plus einer regelmäßigen Kontrolle der Werte mich wieder zu einem "normalen" Menschen machen würde. Aber seit einiger Zeit bin ich doch wieder extrem müde und kann einfach meine volle Leistungsfähigkeit nicht mehr erreichen. Vielleicht liegt es ja auch am Alter (=48) oder an der starken beruflichen Belastung, aber ich glaube, dass es durch Hashimoto ausgelöst wird.
Was mir auch nicht bewusst war, ist, dass das Hormon unterschiedlich stark "gebraucht" wird, ja nachdem, ob man Leistungssport treibt oder im Bett liegt - gespürt habe ich das zwar schon, aber da ich ja glaubte, das tägliche Hormonschlucken löse alle Probleme, habe ich da nie drübe nachgedacht.
Insofern ist das Entdecken dieser Seite für mich wichtig, denn ich kann jetzt klarer sehen, dass die Hormongabe nicht alle meine Krankheitsprobleme löst.
Herzliche Grüße
Bernhard