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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufstätigkeit



nette
18.03.02, 11:15
Hallo,
mal eine Frage an alle. Sind eigentlich Viele von euch noch berufstätig? Ich bin Hausfrau und Mutter, die sehr gerne noch was nebenher arbeiten würde, aber woher die Kraft nehmen? Ich schätze, daß ich jetzt durchschnittlich 80% meiner alten Energie wiederhabe, an guten Tagen. Und die anderen Tage? Es fällt mir ja schon zu Hause schwer, wenn dieser Nebel im Kopf kommt oder diese Traurigkeit. Wie schafft man dann im Büro oder woanders zu arbeiten, wenn die Arme schwer wie Blei sind? Wie kommen eure Kollegen mit den Stimmungsschwankungen klar? Oder kann nur ich mich so schlecht beherrschen?
Könnt ihr noch planen? Ich mag mir schon keinen Besuch mehr einladen, weiß ja nie, wie es mir in einer Woche geht. Klar wird alles langsam besser, aber wie früher?
Mir fällt manchmal so die Decke auf den Kopf, früher habe ich immer nebenher irgendwas gemacht, und wenn es nur Nachhilfe war, aber jetzt schaffe ich mit Mühe meine Arbeit hier und bin schon froh, daß das wieder geht.
Ich will ja nicht jammern (na ja, vielleicht ein bißchen), erzählt mir doch mal, wie ihr das schafft.
nette

Claudia
18.03.02, 11:31
Hallo,
ich habe Hashim. seit 6 Jahren, und zur Zeit bin ich dadurch berufsunfähig.
Und das mit 29 Jahren. Ich kann mit Hashim. nichts mehr planen, ob ich jemals wieder arbeiten kann, weis ich nicht.
Die Ärzt finden die Krankheit nicht schlimm, aber für den Betroffenen sieht es meist anders aus.
Tja, so ist das eben.
Tschüss, Claudia

Liane
18.03.02, 12:13
Hallo, liebe Nette,
der Hashimoto wurde nach der Geburt meines Sohnes richtig manifest. Vorher, besonders in der Schwangerschaft, ging es mir glänzend! Nach der Geburt hing ich für anderthalb Jahre in der Unterfunktion fest, bis ich endlich (vier Monate, nachdem ich wieder bei der Arbeit war) die Diagnose UF - Hashi bekam und hormonsubstituiert wurde. Die Einstellung ist noch nicht perfekt, wir arbeiten noch daran.
Ich hatte mich zum Glück in der Schwangerschaft schon 100%ig darauf festgelegt, wieder arbeiten zu gehen. Alles war durchgeplant, mein Mann hat Erziehungszeit gemacht, und diese äußerlichen positiven "Zwänge" oder, besser gesagt, Strukturen waren das Einzige, was mich auch wieder zur Arbeit zurückgebracht hat. Wenn ich das nicht alles vorher (so lange ich noch fit war) eingerichtet hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen, meinen recht anspruchsvollen Job wieder in Angriff zu nehmen. Jetzt arbeite ich wie geplant 75%.
Ich mache vor allem meinem privaten Umfeld (Partner!) klar, daß meine Grenzen jetzt erheblich enger gesetzt sind als vorher. (Meine Kapazitäten liegen im Augenblick so bei 60-70%!) Ich nehme mir nicht mehr so viel vor und hole mir mehr Hilfe (z. B. eine Putzhilfe - wer sich‘s leisten kann - und mein Sohn ist in der KiTa), bzw. fordere mehr Hilfe von Freunden und Verwandten ein. Ich nehme mir auch mehr Freiräume für mich ganz allein, was ich vorher auch nicht genügend gemacht habe. Zum Thema Besuch: dann sieht‘s halt nicht picobello aus zu Hause, und das Menü hat auch nicht mehr drei Gänge (symbolisch gesprochen), aber meine Freunde will ich doch trotzdem sehen! Aber - ehrlich gesagt, oft tue ich das auch nicht mehr. Aber man kann sich doch öfter einladen lassen.
Trotz aller Rücksicht denke ich oft ich kann nicht mehr. Dann muß man sich halt mal einen Tag Gleitzeit oder Urlaub gönnen um wieder aufzutanken. Oder die "Verpflichtungen" zu Hause jetzt mal liegenlassen. Oft sacke ich nach der Arbeit (bzw. nachdem mein Sohn im Bett ist) im Sofa durch und lasse Abwasch Abwasch sein. Wäre mir vorher nie passiert. Und siehe da! Es funktioniert. Entweder mein Mann macht ihn oder ich, wenn ich wieder kann.
Ich würde an Deiner Stelle, wenn Du das möchtest, versuchen eine Arbeit zu finden, die Dir Spaß macht, und zwar in einem Bereich, den Du kennst. Und ich würde darauf schauen, daß Du "Auftankstationen" nicht dafür hergibst, sondern beibehälst und bewußt nutzt. Ich persönlich würde mir auch der Unterstützung meines Partners sicher sein wollen, denn die Belastung wird ja für Dich objektiv größer, und er muß dann automatisch einen größeren Anteil Kinder/Einkauf/sonstwas übernehmen.
Ich hoffe, Du findest die Kraft dazu, denn nicht zuletzt tankt man in der Arbeit auch Bestätigung und das hilft einem auch weiter. Wenn mir etwas gut gelingt, bin ich für ein Paar Tage besser drauf.
Alles Gute,
Liane

Anneliese
18.03.02, 12:47
Hallo Nette,
auch ich habe SD-Probleme seit Jahren. Hashi wurde offiziell vor ca. 1 Jahr festgestellt.
Ich leide, wie die meisten hier, auch an verschiedenen gesundheitlichen Problemen (Begleiterkrankungen von Hashi).
Besonders an Müdigkeit, Konzentrationsstörungen etc.
Ich bin sehr froh, dass ich meinen Beruf ausübe. So bin ich gezwungen mich "nicht hängen" zu lassen. Klar habe ich auch Durchhänger. Aber ich kann sie schneller überwinden, als wenn ich nur zu Hause bin.
Meinen 5-Personen-Haushalt kann ich zwar nicht 100%ig ausfüllen, aber dafür bin ich in meinem Beruf zufrieden und dies hilft mir auch gesundheitlich. Meine Kollegen kommen auch mit meinen Stimmungsschwankungen zurecht.
Falls Du Dich entscheiden solltest wieder beruflich tätig zu sein, so solltest Du vielleicht stundenweise anfangen.
Liebe Grüße
Auch solltest Du mit Deinem Partner darüb

Mechtild
18.03.02, 22:27
Hallo, Nette,
lange Zeit ging es mir auch so wie Dir. Ich habe es geschafft mit Hilfe einer sehr guten Ärztin (Internistin und klass. Homöopathie) aus diesem Hashi-Tief herauszukommen. Ich war auch schon fast nicht mehr arbeitsfähig (voll berufstätig und in einem sehr stressigen Job dazu), konnte vor Müdigkeit kaum kriechen und brauchte alle meine Energie für die Selbstdisziplin,um trotzdem noch durchzukommen. Als besonders schlimm habe auch ich meine Stimmungsschwankungen empfunden, weil ich früher immer ein ausgesprochen ausgeglichener Typ war und mich so schnell nichts aus der Ruhe bringen konnte. Wie es mir ging und heute - dank der Homöopathie - wieder geht, habe ich vor einiger Zeit hier in diesem Forum beschrieben. Um Dir und anderen Mut zu machen, habe ich meinen Beitrag noch einmal kopiert. Mein Tip: Macht Euch auf die Suche nach einem Arzt/klass. Homöopathen (im Internet über www.bph.de).Viel Mut und Glück!
Nun mein Kurzbericht: Ich bin seit ca. einem Jahr in klassischer homöopathischer Behandlung bei meiner Internistin. Sie hat mir nie etwas versprochen und nur gemeint, sie könne versuchen meine gesundheitlichen Zustand zu stabilisieren, was sie auch ganz gut geschafft hat. Ich nehme weiterhin eine angepasste Dosis Euthyrox (inzwischen 100). In den ersten Monaten hatte ich unendliche Schwierigkeiten mit Müdigkeit und Kraftlosigkeit, trockener Haut, trotz der Hormonsubstitution. Meine Ärztin hat ein über zweistündiges Anamnesegespräch mit mir geführt. Danach hat sie mir Natrium muriaticum als Konstitutionsmittel gegeben. Das hat dann sehr viel in Bewegung gebracht. Verschlimmerung verschiedenster Symptome zeigten eine deutliche Wirkung. In mehrwöchigem Abstand oder wenn ich akute Probleme hatte, habe ich meine Ärztin konsultiert. Ich habe dann dieses oder entsprechende andere passende Einzelmittel in unterschiedlichen Potenzierungen bekommen. Es war über Wochen und Monate ein ziemliches Auf- und Ab. Aber ich habe ein Homöopathie-Tagebuch für mich selbst geführt, auch um später nachvollziehen zu können wie und ob die Therapie helfen würde. Es ist eine interessante Geschichte draus geworden. Inzwischen kann ich wieder mit wenigen Stunden Schlaf in der Nacht auskommen (wenn es sein muß! Weil ich gerade viel Arbeit habe!). Ich kann mich wieder gut konzentrieren, was vorher auch überhaupt nicht mehr möglich war und bin z.Z. wieder ein richtig glücklicher Mensch. Ich wünsche euch allen, dass ihr ähnliches Glück habt wie ich. Aber Geduld mit sich selber gehört schon dazu. Ich habe ca. ein 3/4 Jahr Geduld aufbringen müssen und vorher mindestens drei verschiedene unfähige Ärzte (in diesem Fall alles Männer!) "ausprobiert". Auch jetzt habe ich noch mit bestimmten Schwierigkeiten zu tun, die mich aber nicht so belasten wie die Müdigkeit und die Konzentrationsschwäche vor einem Jahr.-
Alles Gute, Eure Mechtild
Grüße an alle
>Hallo,
>mal eine Frage an alle. Sind eigentlich Viele von euch noch berufstätig? Ich bin Hausfrau und Mutter, die sehr gerne noch was nebenher arbeiten würde, aber woher die Kraft nehmen? Ich schätze, daß ich jetzt durchschnittlich 80% meiner alten Energie wiederhabe, an guten Tagen. Und die anderen Tage? Es fällt mir ja schon zu Hause schwer, wenn dieser Nebel im Kopf kommt oder diese Traurigkeit. Wie schafft man dann im Büro oder woanders zu arbeiten, wenn die Arme schwer wie Blei sind? Wie kommen eure Kollegen mit den Stimmungsschwankungen klar? Oder kann nur ich mich so schlecht beherrschen?
>Könnt ihr noch planen? Ich mag mir schon keinen Besuch mehr einladen, weiß ja nie, wie es mir in einer Woche geht. Klar wird alles langsam besser, aber wie früher?
>Mir fällt manchmal so die Decke auf den Kopf, früher habe ich immer nebenher irgendwas gemacht, und wenn es nur Nachhilfe war, aber jetzt schaffe ich mit Mühe meine Arbeit hier und bin schon froh, daß das wieder geht.
>Ich will ja nicht jammern (na ja, vielleicht ein bißchen), erzählt mir doch mal, wie ihr das schafft.
>nette

Ingrid
19.03.02, 07:57
Hallo Nette,
ich bin 36 Jahre alt, arbeite als Projektassistentin mit 4 Beraterkollegen. Konzentration bei Präsentationserstellungen ist mein Alltagsgeschäft. Ich habe seit 6 Jahren Hashi, Ärger mit dem Arzt, falsche Hormoneinstellungen und kämpfe täglich mit dem "Überleben im Büro". Ich habe meinen Chef informiert, dass es mir an einigen Tagen sehr schlecht geht, an anderen wieder etwas besser. Keinesfalls lasse ich mich von meiner Krankheit unterkriegen, auch wenn es noch so schwer fällt. Da ich Alleinverdiener und Single bin, habe ich keine andere Wahl, als zu arbeiten. Wir (meine Kollegen und ich) haben uns arragniert. Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht. Wenn das Team Bescheid weiß, klappt das auch.
Viel Glück
Ingrid

Bernhard
14.07.02, 21:21
>Hallo,
>mal eine Frage an alle. Sind eigentlich Viele von euch noch berufstätig? Ich bin Hausfrau und Mutter, die sehr gerne noch was nebenher arbeiten würde, aber woher die Kraft nehmen? Ich schätze, daß ich jetzt durchschnittlich 80% meiner alten Energie wiederhabe, an guten Tagen. Und die anderen Tage? Es fällt mir ja schon zu Hause schwer, wenn dieser Nebel im Kopf kommt oder diese Traurigkeit. Wie schafft man dann im Büro oder woanders zu arbeiten, wenn die Arme schwer wie Blei sind? Wie kommen eure Kollegen mit den Stimmungsschwankungen klar? Oder kann nur ich mich so schlecht beherrschen?
>Könnt ihr noch planen? Ich mag mir schon keinen Besuch mehr einladen, weiß ja nie, wie es mir in einer Woche geht. Klar wird alles langsam besser, aber wie früher?
>Mir fällt manchmal so die Decke auf den Kopf, früher habe ich immer nebenher irgendwas gemacht, und wenn es nur Nachhilfe war, aber jetzt schaffe ich mit Mühe meine Arbeit hier und bin schon froh, daß das wieder geht.
>Ich will ja nicht jammern (na ja, vielleicht ein bißchen), erzählt mir doch mal, wie ihr das schafft.
>nette
Hallo Nette,
ich arbeite noch voll in meinem Beruf - meine Frau ebenfalls - und wir haben außerdem zwei Kinder von vier und zwei Jahren. Wichtig sind bei mir die Hormonsubstitution und eine parallele homöopathische Behandlung. Am schlimmsten sind die Zeiten zu Beginn des Urlaubs; dann überfällt mich eine bleierne Müdigkeit; diese verschwindet aber zum Glück immer nach einigen Tagen.
Herzliche Grüße
Bernhard