PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : berufstätig??



martha
24.09.01, 13:25
hallo...ist vielleicht eine blöde frage, aber mich würde mal interessieren, wer hier im forum voll berufstätig ist.für mich war das irgendwie nie eine frage, dass ich das mal nicht mehr kann.lese aber immer öfter, dass viele von euch nicht mehr "arbeitsfähig" sind.
ist vielleicht eine sehr private frage.aber da ich selbständig bin und für mich meine arbeit mein "leben" bedeutet, (ausserdem ist das finanziell als selbständige auch eher problematisch, mal aufhören zu müssen) habe ich etwas panik bekommen, dass es mit "hashi" mal ganz plötzlich vorbei sein kann mit dem arbeitsleben...vielleicht ist es ja nicht allen von euch so ergangen.würde mich sehr interessieren...
liebe grüsse
martha

Petra M.
24.09.01, 14:56
Hallo martha,
ich war schon immer viel beschäftigt, habe studiert und gleichzeitig ein Geschäft geführt, später dann (da schwanger geworden und plötzlich alleinerziehend) Studium abgeschlossen, aber nicht darin arbeiten können. Also vorerst halbtags gearbeitet und als mein Sohn in die Kita ging, 3/4 Stelle angenommen, aber oft mehr als 40 Std gearbeitet. Nachdem ich heute weiß, dass ich Hashi habe und die Symptome endlich einen Namen bekamen, ist mir klar, warum ich immer wieder Phasen hatte, in denen ich so ziemlich nichts richtig auf die Reihe bekommen habe. Damals nam ich es einfach hin, schließlich war ich ja berufstätig und hatte ein kleines Kind und Haushalt und keinen Mann (vielleicht war das ja ein Glück :-)), noch ein großes Kind zu versorgen blieb mir erspart). Es war oft eine Plackerei und ich fühlte mich sehr erschöpft. Heute ist mein Sohn 15 und selbständig, mein jetziger Mann macht auch kaum Arbeit (grins). Seit 4 Monaten nehme ich jetzt Novothyral und ich kriege alles viel besser in den Griff. Ich arbeite 30 Stunden an 4 Tagen und es macht wieder Spass. Im Garten arbeite ich auch wieder gerne und lange, trotz noch bestehender "Hashi-Nebenwirkungen".
Alles in allem: ich habe unerkannt Hashi mindestens 15 Jahre lang gehabt, eher mehr (frühere Diagnose im Kindesalter lautete da noch Jodmangelstruma mit Hyperthyreose und das, obwohl ich regelrecht fett war und phlegmatisch!!!). Im Gegensatz zu vielen anderen hier im Forum ging es mir meist nur kurzzeitg so schlecht, dass ich Angst hatte, den Tag nicht zu überstehen. Mein Sohn liess mir auch nie Zeit, mich mit meiner Erschöpfung allzulange zu beschäftigen, es musste weitergehen und es ging bei mir auch irgendwie. Ich bin trotzdem meist glücklich gewesen und habe mir mein Leben im Rahmen meiner Möglichkeiten eingerichtet. Sicher hätte ich ohne den Hashi mehr erreichen können (zumindestens wäre es mir bereits damals sicher besser gegangen) aber ich hadere nicht damit. Mein Ehrgeiz hat mich nicht zerfressen und übertriebenen Luxus muss ich nicht haben :-) - es ist mir egal, ob der Wagen meines Nachbarn neuer ist und mehr PS hat und wenn ich zu müde bin, ruhe ich mich eben kurz aus. Den Ärzten versuche ich die Hilfe aus der Nase zu ziehen, die möglich ist und mir und meinem Körper versuche ich viel gutes zu tun.
Es KANN (siehe Forumsbeiträge), aber es MUSS einem mit Hashi nicht zunehmend schlechter gehen. Also keine Panik, wer sagt, dass es auch bei dir bis zur Arbeitsunfahigkeit kommen MUSS?

Liebe Grüsse
Petra

Kerstin
24.09.01, 15:49
Hallo Ihr beiden,

ich stimme Petra zu.
So schlimm, daß man seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann, kommt es sicherlich in sehr seltenen Fällen. Die Mehrheit der Hashis fühlt sich mit einer ordentlichen Betreuung und Medikation gut bis wieder ganz der/die Alte. Bei allem was Du hier an Furchteinflößendem liest, darfst Du nicht vergessen, daß es sich hier um Leute handelt, denen es nicht gut geht. Die Hashis, die keine Sorgen mit ihrer Krankheit haben, werden auch kaum so ein Forum besuchen.
Ich habe selber noch nicht so viel Erfahrung mit Hashi wie Petra. Ich denke, daß es sich bei mir die letzten 2-3 Jahre angebahnt hat, seit Mai d.J. habe ich erst Gewißheit. Ich muß noch viel lernen, was den Umgang mit Hashi angeht, das dauert sicherlich länger als ein paar Monate, die ich mich jetzt damit rumschlage.
Laß Dich also nicht verunsichern, Martha, immer das Beste annehmen :-)
Liebe Grüße
Kerstin

gundi
24.09.01, 16:49
hallo martha!
vermutlich kommt es auch darauf an, wie sich deine arbeitswoche von druck und stress her gestaltet. ich konnte ganz gut meinen job erfüllen, ohne einschränkungen. seit meine firma vor 3 jahren 40% personal abgebaut hat und in meinem bereich mit 1,75 arbeitskräften 3 planstellen abgedeckt werden sollen, ist es mir fast täglich zu viel. wenn ich familie zu hause hätte, hätte ich defintiv bereits kündigen müssen, das könnte ich nicht schaffen.
wenn du es dir so einteilen kannst, dass du nicht unter druck kommst, ist das sicher besser.
es geht aus deinem mail auch nicht hervor, ob du starke beschwerden hast und/oder ob du zu den glücklichen gehörst, die nach einnahme der nötigen hormone (fast) beschwerdefrei sind - was ich dir wünschen täte!
liebe grüsse,
gundi
>hallo...ist vielleicht eine blöde frage, aber mich würde mal interessieren, wer hier im forum voll berufstätig ist.für mich war das irgendwie nie eine frage, dass ich das mal nicht mehr kann.lese aber immer öfter, dass viele von euch nicht mehr "arbeitsfähig" sind.
>ist vielleicht eine sehr private frage.aber da ich selbständig bin und für mich meine arbeit mein "leben" bedeutet, (ausserdem ist das finanziell als selbständige auch eher problematisch, mal aufhören zu müssen) habe ich etwas panik bekommen, dass es mit "hashi" mal ganz plötzlich vorbei sein kann mit dem arbeitsleben...vielleicht ist es ja nicht allen von euch so ergangen.würde mich sehr interessieren...
>liebe grüsse
>martha