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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : SD und andere Krankheiten



Claudia
28.06.01, 19:41
Hallo Ihr,
je mehr ich über die Schilddrüse hier in den verschiedenen Foren lese, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass die SD schuld ist an so vielen kleinen und grossen Gebrechen.
Ich bin von zu Hause her schon mehr als vorbelastet. Meine Eltern hatten beide Probleme mit der SD. Mein Vater war MB, liess das aber nie feststellen, meine Mutter hatte 2 Kropf-OPs und nimmt nun Euthyrox. Seit ich denken kann, klagt sie über trockene Haut mit entzündlichen Rötungen. Nun ist sie 65 Jahre alt, und der Doc hat festgestellt, dass die SD (der Rest, der noch in ihrem Körper ist) wohl sehr aktiv ist, und hat die Medikation geändert. Gleichzeitig mit der Tatsache, dass die SD wieder irgendwie sich meldet, kam jetzt noch raus, dass sie Rheuma und Arthrose hat. Und das richtig in Schüben, dass sie kaum laufen oder sonst sich bewegen kann.
Ich denke mal: Einmal autoimmunkrank, und man kann darauf warten, dass noch 2 - 7 andere solche Hämmer dazukommen.
Was für eine Sch...
Sehe ich nun schon blaue Elefanten, oder ist mein Verdacht doch nicht so weit hergeholt ???
Für Antworten wäre ich dankbar.
Zumal meine Mutter auch sehr hilflos mit der Situation ist und froh um Unterstützung wäre.
Bis bald
I D E
Claudia

Emi
28.06.01, 22:13
Lauwarm... warm... wärmer...
Hallo Claudia,
ich bin schon überzeugt, dass das so ist. Ich traue nicht einmal zusammenzählen, was alles ich habe/gehabt was in der Kiste <b/> Autoimmunaggressivität</b> gehört in meine 43 Jahren...
Dickdarmentzündung, Sicca, MS, Vitiligo, Psoriasis,PCP,Hashi. Einmal, wenn ich Zeit habe, suche mal meine Ärztebriefe zusammen.Die Laborwerte habe ich schon in Tabelle zusammengefasst, weil ich selbst wollte klar sehen. Ich hatte schon vor 8 Jahre, nur war nicht behandelt.Damals waren die Referenzwerte anders. Ich glaube, beim Hashi der TSH-Wert ähnlich, wie bei Diabetes II der Nüchternzuckerwert: wenn es umkippt, dann hast die Krankheit schon sehr lang, weil das ist dann die letzte, was umkippt.
Über die Zusammenhänge habe ich mal <a href="http://www.hashimotothyreoiditis.de/cgi-bin/ht-forum.exe?VIEWID=99122717&NOTHREAD=&PAGE=2" target="_blank">meine Lieblingssteckenpferde vorgetragen</a>.
Wie es funktioniert, wolte bisher noch keine wissen, deshalb habe ich auch nicht gepostet, weil ich fürchte mich schon von meine Schlussfolgerungen. Es bestetigt sich schön langsam alle Gemeinsamkeiten: bisher war noch nicht viel, die NUR Hashi hätte. Eher so, dass bisher nur Hashi diagnostiziert wurde.
Wenn dich es mehr interessiert, wir könnten auch mailen. Das erschüttert nicht die Sichtweisen anderen.Wer suchet - es findet. Ich kann es nicht aufzählen, wieviel Hilfe und Denkanstösse habe ich hier bekommen.Während die 3 Monaten ist mir der Licht aufgegangen.
Deshalb bin ich schon so verzweifelt, weil ich nicht nur Hashi habe. Ich habe eine längere Spiesstutenlauf hinter mir und jetzt reichts.
Liebe Grüße,
Emi

Emi
28.06.01, 22:26
<a href="http://www.hashimotothyreoiditis.de/cgi-bin/ht-forum.exe?VIEWID=162255334&NOTHREAD=&PAGE=9" target="_blank">Rätseln</a>

L. Brakebusch
29.06.01, 09:26
>Hallo liebe Hashimoto-Betroffene,
ich bekam nach der Diskussion hier einige Mail-anfragen von Menschen mit Hashimoto/Basedow und Angst vor zusätzlichen Autoimmunkrankheiten. An dieser Stelle möchte ich eine Entwarnung geben: nur ein kleiner Teil der Betroffenen (vermutlich 10%) hat zusätzliche Autoimmunkrankheiten. Es ist wichtig danach zu suchen, wenn Symptome vorliegen die nicht zugeordnet werden können aber es wäre fatal nun in ständiger Angst zu leben, denn das kann das Immunsystem nun wiederum negativ beeinflussen. Das Sicca-syndrom ist meines Wissens nach keine eigenständige Krankheit (im Gegensatz zum Sjögren-syndrom, bei dem es eigene Antikörper gibt). Das Siccasyndrom begleitet oft Basedow/Hashimoto und kann leider nur symptomatisch und nicht ursächlich behandelt werden. Hashimnoto ist wie auch Emi festgestellt hat keine Schilddrüsenkrankheit sondern ein Zeichen einer gestörten Immunregulation (die Schilddrüse ist ein prominentes Opfer). Diese Immunregulation ist aber in den meisten Fällen nicht so gestört, dass unweigerlich andere zusätzliche Krankheiten aufterten müssen. Wir müssen daran denken, dass auf diesem Forum nur die schweren Fälle "stranden".
Also bitte nicht zuviel Angst! trotzdem ist es wichtig sich zu informieren.
Noch eine Ergänzung: Liebe Emi- ich lese mit Interesse Deine Beiträge und möchte darauf hinweisen, das psychische Einflüsse natürliche eine Rolle spielen können (z.B. durch dauernde Cortisonausschüttung)bei der Entstehung von Hashimoto/Basedow aber nicht müssen. Es gibt auch Menschen die autoimmune Krankheiten ohne vorherige psychische Probleme/Belastungssituationen bekommen haben. Es gibt Familien in denen bereits kleine Kinder Hashimoto haben (selten!). Es gibt Familien in denen alle Geschwister Hashimoto bekommen und trotz hoher Antikörper mit einer passenden Hormonmenge gut damit zurechtkommen.Und natürlich gibt es auch die anderen denen es nicht gut geht, wie hier häufig auf dem Forum zu lesen. Ich denke, dass diese Krankheiten sehr viele Facetten haben und es nicht gut ist nur einen Teilaspekt zu betrachten auch wenn es für uns manchmal der einzig wirklich verständliche und fassbare Aspekt zu sein scheint. Die Ursachen von Hashimoto sind vermutlich ähnlich den Basedow-Ursachen http://www.morbusbasedow.de/Ursachen.html darauf wollte ich noch einmal hinweisen ;-)
herzliche Grüße
Leveke Brakebusch