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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist das Hashimoto?



Sonja
24.05.01, 11:20
Folgende Diagnose wurde im April gestellt:Atrophische autoimmune Thyreoiditis. Kleine, echoarme SD. Echoreicher Knoten re. Unter Levothyroxin und Jodid unzureichende Einstellung (seit 1 1/2 Jahren). _Erhöhte TPO-Antikörper.
Meine Symptome sind nicht ganz typisch, aber das Schlimmste ist die starke Gewichtszunahme. Kann mir jemand sagen, ob das passt?

Emi
24.05.01, 12:04
Hallo Sonja,
ich vermute, du ahnst schon den Antwort, sonst hättest nicht in unser Forum nachgefragt. Für mich die Beschreibung passt auf Hashi.
Na, dann willkommen im Club.
Da bist hier aber bestens aufgehoben. Da hast so viel Erfahrungen, was nirgendswo.
Alles kannst Fragen, es gibt sicher, wer dir weiterhilft.
Es gibt sehr viele, authentische Infos, die teilweise diametrial entgegengesetzt sind mit Lehrbuch und Arztmeinungen.
Du findest dann sowieso aus, was für dich gut tut und nicht.
Ich hoffe, Michael schickt dich alle Grundkenntnisse, wenn du es willst.
Der Wahl liegt bei dir:
Wenn eine scharfe Kurve kommt beim Fahren, du entscheidest, was machen willst:
Augen fest schliessen und nicht hinschauen und wissen wollen oder
Augen aufreissen, hinschauen und lenken.
Übrigens: du findest sehr Vieles unter Schilddruesenpraxis und Morbus Basedow Forum auch.
Liebe Grüße,
Emi

Michael D‘Angelo
24.05.01, 12:13
>Folgende Diagnose wurde im April gestellt:Atrophische autoimmune Thyreoiditis. Kleine, echoarme SD. Echoreicher Knoten re. Unter Levothyroxin und Jodid unzureichende Einstellung (seit 1 1/2 Jahren). _Erhöhte TPO-Antikörper.
>Meine Symptome sind nicht ganz typisch, aber das Schlimmste ist die starke Gewichtszunahme. Kann mir jemand sagen, ob das passt?
Hallo Sylvia!
Gewichtszunahme und atrophische autoimmune Thyreoditis (= Ist Hashimoto-Thyreoititis, sogar die Standardform in Deutschland, wo die Schilddrüse schrumpft, also kleiner wird). Erhöhte TPOAK ist bei Hashimoto normal.
Was ist mit TAKs? Schon einmal gemessen worden? Es gibt nämlich zwei Antikörper bei Hashimoto, die mit auftreten können, aber nicht müssen.
Allerdings glaubt der Standardarzt nicht, daß die Gewichtszunahme von Dir mit der Schilddrüsen in Verbindung steht. Warum fragst Du Dich? Weil es nicht im Lehrbuch steht, noch nicht. Es besteht eine direkte Verbindung zwischen Leber und der Schilddrüse bzw. Schilddrüsenstoffwechsel!!!!!
Leider wird diese Autoimmunerkrankung (DIE SCHILDDRÜSE WIRD VOM KÖRPER LANGSAM ZERSTÖRT) gleich behandelt wie eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund von Jodmangel, was beides unterschiedliche Erkrankung sind. Leider steht diese in deutschen Lehrbüchern noch so drin, aber vielen Ärzten ist es gar nicht bewußt, was sie da behandeln!
Allerdings was nicht paßt, ist dieser echoarme Knoten rechts, denn normalerweise ist bei der atrophischen Hashimoto-Thyreoiditis keine Knotenbildung i.a. feststellbar, sondern nur bei der hypertrophen Hashimoto-Thyreoiditis, wo die Schilddrüsen größer wird und ein Struma/Knoten bildet.
=> Frag deinen Arzt: Wie groß ist das Gesamtvolumen Deiner Schilddrüse? Die normale Größe einer SD bei einer Frau ist so 15 bis 20 ml, beim Mann insgesamt so 25 ml (ungefähr, kein muß). Aber wenn die individuelle SD-Größe drunter oder drüber liegt, dann ist es ein Zeichen, daß mit der SD irgendetwas nicht stimmen kann.
Was überhaupt nicht paßt, ist die Medikamentation deines Arztes.
=> Generell gilt: Bei einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüsen ist kein zusätzlichen Jod zu geben, weil es bei der Mehrzahl der Erkrankten negative Folgen hatte und hat.
=> SOFORT DAS JODID ABSETZEN! KEINE WUNDER, WENN ES DIE BEHANDLUNG DEINES ARZTES KEINEN ERFOLG ZEIGT! EINERSEITS SOLL DIE SCHILDDRÜSE RUHIG GESTELLT WERDEN MIT THYROXIN, ANDERERSEITS GIBT DEIN ARZT ZUSÄTLICHENS JOD, WOBEI DIE SCHILDDRÜSE WIEDER ANFÄNGT EIGENES THYROXIN ZU PRODUZIEREN, WAS SIE JA NICHT SOLLTE, WEIL DANN DER AUTOIMMUN-ZERSTÖRUNGSPROZESS WIEDER IN GANG GKOMMT!
Jod ist nicht für jede Schilddrüsenerkrankung gut, was aber leider selbst viele Ärzte nicht wissen!!!! Es besteht so erheblich der Verdacht, daß aufgrund von erhöhte Jodzufuhr erst diese Autoimmunerkrankung mitaugelöst wird, neben vielen anderen Faktoren wie Streß oder genetische Prädisposition. Überall wo viel Jod in der Nahrung ist (USA, Japan) ist diese Art der Schilddrüsenerkrankung vorherrschend.
Der Effekt ist in etwas so ähnlich, als würdest Du mit Thyroxin auf die Autobremse treten und mit dem Jod wiederum gleichzeitig aus Gaspedal, da kommt die Karre bzw. erheblich ins Schlingern!


Unbedingt Deine Arzt darauf aufmerksam machen, daß hier was nicht stimmt!
Liebe Grüße
Michael D‘Angelo