Link mit Infos zum Mitnehmen für Ärzte:
http://www.aerztezeitung.at/archiv/o...gerschaft.html

Schwangerschaft und Hashimoto / Schwanger ohne Schilddrüse

Da die optimale Versorgung mit Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft für Mutter und Kind äußerst wichtig ist, sollten Frauen mit Hashimoto bei Kinderwunsch wie bei bestehender Schwangerschaft einiges beachten. Leider sind immer noch viele Ärztinnen und Ärzte nicht auf dem neuesten Stand und halten regelmäßige Wertekontrollen in der Schwangerschaft nicht für wichtig (obwohl dies eigentlich nicht wirklich neu ist) und geben diese Sicht an ihre Patientinnen weiter. Fakt ist aber, dass der Bedarf an Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft bei den meisten Frauen nach und nach ansteigt und daher die Hormondosis immer wieder angepasst werden muss. Wird dies unterlassen, erhöhen sich bestimmte Schwangerschaftsrisiken (z.B. inauterine Wachstumsretardierung, neurologische Defizite, Früh-/Fehlgeburt und Präeklampsie.)

Sinkt/befindet sich das ft4 unter 10%, so nennt man diesen Zustand Hypothyroxinämie, gekennzeichnet durch guten TSH bei niedrigem ft4. Dieser Zustand führt zu einem deutlich erhöhten Risiko für neurologische Schäden beim Kind wie AD(H)S. Die Schädlichkeit von niedrigem ft4 in der Schwangerschaft ist leider bei Ärzten nahezu gänzlich unbekannt. Der TSH ist unbedeutend im Vergleich zum ft4. Infos und weitere Links hier: Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist das Kind gänzlich von der Versorgung mit Schilddrüsenhormon durch die Mutter abhängig. Bei schlechter Versorgungslage mit SD-Hormon kann sich das kindliche Gehirn nicht optimal entwickeln. Eine Einstellung nach TSH ist gerade in der Schwangerschaft nicht möglich, insbesondere hier zählt das ft4, was am besten oberhalb der Normbereichsmitte liegens sollte - so gibt es eine Reserve für die Kindesentwicklung.

Zur Relevanz einer euthyreoten Stoffwechsellage in der Schwangerschaft siehe u.v.a.:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22203441
http://www.jci.org/articles/view/65252

Schwangere haben einen erhöhten Thyroxinbedarf, der von der gesunden Schilddrüse gedeckt werden kann. Bei Schilddrüsenerkrankungen mit verminderter Syntheseleistung (Hashimoto-Thyreoiditis, Zustand nach Hemi-Thyreoidektomie,...) kann dies ohne adäquate Substitution zur mütterlichen Hypothyreose und konsekutiv zu einer gestörten körperlichen und intellektuellen Entwicklung des Kindes führen. http://www.aerztezeitung.at/archiv/o...gerschaft.html
Immer wieder erfährt man im Forum von Frauen, die von ihren Ärzt/innen nicht richtig informiert wurden und plötzlich während der SS einen hohen TSH aufweisen oder wo es bereits zu (nicht selten mehreren) Fehlgeburten aufgrund mangelhafter SD-Einstellung gekommen ist. Nicht selten erweist sich auch bei erfolglosen KiWu-Behandlungen eine nicht einwandfreie SD-Funktion, die von den Ärzt/innen nicht erkannt wurde, im Nachhinein als die Ursache.

Dieser Leitfaden richtet sich an Frauen, die bereits schwanger sind oder es – trotz und mit Hashimoto – werden wollen. Ihm liegen die im Folgenden zitierten wissenschaftlichen Artikel sowie die Erfahrungen von schwangeren Frauen im Forum zugrunde.

1. Wie sollten meine Schilddrüsenwerte optimalerweise sein, um schwanger werden und bleiben zu können?

Gut eingestellte Schilddrüsenwerte sind wichtig für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Bei vielen Frauen wird eine Unterfunktion der Schilddrüse, deren häufigste Ursache Hashimoto ist, erst festgestellt, wenn sie bereits längere Zeit erfolglos versuchen schwanger zu werden oder aber bereits mehrere Fehlgeburten hinter sich haben. Da die Symptome einer latenten Unterfunktion wie z.B. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Gewichtszunahme etc. sehr unspezifisch sind, dauert es oft, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Von einer latenten Unterfunktion, die durchaus schon zu den genannten Symptomen inkl. Probleme, schwanger zu werden, führen kann, spricht man, wenn der TSH über 2,5 liegt und die freien Werte noch in der Norm sind. Liegen auch die freien Werte nicht mehr in der Norm, liegt eine manifeste Unterfunktion vor. Bereits eine latente Unterfunktion erhöht die o.g. Risiken in der Schwangerschaft bzw. kann zu eingeschränkter Fruchtbarkeit führen!

TSH

Der TSH-Wert sollte bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft < 1 sein. Zu beachten ist, dass der TSH-Wert durch das Schwangerschaftshormon Beta-HCG gedrückt werden kann.

Ein primär bereits erhöhtes TSH sinkt in der Frühschwangerschaft unter der Wirkung von Beta hCG in den Normalbereich ab und täuscht eine Euthyreose vor, wenn es nicht im Zusammenhang mit den freien Hormonspiegeln (fT3, fT4) beurteilt wird. http://www.aerztezeitung.at/archiv/o...gerschaft.html
Leider wissen dies viele Ärzte nicht und verordnen bei einem supprimierten TSH oft eine Dosisreduktion, wobei sie die freien Werte außer Acht lassen. Dies erweist sich in der Regel als kontraproduktiv, da der TSH aufgrund der supprimierenden Wirkung von Beta-HCG in der Schwangerschaft kein zuverlässiger Indikator für eine Überfunktion ist.

Entscheidend für die Beurteilung der Stoffwechsellage als hyperthyreot (Überfunktion) sind daher insbesondere in der Schwangerschaft allein die freien Werte ft3 und ft4. Umgekehrt gilt, dass ein erhöhter TSH in der Schwangerschaft möglicherweise noch höher wäre, wenn er nicht durch das Beta-HCG gedrückt würde. Somit besteht bei einem erhöhten TSH (> 2,5) dringender Handlungsbedarf (Dosiserhöhung) – in der Schwangerschaft wie oben gesagt eigentlich schon, wenn der TSH signifikant über 1 angsteigt.

Vgl. dazu Bühling/Friedmann: Intensivkurs Gynäkologie. Dort steht auf S. 140., dass in der SS neben dem TSH immer auch ft4 und f3 mitbestimmt werden müssen aufgrund des beschriebenen Zusammenhangs von HCG und TSH. (Man konnte die Seite mal über Google Books aufrufen.)

Ein supprimierter TSH allein beeinflusst die Schwangerschaft nicht negativ und verringert auch nicht Chance, schwanger zu werden. Entscheidend sind die freien Werte. Diese sollten weder zu hoch noch zu niedrig sein.

Ft4 und Ft3

Die eigentlichen Schilddrüsenhormone ft3 und ft4 sind bei Frauen mit unbehandelter Unterfunktion oft relativ niedrig im Normbereich angesetzt – ft3 ist dabei meist höher als ft4 – bei einer ausgeprägten/manifesten Unterfunktion liegen diese Werte bereits unter der unteren Normgrenze. Ziel einer optimalen Einstellung ist es, die Werte durch die Einnahme eines T4-Präparats wie L-Thyroxin (in manchen Fällen ist zusätzlich ein T3-Präparat notwendig) die Werte so weit anzuheben, dass psychisches und physisches Wohlbefinden erreicht wird. Diese Einstellung geht nie von heute auf morgen. Eine große Portion Geduld und Ausdauer ist wichtig. Eine unproblematische Einstellungszeit dauert ca. ½ Jahr, bei schwierigen Fällen dauert es auch schon mal länger. Wenn Du gerade erst mit der Medikamentation beginnst und nicht schon länger gut eingestellt bist, lies Dir bitte unbedingt den Einsteigerthread im Hashimoto-Forum durch.

Eine häufige Empfehlung bezüglich der freien Werte (ft3 und ft4) in der Schwangerschaft lautet, dass sie sich im oberen Drittel des Referenzbereichs befinden sollten. Es hat sich allerdings gezeigt, dass diese Empfehlung sehr pauschal ist und eigentlich nicht auf alle Frauen angewandt werden kann. Viele Frauen haben auch dann eine erfolgreiche Schwangerschaft, wenn die Werte durchgehend mittig oder im unteren Drittel des Referenzbereichs liegen. Es kann allerdings durchaus sein, dass eine Frau individuell unterversorgt ist, wenn ihre Werte im unteren oder mittleren Bereich liegen.

Es sollte beachtet werden, dass die Referenzbereiche der Labore sich immer auf größere Populationen beziehen. Der individuelle Bereich, bei dem sich eine Person wohlfühlt, ist viel enger gefasst als der Bereich, den die Labore angeben. Bei gesunden Menschen schwanken ft3 und ft4 nur geringfügig. Daher trifft auch die oft pauschal vertretene Aussage von Ärzt/innen, „Ihr Wert ist in der Norm und damit gut“, nicht zwangsläufig zu. Während viele andere Laborwerte schwanken und es da tatsächlich reicht, wenn sie irgendwo in der Norm sind, so sieht das bei Schilddrüsenwerten ganz anders aus. Viele Betroffene haben daher auch Unterfunktionssymptome, obwohl ihre Werte noch im Normbereich liegen – sie liegen dann unterhalb ihres individuellen Wohlfühlbereichs, aber eben noch im Normbereich, der auf eine größere Population angelegt ist. Umgekehrt kann man individuell bereits überdosiert sein, wenn die freien Werte sehr weit oben in der Norm liegen.

Aus den genannten Gründen sollte man folgende Aspekte in die Betrachtung mit einbeziehen, wenn es darum geht, den Wohlfühlbereich der Werte ft3 und ft4 für die Schwangerschaft individuell festzulegen:

  • Wertekonstellation vor der Schwangerschaft: Wenn vor der Schwangerschaft bei einer bestimmten Wertekonstellation Wohlbefinden vorlag, so sollten diese Werte in der Schwangerschaft ungefähr beibehalten werden.
  • Frauen, denen es vor der Schwangerschaft mit eher niedrigen Werten gut ging, müssen auch in der Schwangerschaft nicht ihre Werte hochpuschen, nur um im oberen Drittel zu liegen. Eine Überdosierung ist ähnlich ungünstig wie eine Unterdosierung. Deshalb sollte man nie versuchen, die Werte in den oberen Bereich zu bekommen, wenn man merkt, dass man damit eigentlich überdosiert ist.
  • Ein signifikantes Abrutschen der Werte, insb. unter die Normuntergrenze, muss auf jeden Fall vermieden werden.


Bei der Betrachtung des sollte man sich an absoluten und nicht an relativen Werten (bspw. Umrechnung in Prozente) orientieren, wenn man bei verschiedenen Laboren war. Hier http://www.labor-limbach.de/Einheite...rechner.0.html kann man Laborwerte umrechnen, wenn man Werte in verschiedene Maßeinheiten (Mol bzw. Stoffmenge vs. Gramm bzw Gewicht) miteinander vergleichen will. Am günstigsten ist es natürlich, immer beim selben Labor testen zu lassen, weil die Werte somit am besten miteinander verglichen werden können.

2. Warum steigt der Bedarf an Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft an?

Der Östrogenanstieg in der Schwangerschaft führt zu einer Erhöhung des wesentlichen Bindungsproteins für Schilddrüsenhormone im Blut, des Thyroxin bindenden Globulin (TBG). Das resultiert in einem deutlichen Anstieg von Gesamt-T4 und Gesamt-T3 über die Norm im Verlauf der Schwangerschaft bei normalen freien Hormonen (fT3, fT4). (Frank-Rauhe 2007, S. 13 http://www.der-fortbildungskalender....er/2007-03.pdf )
Der Anstieg des Bindungsproteins führt also dazu, dass mehr T4 und T3 gebunden werden und damit dem Körper nicht mehr frei zur Verfügung stehen – die freien Werte sinken. Die gesunde Schilddrüse produziert nun einfach mehr T4 und T3, sodass das Defizit wieder ausgeglichen wird. Kann die Schilddrüse dies nicht leisten, sinken die freien Werte ab.

Um wie viel steigt der Bedarf an?

Der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigt bei jeder Frau unterschiedlich stark an. Ein Anstieg um 50% oder auch mehr im Gesamtverlauf der Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich. Bei manchen Frauen steigt der Bedarf nur geringfügig an. Wichtig sind daher regelmäßige Wertekontrollen.

Ab wann steigt der Bedarf an?


Der Bedarf steigt nicht erst nach 12 Wochen an, wie oft zu lesen ist, sondern meist bereits viel früher. Dies wird z.B. im Artikel „Endokrinologie: Schilddrüsenhormontherapie in der Schwangerschaft – 20 Jahre lang 2 Monate zu spät“ eindrucksvoll erklärt: http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d...004-51-294.PDF

Die Verfasser einer Studie aus dem Jahr 2003 empfehlen die pauschale Erhöhung von L-Thyroxin um 30 % bzw. 25-50 mcg bei Feststellung der Schwangerschaft. Diese Empfehlung ist nicht unumstritten. Sinnvoll ist sicher die vorherige Überprüfung der Werte zum Zeitpunkt der Feststellung der Schwangerschaft (das machen auch oft die Frauenärzt/innen), um zu entscheiden, wie stark erhöht werden sollte.

Eine aktuelle Studie von Erik K. Alexander et al.– im New England Journal of Medicine publiziert – zeigt eindeutig: Der erhöhte Bedarf von LThyroxin bei Schwangeren beginnt sehr frühzeitig in der fünften Gestationswoche. Insbesondere werdende Mütter mit bekannter Hypothyreose sollten unmittelbar nach Feststellung der Schwangerschaft die Substitutionsdosis von L- Thyroxin um 30 % (25 oder 50 μg) erhöhen. (Mann et al. 2004, S. 30 http://www.glandula-online.de/cms/cm...glandula20.pdf )
Eine frühzeitige Erhöhung der Dosis kann also bereits ab der 5. oder 6. Schwangerschaftswoche sinnvoll sein. Auch sollte nicht erst reagiert werden, wenn die Werte abgerutscht sind, sondern nach Möglichkeit früher.

3. Welche Werte muss ich wie oft in der Schwangerschaft und bei welchem Arzt kontrollieren lassen?

Welche Werte?

Es müssen aus den in Punkt 1 genannten Gründen immer alle drei Werte – TSH, ft4 und ft3 – gemacht werden. Der TSH allein reicht nicht und sollte auch nicht als einziger Wert zur Bestimmung der Dosierung herangezogen werden! Die Antikörper müssen nicht jedes Mal mitbestimmt werden.

Wie oft?


In der Frühschwangerschaft kann es sinnvoll sein, die Werte alle 2-3 Wochen zu überprüfen, insbesondere, wenn zu erkennen ist, dass der Bedarf relativ rasch stark ansteigt. Auf diese Weise kann die Hormonversorgung am besten konstant gehalten werden. Ab der 16. Woche etwa reicht in der Regel eine 4-wöchige Kontrolle (was auch den üblichen Empfehlungen entspricht), sofern die Werte auf diese Weise im Griff gehalten werden können. Ändern sich Werte und/oder Befinden signifikant, kann eine häufigere Kontrolle sinnvoll sein. In vielen Fällen steigt der Bedarf im 3. Trimenon nicht mehr oder nicht mehr so stark an wie im vorherigen Verlauf der Schwangerschaft und nach den letzten Wertekontrollen erweisen sich Steigerungen als nicht mehr notwendig. Es gibt aber durchaus Fälle, bei denen Dosisanpassungen auch 4 Wochen vor dem ET noch sinnvoll sind. Deshalb sollte die ganze Schwangerschaft über mindestens alle 4 Wochen eine Wertekontrolle stattfinden, zu Beginn der Schwangerschaft eher noch häufiger.

Achtung: Man hört immer wieder, dass Ärzt/innen der Ansicht sind, eine Kontrolle alle drei Monate in der Schwangerschaft oder gar die einmalige Überprüfung der Werte bei Feststellung der Schwangerschaft sei ausreichend. Dem ist nicht so!

Wo lasse ich die Werte kontrollieren?

Meistens kontrollieren die Frauenärzt/innen die SD-Werte bei Feststellung der Schwangerschaft, also etwa zwischen der 5. und 7. Woche, sofern Verdacht auf oder Diagnose von Hashimoto vorliegen. Bitte sprich deinen Arzt/deine Ärztin ggf. selbst darauf an, einmalig die Werte zu kontrollieren. Die weitere Verlaufskontrolle übernimmt in der Regel der Hausarzt/die Hausärztin, da das Budget Frauenärzt/innen die häufigen Kontrollen meist nicht zulässt.

Viele Frauen haben auch gute Erfahrungen mit bestimmten Endokrinolog/innen oder Nuklearmedizinern gemacht, die sie während der Schwangerschaft begleitet haben. Leider sind aber nicht grundsätzlich alle Endokrinolog/innen und Nuklearmediziner/innen auf dem neuesten Stand, so dass sie beispielsweise über den steigenden Bedarf und die damit einhergehende Erhöhung der Dosis oder über die Supprimierung des TSH durch Beta-HCG informiert sind.

Es mag sinnvoll sein, dem Hausarzt/der Hausärztin eine schriftliche Bescheinigung seitens des Frauenarztes/der Frauenärztin oder eines anderen Facharztes/einer anderen Fachärztin auszuhändigen, in der Empfehlung, alle 4 Wochen die Werte zu kontrollieren (und bei Bedarf öfter) ausgesprochen wird.

4. Um wie viel sollte ich die Dosis erhöhen?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt immer vom Verhältnis der Ausgangs- zu den aktuellen Werten sowie vom Befinden der Frau ab, um wie viel µg erhöht werden sollte. Grundsätzlich ist es sicher sinnvoll, öfter in kleineren Schritten zu steigern (aber nach Möglichkeit immer nur unter Kenntnis der aktuellen Werte), als seltener in größeren Schritten.

Meistens berichten Frauen hier im Forum von Steigerungsschritten in den Höhen von 6,25 oder 12,5 oder 25 mcg L-Thyroxin alle 4 Wochen je nach Bedarf. Gerade zu Anfang kann es notwendig sein, solche Steigerungsschritte sogar alle 2 Wochen vorzunehmen. Auch wenn die Werte signifikant abfallen, sind höhere Steigerungen sinnvoll.

Viele Frauen, die bei der ursprünglichen Einstellung mit SD-Hormonen Schwierigkeiten bei den Steigerungen hatten, haben in der Schwangerschaft oft Angst, ihre Dosis zu erhöhen. Dabei sollte jedoch Folgendes bedacht werden: Eine Erhöhung der L-Thyroxin-Dosis in der Schwangerschaft stellt – sofern sie erfolgt, um die ursprünglichen freien Werte zu erhalten – keine Steigerung der Hormondosis im eigentlichen Sinne dar. Letztere hat ja das Ziel, den Level der freien Werte zu erhöhen. Demgegenüber zielt die Erhöhung der Dosis in der Schwangerschaft darauf ab, dieses Level zu halten, damit Mutter und Kind weiterhin gut versorgt sind. Würde man diesen Ausgleich nicht anstreben, würde de facto eine Senkung des Hormonlevels das Ergebnis sein, also ähnlich als wenn man in nicht-schwangerem Zustand seine Dosis zurückfährt, um ein Sinken der freien Werte zu erzielen.

Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft ein Kombipräparat aus T4 und T3 bzw. zusätzlich zu L-Thyroxin ein T3-Präparat wie z.B. Thybon genommen haben, müssen in der Schwangerschaft meistens auch beide Anteile (T3 und T4) erhöhen. Die notwendigen Erhöhungen von T4 und T3 sind individuell unterschiedlich und können sich auch im Laufe der Schwangerschaft verändern. Aus diesem Grund ist es bei Kinderwunsch eigentlich immer ratsam, statt einem Kombipräparat auf zwei Einzelpräparate zurückzugreifen. So lässt es sich viel leichter dosieren.

Unter Umständen kann auch in der Schwangerschaft die Hinzunahme eines T3-Präparats erforderlich werden, auch wenn man vorher nur L-Thyroxin genommen hat. Das ist dann der Fall, wenn zwar ft4 auf Erhöhungen der Dosis reagiert, ft3 aber nicht nachzieht bzw. weiter abrutscht. Dieser Befund geht oft mit Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Wortfindungs- und Konzentrationsproblemen einher. Ein schlechter ft3-Wert kann auch durch Eisenmangel verursacht sein, weshalb sich in solchen Fällen eine Eisendiagnostik empfiehlt.

5. Die Jodfrage

Schwangeren wird üblicherweise empfohlen, täglich 150-230 µg Jod einzunehmen. Ob Schwangere mit Hashi das auch tun sollten, ist umstritten. Man wird Ärzt/innen auf beiden Seiten finden: Viele lehnen die Jodsubstitution ab, viele halten sie für äußerst wichtig. Man muss es also selbst entscheiden. Dazu einige Fakten:
  • Jod wird benötigt, um SD-Hormone herzustellen. Nimmt man LT, ist das Jod da schon drin (also in die Hormone eingebaut). Wer keine Schilddrüse mehr hat braucht eigentlich kein Jod (fürs Kind schon!).
  • Das Kind benötigt das Jod zur Herstellung der SD-Hormone ab etwa der 12. Woche (es gibt auch Quellen, die ein späteres Datum angeben).
  • Deutschland ist seit 2003 kein Jodmangelgebiet mehr (nach der WHO-Definition). Viele Nahrungsmittel (Milchprodukte, Fleisch, Eier etc.) enthalten bereits zusätzlich zugesetztes Jod (z.B. über das Tierfutter).
  • Die Jodclearance ist in der Schwangerschaft erhöht. Man scheidet mehr Jod aus als sonst (man scheidet auch mehr Urin aus).
  • Manche Frauen mit Hashi reagieren sehr stark auf Jod, andere überhaupt nicht.

Siehe auch: http://www.ht-mb.de/forum/showthread...05#post1394005

6. Was muss ich bezüglich der Antikörper beachten?

7. Mein Arzt/Meine Ärztin erachtet regelmäßige Wertekontrollen nicht für notwendig – was soll ich tun?

Man kann sich entweder einen anderen Arzt suchen oder einfach selbst in ein Labor in der Nähe gehen. Muss man dann selbst bezahlen, je SD-Wert ca. 15 Euro plus Material (ca. 4-5 Euro).

8. Bin ich mit Hashimoto eigentlich risikoschwanger?

9. Dosierung nach der Schwangerschaft

http://www.ht-mb.de/forum/showthread...urz-vor-Geburt

10. Welche Vitamine und Mineralstoffe sind in der Schwangerschaft wichtig?

Vitamin D:


Vitamin D in der Stillzeit: http://www.ht-mb.de/forum/showthread...-D-und-Stillen

Selen:

Vitamin B12:

Eisen:


11. T3 Präparat in der Schwangerschaft

http://www.ht-mb.org/forum/showthrea...=1#post2688662