Eintrag: Blutsenkung
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Blutsenkung
Blutsenkung
auch Blutsenkungsgeschwindigkeit, BKS, Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, Blutsenkungsreaktion
Nach der Blutabnahme wird das Blut aus dem Entnahmeröhrchen in einen dünnen Glaszylinder aufgezogen. Der Glaszylinder ist mit einer Skala mit Millimetereinteilung versehen. Nach dem Aufziehen des Blutes in den Glaszylinder lässt man diesen aufrecht stehen. Der Schwerkraft folgend sinken jetzt die festen Blutbestandteile (z.B. rote und weiße Blutkörperchen) nach untern. Oberhalb der Blutzellen ist das Blutplasma als gelbliche Flüssigkeit zu erkennen.
Nach Ablauf einer Stunde liest man auf der Skala ab, an welcher Stelle sich die Grenze zwischen festen Blutbestandteilen und Blutplasma befindet, das heißt um wie viele Millimeter die Blutzellen im Röhrchen abgesunken sind. Nach einer weiteren Stunde wird dann ein zweites Mal abgelesen.
Die Blutsenkung gibt durch die Auftrennung nach festen Blutbestandteilen und Blutplasma auch das ungefähre Mengenverhältnis zwischen diesen beiden Komponenten wieder.
Normalwert betragen:
Männer: 1. Stunde 3 - 7 mm, 2. Stunde 5 - 18 mm
Frauen: 1. Stunde 4 - 11 mm, 2. Stunde 6 - 20 mm
Erkrankungen mit erhöhter Blutsenkung
Die Blutsenkung kann bei folgenden Erkrankungen deutlich erhöht sein:
Infektionskrankheiten
Entzündungen
Leukämien ("Blutkrebs")
Tumorerkrankungen
Gewebeschädigungen (z.B. bei Verbrennungen)
Fehlregulationen des Immunsystems (so genannte Autoimmunerkrankungen)
Nierenerkrankungen
Erkrankungen mit erniedrigter Blutsenkung:
Bei Erkrankungen, die mit einer Vermehrung der Blutzellen einhergehen, ist die Blutsenkung erniedrigt. Ein erhöhter Gehalt an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) findet sich beispielsweise bei der Polyglobulie und der Polycythaemia vera. Auch bei der so genannten Sichelzellenanämie kann die Blutsenkung erniedrigt sein. Bei dieser hauptsächlich bei Afrikanern vorkommenden Erkrankung sind die roten Blutkörperchen in einer Weise verformt, dass sie mitunter nur schwer durch die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) fließen können.
Quelle: http://www.medizinfo.de/labormedizin...tsenkung.shtml