Warum man auch in UF Bluthochdruck haben kann, erklärt Jutta K. (Danke Jutta):
"Bluthochdruck kommt sowohl bei
ÜF, als auch bei
UF vor. Heißt zwar in Lehrbüchern immer, niedriger
Blutdruck wäre typisch für
UF, aber das ist eigentlich nur typisch für schwere
UF, während es in leichter
UF eher zu einem paradoxen Bluthochdruck kommt.
In
ÜF ist in der Regel die Systole (1. Wert) erhöht, die Diastole (2. Wert) dagegen normal oder nur sehr leicht erhöht. Die Blutdruckamplitude (Differenz zwischen 1. und 2. Wert) ist bei
ÜF in der Regel hoch.
Bei
UF-Bluthochdruck handelt es sich (wenn keine anderen zusätzlichen Herz-Kreislauferkrankungen) oftmals um einen sogenannten diastolischen Blutdruckdruck. Der 1. Wert ist oft nur mäßig (oder auch gar nicht) erhöht, dafür ist der 2. Wert erhöht und liegt meistens >85 - 90. Die Blutdruckamplitude ist niedrig (wenig Differenz zwischen 1. und 2. Wert). "
Warum man in UF Bluthochdruck haben kann und Betablocker unter Umständen nicht helfen (auch von Jutta K):
"In vielen Fachbüchern steht zwar noch, daß
UF zu Hypotonie - also zu niedrigen
Blutdruck - führt, jedoch hat man inzwische festgestellt, daß eine durch
UF verursachte Hypotonie relativ selten vorkommt (meist nur in sehr schwerer
UF, weil dann das Herz viel zu langsam schlägt).
Wesentlich häufiger kommt es bei mangelhafter
SD-Hormonlage jedoch zur paradoxen Hypertonie (Bluthochdruck). Die
Ursachen dafür sind nicht restlos geklärt, man weiß jedoch inzwischen, daß gerade
T3 eine nicht unerhebliche Rolle bei der Regulation des Blutdrucks spielt. Es scheint ein sogenannter "Vasodilatator" zu sein, d.h. es erweitert die Blutgefäße. Bei einer
ÜF (zuviel
T3) hat man zwar auch oft Bluthochdruck, jedoch beruht der auf die erhöhte Herzfrequenz (T3 regt das Herz zu schnellerem Schlagen an) und die erhöhte Auswurfleistung des Herzens; die Gefäße sind in der
ÜF jedoch auf "weit" gestellt.
In
UF dagegen (zu wenig
T3) werden die Gefäße auf "eng" gestellt, der Gefäßwiderstand (die Kraft, die das Herz aufwenden muß, um das Blut durch die Adern zu pumpen) ist dadurch erhöht. Wahrscheinlich spielt dabei jedoch nicht nur der Mangel an
T3 eine Rolle, sondern auch die Tatsache, daß während einer
UF auch die sogenannten Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin = Streßhormone) erhöht sind und diese den Sympathikus (großer Nerv im Körper, der für die Regulation aller unwillkürlichen Vorgänge, u.a. auch den
Blutdruck (über die Gewäßweite), zuständig ist) so stimulieren, daß die Gefäße "enggezurrt" werden. Was zu erhöhtem
Blutdruck führen kann - insbesondere die Diastole erhöht sich deutlich.
Bei längerdauernder
UF läßt sich oft sogar eine sogenannte Linksherzvergrößerung feststellen, d.h. die linke Herzseite wird größer, weil das Herz aufgrund des erhöhten Gefäßwiderstandes mehr Kraft aufwenden muß, um das Blut in den Kreislauf zu pumpen.
Du nimmst
Betablocker, der
Blutdruck sollte eigentlich sinken. Problem ist aber, daß ein
Betablocker (und auch alle anderen Blutdrucksenker) dazu führen kann, daß man den Sympathikus (der in
UF eh schon "angenervt" ist) noch mehr reizt. Der
Betablocker senkt (eigentlich) die Herzfrequenz, erweitert die Gefäße und erniedrigt normalerweise auch den
Blutdruck.
Es kann aber passieren, daß der Sympathikus findet, daß der
Blutdruck/die Herzleistung nicht mehr dem entspricht, was er für nötig hält. Deswegen zurrt der Sympa. (mittels oben genannter Katecholamine) die Gefäße wieder eng. Was dazu führt, daß sich der Gefäßwiderstand wieder erhöht und das Herz kräftiger (und evtl. auch schneller) schlagen muß, um trotzdem genug Blut herumzupumpen. Der
Blutdruck geht wieder in die Höhe, evtl. sogar etwas höher als vorher, weil der Sympathikus evtl. etwas überreagiert/heftiger reagiert, als es eigentlich nötig wäre.
Nimmt man noch mehr
Betablocker, dann wirkt das zwar im ersten Moment durchaus wieder blutdrucksenkend, aber der Sympa. wird noch mehr gereizt und reagiert wieder damit, daß er die Gefäße erneut eng stellt, trotz der erhöhten Dosis
Betablocker. So kann das zu einem regelrechten "Kampf" ausarten, den aber leider meistens der Sympa. gewinnt (jedenfalls, wenn man nicht anfängt, den Bluthochdruck anders anzugehen - z. B. durch bessere
Einstellung mit
SD-Hormonen!).
Da Du Deine Dosis
Betablocker immer weiter steigern mußtest und Dein
Blutdruck trotzdem weiter steigt, bedeutet nicht, daß Dein
Blutdruck sich daran "gewöhnt" hat, sondern daß der Sympathikus bei Dir nach jeder Erhöhung immer wieder (zu sehr) gegenreagiert und Deine Gefäße wieder engzurrt."