Nebennierenschwäche (Kortisolmangel) (NNS)


Die Schilddrüse arbeitet sehr eng mit den Nebennieren zusammen. Bei einer erst sehr spät diagnostizierten Schilddrüsenerkrankung kann es vorkommen, dass die Nebennieren in Mitleidenschaft gezogen wurden. Sie schaffen es dann oft nicht mehr genügend Kortisol zu produzieren - das essentiell für die Verträglichkeit von Schilddrüsenhormonen ist - und ein Kortisolmangel (NNS) entsteht.

(Einem Kortisolmangel geht oft ein erhöhter Kortisolspiegel voraus, der dann im Endeffekt in erschöpften Nebennieren und zu niedrigen Kortisolwerten mündet. Man kann sich unter einem Kortisolmangel (NNS) also auch überanstrengte und überarbeitete Nebennieren vorstellen, die die Produktion von genügend Kortisol einfach nicht mehr leisten können.)
Dieser ist jedoch in den meisten Fällen, durch eine gute Schilddrüseneinstellung in Kombination mit einer Behandlung der erschöpften Nebennieren heilbar.

Kortisolmangel /NNS ist nicht mit dem sehr selten auftretenden Morbus Addisson zu verwechseln.


In nicht seltenen Fällen treten die Symptome eines Kortisolmangels / einer NNS erst unter der Gabe von Schilddrüsenhormonen zutage. Dies ist damit zu erklären, dass Kortisol nötig ist, damit Schilddrüsenhormone überhaupt erst vom Körper verwendet / umgewandelt werden können.
Je mehr Schilddrüsenhormone also hinzugefügt werden, desdo mehr müssen die, beim Kortisolmangel / einer NNS ohnehin schon überarbeiteten, Nebennieren leisten.

Wenn ein Kortisolmangel / eine NNS diagnostiziert wurde, sollte unbedingt erst mit der Therapie der Nebennieren begonnen werden, bevor die Schilddrüsenhormone weiter gesteigert werden, da dieses die Nebennieren nur unnötig weiter belasten würde.
Ein temporäres Absetzen der Schilddrüsenhormone ist jedoch nur in sehr seltenen Kortisolmangelfällen / NNS-Fällen nötig.


Typische Kortisolmangel- / NNS- Symptome:

*fast immer extreme Probleme Schilddrüsenhormone auch in geringsten Mengen (zB 6,25 mg) steigern zu können
(Bitte beachten: Benommenheit, starke Muskelverspannungen, Müdigkeit und Kopfscherzen sind hiervon ausdrücklich ausgeschlossen, diese sind in der Eingewöhnungsphase bei vielen Schilddrüsenpatienten normal!)

* Übelkeit

*Herzrasen, Panik (oft besonders in der Nacht oder ab 17 Uhr)

*Zittern, Schüttelfrost unter Nervosität

*Kreislaufprobleme

*Unterzuckerungsgefühle (man muss immer etwas Süßes essen)

* starke Überreaktion des Körpers auf Schreckmomente

*Haarausfall (im fortgeschrittenen Stadium eines Kortisolmangels)



Diagnose:

Ein Bluttest reicht, entgegen der Meinung vieler Ärzte, nicht aus um einen Kortisolmangel / eine NNS feststellen zu können, da er nur eine Momentaufnahme zeigt und bei vielen Nebennierenpatienten die Morgenwerte noch in Ordnung sind, gegen Abend jedoch zu weit abfallen. Auch Kortisolwerte die noch so gerade in der Norm liegen, können auf eine Erkrankung hinweisen.

Hilfreich bei der Diagnose können sein:

* ein 24 Std Urintest
* ein Cortisoltagesprofil als Speicheltest (leider wird dieser von vielen Ärzten nicht angeboten)
* ein ACTH Test


Behandlung:


Die Behandlung des Kortisolmangels / der NNS geht Hand in Hand mit der Schilddrüseneinstellung.
Die Nebennieren können sich ohne eine gute Schilddrüseneinstellung nicht wieder erholen.

Nicht selten wird ein Kortisolmangel / eine NNS mit einer zeitlich begrenzten und gering dosierten, Kortisongabe (meist Hydrocortisol, seltener Prednisolon, Methyprednisolon oder auch Prednisolol)behandelt. Es wird dabei angestrebt, nur die, dem Körper fehlende, Menge Kortisol durch eine Medikation zu verabreichen und nicht mehr. Durch diese Entlastung soll den Nebennieren eine Regeneration ermöglicht werden.
Cortison hat eine katabole Wirkung, die durch Gabe eines anabolen Hormons wie z. B. DHEA ausgeglichen werden sollte, um einen Gewebeabbau zu verhindern.

In leichteren Fällen der Erkrankung stehen jedoch auch andere Behandlungsmethoden wie zB mit Nahrungsergänzungsmitteln und Naturheilmitteln zur Verfügung.

Eine Behandlung mit Kortison birgt, wie jede medikamentöse Behandlung, Risiken und Nebenwirkungen. Generell ist hierzu jedoch anzumerken, dass im Gegensatz zu hochdosierten Kortisontherapien, wie zB bei Rheuma, hierbei, im Idealfall, nur das fehlende Kortisol ersetzt wird.

Eine Behandlung dauert ca 6-24 Monate, es sollte in regelmäßigen Abständen durch eine langsame Dosisreduktion getestet werden, ob noch die selbe Kortisondosis erforderlich ist.

Leider muss zum Thema Behandlung an dieser Stelle angemerkt werden, dass viele Ärzte nicht über die Problematik geschwächter Nebennieren im Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen Bescheid wissen. Unter Umständen kann es schwierig werden einen Arzt zu finden, der die reine Existenz dieses Phänomens anerkennt und bereit ist seine Patienten dementsprechend zu behandeln.

Hilfe bei der Arztsuche kann Bens Liste bieten.


Links


http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1052905
http://www.kit-online.org/HT-Nebennieren
http://www.ht-mb.de/forum/showthread...erenschw%E4che

Bitte auch lesen:
http://www.ht-mb.de/forum/showthread.php?t=1154423