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Thema: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

  1. #11
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Natur
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Ich habe es so verstanden, dass es übergangsweise kein Budget für Zahnärztliche Heilmittelverordnung als solches gibt (egal ob Regelfall oder außerhalb des Regelfalles), weil es hierfür derzeit schlichtweg keine Berechnungsrichtwerte vorliegen. Es wir vermutlich erstmal die Entwicklung in Zahnärztlicher Heilmittelverordnung beobachtet und erst später (wahrscheinlich bald) in den Bundesmantelverträgen Richtgrößenvereinbarungen getroffen.
    Geändert von Natur (08.02.18 um 21:40 Uhr)

  2. #12
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Moment, jetzt muss ich noch mal nachhaken:

    Die Verordnung außerhalb des Regelfalls belastet doch gerade NICHT das Budget des verschreibenden Arztes. Oder?

    Meine Physiotherapeutin sagte mir, dass es für chronische Krankheitsbilder (wie meines, da die Kiefergelenke bereits geschädigt sind und ohne fortlaufende Behandlung weiter kaputt gehen werden) die VadR gibt, sie das Budget des Arztes nicht belasten. Das gleiche sagte meine Freundin mit der KG-Arthrose.

    Wenn ich bei egal welchem Arzt mit irgendwelchen fortlaufenden Verordnungs-Wünschen auflaufe, die zu Lasten seines Budgets gehen, brauch ich es gar nicht erst zu versuchen.

  3. #13
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Natur
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Hier ist zu unterscheiden zwischen a) Ärzte und b) Zahnarzt/Kieferorthopäde.

    a) Soweit mir bekannt, bei "normalen" Ärzten belasten bei einfachen Diagnosen auch Verordnungen außerhalb des Regelfalls das Budget. Nur Verordnungen bei Patienten bei denen ein so genannter "langfristiger Heilmittelbedarf" / „Besonderem Verordnungsbedarf“ festgestellt wurde belasten nicht das Budget des Arztes.
    Für den "langfristigen Heilmittelbedarf" / „Besonderem Verordnungsbedarf“ bei schweren dauerhaften Schädigungen gibt es eine entsprechende "Diagnoseliste".
    http://www.kbv.de/media/sp/Diagnosel...edarf_2018.pdf
    Daneben gibt die Möglichkeit, einen Antrag bei der Krankenkasse zwecks Genehmigung als "langfristigen Heilmittelbedarf" zu stellen falls eine vergleichbare schwere und langfristige Schädigung (bzw. eine Kombination aus mehreren Schädigungugen) samt medizinisch erforderlichem Therapiebedarf seit einem Jahr vorliegt und nicht auf der Diagnoseliste steht.

    b) Soweit mir bekannt, wie in Post #11 erwähnt, gibt es derzeit für Zahnärzte/Kieferorthopäde NOCH kein Budget für Zahnärztliche Heilmittelverordnung, egal ob Regelfall oder außerhalb des Regelfalles.
    Geändert von Natur (09.02.18 um 08:22 Uhr)

  4. #14
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    b) Soweit mir bekannt, wie in Post #11 erwähnt, gibt es derzeit für Zahnärzte/Kieferorthopäde NOCH kein Budget für Zahnärztliche Heilmittelverordnung, egal ob Regelfall oder außerhalb des Regelfalles.
    Wenn das so stimmt, dann heißt das aber im Umkehrschluss nicht, dass der Zahnarzt auch Rezepte im Regelfall ausstellen kann in unbegrenzter Höhe. Er darf 3x6 Behandlungen für die gleiche Diagnose verschreiben. Danach besteht eine Wartezeit von 1/4 Jahr, oder man bräuchte für die nächsten Rezepte eine andere Diagnose. Wobei es hier schon schwierig werden dürfte, einen Arzt von 3 Rezepten zu überzeugen. Von daher ist dies trotz vielleicht noch fehlendem Budget limitiert.

    Daneben gibt die Möglichkeit, einen Antrag bei der Krankenkasse zwecks Genehmigung als "langfristigen Heilmittelbedarf" zu stellen falls eine vergleichbare schwere und langfristige Schädigung samt medizinisch erforderlichem Therapiebedarf seit einem Jahr vorliegt.
    Das hat meiner Meinung nach und nach Auskunft eines allgem. Orthopäden kaum Aussicht auf Erfolg. Die KK werden sich an die Liste halten und das sind eben doch schwerwiegendere Erkrankungen. Da hatte ich selbst mit meinen immensen Rückenbeschwerden keine Chance.

    Wenn die Verordnung außerhalb des Regelfalls beim Zahnarzt gleichzusetzen ist mit der Dauerverordnung bei anderen Fachärzten, dann belastet sie nicht das Budget. Aber ob das alles schon so abgeklärt ist, bezweifle ich etwas.
    LG

  5. #15
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    dann heißt das aber im Umkehrschluss nicht, dass der Zahnarzt auch Rezepte im Regelfall ausstellen kann in unbegrenzter Höhe.
    Der ZA muss sich schon an der im Heilmittelkatalog angegebene Verordnungsmenge halten. Z.B. bei "CD1" Craniomandibuläre Störungen: 3 x 6 Einheiten.
    Danach kann der ZA ohne Wartezeit sofern er das medizinisch für erforderlich hält und es ordentlich begründet außerhalb des Regelfalles verschreiben.

    Budget des Arztes (Finanzvolumina des Arztes für veranlasste Ausgaben für Heilmittel) und die Verordnungsmengenvorgaben gemäß dem Heilmittelkatalog sind halt zwei verschiedene paar Schuhe.

  6. #16
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Eben. Habe ich doch geschrieben.
    LG

  7. #17
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Zitat Zitat von Sekretaerin Beitrag anzeigen
    Karin J., danke für den Tipp! Klingt traumhaft :D Ich glaube zwar nicht, dass ich mein zehnjähriges Dauerpfeifen nochmal wirklich loswerde, aber ein bisschen runterpegeln würde mich schon ultraglücklich machen.

    Ich verstehe die bruxane-Seite aber nicht ganz ... woher hast du so ein Ding bekommen, wenn die erst ab März erhältlich sind?
    Wie kann das passen, ohne dass es jemand an mein Gebiss angepasst hat?
    Hast du tatsächlich einfach so blind über 100 Euro bezahlt?

    Fragen über Fragen!
    Aber ich bin sehr neugierig!
    Ich war 2015/2016 wegen meines Tinnitus in einer Klinik. Dort wurde auch - durch Biofeedback - festgestellt, dass dieser vom Zähneknirschen kommt. In der Klinik stieß ich auch auf einen Flyer von bruxane und hatte mich an die Firma gewandt. Mein Zahnarzt hat damals den Abdruck gemacht und an Bruxane geschickt, dann wurde die Spezialschiene erstellt. Der Erfolg war verblüffend, denn innerhalb weniger Tage hatte ich komplett mit Knirschen aufgehört. Da ich in einer Propanden-Gruppe war, wurde das Ergebnis auch gemessen. Anbei meine Messkurve. Ich bin so dankbar, denn nun schlafe ich wieder durch und wache morgens gut erholt und schmerzfrei auf.

    Zwischenzeitlich wurde die Bruxane to go weiterentwickelt, wie es sich aber mit dieser verhält weiß ich nicht, denn ich benötige sie GsD nicht mehr. Aber du kannst dich doch mit der Firma in Verbindung setzen und nachfragen.

    http://www.schoen-kliniken.de/ptp/me...rung/tinnitus/
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien
    Geändert von Karin J. (11.02.18 um 13:32 Uhr)

  8. #18
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Zitat Zitat von Natur Beitrag anzeigen
    @Karin J.
    Schön zu lesen, dass es Dir so hilft, das wünscht sich sicherlich jeder der mit der Kiefermuskulatur Probleme hat.
    Sehe ich es richtig, dass eine solche angepasste Aufbissschiene über 600 Eur, kostet und die Kosten nicht von der KK übernommen werden?
    Bin mit einer normalen einfachen Aufbissschiene nachts nicht klar gekommen, da als Fremdkörper sehr störend. Wenn es hier auch der Fall sein wird dann sind faktisch auf einem Schlag über 600 Euro futsch und die Aufbissschiene kann ich ja sicherlich nicht zurückgeben etc. ? Wie kann ich das vorher raufinden, ob ich mit dieser klar komme?
    Mein Leidensdruck war so groß, dass ich jeden Betrag gezahlt hätte, damit der Tinnitus endlich vorbei ist. Im Nachhinein war es für mich gut angelegtes Geld. Aber die Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen, dass kann ich nicht für dich tun.

  9. #19
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Danke an alle für die ausführlichen Antworten!

    Bin mir nicht sicher, ob ich das alles verstehe. Ich scheine dann doch bei etwas bürokratischer formulierten Dingen ein intellektuelles Defizit zu haben, von dem ich bisher nichts wusste.
    Die Links helfen mir jedenfalls alle nur sehr bedingt weiter, aber ich gebe nicht auf.

    Eine letzte Frage an Amarillis und Natur:
    Besteht jetzt eures Wissens / eurer Meinung nach ein Unterschied zwischen Zahnärzten und Kieferorthopäden? Also hab ich größere Chancen, z.B. den Zahnarzt zu einer Verordnung außerhalb des Regelfalls zu bewegen als den KO? Oder gilt für beide das Gleiche?


    Danke auch an Karin J. für den Erfahrungsbericht mit bruxane! Klingt immer noch zu schön, um wahr zu sein.
    Darf ich fragen, wie das mit der Klinik damals für dich gelaufen ist? Wurdest du überwiesen, und wenn ja, von welchem Arzt? Ist das eine Kassenleistung oder privat?

    Mir sagen alle Ärzte in Bezug auf meinen Tinnitus immer nur "Da kann man nichts machen, der ist ja schon Jahre alt – Psychotherapie – teure Hörgeräte – was anderes ist nicht drin."

  10. #20
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    Standard AW: zahnärztliche Verordnung außerhalb des Regelfalls bei CMD?

    Es gilt in diesem Fall für Zahnärzte und Kieferorthopäden das Gleiche.
    Der Mediziner der sich auf CMD etc. spezialisiert und tagtäglich damit zu tun haben weißt naheligend am ehesten Bescheid.... Das kann so von vorne rein nicht gesagt werden.
    Die Problematik liegt jeher daran, dass viele Zahnärzte und Kieferorthopäde noch nicht fit genug bei neuen "Heilmittel-Richtlinien für Zahnärzte" sind.
    Holle Dir ggf. vorm Gang zum Zahnärzt/Kieferorthopäde bei der KassenZahnärztlichen Vereinigung Deines Bundeslandes Infomaterial zum Thema falls der Zahnärzt/Kieferorthopäde nicht im Thema ist.
    Und noch mal, im Gegensatz zu „normalen“ Ärzten besteht DERZEIT noch kein "Budget" etc. für Verordnungen der ZA/Kieferorthopäden für Heilmittel.
    Das Einzige was der Zahnarzt/Kieferorthopäde zu beachten hat, keinen formalen Fehler bei der Verordnung zu machen. Z.B. muss der ZA/Kieferorthopäde bei Verordnung außerhalb des Regelfalls den Patienten erneu untersuchen und den Bedarf sicherstellen und dies auf dem Verordnungsvordruck medizinisch stets begründen.
    Gemäß Paragraph 7 HeilM-RL-ZÄ muss natürlich eine medizinische Notwendigkeit gegeben sein.
    Die Verordnung außerhalb des Regelfalls ist meist dafür da, um das bisher gesetzte Therapieziel zu erreichen und durch längere Unterbrechung nicht zu gefährden.
    Geändert von Natur (20.02.18 um 12:39 Uhr)

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