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Thema: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

  1. #11
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Zu mir: 32 Jahre alt und weiblich, nehme kein Thyroxin, noch nie eingenommen.
    Absolut beschwerdefrei (bin fast nie krank, meine körperliche Fitness und psychische Gesundheit würde ich als gut einstufen, Verdauung funktioniert und Zyklus wie im Bilderbuch) und sporadisch überprüfte TSH-Werte waren die letzten Jahre immer unter 2,5 mlU/I. Ich nehme schon seit Jahren kein jodiertes Speisesalz mehr zu mir, und an Nahrungsergänzungsmitteln Selen, Folsäure (jodfrei) und ein Vitamin-B-Komplex. Gelegentlich auch Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren. Ernährung ansonsten ganz normal.

    Ich bin von meinem Hausarzt nun zur Abklärung evtl Erkrankungen der Schilddrüse an eine nuklearmedizinische Praxis überwiesen worden. Beschwerden habe ich wie gesagt keine, mir geht es gut. Hatte nur erwähnt, dass meine Schwester und Mutter an einer Hypothyreose leiden und da bei mir ein Kinderwunsch besteht, wollte der Hausarzt gerne abgeklärt haben, dass bei mir alles in Ordnung ist.
    Anfang Juni war ich dann beim Nuklearmediziner. Erste Aussagen dort waren, Sonographie und Szintigraphie auf den ersten Blick alles okay, nichts auffällig, bis auf ein paar kleine Knötchen links.

    Die Ergebnisse der Blutuntersuchung sahen dann leider nicht so gut aus, da ein Antikörperwert stark erhöht ist.

    Die Werte:
    FT4 0,8ng/dl (0,62-1,28 ng/dl) - 27,27%
    FT3 3,37 pg/ml (2,3 - 4,1 pg/ml) - 59,44%
    TSH (basal) 1,42 mlU/I (0,33 - 3,5 mlU/I)
    Mikrosomale AK 0,9 IU/ml (< 9,0 IU/ml)
    TAk 738 (!!) U/ml (< 115 U/ml)

    Sonographie: Das Volumen beträgt rechts 8,0ml und links 7,4ml. Links zentral 3x4x3 mm messend ein echoarmer Herd und links dorsocaudal mit einem Durchmesser von 2mm ein ebensolcher Herd.

    Szintigraphie: Nach i.v. Injektion von 70MBq Tc-99m Pertechnetat ist die Indikatorfixation volumenproportional homogen. Der Tc-uptake beträgt 1,94%.

    Befund: Normal große, links knotige Schilddrüse ohne Autonomiehinweis, es findet sich eine hochfloride Immunthyreopathie.
    Die sonographisch beschriebenen Herde sind funktionell nicht abgrenzbar. Die Stoffwechsellage ist euthyreot.

    Darunter stand dann noch die Empfehlung, bei bestehendem Kinderwunsch eventuell eine Therapie mit niedrig dosiertem L-Thyroxin (50) in Betracht zu ziehen und dass es ausreichend sein dürfte, die Schilddrüsensituation in einem Jahr noch einmal zu überprüfen.
    Hallo Soulbird,

    Du hast bereits mehrere gute Antworten bekommen, ich wiederhole nun vielleicht eniges.
    Dein HA hat sehr verantwortungsvoll gehandelt, solche sind eher selten und du solltest froh sein so einen zu haben.
    Auch wenn es dir nicht gefällt, ist nun einiges geklärt.
    Wie du damit umgehst, wird dir überlassen, aber wir helfen dir gerne dabei.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Bam, das hat gesessen. Ich gehe also (so weit ich das beurteilen konnte) absolut gesund und beschwerdefrei hin, und mit dem Befund in der Hand bin ich also nun plötzlich krank - unheilbar.
    Und in dem Befund steht kein Wort zu dem stark erhöhten Antikörperwert und zur "hochfloriden Immunthyreopathie“

    Ich war ehrlich gesagt noch nicht bei meinem Hausarzt, um die Ergebnisse zu besprechen, weil das einfach gesessen hat und ich das für mich erstmal klar bekommen muss.
    Außerdem wollte ich mich vorher über das Thema selbst etwas informieren.
    Deine Reaktion ist verständlich, man muss sie aber etwas relativieren:
    Du bist immer noch gesund und beschwerdefrei und Hashimoto ist zwar nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar.
    Man muss nur eine gewisse Gelassenheit behalten.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Meine Fragen an Euch:
    - Würde L-Thyroxin die Zerstörung der Schilddrüse verlangsamen bzw aufhalten?
    Das weiß man leider nicht so genau: Bei manchen schrumpft die SD unter LT schneller, bei anderen nicht.
    Bei deinen hohen AK könnte man davon ausgehen, dass die Zerstörung bereits im Gange ist.
    Dabei setzt die SD unkontrolliert Hormone ins Blut, daher die euthyreoten Werte und die Beschwerdefreiheit.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    - Welche Autoimmunerkrankung habe ich denn nun genau (> vgl. Befund, da war nicht von Hashimoto die Rede, nur von Immunthyreopathie)
    Du hast definitiv Hashimoto in einem Frühstadium mit euthyreoten Werten.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    - Ist es aufgrund des Befundes zweifelsfrei feststellbar, dass ich tatsächlich krank bin oder kann ein Antikörperwert auch einmal zeitweise und „grundlos“ erhöht sein?
    Die AK sind nie grundlos erhöht, sondern zeigen eindeutig, dass dein Körper gegen die eigene SD vorgeht.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    - Ist mein Zustand eher temporär oder chronisch?
    Der Zustand ist chronisch und die Prognose unklar: Er kann sich mit wenig LT stabilisieren, oder aber zeitweise ausufern.
    Damit will ich dir keine Angst machen, die hast du genug, ich möchte nur ehrlich sein.
    Zur Beruhigung: Meine TPO-AK liegen seit vielen Jahren bei 1400, die TG-AK sogar bei 10 000.
    Bin 65, habe 2 erwachsene Töchter, eine nimmt LT und hat zwei prächtige Söhne, die andere noch nicht.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Ich war die Woche vor der Blutabnahme am Meer und habe viel Fisch + Meeresfrüchte gegessen (also eher jodhaltige Sachen) - kann das den Befund auch bewirkt haben? Sind die Werte evtl gar verfälscht?
    Die Blutwerte könnten unbedeutend höher liegen, die AK jedoch nicht.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Hätte ich nicht die letzten Jahre mal etwas merken müssen an Beschwerden?
    Nicht unbedingt. Hashimoto ist eben tückisch.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Wieso habe ich immer noch eine normal große Schildrüse, hätte die nicht kleiner sein müssen bei unentdecktem Hashimoto?
    Die SD bei Hashimoto kann sogar größer werden und du hast keine Vergleichswerte fürs Volumen.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass ich die Erkrankung erst seit Kurzem habe? Wenn ja, wodurch kann das ausgelöst werden?
    Niemand weiß so genau, was Hashimoto verursacht und krank im eigentlichen Sinne bist du noch nicht.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Mein Problem ist - und bitte macht mich dafür jetzt nicht fertig - ich will einfach keine Hormone zu mir nehmen. Habe da eine irre Abneigung gegen. Ich habe auch bevor ich die Ergebnisse hatte schon gesagt, dass ich kein Thyroxin nehmen werde, nur um den TSH ein bisschen für den KiWu zu optimieren. Wenn ich nun eine krasse Unterfunktion gehabt hätte, sähe das anders aus, aber nicht, um nur ein bisschen schneller schwanger zu werden.
    Niemand wird dich fertig machen, deine Abneigung wirst du selbst wohl oder übel irgendwann überdenken müssen.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Die Sache mit der Autoimmunerkrankung ist nun eine ganz andere, neue Baustelle, mit der ich nicht gerechnet hätte und ich weiß nun wirklich nicht, wie ich mich verhalten soll und was ich tun soll. Hormone mag ich nicht nehmen, aber wenn das nun zwangsweise bedeutet, dass ich in einem Jahr keine Schilddrüse mehr habe, naja, dann vielleicht doch lieber? Wie würdet Ihr vorgehen?
    Ist es fahrlässig, erstmal abzuwarten und gar nichts zu machen, und die Schilddrüse in einem Jahr nochmal kontrollieren zu lassen (das wäre das, was ich nämlich am liebsten machen würde) - nichts.
    Du verlierst mit Sicherheit dene SD nicht in einem Jahr und die Autoimmunerkrankung ist eben dieselbe Baustelle, die eine UF verursacht/verursachen wird.
    Niemand kann es voraussagen, wann das passiert und wie stark.
    Abwarten ist nicht fahrlässig, Kontrollen lieber alle 3 Monate.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Zumal ich, wenn es nach mir gegangen wäre, diese Untersuchung eigentlich gar nicht hätte haben wollen. Ich wollte möglichst unbeschwert in die KiWu-Zeit starten...das einzige, was mich interessiert hätte, wäre gewesen, ob mein TSH im Rahmen ist. Bin dann der Empfehlung des Hausarztes doch gefolgt, weil ich dachte, es wird schon nichts sein....tja, falsch gedacht
    Dein TSH und auch die freien Werte sind doch in Ordnung, also kein Grund zur übermäßigen Sorge.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Mh, ich schätze meinen Hausarzt (bin noch nicht soo lange bei ihm) ehrlich gesagt so ein, dass er umgehend der Empfehlung der Nuklearmedizinerin folgen wollen würde und mich wie ein Auto ansehen wird, wenn ich ihm sage, dass ich kein L-Thyroxin nehmen mag. Er fand es schon merkwürdig, dass ich gar nicht zu der Nuklearmedizinerin hätte gehen wollen. Aber vielleicht muss ich da durch / drüber stehen, und vielleicht täusche ich mich auch.
    Du selbst entscheidest, wann, was und wie viel du nehmen möchtest.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Okay . Im Falle einer Schwangerschaft, müsste ich wohl dann beim Gyn ansprechen, dass es einen Verdacht auf Hashimoto (oder eine sonstige Autoimmunerkrankung der Schilddrüse...) gibt. Überprüft er das dann, ob dann Hormone nötig sind? Oder der Hausarzt? Oder werde ich wieder zur Nuk überwiesen?
    Muss man das dann ohne Not engmaschig überprüfen, oder reicht es, zu beobachten, wie es mir geht und bei Bedarf deswegen zum Gyn zu gehen?
    Wenn du – hoffentlich bald – schwanger wirst, wird dein FA die Werte überprüfen, auch die SD.
    Es ist in deinem und des Babys Interesse, dass dabei auch die freien Werte abgenommen werden und lieber häufiger, als selten.
    Ein "Ohne Not" gibt es bei dieser Krankheit nicht.

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen
    Wenn diese Sache nicht gewesen wäre, hätte ich mir nämlich auch vorstellen können, mich lediglich von einer Hebamme betreuen zu lassen (wenn ich denn dann eine finde.....) und nur zu den paar US-Terminen zum Gyn zu gehen...sprich...ich hätte es eigentlich wirklich gerne so wenig "medizinisch" und auf den Körper vertrauend / entspannt wie möglich gehabt


    LG
    Eine Beleghebamme, sowie eine Tagesmutter – falls du irgendwann (wieder) arbeiten gehen möchtest, solltest du bereits in den ersten SS-Wochen finden, sonst sind sie alle ausgebucht.
    Die Termine beim FA sind eben Pflicht, egal wie "medizinisch" man veranlagt ist.

    Liebe Grüße
    Donna

  2. #12
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Ich habe auch eine Diagnose bekommen, bevor ich Symptome gehabt habe, nur dass das TSH damals schon über 4 war. Symptome sind erst 1 1/2 Jahre später gekommen. Und erst dann habe ich angefangen, Thyroxin zu nehmen. Und ich würde es wieder so machen. Allerdings habe ich keine Schwangerschaft geplant gehabt.

    Nach allem, was ich an Fachliteratur gelesen habe, ist es keineswegs sicher, dass du jemals SD-Hormone brauchen wirst. Es gibt auch Verläufe im Anfangsstadium, die zum Stillstand kommen. Ob du dazugehörst, weiß natürlich keine. Ob deine Schilddrüse auch den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft decken kann, auch nicht.

    Solange du nicht schwanger bist, sehe ich kein Problem abzuwarten. Im Fall einer Schwangerschaft würde ich allerdings nicht nur nach Symptomen gehen. Wenn die SD nicht mehr genug Produktion schafft, sinkt üblicherweise zuerst das T4. Das kann der Körper oft noch eine Weile durch verstärkte Umwandlung zu T3 kompensieren, sodass man noch symptomfrei ist, aber davon hast nur du etwas und nicht das Baby. Kontrolle ist also wirklich zu empfehlen.
    Du kannst es immer noch so wenig medizinisch wie möglich machen. Es ist nur diese eine Sache SD-Hormone, die du im Auge behalten solltest, alles andere kann laufen wie geplant.

  3. #13
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Also ich bin selbst in der KiWu-Phase und würde niemals dran denken, mit einem FT4 bei 0,8 (die meisten Normbereiche fangen bei 0,7 an) in eine Schwangerschaft zu starten. Ich weiß es noch aus der 1. SS wie schnell sich der FT4 verabschieden kann.

    ICH würde mit LT eher sofort starten. Zumal die Einstellungszeit "stress" für den Körper ist.

  4. #14
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Hallo zusammen,

    entschuldigt bitte, dass ich mich erst jetzt wieder zu Wort melde, die letzten Tage waren bei mir sehr trubelig :-(.
    Ich habe Eure Antworten gelesen und mir hat jede ein Stück Klarheit sowie wertvollen Input gegeben - herzlichen Dank nochmal!
    Morgen werde ich zu meinem Hausarzt gehen, um die Werte der SD-Diagnostik zu besprechen, weil ich mich nun auch Dank Eurer Antworten "bereit" fühle und zumindest grob weiß, was ich sagen und weiter vorgehen möchte.

    Zitat Zitat von Samia Beitrag anzeigen
    Ich würde schon das rundherum machen, also Vitamin D, B12, Ferritin usw checken und auffüllen, herausfinden ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen und die Ernährung entsprechend anpassen. LG Samia
    Danke für Deinen Tipp, das werde ich dann morgen ansprechen und um ein großes Blutbild sowie einen Test der Nahrungsmittelunverträglichkeiten bitten :-).
    Hoffentlich trägt mein Arzt das mit.

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Woher kommt die pauschale Ablehnung von Hormonen? Wegen der negativen Berichte über die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, Hormonfleisch ...? Das sind andere Baustellen.
    Thyroxin ist naturidentisch, man ersetzt damit nur, was dem Körper fehlt oder knapp ist.
    So genau kann ich es nicht erklären. Ich habe z.B. auch noch nie in meinem Leben hormonell verhütet.
    Die Vorstellung, dass da etwas „von außen“ in meinen Körper zugeführt wird und in körpereigene Vorgänge eingreift gefällt mir einfach nicht. Grundsätzlich traue ich dem menschlichen Körper auch gute Selbstheilungskräfte zu und dass er vieles abfangen kann (ja, ich weiß, Hashimoto ist leider nicht heilbar…aber so grundsätzlich halt). Ich bin so jemand, der fast nie Medikamente nimmt, da muss ich wirklich schon auf dem Zahnfleisch kriechen. Bin darauf nicht stolz, so ist das nicht gemeint, aber ich habe da halt echt eine Abneigung gegen und vielleicht auch leider eine gute Portion Misstrauen allgemein gegen Ärzte (was eigentlich total bescheuert ist, es gibt auch viele ganz tolle Ärzte und ich bin froh, dass wir die Errungenschaften der Medizin haben)

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Wenn er das tut, bekommst Du keine Hormone, denn im Bericht steht davon nichts drin, außer eben den Passus zur Schwangerschaft, und da steht "eventuell"... Normalerweise hätte unten drunter gestanden, dass eine Hormonsubstitution empfohlen wird mit der und der Dosis und Kontrolle in soundsoviel Wochen. Steht da aber alles nicht. Eben weil Deine Werte im Moment noch gut sind.
    Ich habe den genauen Wortlaut leider gerade nicht vorliegen :-(. Für mich klang das schon nach einer Empfehlung wegen des Kinderwunsches, allerdings mit erneuter Kontrolle dann erst in einem Jahr. Als Dosis standen ja L-Thyroxin 50 pro Tag dabei, einschleichend.
    Vielen Dank für Deine generell ermunternden Worte :-)

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Im Falle einer Schwangerschaft musst Du sowieso regelmäßig zur BE gehen, schon unabhängig von irgendwelchen Schilddrüsenwerten. Du solltest es dann ansprechen und diese Werte müssen dann mit gemacht werden. Dann siehst Du recht schnell, ob ein zusätzlicher Bedarf besteht. Und mit Hashi sind das meistens Kontrollen in 2-wöchigem Abstand. Ich habe keine Ahnung ob nicht sowieso, so engmaschige BEs gemacht werden.
    Bis dahin reicht es wenn Du Dein Befinden beobachtest und die angeratene Kontrolle in einem Jahr machst; natürlich früher wenn Symptome auftauchen.
    LG
    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Von selbst passiert das wohl kaum. Es gibt Endokrinologen, die bei Schwangeren mit Hashimoto von sich aus nur einmal im Quartal kontrollieren. Da muss man schon selbst dahinter sein.
    Ich werde es herausfinden…zumindest habe ich mir einen Gynäkologen gesucht, der einen Praxis-Schwerpunkt auf die SD gelegt hat.

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Man kann den Verlauf von HT beeinflussen indem man, so die Theorie, auf Jodsalz und jodiertes verzichtet und evt. Selen nimmt. Es gibt dazu eine Doktorarbeit von Dr. Tom Wuchter.
    Jodsalz verwende ich zum Glück schon seit Jahren nicht mehr zum selber kochen…aber natürlich ist leider ja in Fertigprodukten fast immer jodiertes Salz drin, gut, ich versuche täglich frisch zu kochen, aber in manchen Phasen klappt das auch nicht so gut…Selen hatte mir mein Gyn dann auch empfohlen, um die SD zu stärken. Seit Ende Juni nehme ich 200er. Leider hatte ich bei meinem Besuch dort die konkreten SD-Werte noch nicht vorliegen.

    Zitat Zitat von Gummibaum Beitrag anzeigen
    Also, bei MIR hat das LT die Zerstörung definitiv beschleunigt (war auch ein Zufallsbefund). Ich startete mit erhöhten Antikörpern und normalem Gewebe mit normaler Größe (irgendwas um 20 ml). Nach einem Jahr mit LT war der Lochfraß da und das Volumen um fast die Hälfte runter (gemessen beim selben Arzt).
    Danke für Deinen Beitrag und dass Du mir erklärt hast, dass es wohl bei meinen Werten Hashimoto ist.
    Davor habe ich wohl auch Angst, dass Thyroxin die Erkrankung erstmal befeuert oder ungünstig beeinflusst. Wahrscheinlich ist sicher auch das gegenteilige Szenario denkbar, aber wer weiß schon, wie es bei einem selbst dann ist…

    Und ja, ich habe mich mit der Diagnose „angefreundet“ . Wenn es so ist, dann ist es halt so.
    Nun muss ich nur einen Umgang damit finden…

    Zitat Zitat von Gummibaum Beitrag anzeigen
    Nö, ich wurde auch per Zufall überrascht, war voll leistungsfähig... Bei mir war Hashi noch nicht mal in der Familie bekannt. Aber anscheinend habe ich es von meiner Mutter geerbt, die allerdings nie beim Arzt war deshalb gabs keine Diagnose bei ihr.
    Irgendwann fängt die Krankheit an Die (Schilddrüse) wird schon noch kleiner werden.
    Das ist interessant, dass es bei Dir ähnlich war wie bei mir und Du erstmal keine Beschwerden hattest.
    Waren Deine Werte beim Zufallsbefund denn noch gut, oder bereits schlecht? Hat man Dir direkt Thyroxin verschrieben? Hättest Du es im Nachhinein betrachtet lieber erst später eingenommen und erstmal abgewartet?

    Okay, die Aussicht, dass die Krankheit irgendwann noch kommen wird mit Symptomen ist zwar mies (auch wenn ich die Hoffnung natürlich nicht verliere, dass ich vielleicht Glück habe und ich zu den Fällen gehöre, die relativ beschwerdefrei bleiben…), aber wenigstens weiß ich schon Bescheid……

    Zitat Zitat von DonnaS. Beitrag anzeigen
    Hallo Soulbird,
    Du hast bereits mehrere gute Antworten bekommen, ich wiederhole nun vielleicht einiges.
    Dein HA hat sehr verantwortungsvoll gehandelt, solche sind eher selten und du solltest froh sein so einen zu haben.
    Auch wenn es dir nicht gefällt, ist nun einiges geklärt.
    Wie du damit umgehst, wird dir überlassen, aber wir helfen dir gerne dabei.
    Dein Beitrag hat mir ganz ehrlich besonders weiter geholfen, vielen lieben Dank.
    Und ich bin weiß Gott froh, dass es dieses Forum gibt!! Dann steht man nicht ganz so verloren da.
    Über meinen Hausarzt bin ich auch froh :-). Mir tut es ja nur leid, dass ich ihm meine Behandlung so schwer machen möchte ;-(. Andere Patienten würden wohl sofort sagen, dass sie dann jetzt sofort Thyroxin nehmen, wenn der Arzt es empfiehlt…

    Zitat Zitat von DonnaS. Beitrag anzeigen
    Zur Beruhigung: Meine TPO-AK liegen seit vielen Jahren bei 1400, die TG-AK sogar bei 10 000.
    Bin 65, habe 2 erwachsene Töchter, eine nimmt LT und hat zwei prächtige Söhne, die andere noch nicht.
    Okay, das macht auf jeden Fall Mut :-). Freue mich, dass Du trotz der Erkrankung Kinder und Enkel haben konntest.

    Zitat Zitat von DonnaS. Beitrag anzeigen
    Niemand wird dich fertig machen, deine Abneigung wirst du selbst wohl oder übel irgendwann überdenken müssen.
    Ja, wahrscheinlich :-(

    Zitat Zitat von DonnaS. Beitrag anzeigen
    Du verlierst mit Sicherheit dene SD nicht in einem Jahr und die Autoimmunerkrankung ist eben dieselbe Baustelle, die eine UF verursacht/verursachen wird.Niemand kann es voraussagen, wann das passiert und wie stark.
    Abwarten ist nicht fahrlässig, Kontrollen lieber alle 3 Monate.
    Dein TSH und auch die freien Werte sind doch in Ordnung, also kein Grund zur übermäßigen Sorge.
    Du selbst entscheidest, wann, was und wie viel du nehmen möchtest.
    Okay :-). Nachdem mir hier doch einige gesagt haben, dass es nicht völlig fahrlässig wäre, erstmal nur abzuwarten und nicht sofort mit Thyroxin anzufangen, werde ich das wohl auch so handhaben. Und dann spätestens in einer potentiellen Schwangerschaft vermehrt kontrollieren + den Gyn informieren.

    Zitat Zitat von Flamme Beitrag anzeigen
    Ich habe auch eine Diagnose bekommen, bevor ich Symptome gehabt habe, nur dass das TSH damals schon über 4 war. Symptome sind erst 1 1/2 Jahre später gekommen. Und erst dann habe ich angefangen, Thyroxin zu nehmen. Und ich würde es wieder so machen. Allerdings habe ich keine Schwangerschaft geplant gehabt.

    Nach allem, was ich an Fachliteratur gelesen habe, ist es keineswegs sicher, dass du jemals SD-Hormone brauchen wirst. Es gibt auch Verläufe im Anfangsstadium, die zum Stillstand kommen. Ob du dazugehörst, weiß natürlich keine. Ob deine Schilddrüse auch den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft decken kann, auch nicht.

    Solange du nicht schwanger bist, sehe ich kein Problem abzuwarten. Im Fall einer Schwangerschaft würde ich allerdings nicht nur nach Symptomen gehen. Wenn die SD nicht mehr genug Produktion schafft, sinkt üblicherweise zuerst das T4. Das kann der Körper oft noch eine Weile durch verstärkte Umwandlung zu T3 kompensieren, sodass man noch symptomfrei ist, aber davon hast nur du etwas und nicht das Baby. Kontrolle ist also wirklich zu empfehlen.
    Du kannst es immer noch so wenig medizinisch wie möglich machen. Es ist nur diese eine Sache SD-Hormone, die du im Auge behalten solltest, alles andere kann laufen wie geplant.
    Danke auch Dir nochmal :-). Ich denke, ich werde es wohl genauso machen, wie Du es beschreibst.

    Mir geht es jetzt schon wesentlich besser mit all dem, Ihr habt mir Mut gemacht und ich weiß zumindest grob, wie ich weiter vorgehen möchte. Jetzt bin ich nur noch gespannt, was mein Hausarzt morgen sagen wird…..

    Liebe Grüße

  5. #15
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Samia Beitrag anzeigen
    Ich würde schon das rundherum machen, also Vitamin D, B12, Ferritin usw checken und auffüllen, herausfinden ob Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen und die Ernährung entsprechend anpassen. LG Samia
    Danke für Deinen Tipp, das werde ich dann morgen ansprechen und um ein großes Blutbild sowie einen Test der Nahrungsmittelunverträglichkeiten bitten :-).
    Hoffentlich trägt mein Arzt das mit.
    Im großen Blutbild sind diese erwähnten Werte alle nicht enthalten! Das ist also unnötig. Die Werte kannst Du probieren, ob der Hausarzt sie auf Kasse mitmacht, aber sehr wahrscheinlich trifft das nicht auf alle, oder sogar gar keine zu. Du kannst sie dann nur privat bezahlen, oder dafür einen Facharzt aufsuchen, da die ein größeres Budget haben.
    LG

  6. #16
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Hallo Soulbird,

    ich sehe, du hast keine TPO-Antikörper, sondern Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK oder auch MAK genannt).

    (Die meisten Hashimoto-Patienten haben TPO-Antikörper. TG-AKs treten ehr in den selteneren Fällen auf, weswegen sie von den Ärzten, auch von Endos, Nuks oft gar nicht getestet werden.)

    Genau so war es bei mir, ich hatte TG-AKs. Ich habe mal gelesen, dass die TG-AKs vorrangig durch den Verzehr von jodhaltiger Nahrung kommen können, was ja bei dir kürzlich der Fall war.

    Auch können diese bei anderen Erkrankungen auftreten bzw. eine andere Ursache haben als Hashimoto.

    Ich denke auch, es könnte bei dir evtl. eine ernährungsbedinge Momentaufnahme sein, dass die TG-AKs bei dir erhöht sind. U.U. können diese mit Ernährungsumstellung wieder verschwinden. Du schriebst ja, du versuchst alles jodhaltige zu meiden.

    Und eine SD muss nicht zwangsläufig in Null-Komma-Nix schrumpfen, wie man oft bei der Diagnose Hashi befürchtet.

    Bevor ich an deiner Stelle das LT nehmen würde, würde ich wirklich jegliche Diagnostik ausschöpfen und ggf. auch wiederholen, wie auch die Blutentnahme.

    Und ich persönlich vertrete nicht die Auffassung, dass Hashimoto bzw. eine Autoimmunthyreopathie zwangsläufig unheilbar bzw. chronisch sein muss.

    Meine SD hatte sich erst durch LT verkleinert.
    Wer weiß, hätte ich das LT all die Jahre nicht genommen, hätte sie höchstwahrscheinlich ihre normale Größe behalten.

    Nach Reduktion und schließlichem Absetzen von LT ist meine SD nun wieder normal groß, ca. 16 ml.

    Und Sono und Szinti, wie auch die Blutwerte sind i.O., auch wenn der TSH mal zeitweise bei 3 lag und das FT4 nicht mehr an der Oberkante, wie unter der LT-Einnahme.

    Und einige Sachen im Befinden haben sich seit dem Absetzen wieder verbessert.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du die richtige Entscheidung triffst und auch alles Gute für deinen Kinderwunsch, dass auch dies ohne LT klappt.

    Liebe Grüße
    Conny

  7. #17
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Im großen Blutbild sind diese erwähnten Werte alle nicht enthalten! Das ist also unnötig. Die Werte kannst Du probieren, ob der Hausarzt sie auf Kasse mitmacht, aber sehr wahrscheinlich trifft das nicht auf alle, oder sogar gar keine zu. Du kannst sie dann nur privat bezahlen, oder dafür einen Facharzt aufsuchen, da die ein größeres Budget haben.
    LG
    Okay, dann weiß ich da Bescheid. Gut, dass Du mir das sagst mit dem großen Blutbild :-)
    Würde das auch privat zahlen (das wird wohl hoffentlich kein Wahnsinnsvermögen kosten)...

    Zitat Zitat von Conny2 Beitrag anzeigen
    Hallo Soulbird,

    ich sehe, du hast keine TPO-Antikörper, sondern Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK oder auch MAK genannt).

    (Die meisten Hashimoto-Patienten haben TPO-Antikörper. TG-AKs treten ehr in den selteneren Fällen auf, weswegen sie von den Ärzten, auch von Endos, Nuks oft gar nicht getestet werden.)
    Hallo Conny :-). Nu ja, in meinem Befund stand zumindest nichts über die TPO. Weiß natürlich nicht, ob diese erst gar nicht getestet wurden, oder in der Norm waren. Aber wenn Du sagst, die TPO werden eigentlich weitaus häufiger getestet als die TG-Ak, dann gehe ich mal davon aus, dass sie vielleicht tatsächlich in der Norm waren.

    Zitat Zitat von Conny2 Beitrag anzeigen
    Genau so war es bei mir, ich hatte TG-AKs. Ich habe mal gelesen, dass die TG-AKs vorrangig durch den Verzehr von jodhaltiger Nahrung kommen können, was ja bei dir kürzlich der Fall war.

    Auch können diese bei anderen Erkrankungen auftreten bzw. eine andere Ursache haben als Hashimoto.

    Ich denke auch, es könnte bei dir evtl. eine ernährungsbedinge Momentaufnahme sein, dass die TG-AKs bei dir erhöht sind. U.U. können diese mit Ernährungsumstellung wieder verschwinden. Du schriebst ja, du versuchst alles jodhaltige zu meiden.
    Mh, okay. Ich wäre natürlich sehr glücklich, wenn die Lösung so einfach wäre :-)
    Denkst Du, dass die Tg-AK bei Dir durch jodhaltige Nahrung kamen?


    Zitat Zitat von Conny2 Beitrag anzeigen
    Und eine SD muss nicht zwangsläufig in Null-Komma-Nix schrumpfen, wie man oft bei der Diagnose Hashi befürchtet.

    Bevor ich an deiner Stelle das LT nehmen würde, würde ich wirklich jegliche Diagnostik ausschöpfen und ggf. auch wiederholen, wie auch die Blutentnahme.

    Und ich persönlich vertrete nicht die Auffassung, dass Hashimoto bzw. eine Autoimmunthyreopathie zwangsläufig unheilbar bzw. chronisch sein muss.

    Meine SD hatte sich erst durch LT verkleinert.
    Wer weiß, hätte ich das LT all die Jahre nicht genommen, hätte sie höchstwahrscheinlich ihre normale Größe behalten.

    Nach Reduktion und schließlichem Absetzen von LT ist meine SD nun wieder normal groß, ca. 16 ml.

    Und Sono und Szinti, wie auch die Blutwerte sind i.O., auch wenn der TSH mal zeitweise bei 3 lag und das FT4 nicht mehr an der Oberkante, wie unter der LT-Einnahme.
    Das ist ja wirklich heftig, dass sich Deine Schilddrüse wieder vollständig wiederhergestellt hat!!
    Hattest Du zum Zeitpunkt der Diagnose Beschwerden? Befolgst Du nun irgendeine besondere Form der Ernährung, achtest Du sonst auf irgendwas?
    Ich habe allerdings ja kleinere Knoten in der Schilddrüse (glaube, das deutet auch irgendwie auf Hashi hin? - hattest Du solche Veränderungen auch oder waren bei Dir nur die Tg-AKs erhöht?


    Zitat Zitat von Conny2 Beitrag anzeigen
    Ich drücke dir die Daumen, dass du die richtige Entscheidung triffst und auch alles Gute für deinen Kinderwunsch, dass auch dies ohne LT klappt.

    Liebe Grüße
    Conny

    Vielen, vielen Dank! Dein Beitrag hat mir nochmal eine ganz andere Sichtweise aufgezeigt :-)
    Und ich finde es toll, dass es Dir mit normalgroßer SD wieder gut geht - ohne Thyroxin.

    Liebe Grüße

  8. #18
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Hi Soulbird,

    da du mein Text sicher schon gelesen hast, kann ich ihn ja nun wieder entfernen. Hat aber nix mit dir zu tun.
    Geändert von Conny2 (20.07.17 um 17:47 Uhr)

  9. #19
    Benutzer Avatar von laly
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Zitat Zitat von Soulbird Beitrag anzeigen


    Zumal ich, wenn es nach mir gegangen wäre, diese Untersuchung eigentlich gar nicht hätte haben wollen. Ich wollte möglichst unbeschwert in die KiWu-Zeit starten...das einzige, was mich interessiert hätte, wäre gewesen, ob mein TSH im Rahmen ist. Bin dann der Empfehlung des Hausarztes doch gefolgt, weil ich dachte, es wird schon nichts sein....tja, falsch gedacht

    Sorry für den ellenlangen Text....am liebsten wäre ja, mich könnte jemand beruhigen und mir sagen, dass das alles ein Riesenmissverständnis ist und ich eigentlich doch gesund bin
    Ach was würde ich dafür geben, wenn sich bei meinem KiWu jemand so gewissenhaft um mich gekümmert hätte.

    Meine Diagnose habe ich erst seit einem Jahr und da habe ich angefangen mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Bin durch Zufall drauf gekommen, dass sich die Schilddrüse sehr negativ auf die Schwangerschaft auswirken kann. Ich habe kA, wie lange ich schon diese Erkrankung in mir habe, das einzige, was sicher ist, ist, dass ich offensichtlich eine Anlage dazu habe.

    Nachdem ich vor 10 Jahren eine Totgeburt im 8. Monat hatte, habe ich mich letztes Jahr nach der Diagnose zunächst gar nicht getraut, meine Blutbefunde von damals anzusehen, weil mich schon allein der Gedanke, dass dies uU durch ein einfaches Mini-Tablettchen verhindert werden hätte können, so unendlich wütend gemacht hatte. Lediglich im 1. Trimester ist der TSH gemessen worden und da lag er bei 2,7...sollte bei 2,5 sein. Ich weiß, es ist bloß eine geringe Überschreitung, aber danach wurde das gar nicht weiterverfolgt. Weder im 2. noch im 3. Trimester ist der TSH erhoben worden....unglaublich!!!!!!



    Bei meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich ebenfalls Schwierigkeiten, aber das Kind kam lebend auf die Welt. Nur es hatte dann eine Entwicklungsverzögerung. Da mussten wir richtig viel Aufwand und viel Mühe aufwenden, damit er überhaupt anfängt zu sprechen und in der Zwischenzeit hat sich wirklich alles sehr positiv entwickelt. Auch dazu habe ich hier im Forum irgendwo eine Studie gefunden. Eine Unterversorgung mit Hormonen kann beim Kind zu Intelligenzminderungen führen.


    Ich schreibe das auch deswegen, weil der Tod sowieso ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Aber wenn dieser so einfach zu verhindern ist oder erst gar keine Schwierigkeiten auftreten, dann kann ich gar nicht anders, als wenigstens darauf hinzuweisen, wie "einfach" das zu behandeln ist - zumal ich weiß, wie entsetzlich und grausam es ist, so etwas wie eine Totgeburt durchzumachen, wo man dann noch mit dem richtigen dicken Bauch, das Baby beerdigt. Aber auch die Entwicklungsverzögerung von einem Kind durchzustehen, ist auch alles andere als lustig. Und ich wünsche das wirklich niemandem.



    Tod als Tabuthema und Schwangerschaft als das "Glücklich-verklärte-Schwangere"-Gebot in Hollywood-Farben, diese Kombination ist nicht bloß fahrlässig, sondern auch noch gefährlich. In meinem Fall war es ein Wunder, dass ich die Totgeburt überhaupt überlebt habe. Aber wie man dann weiter lebt, das sagt einem dann halt auch keiner. Verstehe mich bitte nicht falsch, für mich ist Schwangerschaft dennoch keine Krankheit, aber das, was man für diese kurze Phase von 40 Wochen bekommen kann, ist wesentlich mehr, als eine glückliche Schwangere mit Hausgeburt gewesen zu sein, es ist ein neues Leben, ein Kind, in dessen lachendes Gesicht du blicken kannst und das macht dann wirklich glücklich.

    Unbeschwert in die Schwangerschaft zu gehen bedeutet nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern die Gewissheit zu haben, dass man allfällige Schwierigkeiten auch in den Griff bekommen kann. Schwangerschaft ist nicht l´art pour l´art, sondern sie hat nur ein Ziel: ein lebendes und (hoffentlich) gesundes Kind auf die Welt zu bringen.

    Hier auch noch ein Link mit Erklärungen und insb. auch mit den Referenzwerten:


    http://www.labor-enders.de/727.98.html

  10. #20
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    Standard AW: Hashimoto durch Zufall entdeckt, beschwerdefrei - und jetzt?

    Hallo :-)

    komme von meinem Hausarzt. Erst hat er mir die Werte erklärt und dann gemeint, die Nuklearmedizinerin würde anhand des Kinderwunsches eine Thyroxin-Einnahme anraten. Zu den Antikörpern sagte er nur, dass eine Art davon erhöht sei…. Zu der Autoimmunerkrankung hat er so weit dann nichts weiter gesagt…nur, auf meine Nachfrage hin, ob die Erhöhung von einer hohen Jodzufuhr herrühren könnte, er persönlich das nicht glaube…

    Als er gerade dazu ansetzen wollte, das Rezept auszufüllen, habe ich ihm gesagt, dass ich das eigentlich gar nicht so gerne nehmen möchte.
    Ich habe ihm auch gesagt, dass er das bitte nicht falsch verstehen soll, ich das sehr zu schätzen weiß, dass er sich da so ernsthaft mit seinen Patienten befasst, weil das sicher leider nicht selbstverständlich ist.

    Zum Glück hat er überhaupt nicht komisch reagiert, sondern im Gegenteil sehr freundlich + verständnisvoll. Er meinte, die Werte seien ja nun eigentlich okay und nicht so, dass er mir händeringend eine Thyroxineinnahme nahelegen müsste.

    Angesichts meiner Zweifel hat er mir nun noch eine Überweisung zur Nuk mitgegeben, damit im nächsten Quartal nur meine Blutwerte nochmal genommen werden. Er meinte, dann sieht man vielleicht, wo die Reise hingehen könnte und dann schauen wir weiter. Ein Rezept für Euthyrox habe ich trotzdem auch mitbekommen. Letztlich hat er auch gesagt, am Ende kann er nur beraten, entscheiden muss ich das dann. Es kann aber ab bestimmten Werten sein, dass er es mir halt schon dringlich nahelegen müsse.

    Einerseits freue ich mich über den Verlauf des Termins, andererseits werde ich wahrscheinlich dann ja in 3 Monaten an einem ähnlichen Punkt stehen mit derselben Frage, Thyroxin ja oder nein. Zumal so Werte ja auch immer nur eine Momentaufnahme sind...


    Zitat Zitat von laly Beitrag anzeigen
    Verstehe mich bitte nicht falsch, für mich ist Schwangerschaft dennoch keine Krankheit, aber das, was man für diese kurze Phase von 40 Wochen bekommen kann, ist wesentlich mehr, als eine glückliche Schwangere mit Hausgeburt gewesen zu sein, es ist ein neues Leben, ein Kind, in dessen lachendes Gesicht du blicken kannst und das macht dann wirklich glücklich.

    Unbeschwert in die Schwangerschaft zu gehen bedeutet nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern die Gewissheit zu haben, dass man allfällige Schwierigkeiten auch in den Griff bekommen kann. Schwangerschaft ist nicht l´art pour l´art, sondern sie hat nur ein Ziel: ein lebendes und (hoffentlich) gesundes Kind auf die Welt zu bringen.
    Liebe Laly, mir tut es sehr leid, was Du erleben musstest :-(.
    Ich kann verstehen, dass Du vor dem Hintergrund Deiner sehr schmerzhaften und schlimmen Erfahrungen meine Haltung wahrscheinlich mehr als befremdlich findest, und ich hätte es Dir sehr gewünscht, dass Deine Ärzte bei Dir genauer hingeschaut hätten.

    Am Ende weißt Du jedoch auch nicht sicher, dass Du diese Erfahrungen wirklich wegen einer UF machen musstest.
    Vielleicht wäre es mit Thyroxin gut gegangen, vielleicht aber auch trotzdem nicht. Wahrscheinlich bin ich da zu schicksalsgläubig, ich denke nämlich, dass das, was sein soll, auch passieren wird und der Gedanke, dass wir Menschen auch nur irgendwas unter Kontrolle hätten, ein Irrglaube ist. Wir können noch so viel machen und tun, wenn es nicht so sein soll, wird es nicht sein.

    Vor der Schwangerschaft als solches habe ich sehr großen Respekt (und ja, auch viel Angst), und ich weiß, dass dabei mit einem selbst und dem Kind ziemlich üble Dinge geschehen können. Also ich habe da weiß Gott keine Hollywood-Bilderbuch-Phantasie im Kopf. Nur, was ich mir für Dich damals dringend gewünscht hätte - dass man genauer hingeschaut hätte, wird meines Erachtens nach heutzutage in vielen Fällen einfach viel zu viel gemacht. Und genau dieses ganze „zu viel“ hätte ich gerne einfach nicht gehabt. Ich bin aber selbst schuld, ich hätte einfach gar nicht erst zum Hausarzt gehen und ihm von meinem Kinderwunsch erzählen sollen. Ich bin einfach selbst schuld und es war total blöd von mir, mit meiner inneren Einstellung diese Maschinerie ins Rollen zu bringen.

    Aus der Schwangerschaft wird meinem Empfinden nach von vielen Ärzten von Beginn an eine „Krankheit“ gemacht. Man wird als Schwangere mit tausend Sachen verunsichert, was alles sein könnte, bei jeder kleinen Abweichung von der Norm wird einem Angst gemacht, Zweifel gesäht und ein schlechtes Gewissen eingeredet, was alles an ganz schlimmen Dingen geschehen könnte, wenn man das und das nicht macht und befolgt. - ganz unabhängig davon, dass diese schlimmen Sachen oft nur in einem ganz kleinen Teil der Fälle auch tatsächlich eintreffen.

    Ich würde mir grundsätzlich wieder mehr Vertrauen in den menschlichen Körper und die Natur wünschen. Und Ärzte wissen auch nicht alles, irren sich. Ich möchte nicht wissen, wie viele gesunde, angeblich behinderte Kinder irrtümlich abgetrieben wurden, weil Ärzte sich geirrt haben.

    Ich finde nicht, dass es etwas mit „Kopf in den Sand“ stecken zu tun hat, wenn man einfach etwas Gottvertrauen haben möchte. Und ja, wenn es Probleme gibt - in der Schwangerschaft zB irgendwas wirklich auffällig ist, zB ein erhöhter TSH, kann man immer noch reagieren.

    Vielleicht bin ich da auch wegen meiner eigenen Geschichte irgendwie vorbelastet, meine Mutter hat mich Mitte der 80er 3 (!) Wochen übertragen (heutzutage springen die Ärzte ja schon bei ein paar Tagen im Kreis und raten dringend zu Einleitungen), und sie war fast 40. Damals noch ein eher ungewöhnlich hohes Alter. SD-Probleme hatte sie ja auch. Ich bin aber völlig gesund zur Welt gekommen. Also ich glaube, was passiert und ob etwas gut geht oder nicht, liegt nur zu einem kleinen Teil in unserer Hand, auch, wenn das für viele Menschen heutzutage nur noch schlecht anzunehmen ist.

    Ich hoffe, dass meine Antwort nicht unsensibel ist, aber ich kann halt auch nicht einfach aus meiner Haut, tut mir leid :-(.
    Wünsche auch jeder Frau, die all die medizinische Aufmerksamkeit und Kontrollen möchte, dass sie diese in vollumfänglichen Ausmaß und bestmögliche Behandlung erhält, aber Menschen sind halt unterschiedlich.

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